Schaut man sich die Buchangebote über das Thema Kernkraftwerke und verwandte Sonderthemen an, findet man bereits im zweistelligen Zahlenbereich einschlägige Bücher. Einige davon sprechen allerdings in ihren Titeln komplett falsch von „Atomkraftwerken“ oder „Atomkraft“, obwohl bereits jeder gebildete Zeitgenosse zwischen der Atomenergie der Elektronenhülle eines Atoms und den hundertmillionenfach höheren Energien des Atomkerns zu unterscheiden weiß. Will man sich daher ernsthaft und ohne begleitende Ideologie über die zivile Nutzung der Kernenergie informieren, kann man Publikationen über „Atomkraftwerke“ getrost vergessen, die fast alle ideologisch-unsachlich die Kernenergie ablehnen und meist auch zu wenig davon verstehen. Geht es dagegen sachlich um Kernkraftwerke, gehört auch der Autor dieser EIKE-News als Mitautor eines älteren Sachbuchs (hier) dazu, das in der Schriftenreihe Band 7 bereits im Jahr 2018 im TvR Medienverlag.de erschien.

Erst vor wenigen Tagen kam nun das Buch von Fritz Vahrenholt und Jörn Peters mit dem Titel „Zeit für Kernkraft – Schlüssel zum Wohlstand“ heraus (hier), das hier kurz besprochen und mit einer sehr viel kürzeren Audimax-Vorlesung des Schweizer Kontrafunks (hier) sowie der daraus erfolgten  Text-Übertragung in den EIKE-News vom  31. August 2026 (hier), verglichen wird. Beide Publikationen erschienen fast gleichzeitig. Den Autoren Vahrenholt/Peters und dem Autor Lüdecke des Kontrafunkvortrags war nicht bekannt, dass sie etwa jeweils zeitgleich über das gleiche Thema veröffentlichten. Beide Publikationen sprechen sich gleichermaßen mit rationalen Argumenten und ideologiefrei für den zügigen Ausbau der Kernenergie aus.

Fragt man nach, warum nach so vielen Beiträgen und Büchern über Kernkraftwerke jüngst wieder die oben erwähnten zwei brandneuen Publikationen erschienen, finden sich vier Gründe. Der erste ist die geradezu hirnverbrannte Maßnahme Deutschlands, seine eigenen Kernkraftwerke abzuschaffen und sogar zu verschrotten, um ihr mögliches spätere Reanimieren auszuschließen. Dies wurde von der restlichen Welt – von wenigen Ausnahmen abgesehen – mit entsetztem Unverständnis aufgenommen. Der zweite Grund ist die in jüngster Zeit weltweit erfolgte Zunahme an konkreter Planung und dem Neubau von Kernkraftwerken. Die zeitlich davor liegende längere Pause des Kernenergieausbaus, infolge der Verfügung ausreichend billiger fossiler Energie, ist für die naturschonendste Methode der Stromerzeugung inzwischen vorbei. Der dritte Grund ist das Scheitern des weltweiten Experiments grüner Energien. Schlussendlich ist der vierte Grund der enorme Strombedarf von KI, der den Bau von neuen Kernkraftwerken geradezu erzwingt. Will man sich daher insbesondere auch über diese vier Gründe näher informieren, sind nur zeitnahe Buchpublikationen über Kernkraftwerke geeignet. Nach Kenntnis des Autors dieser EIKE-News ist diese Voraussetzung gegenwärtig (September 2026) nur mit dem Buch von Vahrenholt/Peters und – in starker Komprimierung – mit der Kontrafunk-Vorlesung von Lüdecke bzw. deren Textübertragung erfüllt.

Worin besteht der Unterschied zwischen den Publikationen von Vahrenholt/Peters und Lüdecke? Naturgemäß in den Umfängen beider Publikationen, denn ein Buch von etwa 230 Seiten kann nur schwer mit dem Kontrafunk-Vortragstext von gerade einmal 17 Seiten verglichen werden. Erstaunlicherweise ist es aber möglich, wenn man sich auf den technischen Teil des Themas konzentriert. Hier sind beide Publikationen zwar immer noch umfänglich verschieden, aber inhaltlich praktisch identisch. Der Unterschied von täglicher Energie bzw. Chemie aus der Elektronenhülle und der Energie aus Kernspaltung und Kernfusion, die Funktionsweisen der unterschiedlichen Typen von Kernkraftwerken, ihre Eignung für welche Umgebungen, das Thema der Brennstoffreichweiten von Kernkraftwerken, die Vor- und Nachteile der bereits existierenden und geplanten neuen Kernkraftwerkstypen, die dosisabhängige Gefährlichkeit aber auch Ungefährlichkeit von  Radioaktivität, die Beseitigung des Kernmülls und vieles Weitere mehr werden gleichermaßen im Buch und in der kürzeren Kontrafunkvorlesung behandelt, beschrieben und bewertet.

Der Unterschied beider Publikationen liegt im Vor- und Umfeld von Kernkraftwerken, den zugehörigen politischen Gegebenheiten, der Geschichte der Kernkraft (hier insbesondere der deutschen), die nur im Buch von Vahrenholt/Peters sehr ausführlich berücksichtigt werden konnten. Im Buch wird insbesondere der nicht gerade glückliche deutsche Weg zur Kernenergie und sein Ende beschrieben und analysiert, und es werden für die zukünftige Politik sogar konkrete Handlungsanleitungen gegeben. Die Kontrafunk-Vorlesung musste sich aus Platzgründen dagegen bei diesen Randthemen auf sehr kurze Abschnitte beschränken.

Das umfangreiche Buch kann daher bestens für Leser empfohlen werden, die sich voll umfassend in allen Einzelheiten und fachlich zuverlässig über das vielschichtige Thema Kernkraftwerke auf dem heutigen Stand informieren wollen. Es wird fast nichts ausgelassen, um sich eine fundierte eigene Meinung über die Vorteile aber auch Nachteile der Kernenergie bilden zu können, denn alle Methoden der Stromerzeugung haben ihre Vor- und Nachteile.

Wer allerdings aus Zeitgründen auf das Lesen des Buchs verzichten muss, kann als besten Ersatz den Text der Kontrafunkvorlesung lesen oder sie sich direkt anhören. Was im Kontrafunktext gebracht wird, findet sich so gut wie identisch, aber ausführlicher ausgebreitet, im Buch von Vahrenholt wieder. Wer sich dagegen auch für Einzelheiten interessiert wie zum Beispiel für die speziellen Typen von Kernkraftwerken in allen einschlägigen Ländern weltweit, wofür sie vorgesehen sind, wie lange sie schon laufen, welche Probleme sie überwinden mussten etc., oder wer sich ausführlich die unglückliche Geschichte der deutschen Kernkraftwerke und die riesige Dummheit der Verantwortlichen näher vor Augen führen möchte, kommt dagegen am Buch von Vahrenholt/Peters nicht vorbei.

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