Immer neue Klima-Propaganda

Mark Hodgson

Vor einigen Wochen veröffentlichte der Guardian einen Artikel unter der Überschrift [übersetzt] „Die Hälfte aller Kinder weltweit ist laut UNICEF mindestens drei Klimagefahren ausgesetzt“ und der Unterüberschrift [übersetzt] „Fast jedes Kind, auch solche aus Ländern mit hohem Einkommen, ist mittlerweile mindestens einer Gefahr ausgesetzt“. Wie die Überschrift vermuten lässt, basierte der Artikel auf einem von UNICEF veröffentlichten Report. Und wie der Titel des Berichts („Children’s Climate Risk Report 2026“) deutlich macht, geht es darin ausschließlich darum, die Klimawandel-Agenda voranzutreiben – was eigentlich nicht überrascht, da es sich um eine Unterorganisation der Vereinten Nationen handelt, welche die Fackel des Klimaalarmismus hochhält.

Ich habe das Gefühl, dass ich ein wenig unhöflich bin, wenn ich den Bericht kritisiere. Schließlich leistet UNICEF viel wertvolle Arbeit, und vieles daran ist lobenswert. Andererseits ist keine Organisation perfekt, und UNICEF hat sicherlich keine makellose Bilanz, wie im Zusammenhang mit den hier und hier berichteten Vorfällen zu sehen ist.

Es ist daher angebracht, einen Blick in den Bericht zu werfen, um zu prüfen, ob er eine objektive Analyse liefert oder ob er (wie so oft bei Berichten dieser Art) eher den Charakter von Propaganda hat. Wie es bei solchen Dingen üblich ist, umfasst er mehr als 100 Seiten, sodass die folgende Darstellung zwangsläufig selektiv ausfallen wird, auch wenn ich mich bemühen werde, fair zu bleiben und nicht einfach nur Beispiele herauszupicken, die meine These stützen.

In der Einleitung wird behauptet, dass es weltweit eine „erschreckend hohe Zahl von Kindern gibt, die bereits klimabedingten Gefahren ausgesetzt sind“, und die im Bericht aufgestellte Behauptung ist in der Tat erschreckend (und unglaubwürdig). Die Behauptung lautet, dass „fast alle Kinder mittlerweile mindestens einer der folgenden Klimagefahren ausgesetzt sind“ – wobei es sich bei den betreffenden Gefahren um Hochwasser, Küstenüberschwemmungen, Dürren, tropische Stürme, Hitzewellen, extreme Hitze, Brände sowie Sand- und Staubstürme handelt. Dies liegt natürlich daran, dass (laut IPCC) „mehrere Klimagefahren an Häufigkeit und Intensität zugenommen haben“. Um dies noch zu unterstreichen, wird uns mitgeteilt, dass „weltweit 1,1 Milliarden Kinder mindestens drei sich überschneidenden Klimagefahren ausgesetzt sind“. Da laut UNICEF weltweit etwas mehr als 2,4 Millionen Menschen unter 18 Jahren leben, läuft dies auf die Behauptung hinaus, dass fast die Hälfte aller Kinder weltweit mindestens drei Klimagefahren ausgesetzt ist.

Auf Seite 5 werden in der Zusammenfassung sechs Themenbereiche hervorgehoben: Gesundheitsversorgung, Ernährungsversorgung, Wasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung, Bildungsversorgung, Kinderschutz und soziale Sicherung. In jedem Fall wird versucht, einen Zusammenhang zu Klimaproblemen herzustellen, doch sind diese Zusammenhänge recht vage, z. B. im Hinblick auf die Gesundheitsversorgung:

Im Jahr 2024 erhielten 20 Millionen Kinder keine lebensrettenden Impfungen, darunter 14,3 Millionen Kinder, die keine einzige Dosis eines Impfstoffs gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten erhielten. Klimakatastrophen könnten bestehende Schwachstellen weiter verschärfen, indem sie Kliniken zerstören, die Kühlketten für Impfstoffe unterbrechen und die Ausbreitung von Krankheiten begünstigen.

Das ist Spekulation, die an Propaganda grenzt, und keine objektive Analyse auf der Grundlage harter Fakten. Dann folgt das Eingeständnis (immer noch auf Seite 5):

„Die Fähigkeit von Regierungen, die Gefährdung von Kindern zu verringern und ihre Fähigkeit zu stärken, mit Klimagefahren umzugehen und sich an diese anzupassen, wird oft durch umfassendere strukturelle Zwänge beeinträchtigt.“

Dies trifft natürlich den Kern des Problems – Armut (und andere Faktoren wie Korruption) stellen weltweit einen weitaus entscheidenderen Faktor für das Wohlergehen von Kindern dar.

Auf Seite 12 sind die Zahlen der Kinder aufgeführt, die angeblich bestimmten Klimagefahren ausgesetzt sind (wobei auch die Zahlen der Kinder angegeben sind, die mehreren Gefahren ausgesetzt sind). Ich würde dies als ernstzunehmende Analyse mehr schätzen, wenn darin der Trend dieser Zahlen gemessen würde, bereinigt um das Wachstum oder den Rückgang der Kinderzahlen in Ländern, die diesen Risiken besonders ausgesetzt sind. Nur so könnten wir möglicherweise etwas darüber erfahren, ob der Klimawandel die Situation für Kinder verschlimmert.

Jeder Abschnitt versucht, unter den zuvor im Bericht genannten Überschriften Beispiele für Kinder anzuführen, die vom Klima (vom Klima-Wandel?) betroffen sind.

Überschwemmungen

Auf Seite 18 (ff.) befasst sich der Bericht mit Hochwassern. Dort heißt es: „Diese [Hochwasser-]Auswirkungen werden mit der Verschärfung des Klimawandels weiter zunehmen. Nach Angaben des IPCC werden Hochwasserrisiko und -schäden voraussichtlich mit jedem Anstieg der globalen Erwärmung zunehmen.“ Das sagt uns jedoch nicht, dass dies bereits geschehen ist, und da keine Trendlinie vorliegt, ist alles andere reine Spekulation. Anschließend wird eingeräumt, dass weitere Faktoren eine Rolle spielen: „In vielen Ländern erhöht die rasante Urbanisierung ohne angemessene Planung oder widerstandsfähige Infrastruktur die Gefährdung der Menschen durch Hochwasser.“

Das Hochwasserrisiko an Flüssen, so heißt es, „ist entlang großer Flüsse wie dem Brahmaputra, dem Kongo, dem Ganges, dem Indus, dem Nil und dem Gelben Fluss am höchsten. In Surinam leben über 75 Prozent der Kinder in durch Hochwasser gefährdeten Gebieten an Flüssen. Mehr als 50 Prozent der Kinder in Bangladesch, Guyana und im Irak befinden sich in Gebieten mit hoher Wahrscheinlichkeit für Hochwasser.“ Das ist keine Überraschung. Es fehlt jedoch eine Analyse darüber, ob diese Zahlen gestiegen sind und, falls ja, ob dies auf eine gestiegene Anzahl von Kindern in diesen Gebieten, sich verschlimmernde Hochwasserereignisse (Ausmaß, Anzahl der Vorfälle usw.) und/oder andere Faktoren (wie die oben erwähnte „rasante Urbanisierung ohne angemessene Planung oder widerstandsfähige Infrastruktur“) zurückzuführen ist.

