H. Sterling Burnett
Der verstorbene Paul Harvey war einer der beliebtesten Radiomoderatoren der Geschichte; seine Kommentare wurden von mehr als 1.200 kommerziellen Radiosendern und 400 Sendern des Militärradios ausgestrahlt und erreichten wöchentlich mehr als 24 Millionen Zuhörer. Eine von Harveys beliebten täglichen Rubriken war „The Rest of the Story“, in der er wenig bekannte oder unbeachtete, aber wichtige Details zu historischen Ereignissen enthüllte. Seine Berichte lieferten ein umfassenderes Bild des Geschehens und stellten es in einen breiteren Kontext.
Der Leitartikel dieser Woche betrachtet die sogenannte „globale Durchschnittstemperatur“ des Jahres 2026 in einem umfassenderen Kontext, um „den Rest der Geschichte“ zu erzählen.
Die Zeitungen waren in diesem Jahr ganz aus dem Häuschen wegen der Temperaturen sowie voller Schlagzeilen, die verkündeten, der Sommer 2026 sei der „heißeste seit Beginn der Aufzeichnungen“ gewesen oder habe als „heißester“ in der Geschichte Rekorde gebrochen. Es war heiß, sicherlich heißer als der „Durchschnitt“. Selbst in Texas, wo ich geboren und aufgewachsen bin und lebe, war es heißer als gewöhnlich, mit Temperaturen über 38°C bis Mitte September. Und bei einem kürzlichen Campingausflug in den Süden Oregons lagen die Temperaturen Anfang bis Mitte Oktober weiterhin deutlich über dem Durchschnitt. Niemand bestreitet, dass es ungewöhnlich heiß war. An einigen Orten sind die gemessenen Tagesdurchschnittstemperaturen jedoch problematisch und kaum als historische Rekorde zu bezeichnen, wie ich im Folgenden erläutern werde. Der Zusatz „an einigen Orten“ ist entscheidend für „den Rest der Geschichte“.
Zunächst einmal, um es klar zu sagen: Die „globale Durchschnittstemperatur“ hat als Messgröße keine wirkliche Bedeutung. Sie ist erfunden. Es handelt sich lediglich um die Summe der aufgezeichneten Temperaturen (die ohnehin schon in vielerlei Hinsicht problematisch und verzerrt sind), geteilt durch die Anzahl der Messstationen – wobei Temperaturen für verschiedene nicht existierende Orte „eingetragen“ werden, um eine vermeintliche Kontinuität der Aufzeichnungen zu gewährleisten. Der Siedepunkt ist zum Beispiel eine echte Messgröße. Er verschiebt sich zwar ein wenig mit der Höhe, aber er bezeichnet den Punkt, an dem eine physikalische Umwandlung stattfindet. Die durchschnittliche Körpertemperatur des Menschen, die allgemein mit 37°C angegeben wird, ist eine grobe Messgröße, die in den meisten Fällen für die meisten Menschen die gesunde Norm angibt. Die numerische Notenskala in einem Klassenzimmer, die [in Deutschland] mit den Ziffern 1 bis 6 gekennzeichnet ist, misst die Leistungen der Schüler: das Beherrschen oder Nichtbeherrschen eines von den Bildungsbehörden festgelegten Lehrplans. Jede dieser Noten ist ein Maßstab, an dem einzelne Fälle gemessen und bewertet werden können.
Die globale Durchschnittstemperatur verfügt über keinen solchen Maßstab, anhand dessen dieser numerische Wert eine echte Bedeutung hätte. Sie steht in keinem Zusammenhang mit der Gesundheit des Planeten, da die Erde kein Lebewesen ist und daher keine Gesundheit besitzt. Ebenso wenig hat diese Zahl einen Bezug zur Gesundheit oder zum Überleben des Lebens auf der Erde, denn das Leben hat sich sowohl bei weitaus höheren Temperaturen – wie beispielsweise im Zeitalter der Dinosaurier – als auch bei weitaus niedrigeren Temperaturen einschließlich verschiedener „Eiszeiten“ prächtig entwickelt. Unabhängig von der Temperatur bestehen die Erde und einige Lebensformen auf ihr fort und gedeihen.
