Meldung vom 24. August 2026:
Die schwache Hurrikan-Saison im Atlantik
Die Hurrikan-Saison im Atlantik verläuft weiterhin ruhig: Bis zum 24. August hat sich noch kein einziger Hurrikan gebildet.
Bislang haben sich nur drei benannte Stürme – Arthur, Bertha und Cristobal – entwickelt, die alle weiterhin als tropische Stürme eingestuft werden.
In einer durchschnittlichen Saison wären bis zum 24. August bereits fünf benannte Stürme entstanden, während der erste Hurrikan laut den Klimadaten des National Hurricane Center in der Regel um den 11. August herum auftritt.
Der ACE-Wert für den Atlantik liegt bei nur 3,1 und damit bis zum 23. August um 86 % unter dem Normalwert für den Zeitraum 1991–2020.
Die Meerestemperaturen liegen in weiten Teilen der atlantischen Hauptentwicklungsregion weiterhin über dem Durchschnitt. Aber warme Ozeane allein reichen nicht aus, um Hurrikane zu erzeugen. Die Atmosphäre muss mitspielen*.
*Anmerkung des Übersetzers: Die Wärme der Ozeane ist nur untergeordnet ein Kriterium zur Bildung von Wirbelstürmen. Sie können sich nämlich auch über eisfreien arktischen Meeresgebieten bilden! Viel wichtiger ist nämlich der vertikale Temperaturgradient. Näheres dazu habe ich schon vor einigen Jahren ausgeführt, und zwar hier. – Ende Anmerkung
In diesem Jahr bewirkt ein sich verstärkendes El-Niño-Phänomen das Gegenteil – es führt zu einer erhöhten vertikalen Windscherung über dem tropischen Atlantik und stört Gewitter, bevor sie sich vertikal zu starken Zyklonen organisieren können.
Die NOAA verweist zudem auf überdurchschnittlich starke Passatwinde in Teilen des Beckens und eine für die Entstehung von Stürmen weniger günstige westafrikanische Monsunkonstellation, bei der sich die Niederschläge nach Norden und ins Landesinnere verlagern. Afrikanische Wellen können daher entstehen, die trockenere Luft mit sich führen.
Die NOAA schätzt die Wahrscheinlichkeit einer unterdurchschnittlichen Atlantik-Saison nun auf 75 % und prognostiziert 7 bis 13 benannte Stürme sowie 2 bis 6 Hurrikane – eine Abwärtskorrektur gegenüber ihrer ursprünglichen Prognose vom Mai, die eine Wahrscheinlichkeit von 55 % für eine unterdurchschnittliche Saison vorsah.
Der klimatologische Höhepunkt wird erst am 10. September erreicht. Es kann noch alles passieren. Doch bis Ende August erweist sich die Saison bislang als Reinfall.
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Meldung vom 26. August 2026:
Die Erinnerung an Dürren in Amerika ist kurz
Das Phänomen der historischen Amnesie lässt sich auf den amerikanischen Westen anwenden.
Die von Cook et al. zusammengestellten Rekonstruktionen anhand von Baumringen zeigen Dürren, die weit über alles hinausgehen, was während der instrumentellen Ära bislang beobachtet worden ist:
Die Megadürre des 16. Jahrhunderts dauerte deutlich länger als jede Dürre des 20. Jahrhunderts, während die mittelalterlichen Dürrebedingungen im Westen und in den Great Plains über mehrere hundert Jahre hinweg mit relativ wenigen Unterbrechungen anhielten.
Moderne Attributionsberechnungen stützen sich stark auf modellgenerierte Kontrafaktika – hypothetische Klimazustände, die selbst nicht beobachtet werden können. Die paläoklimatischen Aufzeichnungen hingegen sind Beobachtungsdaten.
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Meldung vom 27. August 2026:
Carrington-Ereignis: Neubewertung bei X100
Das Carrington-Ereignis von 1859 – der Maßstab für extremes Weltraumwetter – könnte weitaus stärker gewesen sein, als frühere Schätzungen vermuten ließen; einer Rekonstruktion zufolge lag seine Stärke auf der überarbeiteten modernen GOES-Skala bei etwa X105.
Am 1. September 1859 beobachteten die britischen Astronomen Richard Carrington und Richard Hodgson unabhängig voneinander die erste dokumentierte Sonneneruption. Etwa 17 Stunden später wurde die Erde von einem außergewöhnlichen geomagnetischen Sturm heimgesucht: Polarlichter reichten bis in tropische Breiten, Telegrafisten erlitten Stromschläge, Geräte sprühten Funken und es wurde von Bränden berichtet.
