Der amerikanische Klimaforscher Michael Evan Mann war einer der Leitautoren des 3. Sachstandsberichtes des Weltklimarates im Jahr 2001. Der Wissenschaftler aus Amherst, Massachusetts, hatte 1999 als einer der ersten eine tausendjährige Datenserie der Temperaturentwicklung publiziert, die seitdem als „Hockeyschläger“ berüchtigt ist.

Grund: Mann hatte Proxy-Daten von kanadischen Baumringen vor 1850 mit Meßdaten seit 1850 verkleistert. Die kanadischen Bäume lebten wohl in einer durchgehend kalten Region und zeigten daher logischerweise tiefe Temperaturen im Mittelalter. In den gemäßigten oder tropischen Breiten hingegen wurde es laut zahlreichen historischen und anderen Proxy-Quellen ab dem 10. Jahrhundert immer wärmer – bis zum Höhepunkt im Hoch- und Spätmittelalter. Ein kaum wegzudiskutierender Beweis dafür sind die aufwändigen mittelwest-europäischen Stein-Höhenburgen, die ab etwa 1070 zu 10.000en in Frankreich, Deutschland und Böhmen errichtet wurden.

IPCC-Bericht „Climate Change“, 1990.

Karikaturist Josh hat dieses Vorgehen treffend kommentiert: „Ist es nicht unwissenschaftlich, zwei Datensätze in einem Diagramm zu verspleißen?“

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Wegen seiner offensichtlich schlampigen und fragwürdigen Vorgehensweise, die etwas politisch Erwünschtes beweisen soll, führte Mann mit seinem schärfsten Kritiker, dem Kanadier Tim Ball ✝ jahrelang einen Rechtstreit, der Remis endete, aber für Mann extreme Kosten zur Folge hatte.

Felix Perrefort von Nius.de und der emeritierte Finanzwirtschaftsprofessor Stefan Homburg beschäftigten sich in den letzten Wochen intensiv mit dem Hockeyschläger-Schwindel. Da beide auch auf Englisch auf Elon Musks Twitter/X-Plattform publizierten, bekam Michael Mann die Attacken seiner deutschen Kontrahenten mit und antwortete auf erstaunlich emotionale und persönliche Weise:

Die Tatsache, daß Stefan Homburg ein diskreditierter, wissenschaftsfeindlicher, Nazi-Parolen verbreitender Krimineller ist, scheint seine Glaubwürdigkeit in Frage zu stellen.

https://x.com/SHomburg

Mann scheint den inneren Widerspruch seines Tweets nicht zu bemerken – seine ad-hominem-Beschimpfung zieht seine eigene Glaubwürdigkeit in Zweifel.

Auf unsere Nachfrage gab Stefan Homburg folgende Stellungnahme frei:

1. „Manns Vorwurf, ich sei ein verurteilter Nazi-Verbrecher, geht fehl. Es gibt nur ein laufendes juristisches Verfahren, weil ich einen Satz in Anführungszeichen zitiert habe, was definitiv nicht strafbar ist.“

2. „Ich werde natürlich keine juristischen Schritte gegen Mann unternehmen, weil mich Corona- und Klimasaktivisten seit Jahren ständig als Nazi bezeichnen und ich zu nichts anderem käme, wenn ich mich damit ernsthaft beschäftigen würde.“

3. Für Laien ist jemand, der andere beleidigt und diffamiert, leicht als Aktivist erkennbar, auch wenn er formal als Professor erscheint. Das gilt für Mann beim Klima ähnlich wie für Drosten bei Corona. Solche Entgleisungen verdecken einen Mangel an Argumenten. Das ist nicht mein Stil.“

Hintergrund: Prof. Homburg hatte 2025 in einem Tweet zum Satz „Alles für Deutschland“ und dem türkischen Wolfsgruß Stellung genommen – und wurde dafür vor Gericht geschleift. Da KI-Programme wie Grok mittlerweile das Gugeln ersetzen und auch fremdsprachige Artikel in Millisekunden übersetzen, dürfte ME Mann mit dieser Methode schnell nachgeschaut haben, ob er etwas Diskreditierendes gegen seinen deutschen Kontrahenten findet. Das ist unprofessionell und wissenschaftlich unredlich – Mann hätte sich streng an den Inhalt halten müssen.