Ohne eine solche Analyse sagt uns dies nichts über die Auswirkungen (sofern vorhanden) des Klimawandels auf die Anfälligkeit von Kleinkindern gegenüber Hochwasser aus.

Dürren

Auf Seite 20 ff. geht es um Dürren. Dort wird behauptet, dass 1,8 Milliarden Kinder (d. h. etwa zwei Drittel aller Kinder weltweit) von Dürren betroffen sind. In Bezug auf den Klimawandel lautet die konkrete Behauptung:

Dürren waren schon immer Teil der natürlichen Schwankungen des Erdklimas, doch der vom Menschen verursachte Klimawandel führt zu einer Zunahme der Häufigkeit, Intensität und Dauer von Dürren.

Eines der laut dem UNICEF-Bericht am stärksten von Dürre betroffenen Länder ist Bangladesch. Auch wenn der Klimawandel hier eine Rolle spielen mag, gibt es jedoch andere (mit ziemlicher Sicherheit weitaus bedeutendere) Faktoren, die hier eine Rolle spielen – und die im Bericht nicht erwähnt werden. Eine Studie aus dem vergangenen Jahr von Monir, Sarker, Biswas und Islam („Bewertung der Umweltauswirkungen regionaler Schwankungen der Grundwasserströmungswege in der wasserarmen und dürregefährdeten nördlichen Region Bangladeschs“) stellt fest:

Über 31 % der Fläche des Untersuchungsgebiets sind derzeit aufgrund von Schwankungen des Grundwasserspiegels von schwerer bis extremer Dürre betroffen. Die Entnahme von Grundwasser für Bewässerungszwecke hat erhebliche negative Auswirkungen auf die Ökosysteme und die landwirtschaftliche Produktion im Untersuchungsgebiet. Die derzeitige Lage im Norden Bangladeschs wird sich erheblich verschlechtern, wenn wir die Grundwasserentnahme aus tiefen Grundwasserleitern für Bewässerungszwecke nicht reduzieren und den Einsatz von Oberflächenwasser nicht einschränken …

…In den letzten 30 bis 40 Jahren haben die verstärkte Grundwasserentnahme zur Steigerung der Nahrungsmittelproduktion und der höhere Bewässerungsbedarf im Nordwesten Bangladeschs zu sinkenden Grundwasserspiegeln und längeren Verzögerungen geführt. Die Grundwasserentnahme ist nach wie vor erheblich und übersteigt möglicherweise 20 Milliarden Kubikmeter pro Jahr, wobei landesweit rund 3 Millionen Pumpen für die Bewässerung eingesetzt werden.

Woran könnte das liegen? Das Bevölkerungswachstum spielt dabei vermutlich eine große Rolle. Laut Worldometers betrug die Einwohnerzahl Bangladeschs im Jahr 1950 etwas mehr als 41,2 Millionen, während sie heute bei fast 177,9 Millionen liegt. Mit anderen Worten: Sie hat sich in einem Dreivierteljahrhundert mehr als vervierfacht. Die Ernährungssicherheit ist zweifellos nach wie vor ein Grund zur Sorge für viele Menschen in Bangladesch, und ich möchte dies nicht herunterspielen. Doch trotz des massiven Bevölkerungswachstums gab es in Bangladesch glücklicherweise seit mehr als einem halben Jahrhundert keine nennenswerten Hungersnöte mehr – trotz des Klimawandels. Die Hungersnot in Bengalen im Jahr 1943 hat möglicherweise bis zu 3,8 Millionen Menschen das Leben gekostet (je nachdem, wem man Glauben schenkt – die niedrigste Zahl, die ich gesehen habe, liegt bei 800.000). Die Hungersnot von 1974 war verheerend. Laut Wikipedia versuchte die bangladeschische Regierung, das Ausmaß herunterzuspielen, und gab „nur“ 27.000 Todesfälle an. Andere beziffern die Zahl bis 1,5 Millionen. Angesichts dieser Zahlen fällt es schwer zu behaupten, dass der Klimawandel die Hungersnöte in Bangladesch verschlimmert. Das Problem mit den Dürren scheint dort mit dem Bevölkerungswachstum und einer nicht nachhaltigen Wasserentnahme zusammenzuhängen.

Der UNICEF-Bericht hebt zudem Nigeria, Pakistan und Tansania als weitere Länder hervor, die stark von Dürren betroffen sind. Auch in Bezug auf diese Länder ließen sich ähnliche Feststellungen treffen. Die Bevölkerung Pakistans (wiederum laut Worldometers) beträgt heute 259,3 Millionen, während sie 1950 bei weniger als 35,9 Millionen lag. Mit anderen Worten: Sie hat sich in einem Dreivierteljahrhundert mehr als versechsfacht. Glaubt man der „Friday Times“, so wird Pakistans Wasser- und Dürreproblem durch massive Wasserentnahmen verursacht, was insbesondere im Punjab mit einer gewissen Ironie verbunden ist:

Unter den üppig grünen Feldern des Punjab versiegt ein Grundwasserspeicher – und niemand zählt die Tropfen. Seit Jahrzehnten sind die unterirdischen Grundwasserleiter des Punjab die stille Lebensader unserer Agrarwirtschaft. Heute jedoch zehrt eine makabre Kombination aus politischer Lähmung, technologischem Wandel und institutioneller Vernachlässigung diese verborgenen Reserven in rasendem Tempo auf und hinterlässt ein giftiges Erbe aus Versalzung und Wasserknappheit.

Das schiere Ausmaß dieser Entnahme ist erschütternd. Pakistan ist weltweit der drittgrößte Nutzer von Grundwasser für Bewässerungszwecke, wobei satte 73 % seiner landwirtschaftlichen Fläche direkt oder indirekt auf Grundwasser angewiesen sind. Von den landesweit entnommenen 68 Milliarden Kubikmetern (bcm) Grundwasser wird der Löwenanteil – 60 bcm – aus dem Untergrund gepumpt, und allein auf Punjab entfallen 90 % dieses massiven Rückgangs. Um es ganz offen zu sagen: Wir entnehmen Wasser mit einer Rate, die um 142 % über der Rate liegt, mit der die Natur es wieder auffüllen kann….

