Von Jo Nova
Der Gesetzentwurf zur Vernetzung erneuerbarer Energien ist da
Die goldenen Zeiten der Energiewende hin zu sauberer, grüner und günstiger Energie sind vorbei. Die Stromrechnungen der Australier sind wieder gestiegen, und niemand glaubt, dass sie jemals wieder sinken werden. Nun spaltet sich das grüne Team darüber, wer welchen Teil der Rechnung tragen muss.
Australiens größter Stromerzeuger und -händler AGL fordert, dass die Betreiber der Stromleitungen die Kosten tragen, falls sich ihre großen Übertragungsleitungen als deutlich teurer und weniger effizient als ursprünglich geplant erweisen. AGL muss die Gebühren für die Verbindungsleitungen, deren Bau ein Bürokrat beschlossen hat, von den Kunden einziehen – und die sind damit alles andere als zufrieden.
[AGL wurde 1837 als Australian Gas Light gegründet. 2006 nahm die Nachfolgerfirma den heutigen Namen AGL Energy an. Das Produkt der ersten Stunde war Stadtgas (Kohlegas, in Deutschland meist Leuchtgas genannt). Dieses Gas wurde in einer eigenen Produktionsstätte am Millers Point (Darling Harbour) durch das Erhitzen von Steinkohle hergestellt, die per Schiff angeliefert wurde. Die Idee in weltweit allen Städten – die Gaswerke bauten – war, die Straßenbeleuchtung zu verbessern. ]
Nehmen wir zum Beispiel den Fall von Humelink – wo die Kosten innerhalb von nur fünf Jahren um 276 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar stiegen, die geltend gemachten Investitionsvorteile aber von 491 Millionen Dollar auf sage und schreibe nur noch 39 Millionen Dollar sanken.
AGL will aber nicht nur, dass die Netzbetreiber einen größeren Teil der Verluste tragen, sondern auch, dass die Bürokraten überprüft werden (schließlich haben sie all diese Ausgaben genehmigt, die letztendlich von der Öffentlichkeit bezahlt werden müssen). Offenbar strebt AGL eine „strenge Regulierung der aufgeblähten Betreiber “ an. Anders gesagt: Wir haben zu viel Bürokratie, die Bürokraten machen Fehler, und deshalb brauchen wir mehr Kontrolle über die Regulierungsbehörden. Verstanden?
AGL Energy fordert Strafzahlungen aufgrund zunehmender Netzkonflikte.
— Von Perry Williams, The Australian
Australiens größter Stromerzeuger, AGL Energy, hat gefordert, dass die Betreiber von Strommasten und -leitungen mit Umsatzeinbußen belegt werden, falls die Vorteile ihrer teuren Netzversprechen nicht eintreten.
Die Forderung von AGL spiegelt die wachsende Besorgnis über massive Kostenüberschreitungen bei einer Reihe von riesigen Übertragungsprojekten wider, die für die Einspeisung erneuerbarer Energien in das Stromnetz erforderlich sind.
AGL hat einen deutlichen Appell für ein strenges regulatorisches Vorgehen gegen aufgeblähte Betreiber ausgesprochen.
Laut AGL sollte die australische Energieregulierungsbehörde die künftigen regulierten Einnahmen der Netzbetreiber kürzen, wenn diese die versprochenen Vorteile für das Energiesystem nicht erbringen. AGL deutet an, dass diese Änderung sie zu einer besseren „Prognosedisziplin“ verpflichten würde.
Dies ist der erste Teil des Gesetzentwurfs für die Revolution der erneuerbaren Energien, die wir nicht gebraucht hätten.
Noch vor wenigen Jahren beinhaltete die glorreiche Vision für Australien den Bau von 28.000 Kilometern Hochspannungsmasten. Wir haben bisher nur einen Bruchteil davon gebaut (weniger als tausend Kilometer), aber die Kosten bereiten uns schon jetzt Sorgen.
Die geplanten, milliardenschweren neuen Stromverbundleitungen sind für das Netz, das das Land fünfzig Jahre lang nutzte, nahezu überflüssig. Es handelt sich daher fast ausschließlich um „Projekte für erneuerbare Energien“, die jedoch nie so bezeichnet werden, um die enorme Höhe der Subventionen nicht preiszugeben.
