Vorbemerkung: Im Mittelpunkt dieser Woche steht zweifellos der extrem kühle Sommer in Sibirien. Natürlich bringen die MSM davon nichts, sind sie doch auf die Hitze in Europa fixiert. Auch Cap Allon weist wiederholt auf diese einseitige Berichterstattung hin.

Die Schlagzeilen der Woche:

Sibirien: 51 Jahre alter Kälterekord gebrochen

Grönland: Sommerlicher Rekord- Zuwachs

Pole: Kälte an beiden Enden der Welt

Grönland: Weiterhin eindrucksvolle Schnee- und Eisverhältnisse

Sibirien: Rekord-Julikälte

Antarktis: Abkühlung unter –80°C

Brasilien: Vorstoß kalter Luft antarktischen Ursprungs

Grönland: Oberflächen-Massenbilanz evtl. erstmals über das Jahr positiv

Antarktis: Weiterhin extreme Kälte

Sibirien: 51 Jahre alter Kälterekord gebrochen

Während sich die Wetterberichterstattung weiterhin auf die Hitze konzentriert, hat sich in weiten Teilen Russlands eine sommerliche Kältewelle ausgebreitet.

In Westsibirien ist es deutlich kühler geworden, wobei die Temperaturen in weiten Teilen der Region teils erheblich unter dem Normalwert liegen.

Die Nachttemperaturen sinken auf etwa 5 °C, wobei kalte Luft auf der Rückseite eines Tiefdruckwirbels nachströmt.

In Severnoye im russischen Oblast Nowosibirsk sank die Temperatur am 12. Juli auf 5,8 °C und unterbot damit den bisherigen Tages-Tiefstwert des Ortes von 7,2 °C aus dem Jahr 1975. Die Messstation (WMO 29418) verfügt über Aufzeichnungen, die bis ins Jahr 1936 zurückreichen.

Die Hitzewelle in Frankreich sorgt international für Schlagzeilen. Die Sommerkälte in Russland wird hingegen kaum beachtet.

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Grönland: Sommerlicher Rekord- Zuwachs

Grönlands SMB stieg am Wochenende erneut sprunghaft und verzeichnete für diese Jahreszeit mehrfach einen rekordverdächtigen Zuwachs.

Die Messwerte des DMI vom 11. bis 12. Juli stiegen über den Mittelwert und lagen deutlich über dem gesamten Bereich der Jahre 1981–2010. Anstatt täglich mehrere Gigatonnen an Masse zu verlieren, wie es in Grönland Mitte Juli normalerweise der Fall ist, nahm die Eisdecke erheblich an Masse zu.

Die Karte vom 12. Juli zeigt den Zuwachs in weiten Teilen der Eisdecke, welche die Verluste an den unteren westlichen Rändern bei weitem überwiegen:

Die kumulierte Oberflächen-Massenbilanz stieg folglich wieder auf rund 580 Gt. Der Gesamtwert für 2025–26 liegt weiterhin deutlich über dem langfristigen Mittel, wobei seit dem saisonalen Höchststand im Juni kaum ein Netto-Rückgang zu verzeichnen war.

Seit Ende Juni wurden in Grönland durchweg Tage mit Sommerzuwachs verzeichnet. Die jüngsten Zuwächse Mitte Juli sind jedoch in den bis ins Jahr 1981 zurückreichenden DMI-SMB-Aufzeichnungen beispiellos.

Es wird unter den Teppich gekehrt und ignoriert werden, aber Grönland hat gerade mitten in seiner Schmelzsaison einen Rekord bei der Schnee- und Eisakkumulation verzeichnet.

Das immer noch vorhandene Defizit der Gesamt-Massenbilanz dürfte sich damit weiter verringern und eventuell sogar schon bald verschwinden. A. d. Übers.

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Pole: Kälte an beiden Enden der Welt

Der Juni 2026 war an beiden Enden des Planeten kalt.

Im vergangenen Monat lag die Durchschnittstemperatur in der Hocharktis (nördlich von 80° N) bei −2,20 °C – der kälteste Juni seit Beginn der DMI-Aufzeichnungen (seit 1958).

Die Temperatur im Juni 2026 stürzt ab:

Die ungewöhnliche Kälte im Norden setzte Mitte Mai ein und hält bis Mitte Juli an (siehe Grafik unten). Und auch am 12. Juli gibt es in der Hocharktis noch immer keine Anzeichen für eine Schmelzsaison.

Auch in der Antarktis ist es kalt.

Daten der NOAA zeigen, dass im vergangenen Monat in weiten Teilen des Kontinents unterdurchschnittliche Temperaturen herrschten, was diesen Juni zum kältesten seit der bitterkalten Saison 2021 machte – einem Jahr, in dem der kälteste Winter seit Beginn der Aufzeichnungen (April–September) verzeichnet worden war.

In Vostok lag die Durchschnittstemperatur im Juni 2026 bei −69,2 °C, was 3,7 °C unter dem Juni-Durchschnitt liegt.