…Der Grundwasserspiegel sinkt mit einer alarmierenden Geschwindigkeit von 0,5 bis 1,0 Metern pro Jahr. Piezometer-Messungen aus Bohrlöchern vor und nach der Monsunzeit zeigen, dass Bezirke wie Pakpattan, Okara und Multan jährliche Absenkungen von 55 cm, 52 cm bzw. 46 cm verzeichnen. In Bezug auf das Volumen verlieren allein Okara und Rahim Yar Khan jährlich etwa 4,15 bzw. 4,08 Millionen Acre-Fuß (MAF) Grundwasser. Insgesamt haben die Grundwasserentnahmen in Punjab die schwindelerregende Marke von 53 MAF überschritten – was fast genau dem gesamten der Provinz zugeteilten Anteil am Oberflächenwasser der Kanäle entspricht, der bei 56 MAF liegt.

Wie konnte es dazu kommen? Die Antwort liegt in einer paradoxen Wendung der technologischen Entwicklung. Im Jahr 1960 gab es im Punjab lediglich 4.500 Rohrbrunnen; heute ist diese Zahl auf über 1,5 Millionen gestiegen. In der Vergangenheit wirkten die hohen Kosten für Strom und Diesel als natürlicher, wenn auch unbeabsichtigter Regulator. Die Landwirte pumpten Wasser nur, wenn es absolut notwendig war. Das Aufkommen von Solarmodulen hat diese Gleichung jedoch verändert. Da die Sonne die Pumpen nahezu kostenlos antreibt, ist die Grundwasserentnahme einfacher geworden, was zu übermäßigem und kontinuierlichem Pumpen geführt hat. Wenn Wasser als kostenlos wahrgenommen wird, wird es oft als unbegrenzt betrachtet.

Nichts davon wird man in einem UNICEF-Bericht mit dem Titel „Kinder-Klimarisikobericht 2026“ lesen.

Wenden wir uns kurz Nigeria zu. Worldometers gibt an, dass die Bevölkerung heute bei über 242,5 Millionen liegt, verglichen mit weniger als 37,3 Millionen im Jahr 1950. In einem Dreivierteljahrhundert hat sich die Bevölkerung auf mehr als das Sechsfache des Niveaus von 1950 erhöht. Laut der Hilfsorganisation „Hope Spring“ mögen sich die Trockenperioden in Nigeria zwar aufgrund des Klimawandels verlängern, doch stellen sie nur einen relativ kleinen Teil eines viel größeren Problems dar:

Im Kern geht es bei der Wasserkrise in Nigeria um den Zugang. Theoretisch mangelt es Nigeria nicht an Wasserressourcen. Das Land verfügt über Flüsse, Grundwasservorkommen und saisonale Niederschläge. Das Problem liegt darin, wer tatsächlich Zugang zu sauberem Wasser hat und wer nicht …

… Um zu verstehen, warum es in Nigeria eine Wasserkrise gibt, müssen wir über einfache Erklärungen hinausblicken. Nigeria geht das Wasser nicht aus – das Land verfügt über etwa 359 Milliarden Kubikmeter Wasserressourcen. Die Krise ist auf Versagen der Infrastruktur, Herausforderungen in der Regierungsführung und Umweltbelastungen zurückzuführen, die verhindern, dass diese reichlich vorhandene Ressource diejenigen erreicht, die sie benötigen.

Die Wasserinfrastruktur Nigerias zeugt von jahrzehntelanger Vernachlässigung. Der Zugang zu Leitungswasser sank von 32 % im Jahr 1990 auf nur noch 3 % im Jahr 2015. In Lagos wird nur jeder zehnte Haushalt öffentlich mit Wasser versorgt.

Wo Infrastruktur vorhanden ist, wird sie nur zu 15 % ihrer Kapazität genutzt – ein enormes Potenzial, das durch schlechtes Management verschwendet wird. Dieses Versagen zwingt die Gemeinden dazu, auf unsichere Alternativen zurückzugreifen. Zwar wurden bis 2019 in ganz Lagos 200.000 Bohrlöcher angelegt, doch viele davon in der Nähe von Mülldeponien enthalten Schwermetalle und Karzinogene, wodurch eine Krise in die nächste umschlägt …

Die Bevölkerung Tansanias ist von etwas mehr als 7,6 Millionen im Jahr 1950 auf heute über 72,6 Millionen gestiegen. Innerhalb von einem Dreivierteljahrhundert hat sich die Bevölkerungszahl verneunfacht. Es wäre zwar falsch, den Klimawandel im Zusammenhang mit der Wasserknappheit in Tansania außer Acht zu lassen, doch ist er nur einer von vielen Faktoren, die hier eine Rolle spielen. Die Weltbank macht deutlich:

Tansania verfügt über relativ reichhaltige Süßwasserressourcen… Die verfügbaren jährlichen erneuerbaren Wasserressourcen in Tansania werden auf 125.763 MCM pro Jahr geschätzt, wovon 104.568 MCM auf Oberflächenwasser und 21.195 MCM auf Grundwasser entfallen. Diese Schätzung entspricht einem Durchschnitt von 2.105 m³ pro Kopf und Jahr, was über dem weltweit vereinbarten Wasserstressindikator von 1.700 m³ pro Kopf und Jahr liegt. Die Menge der erneuerbaren Wasserressourcen im Land nimmt jedoch mit der Zeit ab, was zu einer Verringerung des verfügbaren jährlichen Durchschnitts pro Kopf führt. Gründe hierfür sind unter anderem die Auswirkungen des Klimawandels, unzureichende Infrastrukturen zur Wasserversorgungssicherheit, Bevölkerungswachstum, sozioökonomische Aktivitäten und die Verschlechterung der Einzugsgebiete. Diese Entwicklungen erfordern anhaltende und gezielte Anstrengungen im Bereich der integrierten Wasserwirtschaft und -entwicklung, um eine nachhaltige Wasserversorgung und Abwasserentsorgung zu gewährleisten.

Nebenbei bemerkt: Es kann viele Gründe geben, warum Länder oder Orte unter Wasserknappheit leiden. Erst diese Woche hat der Guardian einen Artikel mit der Überschrift [übersetzt] „Wer ‚stiehlt‘ Balis Wasser? Wie der Tourismus eine wertvolle Ressource abgezapft hat“ veröffentlicht. Darin heißt es:

Bali verzeichnete im Jahr 2024 mehr als 16 Millionen Touristen, das Vierfache seiner ständigen Einwohnerzahl. Der Tourismus ist zwar ein wichtiger Teil der Wirtschaft Balis, doch dieses Besucheraufkommen hat nicht nur das Stadtbild verändert, sondern auch das Verhältnis der Insel zum Wasser: Der Tourismus verbraucht über 65 % des Süßwassers auf Bali.

