Paul Steidler

In den vergangenen 40 Jahren befand sich die Kernenergie in den USA größtenteils in einer Krise, obwohl sie laut dem US-Energieministerium nach wie vor fast 20 % des US-Stroms erzeugt und die größte Einzelquelle für sauberen, emissionsfreien Strom des Landes darstellt.

Kostenüberschreitungen, Finanzierungsprobleme, enorme behördliche Verzögerungen und kostengünstiges, in den USA gefördertes Erdgas haben dazu geführt, dass Dutzende von Kraftwerken stillgelegt worden sind, während nur wenige neue in Betrieb genommen wurden.

Der strahlende Stern des Erfolgs in der Kernenergiebranche sind Leistungssteigerungen – der Prozess, bei dem Kernkraftingenieure bestehende Reaktoren effizienter machen und gleichzeitig deren maximale Erzeugungskapazität erhöhen. Und diese Leistungssteigerungen werden nun richtig Fahrt aufnehmen.

Constellation Energy gab kürzlich Vereinbarungen mit Google und Amazon bekannt, die Leistungssteigerungen bei 13 Kernreaktoren in vier Bundesstaaten vorantreiben und die Leistung um insgesamt 1.080 Megawatt erhöhen werden. Das ist genug Strom, um etwa eine Million durchschnittlich große US-Haushalte zu versorgen. Die gesamte neue Leistung soll bis 2032 zur Verfügung stehen.

Die Reaktoren befinden sich in Kernkraftwerken in Maryland, Illinois, New Jersey und Pennsylvania, wo die Gemeinden durch die Projekte erhebliche wirtschaftliche Impulse erhalten werden. Dazu gehören 7.200 neue Arbeitsplätze im Baugewerbe.

Leistungssteigerungen werden von der US-amerikanischen Atomaufsichtsbehörde (NRC) geprüft und genehmigt. Auf ihrer Website erklärt die NRC: „In den letzten 20 Jahren haben wir Leistungssteigerungen genehmigt, die dem Stromnetz des Landes zusätzliche sechs Gigawatt zur Verfügung gestellt haben.“ Das ist genug Strom, um den durchschnittlichen Verbrauch von mehr als fünf Millionen Haushalten zu decken.

Tatsächlich ist die Ankündigung von Google und Constellation Energy vom 6. Oktober, durch Leistungserhöhungen 890 Megawatt neuen Strom zu erzeugen, eine der wichtigsten und am meisten unterschätzten Meldungen in Bezug auf saubere Energie, Rechenzentren und die Strominfrastruktur.

In der Pressemitteilung erklärte Constellation: „Durch die Modernisierung und Aufrüstung von Turbinen, Dampferzeugern und digitalen Steuerungssystemen in bestehenden Kraftwerken ermöglichen Leistungssteigerungen erhebliche Kapazitätsgewinne, ohne dass es zu den mehrjährigen Zeitplänen oder Netzanschlussengpässen kommt, die mit dem Neubau von Kraftwerken verbunden sind.“

Constellation kann die ehrgeizigen Leistungssteigerungen zuversichtlich vorantreiben, weil Google einen 20-jährigen Stromabnahmevertrag unterzeichnet hat, der die 890 Megawatt aus den Leistungssteigerungen umfasst, sowie einen separaten 15-Jahres-Vertrag über weitere 2.700 Megawatt von Constellation. Dies ermöglicht es Constellation, mehr als 4,3 Milliarden US-Dollar in die Leistungssteigerungen zu investieren.

Google erklärte: „Unsere Vereinbarung mit Constellation zur Finanzierung von Leistungssteigerungen bei Kernreaktoren wird das 67 Millionen Menschen versorgende PJM-Stromnetz stärken und gleichzeitig die Erschwinglichkeit von Energie gewährleisten und lokale gewerkschaftlich organisierte Arbeitsplätze sichern.“

Am 30. September gaben Constellation und Amazon einen 20-jährigen Stromabnahmevertrag über 690 Megawatt bekannt, der direkt zu einer Leistungssteigerung um 190 Megawatt führen wird. „Die Vereinbarung wird Infrastrukturinvestitionen in Maryland in Höhe von mehr als 3 Milliarden US-Dollar ermöglichen, darunter modernste Verbesserungen“ im Kernkraftwerk Calvert Cliffs, erklärte Constellation.

Weiter hieß es: „Das langfristige Engagement von Amazon wird dazu beitragen, Constellation die nötige Ertragssicherheit zu verschaffen, um die Lizenz für das Kraftwerk um weitere 20 Jahre zu verlängern und Fortschritte bei der Entwicklung neuer Kraftwerke für saubere Energie an diesem Standort zu erzielen.“

Die Ankündigungen von Google und Amazon sind eine der Maßnahmen, mit denen die Unternehmen die „Ratepayer Protection Pledge“ umsetzen. Dabei handelt es sich um eine Forderung von Präsident Donald Trump, die sicherstellen soll, dass Rechenzentren die benötigte Stromversorgung erhalten und für den Strom sowie die erforderliche Infrastruktur bezahlen, ohne diese Kosten auf andere Stromkunden abzuwälzen.

Sowohl Amazon als auch Google haben zudem erhebliche Investitionen in neue Technologien im Bereich der Kernenergie getätigt, beispielsweise in kleine modulare Reaktoren. Sollten diese erfolgreich sein und genehmigt werden, könnten sie zu einer bahnbrechenden Steigerung der Stromversorgung und zu niedrigeren Kosten führen und gleichzeitig reichlich emissionsfreien Strom erzeugen.

In den vergangenen 40 Jahren hat die Kernkraftindustrie große Herausforderungen gemeistert und kreative sowie innovative Wege gefunden, um zu überleben und zu wachsen. Umfassende Vereinbarungen mit den innovativsten Technologieunternehmen Amerikas wie Amazon und Google könnten die letzte und beste Chance für die Branche sein, eine echte Renaissance zu erleben, von der auch die amerikanischen Verbraucher in hohem Maße profitieren werden.

Paul Steidler is a Senior Fellow with the Lexington Institute, a public policy think tank in Arlington, VA.

This article was originally published by RealClearEnergy and made available via RealClearWire.

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/10/21/tech-companies-drive-nuclear-power-plant-expansions-more-electricity/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

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