Auch Felix Perrefort wurde von Mann in ähnlicher Weise diskreditiert – er meinte, Perrefort arbeite bei einem Magazin, dessen Chef wegen „sexuellem Mißbrauch“ ins Gerede gekommen sei. Hintergrund: Nuis-Chef Julian Reichelt war Chef der BILD-Zeitung und soll Affären mit Mitarbeiterinnen gehabt haben. Das hat mit Perrefort nichts zu tun – aber Michael Mann ist für solche Feinheiten wohl nicht sensibel genug.

https://x.com/FPerrefort

Welcher Sachstreit ging Manns Geschimpfe voraus? Felix Perrefort schreibt seit einiger Zeit eine Serie über den Wissenschaftsskandal:

Von Baumringen und Hockeyschlägern – wie ein kanadischer Forscher das Fundament aller Klima-Politik erschütterte

Homburg griff das Thema auf und postete via X ein Temperatur-Verlaufsbild 1880 bis 2020 in Grad Kelvin statt °C. Lord Kelvin und Anders Celsius benutzen beide dieselben Grad-Abstände, aber der Nullpunkt liegt anders – bei Kelvin am absoluten Nullpunkt ohne Teilchenbewegung (-273,15 °C), bei Celsius wesentlich höher am Gefrierpunkt reinen Wassers (273,15 K). Vorteil bei Kelvin: Die von Alarmisten gern genutzten Mini-Temperaturunterschiede der Mittelwerte werden nicht aufgeblasen, sondern verschwinden optisch. Nachteil bei Kelvin: Die 60 Jahre Klimaerwärmung und 40 Jahre Abkühlung/Stagnation im 20. Jahrhundert, die sehr wohl Eindruck bei der Bevölkerung machten, verschwinden ebenso (1930er kochend heiß – 1970 kühl bis extrem kalt).

https://x.com/SHomburg

Michael Evan Mann gibt trotz der erdrückenden Evidenz der Hockeyschläger-Falschheit nicht auf, sondern beharrt auf seiner Hypothese:

„Tut mir leid, ihr verlogenen Klimaleugner. Der #HockeyStick ist jetzt länger und steiler, wie eine unabhängige Gruppe von rund 80 Paläoklimaforschern aus aller Welt nachgewiesen hat“

https://x.com/MichaelEMann/status/2066572946278089143?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E2066572946278089143%7Ctwgr%5E%7Ctwcon%5Es1_&ref_url=https%3A%2F%2Fwww.heute.at%2Fs%2Ftut-mir-leid-ihr-verlogenen-klimaleugner-120210560

Der von ihm verlinkte Artikel, der seine Haltung stützen soll, ist mit „Wichtige Studie des PAGES-2k-Netzwerks bestätigt den „Hockey-Stick“-Trend“ betitelt. Die Quelle ist aber keineswegs ein wissenschaftliches Magazin, sondern nur eine Lobbyseite. Immerhin gibt es eine Studie in Nature Geoscience von 2013, dem Jahr, als Obama die berühmten „97%“ populär machte. Darin wurde behauptet, daß die mittelalterliche Warmzeit typisch für Europa/ den Norden gewesen sei, sonst aber kaum auftrat. Ist das überzeugend? Eher nicht – das westliche Eurasien ist der kleinste Kontinent, und große Klimaänderungen machen sich meist weltweit bemerkbar, mit wenigen regionalen Ausnahmen. Daß die Südhalbkugel der Erde nicht betroffen gewesen sei, läßt sich kaum beweisen, da der riesige Pazifik und andere Meere diese Hälfte des Planeten dominiert und daher viel weniger menschliche Bevölkerung (mit Aufzeichnungen) und natürliche Klimaarchive besitzt als der Norden.

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