Der Tourismus, nicht der Klimawandel.

Tropische Stürme

Auf Seite 23 ff. des UNICEF-Berichts geht es um tropische Stürme. Viele der Aussagen zum Klimawandel in dem Bericht sind mit Fußnoten versehen, die zur Untermauerung beispielsweise auf IPCC-Berichte verweisen. Diese Behauptung wird jedoch nicht belegt:

Es gibt eindeutige Belege dafür, dass der Klimawandel die Intensität tropischer Stürme verstärkt. Höhere Meerestemperaturen und eine höhere Luftfeuchtigkeit tragen zu stärkeren Stürmen mit höheren Niederschlagsmengen bei. Diese Zunahme steht im Zusammenhang mit vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen, die zu beobachtbaren Veränderungen der Sturmverläufe und -verhaltensweisen geführt haben.

Möglicherweise liegt das Fehlen einer Fußnote in den IPCC-Berichten daran, dass Kapitel 11 des IPCC-AR6 keine große Stütze bietet. Man beachte, dass sich Verweise auf SREX in den IPCC-Berichten auf die Sonderberichte der Arbeitsgruppen I und II des IPCC beziehen: „Bewältigung der Risiken von Extremereignissen und Katastrophen zur Förderung der Anpassung an den Klimawandel“:

Der SREX (Kapitel 3) kam zu dem Schluss, dass das Vertrauen in beobachtete langfristige Trends (40 Jahre oder mehr) hinsichtlich der Intensität, Häufigkeit und Dauer von Tropischen Wirbelstürmen sowie in beobachtete Trends bei Phänomenen wie Tornados und Hagel gering ist; es ist wahrscheinlich, dass sich die Zugbahnen extratropischer Stürme sowohl auf der Nord- als auch auf der Südhalbkugel polwärts verlagert haben und dass starke Niederschläge und die mit tropischen Wirbelstürmen verbundenen mittleren Höchstwindgeschwindigkeiten mit der fortschreitenden Erwärmung durch Treibhausgase zunehmen werden; es ist wahrscheinlich, dass die globale Häufigkeit tropischer Wirbelstürme entweder abnehmen oder im Wesentlichen unverändert bleiben wird, während es eher wahrscheinlich als unwahrscheinlich ist, dass die Häufigkeit der intensivsten Stürme in einigen Ozeanbecken erheblich zunehmen wird; Es besteht geringe Sicherheit hinsichtlich der Prognosen für kleinräumige Phänomene wie Tornados und Hagelstürme; und es besteht mittlere Sicherheit, dass es aufgrund des künftigen anthropogenen Klimawandels zu einer geringeren Häufigkeit und einer Verschiebung der Zyklone in den mittleren Breiten in Richtung der Pole kommen wird.

Auch bemerkenswert:

Die Ermittlung vergangener Trends bei Tropensturm-Kennzahlen stellt aufgrund des heterogenen Charakters der historischen Messdaten, die als „Best-Track“-Daten bekannt sind (Schreck et al., 2014), nach wie vor eine Herausforderung dar. Das Vertrauen in die meisten berichteten langfristigen (mehrdekadischen bis hundertjährigen) Trends bei Kennzahlen zur Häufigkeit oder Intensität von Tropenstürmen ist gering, da sich die zur Erfassung der Best-Track-Daten verwendete Technologie im Laufe der Zeit verändert hat.

Soviel zum IPCC. Was sagt der UNICEF-Bericht?

Nun, abgesehen von der oben genannten zweifelhaften Behauptung sind es die üblichen Verdächtigen:

Über 80 Prozent der weltweiten Gefährdung entfallen auf zehn Länder, darunter Bangladesch, Madagaskar, Mosambik, die Philippinen und Vietnam.

Wir haben uns bereits mit dem Bevölkerungswachstum in Bangladesch befasst. Statistiken von Worldometer zeigen, dass die Bevölkerung Madagaskars von knapp 4 Millionen auf etwas über 33,5 Millionen gestiegen ist (die Zahlen beziehen sich jeweils auf den Zeitraum von 1950 bis heute); die von Mosambik von knapp über 5,9 Millionen auf fast 36,7 Millionen; die der Philippinen von knapp unter 18,85 Millionen auf mehr als 117,75 Millionen; und die von Vietnam von 25,1 Millionen auf mehr als 102 Millionen. Das entspricht einem Wachstum innerhalb von drei Vierteln eines Jahrhunderts um mehr als das Achtfache, mehr als das Sechsfache, mehr als das Sechsfache bzw. mehr als das Vierfache. Ist das Bevölkerungswachstum vielleicht problematischer als der Klimawandel? Und wenn der Klimawandel so problematisch ist, wie kommt es dann, dass die Bevölkerung in den Ländern, die angeblich am stärksten betroffen sind, so dramatisch wächst?

Zur Klarstellung sei jedoch angemerkt, dass Bangladesch trotz eines massiven Bevölkerungswachstums einen enormen Rückgang der Todesfälle durch tropische Stürme verzeichnet. Die National Library of Medicine erklärt:

Bangladesch ist besonders anfällig für tropische Wirbelstürme, die in den letzten 50 Jahren rund 718 000 Todesopfer gefordert haben. Allerdings ist die durch Wirbelstürme bedingte Sterblichkeit in Bangladesch in den letzten 40 Jahren um mehr als das 100-Fache zurückgegangen, von 500 000 Todesfällen im Jahr 1970 auf 4234 im Jahr 2007.

Madagaskar und Mosambik hatten in den letzten Jahren zweifellos mit erheblichen Problemen im Zusammenhang mit Zyklonen zu kämpfen. Vielleicht verschlechtert sich die Lage dort sogar, doch wie immer dürfen wir nicht vergessen, dass die Berichterstattung, die heute in einer Welt mit dem Internet rund um die Uhr verfügbar ist, weitaus umfangreicher ist als früher, als es Monate dauern konnte, bis Nachrichten westliche Reporter erreichten (sofern sie überhaupt ankamen) – und bis dahin galten sie möglicherweise schon nicht mehr als berichtenswert. So wurde beispielsweise über den Zyklon, der 1922 Chinde (im heutigen Mosambik) verwüstete, damals kaum berichtet, doch wir wissen (etwas seltsamerweise aus dem „Christchurch Star“ vom 8. März 1922), dass:

Chinde wurde ausgelöscht. Ein verheerender Zyklon. Weitere Einzelheiten zum Zyklon von Chinde zeigen, dass zehn Dampfschiffe versenkt oder an Land getrieben wurden und acht Europäer sowie sechzig Einheimische ertranken. Die Stadt ist praktisch ausgelöscht.