Direkt am Südpol betrug der Monatsmittelwert −60,1 °C, was diesen Juni zum kältesten seit 2021 machte.

Die Kältewelle hat sich bis in den Juli hinein fortgesetzt.

In Concordia fielen die täglichen Tiefstwerte am 9. Juli auf −70,9 °C, am 10. Juli auf −71,8 °C, am 11. Juli auf −73,6 °C und am 12. Juli auf −74,2 °C – allesamt deutlich unter dem Normalwert und natürlich mit weiter fallender Tendenz.

Link: https://electroverse.substack.com/p/siberian-chill-breaks-51-year-record?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 14. Juli 2026:

Grönland: Weiterhin eindrucksvolle Schnee- und Eisverhältnisse

Auf dem grönländischen Eisschild liegt derzeit weitaus mehr Schnee und Eis als um diese Jahreszeit üblich.

Nach den neuesten DMI-Daten liegt die kumulierte Oberflächen-Massenbilanz bei rund 590 Milliarden Tonnen – etwa 100 Milliarden Tonnen über dem Mittelwert der Jahre 1981–2010 für diesen Zeitpunkt der Saison. Obwohl die sommerliche Schneeschmelze bereits in vollem Gange ist, liegt das Jahr 2026 weiterhin nahe dem oberen Ende der jüngsten Spanne.

Und dies ist keine einmalige Schwankung.

Von der jeweiligen Saison der letzten neun Jahre (die seit 2018 erfasst werden) endeten sechs – oder liegen, wie im Fall von 2026, derzeit – über dem Durchschnitt:

Grafik: Während des größten Teils des letzten Jahrzehnts hat sich auf der Oberfläche Grönlands mehr Schnee und Eis angesammelt als im Durchschnitt des späten 20. Jahrhunderts [DMI-Daten, grafisch aufbereitet von Tony Hellers Visitech.ai]

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Sibirien: Rekord-Julikälte

Am 13. Juli sank die Temperatur in Minusinsk auf 5,5 °C und unterbot damit den bisherigen Rekord von 5,7 °C aus dem Jahr 1929 (die Aufzeichnungen dort reichen bis ins Jahr 1915 zurück).

Weiter östlich erreichte Nischneudinsk 3,9 °C und unterbot damit den 1957 aufgestellten Wert von 4,1 °C (Aufzeichnungen reichen bis ins Jahr 1940 zurück).

In Omolon in Tschukotka fiel die Temperatur unter den Gefrierpunkt auf -1,9 °C und unterbot damit den bisherigen Rekord von -1,5 °C aus dem Jahr 1966 (die Aufzeichnungen beginnen 1944).

Die Kälte breitete sich auch nach Süden bis nach Kasachstan aus, wo in Pawlodar ein äußerst ungewöhnlicher Wert von 10,6 °C gemessen wurde, womit das bisherige Tages-Tief von 10,9 °C aus dem Jahr 1948 gebrochen wurde (die Aufzeichnungen reichen hier bis ins Jahr 1906 zurück).

Link: https://electroverse.substack.com/p/greenland-still-impressing-record?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 15. Juli 2026:

Sibirien: Weiterhin extreme Kälte

In dieser Woche sind in ganz Russland (und Kasachstan) zahlreiche Tiefsttemperaturrekorde gebrochen worden – unter anderem in Severnoye, Minusinsk, Nischneudinsk, Omolon und Pawlodar.

Nun hat Nischneudinsk erneut einen Rekord aufgestellt. An der Messstation im Gebiet Irkutsk sank die Temperatur am 14. Juli auf 4,2 °C und unterbot damit die bisherige Tages-Tiefsttemperatur von 5 °C aus dem Jahr 1961.

Zuvor war dort bereits einen Tag zuvor ein Wert von 3,9 °C gemessen worden, der den bisherigen Rekord vom 13. Juli 1957 von 4,1 °C unterbot und zudem in die Top 10 der tiefsten Juli-Temperaturen in Nischneudinsk seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1940 aufgenommen worden ist.

Die von der Hitze besessenen Medien richten ihren Blick hingegen auf andere Themen.

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Antarktis: Abkühlung unter –80°C

Die Winterkälte 2026 in der Antarktis hat gerade die -80 °C-Marke unterschritten.

Concordia verzeichnete am 17. Juli einen Wert von -80 °C, wurde jedoch wenige Stunden später von Vostok übertroffen, wo bereits am 15. Juli-80,2 °C gemessen worden sind – der kälteste 15. Juli an dieser Station seit 1993, als -83,8 °C gemessen worden waren, und einer der zehn niedrigsten Tiefstwerte im Juli (Stationsdaten reichen bis ins Jahr 1957 zurück).

In der Antarktis herrschte in den letzten Monaten anhaltende Kälte, wobei die vergangene Woche die Kälte auf ein neues Niveau gehoben hat.