Das eigentliche Problem ist, dass ein ganzer Schwarm von Regierungsbehörden wie aus dem Nichts ins Leben gerufen und mit der absurden Aufgabe betraut wurde, Wolken und Regen mithilfe unserer Kraftwerke zu steuern – und das mit unbegrenzten finanziellen Mitteln und praktisch ohne jegliche Verantwortung, falls am Ende alles zu Schrott verkommt. Was kann da schon schiefgehen?
Die Betreiberfirmen für Strommasten und -leitungen berechneten die Vorteile des Ausbaus des Netzes und prognostizierten, dass ihnen das Geld nur so zufliegen würde. Die Bürokraten glaubten ihnen. Das Kernproblem ist jedoch, dass diejenigen, die über den Standort der Stromleitungen entscheiden, nicht diejenigen sind, die die Kosten tragen.
AGL möchte also ein paar Leute mit „Wettbewerbserfahrung“ einstellen?
AGL, unter der Leitung von Geschäftsführer Damien Nicks und mit Mike Cannon-Brookes als größtem Aktionär, kritisierte auch die Zusammensetzung des Vorstands der australischen Energieregulierungsbehörde unter dem Vorsitz von Clare Savage.
Die Behörde wünscht sich, dass mindestens zwei AER-Direktoren über umfangreiche Wettbewerbserfahrung verfügen, damit die Regulierungsbehörde legitime Monopolfunktionen von Dienstleistungen unterscheiden kann, die im Wettbewerb erbracht werden sollten.
Milliarden von Dollar werden für Übertragungsprojekte, Zonen für erneuerbare Energien, Batterien und neue Erzeugungskapazitäten bereitgestellt, während Inflation, Arbeitskräftemangel und Lieferkettenprobleme die Baukosten in die Höhe getrieben haben.
Es gibt keinen freien Markt und niemand ist verantwortlich – es wäre ein Wunder, wenn es funktionieren würde.
Zu allem Übel wurden den Energiegiganten marktverzerrende Vergünstigungen angeboten, und sie setzten alles auf eine unrealistische Illusion. Der Minister schwang derweil einen Zauberstab und befahl, die Stürme zu beenden, setzte aber Ja-Sager ein, um die Behörden nach seinen Vorstellungen zu führen. Als dann etwas schiefging, behauptete er, er habe „auf die Experten gehört“ (dieselben, die er selbst eingestellt hatte), und die Schuld liege nun bei den Liberalen oder den Russen und Iranern. So schiebt jeder die Schuld auf jeden. Und Millionen Australier zahlen die Zeche, denn es handelt sich um ein staatliches Monopol, und wie alle kommunistischen Unternehmen scheitert es.
In Australien gibt es keinen freien Strommarkt. Gäbe es Wettbewerb, könnten wir Strom von den günstigsten Anbietern beziehen. Stattdessen kann jeder Australier nur Ökostrom kaufen, und dieser ist nur in teuren Varianten erhältlich.
Statt mehr Bürokratie wünsche ich mir weniger. Die Australier sollten selbst entscheiden können, welchen Stromgenerator sie nutzen und wie stark sie den Klimawandel beeinflussen wollen (was auch „Null“ sein könnte). Das nennt man freien Markt.
Ich finde auch, dass die Regierung die immer neuen, millionenschweren Behörden wieder in ihre Schranken weisen sollte. Man sollte sie dem Energieministerium unterstellen, den zuständigen Minister damit beauftragen, und wenn die Australier damit nicht einverstanden sind, kann er ja abgewählt werden. Wenigstens gäbe es dann eine gewisse Verantwortlichkeit.

Quelle: AEMO, korrigierte, aktuelle Quelle des Projekts siehe hier: https://vniwproject.com.au/
Und nun sagt AGL im Grunde: Nachdem all diese Experten die Projekte vor ihrer Realisierung bewertet haben, sollten wir im Nachhinein besser noch einige Experten hinzuziehen, um herauszufinden, ob die von ihnen vorhergesagten Vorteile tatsächlich eingetreten sind.
Gefunden: Es gibt eine australische deutsche Kooperation
https://australien.ahk.de/de/mitgliedschaft/mitgliederverzeichnis/agl-energy-limited

https://australien.ahk.de/de/germany-trade-invest
















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