Das war der gesamte Umfang der Berichterstattung. Heute würden der „Guardian“ und die BBC (zu Recht) tagelang oder wochenlang über die Auswirkungen des Zyklons und seine Folgen berichten.

Die Philippinen gelten allgemein als eines der Länder, die am stärksten von tropischen Stürmen bedroht sind, und sie wurden in den letzten Jahren ziemlich schwer getroffen. Aber das war ja schon immer so. Schauen Sie sich zum Beispiel diese Aufzeichnungen über solche Stürme von 1900 bis 1902 an. Oder wie wäre es mit diesem Artikel: „Wenn sich die Geschichte wiederholt: Der Taifun Haiyan und sein Vorgänger von 1897 auf den Philippinen“:

Wir … haben die Sturmfluthöhen des Supertaifuns [ST] Haiyan mit denen eines ähnlichen Ereignisses verglichen, das im Oktober 1897 durch einen namenlosen Taifun verursacht wurde (Ty 1897). Starke Winde mit einer geschätzten Geschwindigkeit über 280 km/h und eine „tsunamiartige“ Sturmflut mit Höhen von typischerweise 5 m bis zu 7 m trafen die Region in den frühen Morgenstunden des 8. November 2013. Augenzeugenberichten zufolge handelt es sich hierbei um ein Ereignis von beispiellosem Ausmaß in dieser Region. Historische Aufzeichnungen zeigen jedoch deutlich, dass Tacloban und nahegelegene Küstengemeinden bereits 1897 von einem anderen Taifun in ähnlicher Weise verwüstet worden waren. Der Taifun von 1897 zog auf einer ähnlichen Zerstörungsbahn über die Philippinen, fast parallel zu ST Haiyan, jedoch etwa 10 bis 15 km weiter nördlich. Ty 1897 schien weniger intensiv als ST Haiyan zu sein, erzeugte jedoch eine Sturmflut von vergleichbarem Ausmaß. Die Überschwemmungshöhen lagen 1897 an den meisten Orten über 4 m mit einem Maximum von 7 m. Die geschätzte Zahl der Todesopfer des Taifuns von 1897 in Höhe von 1.228 entspricht angesichts des massiven Bevölkerungswachstums zwischen den beiden Ereignissen einer ähnlichen Todesrate wie bei Haiyan. Dieses historische Ereignis zeigt, dass der Supertaifun Haiyan kein beispielloses Ereignis ist, und unterstreicht die Bedeutung von überliefertem Wissen, historischem Bewusstsein und Aufklärung für eine angemessene Gefahrenminderung, Katastrophenhilfe und Evakuierung.

Was Vietnam betrifft, so gab es 1881 den Taifun von Haiphong:

…Der Taifun forderte in Haiphong in Vietnam etwa 3.000 Todesopfer [mehr als 15 % der Bevölkerung]…. Ein Taifun wie der von Haiphong im Jahr 1881 wäre ein seltenes Ereignis, da gerade seine Zugbahn um Hainan herum dafür sorgte, dass er bei seinem Auftreffen auf Haiphong so stark war. Es sollte weitere 143 Jahre dauern, bis sich ein solcher Taifun wieder ereignete – der Taifun Yagi im Jahr 2024 traf in der Nähe von Haiphong auf Land und richtete in der Stadt verheerende Schäden an….

Wiederholt sich die Geschichte erneut?

Hitzewellen

Als Nächstes werden im Bericht Hitzewellen behandelt, und zwar ab Seite 26. Der Bericht behauptet, dass weltweit 1,5 Milliarden Kinder häufiger, länger oder intensiveren Hitzewellen ausgesetzt sind. Für diese Zwecke wird eine Hitzewelle als jeder Zeitraum von drei Tagen oder mehr definiert, in dem die Tageshöchsttemperatur jeweils zu den obersten 10 Prozent des lokalen 15-Tage-Durchschnitts gehört. Auf Seite 27 findet sich eine recht aufschlussreiche Aussage:

Da bis 2050 voraussichtlich 68 Prozent der Weltbevölkerung in städtischen Gebieten leben werden, wird die rasante Urbanisierung das Risiko durch den „Urban Heat Island“-Effekt (UHI) verstärken – eine Dynamik, die Kinder aus einkommensschwachen Familien überproportional gefährdet, da diese oft in dicht bebauten Gebieten mit wenig Vegetation und begrenzten Ressourcen zur Bewältigung dieser Situation leben.

Nun ja, das ist schon richtig, aber… .

Extreme Hitze

Auf Seite 29 geht der Bericht in eine Erörterung von Hitzewellen über (von denen weltweit angeblich 1,2 Milliarden Kinder betroffen sind). Hitzewellen werden hier als Tage definiert, an denen die Temperatur 35 °C übersteigt. Ich würde akzeptieren, dass dies ein Bereich ist, in dem die Situation durch den Klimawandel (sowie durch Bevölkerungswachstum und zunehmende Probleme mit dem städtischen Wärmeinseleffekt) verschärft werden könnte. Ironischerweise ist dies also ein Bereich, in dem der Bericht die meisten Vorbehalte äußert:

… es ist unerlässlich, die Grenzen und Datenlücken der Attributionswissenschaft zu beachten … Die genaue Zuordnung jedes einzelnen Extremereignisses kann aufgrund der inhärenten Variabilität natürlicher Klimasysteme und der Komplexität der Unterscheidung zwischen menschlichen und natürlichen Einflüssen eine Herausforderung darstellen.