Link: https://electroverse.substack.com/p/siberias-summer-chill-antarctica?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 16. Juli 2026:

Brasilien: Vorstoß kalter Luft antarktischen Ursprungs

Eine ausgedehnte Polarluftmasse breitete sich über den Süden, Südosten und den mittleren Westen Brasiliens aus und reichte bis in den Süden von Bahia.

In den Höhenlagen sank die Temperatur am 15. Juli an der Messstation Campo Belo im Parque Nacional do Itatiaia auf -11,5 °C, doch reichte die Kälte weit über die Berge hinaus.

Im Südosten sank die Temperatur in Nova Friburgo auf 3,7 °C – etwa 6 °C unter dem durchschnittlichen Juli-Tiefstwert – und in Campos do Jordão wurden ebenfalls ungewöhnlich niedrige 2,1 °C gemessen.

Weiter östlich sank die Temperatur in Xerém auf 11 °C, und in Vila Militar bei Rio de Janeiro wurden 11,3 °C gemessen – rund 4 °C unter dem Durchschnitt.

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Grönland: Oberflächen-Massenbilanz evtl. erstmals über das Jahr positiv

Die Schmelzsaison in Grönland will einfach nicht richtig in Gang kommen.

Laut dem Polar Portal des DMI belief sich die kumulierte Oberflächen-Massenbilanz für 2025/26 zum 14. Juli auf 583,1 Gt. Am 1. Juni lag sie noch bei 580,1 Gt. Sechs Wochen nach Beginn des meteorologischen Sommers hat die Oberfläche Grönlands somit um 3 Gt zugenommen, was beispiellos ist.

Allein zwischen dem 10. und 12. Juli kamen im Herzen der Schmelzsaison weitere 4,6 Gt hinzu.

Die Kurve erreichte am 12. Juni mit 594,4 Gt ihren Höchststand. Mehr als einen Monat später hat sie lediglich 11,3 Gt eingebüßt.

Hierbei handelt es sich um die Oberflächen-Massenbilanz (SMB), nicht um die Gesamt-Massenbilanz (TMB). Die SMB misst Schneefall, Verdunstung und Sublimation. Nicht berücksichtigt werden dabei in den Ozean abgeflossenes Eis, das Schmelzen unter Wasser oder Verluste unterhalb der Eisdecke.

Trotz alarmistischer Äußerungen hat sich die TMB in den letzten Jahrzehnten auf Erholungskurs befunden:

Graphik: Jährliche Massenbilanz des grönländischen Eisschilds anhand der GRACE/GRACE-FO-Satelliten. Die Gesamtbilanz erholt sich.

Unter der Annahme, dass die Abfluss- und Schmelzverluste der letzten Jahre in diesem Jahr im Großen und Ganzen ähnlich ausfallen, müsste der Eisschild die Saison 2025/26 mit einer durchschnittlichen Oberflächenmasse (SMB) von etwa 540 Gt abschließen, um seine Gesamtbilanz in den positiven Bereich zu bringen und tatsächlich an Masse zu gewinnen.

Die Oberfläche Grönlands liegt derzeit etwa 43 Gt über diesem Schwellenwert.

Die Herausforderung liegt im weiteren Verlauf des Sommers.

Die SMB-Kurve fällt in der Regel bis Ende Juli und August stark ab. Die erweiterte Vorhersage (ECMWF) prognostiziert jedoch bis Ende August unterdurchschnittliche Temperaturen in weiten Teilen der zentralen Arktis, während die Langzeitvorhersagen weiterhin erhebliche Schneefälle über Grönland zeigen. Die Vorhersagesicherheit nimmt natürlich mit zunehmender Zeitspanne ab, aber das 46-Tage-Modell des ECMWF lässt keinen Zweifel aufkommen:

Obwohl die jährlichen Verluste in den letzten Jahren zurückgegangen sind, hat Grönland seit 1996 kein Jahr mehr verzeichnet, in dem die Gesamtmassenbilanz positiv war. Sollte sich der bisherige Trend in diesem Sommer fortsetzen, könnte diese Serie unterbrochen werden.

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Antarktis: Weiterhin extreme Kälte

Die extreme Kältewelle in der Antarktis wird voraussichtlich anhalten.

Aktuelle Modellsimulationen zeigen, dass weite Teile des Kontinents, insbesondere die östliche Hälfte, noch mindestens drei weitere Tage lang von extremer Kälte heimgesucht werden, wobei die Temperaturen voraussichtlich erneut unter -80 °C fallen werden.

Diese Schwelle wurde bereits am Mittwoch unterschritten, und weitere Werte unter -80 °C scheinen nun wahrscheinlich.

Link: https://electroverse.substack.com/p/polar-air-grips-brazil-could-greenlands?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

Wird fortgesetzt mit Kältereport Nr. 31 / 2026

Redaktionsschluss für diesen Report: 17. Juli 2026

Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

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