Es gibt keine ideale Temperatur, außer vielleicht aus der Sicht eines Gottes, von dem wir jedoch nichts wissen. Die Festlegung einer idealen Temperatur, anhand derer jede noch so geringe Abweichung als „gefährlicher“ oder „katastrophaler“ Klimawandel für den Planeten dargestellt wird, ist ein solipsistisches Unterfangen von Menschen, die nicht von wissenschaftlicher Wahrheit, sondern von linksgerichteten politischen Zielen geleitet werden. Mit Sicherheit lässt sich lediglich sagen, dass Menschen und bestimmte andere Arten in wärmeren Klimazonen im Allgemeinen besser gedeihen als in kälteren. Diese Tatsache ist durch die Geschichte der Zivilisationen eindeutig belegt.
[Hervorhebung vom Übersetzer]
Zweitens gibt es, wie in verschiedenen Beiträgen von „Climate Change Weekly“ ausführlich dargelegt, ein ernstes Problem mit dem Temperaturmesssystem. Zu viele bodengestützte Temperaturmessstationen sind durch den bekannten städtischen Wärmeinseleffekt (UHI) verfälscht. Ehemals ländlich gelegene Messstationen sind heute von künstlichen Wärmequellen umgeben, was zu einer Verzerrung der Temperaturwerte nach oben führt, und die überwiegende Mehrheit der Stationen verstößt gegen die eigenen Standards der Regierung für die Verwendung in einer objektiven Aufzeichnung. Darüber hinaus haben Untersuchungen ergeben, dass viele „Messstationen“, die angeblich Temperaturen „melden“, gar nicht mehr existieren, und dies schon seit Jahren nicht mehr. Um eine lückenlose Aufzeichnung zu erstellen, erfindet die Regierung die von vielen Standorten gemeldeten Daten einfach, basierend auf einem Mittelwert der an anderen Orten in der Region aufgezeichneten Temperaturen. Um das Ganze noch schlimmer zu machen, werden die gemessenen Temperaturdaten der Messstationen routinemäßig homogenisiert oder angepasst, unter der Annahme, dass die Stationen ungenaue Temperaturen aufgezeichnet hätten, die geändert werden müssten, um der erwarteten Temperatur zu entsprechen. Natürlich ist es nur ein Zufall, dass fast alle Anpassungen nach oben erfolgen und höhere Temperaturen anzeigen als an den homogenisierten Stationen gemessen worden waren.
All dies bedeutet, dass die „Daten“ zweifelhaft sind. Solche Anpassungen und mangelhafte Aufzeichnungen wären in einer Arzneimittelstudie, bei DNA-Beweisen vor Gericht oder in physikalischen Experimenten nicht zulässig. Die daraus resultierenden Daten sind einfach zu ungenau oder nachweislich fehlerhaft.
Drittens sind Behauptungen über eine rekordverdächtige Sommerhitze im Jahr 2026 aus den oben unter Punkt zwei dargelegten Gründen zweifelhaft. In den Vereinigten Staaten verzeichneten 38 von 50 Bundesstaaten (76 Prozent) ihre höchsten jemals gemessenen Temperaturen bereits vor 1955. Allein in den 1930er Jahren wurden viermal so viele staatliche Höchsttemperaturrekorde verzeichnet wie seit dem Jahr 2000, also während des angeblich heißesten Vierteljahrhunderts seit Beginn der Aufzeichnungen. Tatsächlich hat das U.S. Climate Reference Network (USCRN) – ein äußerst präzises System von Temperaturmessstationen, die über die gesamten Vereinigten Staaten verteilt sind und keine Korrekturen zur Berücksichtigung des städtischen Wärmeinseleffekts (UHI) erfordern – seit seiner Gründung im Jahr 2005 keinen signifikanten Anstieg der Anzahl von Temperaturanomalien verzeichnet.
Was die Rekord-Sommertemperaturen an bestimmten Orten angeht, muss man bedenken, dass diese „Rekorde“ durch den städtischen Wärmeinseleffekt (UHI) verfälscht wurden, was deutlich daran zu erkennen ist, dass die durchschnittlichen Tagesrekorde nicht durch neue Tageshöchsttemperaturen, sondern durch höhere Nachttiefstwerte oder Tagesminima verursacht wurden. Die Urbanisierung beeinflusst die Messungen an Wetterstationen, indem sie die Umgebung künstlich erwärmt, insbesondere nachts. Dies geschieht, weil harte Oberflächen wie Beton und Metall tagsüber die Sonnenenergie absorbieren und sie nachts wieder abgeben. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die Urbanisierung für bis zu 65 Prozent der gemeldeten Erwärmung in Städten und Vororten verantwortlich sein könnte.