Brände

Auf Seite 32 ff. geht es um Brände. Es wird behauptet, dass weltweit 205 Millionen Kinder häufiger oder schwereren Bränden ausgesetzt sind. Dabei wird wie üblich auf den Klimawandel verwiesen, nicht zuletzt in Form höherer Temperaturen, und es wird erklärt, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel zu einer zunehmenden Häufigkeit und Intensität von Waldbränden führt. Vom Menschen verursachter Klimawandel oder einfach nur vom Menschen verursacht? Der Bericht räumt zwar ein, dass „menschliche Aktivitäten wie Landnutzungsänderungen und Entwaldung das Brandrisiko weiter verschärfen“. Angesichts der Fülle an Medienberichten gerade jetzt über schreckliche Waldbrände auf dem europäischen Festland und in Großbritannien könnte man meinen, ich würde mein Glück überstrapazieren, wenn ich diese Darstellung hier in Frage stelle. Aber es kommt darauf an, wem man glaubt und welche Zeitspannen man betrachtet. So behauptet beispielsweise das World Resources Institute: „Neue Daten zeigen, dass Waldbrände immer schlimmer werden und heute mehr als doppelt so viel Waldfläche verbrennen wie vor 20 Jahren, was größtenteils auf den Klimawandel zurückzuführen ist.“ Laut „Our World in Data“ ist jedoch „… weltweit die Fläche, die jedes Jahr durch Waldbrände zerstört wird, in den letzten Jahrzehnten zurückgegangen.“ Ihre Grafiken deuten zudem darauf hin, dass die CO₂-Emissionen durch Waldbrände zurückgehen, was für UNICEF etwas heikel ist, da deren Bericht behauptet, dass Waldbrände „auch zum Klimawandel beitragen können, indem sie große Mengen an Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen in die Atmosphäre freisetzen.“

[Siehe hierzu auch diesen Beitrag in deutscher Übersetzung, in welchem die Abnahme von Bränden mit einigen Graphiken belegt wird. A. d. Übers.]

Im UNICEF-Bericht heißt es außerdem: „Rauch von Waldbränden kann deutlich giftiger und schädlicher sein als gewöhnliche Luftverschmutzung, insbesondere für Kinder unter fünf Jahren.“ Das ist zweifellos richtig, doch der Bericht verschweigt, dass (zumindest laut „Our World in Data“) die Luftverschmutzung durch Waldbrände weltweit ebenfalls zurückgeht.

Wie immer sollte man die Vergangenheit nicht außer Acht lassen. Hat das World Resources Institute Recht, sich auf die letzten zwanzig Jahre zu konzentrieren, weil es in dieser Zeit einen besorgniserregenden Trend festgestellt hat (auch wenn „Our World in Data“ solchen Behauptungen widerspricht)? Oder wählt es einfach nur die Daten aus, die ihm passen? Schließlich gab es in der Vergangenheit einige erschreckend große Waldbrände. Die amerikanischen Waldbrände von 1910 sind (in den USA) bis heute möglicherweise unübertroffen:

Im Sommer 1910 kam es im gesamten Westen der Vereinigten Staaten und insbesondere in den nördlichen Rocky Mountains zu großen Waldbränden. Allein die „Great Idaho Fires“ von 1910 zerstörten etwa drei Millionen Acres (~1,2 Mio. ha) – eine Fläche, die in etwa der Größe von Connecticut entspricht. Zahlreiche Brände brachen aus und verschmolzen miteinander; sie wüteten in den Wäldern im Norden von Idaho und im Westen von Montana, darunter in Teilen der Nationalwälder Bitterroot, Cabinet, Clearwater, Coeur d’Alene, Flathead, Kaniksu, Kootenai, Lewis and Clark, Lolo und St. Joe. Der Feuersturm wütete Ende August 1910 tagelang und forderte 87 Todesopfer, darunter 78 Feuerwehrleute. Er gilt als der größte, wenn auch nicht als der tödlichste Waldbrandkomplex in der dokumentierten Geschichte der USA. Hier zeigen wir, dass dem Großbrand in weiten Teilen des Westens äußerst anomale Wetterbedingungen vorausgingen, darunter der wärmste März, der jemals in den kontinentalen Vereinigten Staaten verzeichnet worden ist (mit Ausnahme des März 2012). Zwar trugen sehr starke Winde maßgeblich zur raschen Ausbreitung des Waldbrands bei, doch dürften auch die vorangegangenen, seit dem Frühjahr 1910 herrschenden, äußerst anomalen warmen und trockenen Bedingungen zum Ausmaß dieses Ereignisses beigetragen haben.

Weltweit gesehen sind die Buschbrände in New South Wales in Ausgtralien von 1974–1975 möglicherweise nach wie vor die verheerendsten, die es je gab: Berichten zufolge brannten damals in ganz Australien 117 Millionen Hektar Land ab, was etwa 15 Prozent der Landfläche des Kontinents entspricht. Ebenfalls in Australien wurden die „Black Friday“-Brände von 1939 durch jahrelange Dürre in der Region ausgelöst, verbunden mit steigenden Temperaturen und starken Winden, welche die Ausbreitung der Flammen begünstigten. Als die Brände schließlich gelöscht waren, waren 2 Millionen Hektar zerstört, und 75 Prozent des Bundesstaates Victoria waren in irgendeiner Weise betroffen. Dann gibt es noch den „Great Fire of Canada“ von 1919, bei dem fast 2 Millionen Hektar im Norden von Alberta und Saskatchewan in Flammen standen.

Sand- und Staubstürme

Auf Seite 34 ff. erfahren wir, dass weltweit 123 Millionen Kinder in Gebieten leben, die Sand- und Staubstürmen ausgesetzt sind. Seltsamerweise spielt der Klimawandel in diesem Abschnitt fast nur eine untergeordnete Rolle:

Sand- und Staubstürme (SDS) entstehen aus natürlichen Quellen wie Wüsten, ausgetrockneten Seebetten und Küstenregionen mit lockerem Sediment. Menschliche Aktivitäten verschärfen das Problem durch Bauvorhaben, Landwirtschaft und schlechte Landbewirtschaftungspraktiken, die die Vegetation zerstören und den Boden der Winderosion aussetzen … Auch andere menschliche Aktivitäten, wie die Verringerung der Vegetationsdecke oder die extensive Bodenbearbeitung in landwirtschaftlichen Landschaften, erhöhen das Risiko. In den letzten Jahrzehnten hat die Bodendegradation erheblich zur Zunahme der Anzahl und Größe von SDS-Quellen beigetragen. Entwaldung, die Ausweitung der Landwirtschaft sowie häufigere und zerstörerischere Klimagefahren machen Länder anfälliger für SDS-Gefahren.

„Zerstörerische Klimagefahren“ werden nicht näher erläutert, doch es wird der obligatorische Hinweis angefügt: „Der vom Menschen verursachte Klimawandel verstärkt das Auftreten von SDS, indem er Wetterverhältnisse verändert.“ Es wird kein Link und keine Fußnote angegeben, um diese Behauptung zu untermauern.

Klimasensitive Gefahren

Diese werden auf Seite 36 ff. behandelt, wo behauptet wird, dass eine Milliarde Kinder von Malaria bedroht sind. Leider mag dies zwar zutreffen, hat aber nichts mit dem Klimawandel zu tun, wie aus folgendem Text hervorgeht („Von Shakespeare bis Defoe: Malaria in England während der Kleinen Eiszeit“):

Die aktuellen globalen Temperaturen befinden sich in einer Erwärmungsphase, die vor 200 bis 300 Jahren begann. Einige Klimamodelle deuten darauf hin, dass menschliche Aktivitäten diese Phase möglicherweise verschärft haben, indem sie die Konzentration von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen in der Atmosphäre erhöhten. Zu den Diskussionen über die möglichen Auswirkungen des Wetters gehören Prognosen, wonach Malaria aus den Tropen nach Europa und Nordamerika vordringen und sich dort etablieren wird. Die komplexe Ökologie und Übertragungsdynamik der Krankheit sowie Berichte über ihre frühe Geschichte widerlegen solche Vorhersagen. Bis zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Malaria in vielen gemäßigten Regionen endemisch und weit verbreitet, wobei es sogar bis weit nördlich des Polarkreises zu großen Epidemien kam. Von 1564 bis in die 1730er Jahre – der kältesten Periode der Kleinen Eiszeit – war Malaria in mehreren Teilen Englands eine wichtige Ursache für Krankheit und Tod. Die Übertragung begann erst im 19. Jahrhundert zurückzugehen, als der heutige Erwärmungstrend bereits in vollem Gange war. Die Geschichte der Krankheit in England unterstreicht die Rolle anderer Faktoren als der Temperatur bei der Malariaübertragung.

Ich möchte das Risiko einer zunehmenden Verbreitung von Krankheiten, die durch in wärmere Regionen der Erde wandernde Insekten übertragen werden, keineswegs herunterspielen, doch der UNICEF-Bericht liefert nur dürftige Argumente für solche Behauptungen:

In diesem Bericht wird Malaria als Beispiel für eine klimasensitive, durch Vektoren übertragene Krankheit herangezogen, da für andere Krankheiten (wie Dengue-Fieber, Chikungunya, Zika, durch Zecken übertragene Enzephalitis, West-Nil-Fieber und Durchfallerkrankungen) keine weltweit verfügbaren Daten vorliegen. Die Gesamtzahl der Kinder, die einem breiteren Spektrum an durch Vektoren übertragenen Krankheiten ausgesetzt sind, dürfte deutlich höher sein. [Hervorhebung vom Autor].

Es ist außerdem erwähnenswert, dass der Bericht einräumt, dass in einigen Ländern bemerkenswerte Fortschritte bei der Ausrottung der Malaria erzielt worden sind, während Länder mit neuen Problemen, wie beispielsweise Guyana, dieses Problem „vor allem in den Hinterlandregionen mit verstärkten Bergbau- und Holzeinschlagaktivitäten“ erleben. Auch dort ist also kein Klimawandel im Spiel.

Luftverschmutzung

Dieses Thema wird ab Seite 39 behandelt. Es wird behauptet, dass im Grunde fast alle Kinder (2,3 Milliarden) in Gebieten mit ungesunder Luft leben. Dann erleben wir einen atemberaubenden Taschenspielertrick, bei dem der (nicht vorhandene) Zusammenhang mit dem Klimawandel wie folgt hergestellt wird:

Der vom Menschen verursachte Klimawandel und die Luftverschmutzung hängen auf verschiedene Weise zusammen. Viele Aktivitäten, bei denen Treibhausgase entstehen, führen auch zur Emission von Luftschadstoffen, die verheerende und weitreichende Auswirkungen auf Kinder haben.

Der Bericht versucht zudem, Sandstürme und Brände mit der Luftverschmutzung in Verbindung zu bringen und macht den Klimawandel dafür verantwortlich, obwohl dies, wie wir oben gesehen haben, gar nicht der Fall ist.

Multiple Gefahren

Nachdem der Bericht eine Reihe von Gefahren für Kinder aufgezählt hat, von denen vage behauptet wird, sie seien durch den Klimawandel verursacht oder mit ihm verbunden, legt er ab Seite 41 mit einem Abschnitt über multiple, sich überschneidende Gefahren noch einmal nach. Darin wird ohne Belege behauptet:

Die sich rasch verschärfende Klimakrise äußert sich selten durch ein einzelnes Ereignis. Stattdessen sehen sich Gemeinschaften und insbesondere Kinder mit einer komplexen und gefährlichen Realität konfrontiert: den gleichzeitigen oder aufeinanderfolgenden Auswirkungen mehrerer klimabedingter Gefahren.

Ich bestreite nicht, dass die im Bericht angeführten Beispiele real sind – z. B. dass Überschwemmungen zu durch Erreger übertragenen Krankheiten, Nahrungsmittelknappheit usw. führen können. Ich bestreite jedoch, dass der Bericht die Behauptung rechtfertigt, es gebe eine „sich rasch verschärfende Klimakrise“ oder dass der Klimawandel vielfältige Gefahren schaffe, die größer seien als in der Vergangenheit (abgesehen davon, dass die Zahl der Kinder viel größer ist als in der Vergangenheit, da sie sich beispielsweise seit 1950 weltweit fast verdreifacht hat).

Die Verletzlichkeit von Kindern im Verhältnis zu sozialen Systemen und Dienstleistungen

In diesem Abschnitt des Berichts (ab Seite 48) wird im Wesentlichen behauptet, dass die „Klimakrise“ [sic] eine Realität sei; dass keine für Kinder wichtige Dienstleistung von ihren Auswirkungen verschont bleibe; dass klimabedingte Gefahren tief verwurzelte Schwachstellen in Gemeinschaften sowie sozioökonomischen Systemen und Dienstleistungen offenbaren, was zu Katastrophen führen könne, die das Leben und die Rechte von Kindern gefährden; dass Regierungen den Zugang zu den sozialen Dienstleistungen, auf die Kinder am meisten angewiesen sind, sowie deren Widerstandsfähigkeit stärken können; und der Bericht erörtert anschließend die Anfälligkeit von Kindern gegenüber klimabedingten Gefahren, indem er den Zustand kindkritischer sozialer Systeme und Dienste als Ersatzindikator für die Anpassungsfähigkeit untersucht.