Viertens wäre „der Rest der Geschichte“ nicht vollständig, ohne darauf hinzuweisen, wie stark hochentwickelte, weitgehend industrialisierte, kleine Teile der Erde in den Temperaturdatensätzen überrepräsentiert sind.
Lassen wir einmal die völlig unzureichende Erfassung der Temperaturen in den Weltmeeren und großen Süßwasserkörpern außer Acht, die zwar 71 Prozent der Erdoberfläche ausmachen, in denen jedoch nur etwa 1.400 schwimmende Bojen zur Temperaturaufzeichnung eingesetzt sind. Das sind nur geringfügig mehr Messstationen als in Australien und weniger als 10 Prozent der Stationen in den Vereinigten Staaten, wobei letztere weniger als 10 Prozent der Erdoberfläche ausmachen. Tatsächlich befinden sich von den rund 25.000 bis 26.000 aktiven Landmessstationen weltweit, die monatliche Temperaturdaten erfassen, 70 bis 80 Prozent in Industrieländern oder -regionen: Nordamerika, Europa, Japan und Australien. Damit bleiben nur 20 bis 30 Prozent, um die gesamten Kontinente Afrika, Antarktis, Asien und Südamerika abzudecken. Das bedeutet, dass Industrienationen mit vielen stark urbanisierten, vom städtischen Wärmeinseleffekt (UHI) beeinträchtigten Messstationen bei der Berechnung der „globalen Durchschnittstemperatur“ massiv überrepräsentiert sind.
Diese Zahl ist nicht repräsentativ für die gesamte Erde. Die Antarktis ist 39-mal größer als Deutschland, doch während Deutschland über 1.800 primäre und sekundäre Wetter- und Temperaturmessstationen verfügt, gibt es in der Antarktis nur zwischen 55 und 70 Wetterstationen, die sich rund um die Uhr der Messung der Temperaturbedingungen widmen. Allein der Bundesstaat New York, der 99-mal kleiner ist als die Antarktis, verfügt über doppelt so viele Wetterstationen. Fragen Sie sich einmal, wie stark die Temperaturen in Afrika, der Antarktis, Asien oder an der Südspitze Südamerikas im globalen Durchschnitt ins Gewicht fallen – im Vergleich zu Deutschland, dem relativ winzigen UK oder den Vereinigten Staaten. Bei der Berechnung des globalen Temperaturdurchschnitts verzerrt ein warmes Jahr in Europa oder den Vereinigten Staaten selbst großflächige Rekordkälte, die einen weitaus größeren Teil der Erdoberfläche bedeckt, im globalen Durchschnittswert erheblich, einfach weil die Industrieländer in der Stichprobe stark überrepräsentiert sind.
Das bringt mich zu meinem letzten Punkt: Die Berichterstattung der Medien über „Rekord“-Temperaturen ist genauso voreingenommen – wenn nicht sogar noch mehr – als der eigentliche Temperaturdatensatz. Ungewöhnlich hohe Temperaturen an einem oder mehreren Tagen, die in London, New York oder Paris gemessen werden, finden in den Medien weitaus mehr Beachtung als Rekord-Tiefsttemperaturen oder Rekordschneefälle in Lima, Peru, oder an der McMurdo-Station in der Antarktis. Doch in diesem Sommer und sogar bis in den Herbst hinein, während in Teilen Europas und Nordamerikas angeblich Rekordtemperaturen gemeldet wurden, trafen Rekord-Tiefsttemperaturen und damit einhergehendes schlimmes Winterwetter einen weiten Teil der Erde, worüber in den Medien leider kaum berichtet wurde.
Die Berichte bei Electroverse rücken die globalen Temperaturen und vermeintlichen Rekordwerte in den richtigen Kontext, indem sie Temperaturen und Wetterbedingungen in Teilen der Welt detailliert beschreiben, die von den Medien weitgehend ignoriert werden. Jeden Tag beleuchtet Electroverse den „Rest der Geschichte“ und berichtet über Rekordkälte und Rekordschneefälle in Teilen der Welt, die von wissenschaftlichen Messgeräten und den Medien weniger erfasst werden.
Und genau diese Meldungen bilden die Grundlage der seit Jahren wöchentlich erscheinenden „Kältereports“ auf dieser Website des EIKE! Siehe dazu auch meine Schlussbemerkung am Ende. A. d. Übers.