Das Problem, das ich mit diesem Abschnitt des Berichts habe ist, dass er die „Klimakrise“ als gegeben hinnimmt, behauptet, sie sei in armen Ländern schlimmer, und dann die Unfähigkeit der Regierungen in armen Ländern, „für Kinder entscheidende soziale Systeme und Dienstleistungen“ bereitzustellen, mit der Klimakrise in Verbindung bringt – und damit sein Ziel durch einen reinen Zirkelschluss erreicht. Die Realität ist, dass in armen Ländern lebende Kinder unter der Armut ihrer Familien und ihrer Regierungen leiden. Klimabezogene Probleme lassen sich aufgrund dieser Armut vielleicht nicht ohne Weiteres lösen, aber nichts davon ist zwangsläufig das Ergebnis der vermeintlichen „Klimakrise“ oder des Klimawandels. Wie kann das sein? Um ein einfaches, grobes, aber dennoch aufschlussreiches Beispiel zu nennen: Die Bevölkerung Äthiopiens betrug 1985 (im dritten Jahr der schrecklichen Hungersnot und von Live Aid) weniger als 40 Millionen, heute sind es fast 140 Millionen. In etwas mehr als 40 Jahren ist die Bevölkerung – erstaunlicherweise – um 100 Millionen Menschen gewachsen. Glücklicherweise hat Äthiopien seitdem trotz des massiven Bevölkerungswachstums keine Hungersnot mehr in dem Ausmaß wie 1985 erlebt. Das soll nicht heißen, dass es in dieser Zeit keine schwerwiegenden Probleme gegeben hätte, die von internationalen Organisationen, die schnell auf Frühwarnzeichen reagierten, gut bewältigt wurden. Einige wurden durch Konflikte ausgelöst (der Krieg zwischen Eritrea und Äthiopien 1999–2000; der Tigray-Konflikt 2020–2022), andere wurden tatsächlich durch schwere Dürren verursacht (2002–2003; 2015–2016), doch wir haben sicherlich keine Situation erlebt, die durch eine „Klimakrise“ verschlimmert wurde. Ich habe oben bereits einen ähnlichen Punkt in Bezug auf Bangladesch angesprochen, und Gleiches gilt für viele andere Orte auf der ganzen Welt.

Empfehlungen für politische Maßnahmen

Eines der Probleme, die ich mit UNICEF habe ist, dass die Organisation als Hilfswerk der Vereinten Nationen (ihr Name selbst ist ein Akronym – United Nations International Children’s Emergency Fund) vollständig in das Weltbild der Vereinten Nationen eingebunden ist. Daher beginnt der Abschnitt mit den politischen Empfehlungen des Berichts (Seite 78 ff.) mit einem Verweis auf die Verabschiedung der Allgemeinen Bemerkung Nr. 26 durch den Ausschuss der Vereinten Nationen für die Rechte des Kindes – der ersten maßgeblichen Leitlinie zu Kinderrechten und Umwelt mit besonderem Schwerpunkt auf dem Klimawandel; anschließend wird auf das Pariser Klimaschutzabkommen Bezug genommen; danach folgt das Gutachten des Internationalen Gerichtshofs zum Klimawandel aus dem Jahr 2025. Auf diese Weise bindet der Bericht eines UN-Gremiums die Arbeit anderer UN-Gremien ein, die seine Fixierung auf den Klimawandel teilen.

Es ist daher enttäuschend, aber nicht überraschend, dass von den drei übergeordneten Empfehlungen des Berichts die erste lautet:

Die Emissionen in allen Sektoren müssen gesenkt und ehrgeizige Maßnahmen ergriffen werden, um bestehende internationale Verpflichtungen zu erfüllen, die auf den besten verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen. Dazu gehören der dringende Ausstieg aus fossilen Brennstoffen und ein gerechter Übergang zu erneuerbaren Energien und Energieeffizienz im Einklang mit den 1,5-°C-Pfaden – wobei das Wohl des Kindes im Vordergrund stehen muss.

Bedauerlicherweise scheint dies für UNICEF wichtiger zu sein als seine zweite Empfehlung (vielleicht bin ich unfair, wenn ich behaupte, dass die Reihenfolge, in der sie im Bericht erscheinen, die Prioritäten von UNICEF darstellt, aber ich glaube nicht, dass dies der Fall ist):

Schutz von Kindern durch inklusive Maßnahmen zur Klimaanpassung und zur Bewältigung von Verlusten und Schäden im Vordergrund steht, bei denen die Widerstandsfähigkeit der sozialen Dienste, auf die Kinder für ihr Überleben und ihre Entfaltung angewiesen sind. Es ist sicherzustellen, dass Kinder und kinderrelevante Dienste in nationalen Anpassungsplänen und sektoralen Strategien, in Katastrophenvorsorge- und -bewältigungsplänen sowie in Strategien zur Bewältigung von Verlusten und Schäden Vorrang erhalten.

Da in der Allgemeinen Bemerkung Nr. 26 festgestellt wird, dass Umweltentscheidungen in der Regel Kinder betreffen und das Wohl des Kindes daher bei der Verabschiedung und Umsetzung von Umweltentscheidungen – einschließlich Gesetzen, Verordnungen, politischen Maßnahmen, Normen, Leitlinien, Plänen, Strategien, Haushalten, internationalen Abkommen und der Bereitstellung von Entwicklungshilfe – vorrangig zu berücksichtigen ist, hätte man hoffen können, dass die Reihenfolge der Empfehlungen umgekehrt worden wäre.

Die letzte Empfehlung hätte in einer Pressemitteilung zum Abschluss der COP stehen können:

Kinder und Jugendliche sollen in die Lage versetzt werden, sich sinnvoll am Klimaschutz und an einem gerechten Wandel zu beteiligen, indem in Klimabildung, Wissen und Kompetenzen investiert wird und indem die Fähigkeiten von Entscheidungsträgern und Experten gestärkt werden, das Recht der Kinder auf Anhörung, Meinungsfreiheit und Mitbestimmung bei Entscheidungen, die ihr Leben betreffen, zu achten. Es muss sichergestellt werden, dass die Bedürfnisse und Perspektiven von Kindern in lokalen, nationalen, regionalen und globalen Entscheidungsprozessen zur Klimapolitik und zur Klimafinanzierung berücksichtigt werden.

Schlussfolgerungen

Unicef leistet viel wertvolle Arbeit. Dafür sollten wir alle dankbar sein. Ich glaube jedoch, dass die Organisation noch bessere Arbeit leisten würde, wenn sie sich an die Ziele halten würde, die ihr 1946 von den Vereinten Nationen im Rahmen ihrer Gründungscharta – in der 1953 aktualisierten Fassung – vorgegeben worden waren. Ähnliches lässt sich ganz allgemein auch über die Vereinten Nationen sagen. Es ist sehr bedauerlich, dass eine Organisation (die UNO), die nach dem Zweiten Weltkrieg mit den besten Absichten gegründet wurde, zahlreiche Ableger hervorgebracht hat, die den Zielen, für die sie ins Leben gerufen wurden, keine Priorität mehr einräumen, sondern sich nun alle vorrangig der Propaganda zum Klimawandel widmen. Mit dem Herannahen der COP31 ist mit weiteren Entwicklungen dieser Art zu rechnen.

Link: https://cliscep.com/2026/07/15/the-apple-doesnt-fall-far-from-the-tree/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

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