Wenn Sie Electroverse diesen Sommer verfolgt haben, ist Ihnen sicherlich aufgefallen, dass an Tagen, an denen die Presse über Hitzewellen in Europa und Amerika berichtete, es in der Antarktis, in Argentinien, Chile, Peru sowie in Teilen von Australien, Neuseeland und Südafrika wiederholt Tage mit Rekordkälte und Schneefall gab. In den Mainstream-Medien habe ich keine Berichte darüber gesehen. Ich wette, Ihnen ist die Tatsache entgangen, dass historische Winterstürme und atmosphärische Flüsse in chilenischen Anden-Skigebieten wie Ski Portillo und Valle Nevado zwischen 450 und 500 cm Schnee fallen ließen, wodurch die Infrastruktur verschüttet, Bergpässe gesperrt und Besucher sowie Mitarbeiter tagelang eingeschlossen wurden. Teile der Anden werden nach wie vor von wiederholten Schneefällen heimgesucht, sodass die Skihütten geöffnet bleiben, obwohl es im globalen Süden mittlerweile mitten im Frühling ist.
Wenn die Antarktis und weniger entwickelte Regionen der Welt über eine ebenso repräsentative oder zumindest vergleichbare Abdeckung durch Bodenmessstationen verfügen würden wie die Industrieländer, wäre es höchst unwahrscheinlich, dass viele der letzten Jahre, in denen angeblich die höchsten Temperaturen aller Zeiten gemessen wurden, Rekorde aufgestellt hätten: Die gemeldeten Temperaturen wären durch derzeit nicht erfasste und ungemessene niedrigere Temperaturen in den 70 bis 80 Prozent der Erde gemildert worden, in denen es keine flächendeckenden Temperaturmesssysteme gibt.
Electroverse veröffentlicht zudem Meldungen aus Ländern in der Nähe der Arktis, deren Regierungen die Region überwachen, und berichtet beispielsweise ausführlich über die jüngsten starken Zuwächse der grönländischen Eismasse mitten im Sommer sowie über die seit einem Jahrzehnt andauernde Pause beim Rückgang des arktischen Meereises. Wenn Sie wissen möchten, was klimatisch in Afghanistan, China, Indien, Pakistan und Russland vor sich geht – jenseits der Schlagzeilen über kurzfristige Hitzewellen, die im Rahmen der Klimakrise thematisiert werden –, dann schauen Sie bei Electroverse* vorbei. Dort finden Sie Berichte über Rekordkälteperioden und Schneefälle, die Bergpässe, Autobahnen und den öffentlichen Nahverkehr lahmlegen und den Zugang zu Dörfern sowie den Kontakt der Dorfbewohner zur Außenwelt einschränken.
Weil der Blog von Cap Allon von sämtlichen Werbe- und sonstigen Finanzquellen boykottottiert wird, musste er für seine Recherchen eine Bezahlschranke einrichten. Diese Ausgabe übernehme ich aber sehr gerne und werde auch weiterhin „Kältereports“ zusammenstellen. A. d. Übers.
Mir geht es nicht darum, dass sich die Welt abkühlt. Das tut sie nicht. Es geht darum, dass es eine andere Seite der Medaille gibt, und dass der Rest der Geschichte die einfache Erzählung von einer scheinbar unaufhaltsamen Dynamik hin zu einem katastrophalen Klimawandel verkompliziert und untergräbt.
Die Welt erwärmt sich nicht. Teile davon tun es. Leider stellen mächtige Institutionen diese Teile ungerechtfertigterweise so dar, als repräsentierten sie die ganze Welt. Tatsächlich ist selbst in den Teilen der Erde, die eine anhaltende Erwärmung aufweisen, ein großer Teil dieser Erwärmung auf die städtische Entwicklung und die mangelhafte Verwaltung von Temperaturmessstationen zurückzuführen – beides ist kein „Treibhausgas-Antrieb“.
Das ist der Rest der Geschichte. Nehmt ihn euch zu Herzen. Bleibt ruhig und macht weiter so!
Quellen: Electroverse; Electroverse UK
Link: https://heartland.org/opinion/climate-change-weekly-594-record-cold-and-snow-the-rest-of-the-story/
Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE
Schlussbemerkung des Übersetzers: Eine bessere Begründung und Rechtfertigung für die wöchentlichen Kältereports hier beim EIKE kann es nicht geben! Ich persönlich nehme diese internationale Bestätigung meiner Arbeit sehr gerne an.
















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