Da es 1859 noch keine Satelliten zur Messung der Sonnen-Röntgenstrahlung gab, muss die moderne GOES-Klassifizierung der Eruption rekonstruiert werden.
Jahrelang lautete die häufig zitierte Schätzung X45 auf der alten GOES-Skala (entspricht nach der Neukalibrierung der Skala etwa X64).
Eine Studie von Hugh Hudson und Kollegen aus dem Jahr 2025 nutzte jedoch einen anderen erhaltenen Hinweis: den „magnetischen Sprung“, der von Magnetometern in Kew und Greenwich aufgezeichnet wurde, als die Strahlung der Sonneneruption die obere Erdatmosphäre plötzlich ionisierte.
Der Vergleich der digitalisierten Störung von 1859 mit 39 modernen Sonneneruptionen der Klasse X ergab eine Schätzung von X105 mit einer Unsicherheitsspanne von etwa X81 bis X146. Damit läge das Carrington-Ereignis deutlich über der stärksten rekonstruierten Sonneneruption der Satellitenära – dem Ereignis vom 4. November 2003, das auf der modernen GOES-Skala auf etwa X43 geschätzt wird (X28–X30 auf der alten Skala).

Magnetogramm des Greenwich-Observatoriums (London) vom 1. September 1859, das extreme Störungen zeigt [British Geological Survey]
Die genaue Zahl wird nie bekannt sein. Doch die sich abzeichnenden Erkenntnisse stützen zunehmend die Annahme, dass es sich bei der Carrington-Eruption um ein Ereignis am oberen Ende früherer Schätzungen handelte, möglicherweise um die Stärke X100 auf der heutigen GOES-Skala.
Im Jahr 1859 führte die Eruption zum Ausfall von Telegrafenanlagen und zu spektakulären Himmelsphänomenen. Heute hätte das gleiche Ereignis wahrscheinlich katastrophale Folgen für eine Zivilisation, die auf Stromnetze, Satelliten, GPS und globale Kommunikationssysteme angewiesen ist.
[Hervorhebung vom Übersetzer, der sich fragt, ob unsere Gesellschaft auf so etwas vorbereitet ist]
Zu den Quellen für diesen Abschnitt gehört eine Analyse vom 26. August von Severnisij.si, der slowenischen Website zu Polarlichtern und Weltraumwetter, die vom Geophysiker Jure Atanackov verfasst wurde.
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Meldung vom 28. August 2026:
Gletscher: Zehn Prozent damals, zehn Prozent heute
Trotz des seit mehr als 170 Jahren andauernden Gletscherschwunds hat sich die Grundzahl kaum verändert: Gegen Ende der Kleinen Eiszeit waren etwa 10 % der Landfläche der Erde von Gletschereis bedeckt – und auch heute noch sind etwa 10 % davon bedeckt (mehr als 15 Millionen km², NSIDC).
Im Jahr 1850 gab es keine vergleichbare weltweite Satellitenerhebung, doch waren die Gebirgsgletscher gegen Ende der Kleinen Eiszeit zweifellos größer.
In den europäischen Alpen beispielsweise ergab eine Rekonstruktion für das Jahr 2025, dass die Gletscherfläche von 4.244 km² um 1850 auf 1.806 km² im Jahr 2015 zurückging – ein Rückgang um 57 %.
Doch trotz dieses regionalen Rückgangs hat sich der Gesamtanteil der Gletscher auf der Erde kaum verändert.
Der Grund dafür liegt in der Größenordnung.
Fast das gesamte Landeis des Planeten befindet sich in der Antarktis und in Grönland, wobei die Antarktis dabei mit Abstand dominiert. Allein ihr fester Eisschild bedeckt rund 12,4 Millionen km².
Und diese riesige Fläche hat sich als bemerkenswert stabil erwiesen.
Eine PNAS-Studie aus dem Jahr 2026 kartierte die Grundlinie der Antarktis von 1992 bis 2025 und stellte fest, dass entlang 77 ± 10 % ihrer Küstenlänge keine nachweisbare Verschiebung stattfand. Von 1996 bis 2025 verlor das an Land liegende Eisschild lediglich 12.820 km² – etwa 0,1 % seiner Gesamtfläche.
Große Teile der Gletscher in der Ostantarktis haben sich zeitweise vorwärts bewegt.
Eine Studie aus dem Jahr 2016 in „Science Advances“, in der 351 Auslassgletscher am Rand der Ostantarktis untersucht worden sind ergab, dass sich die meisten zwischen 1974 und 1990 zurückzogen, sich das Muster danach jedoch umkehrte: 67 % rückten von 1990 bis 2000 vor und 65 % von 2000 bis 2012.
Was das Abschmelzen an der Oberfläche betrifft, so ergab eine in den „Geophysical Research Letters“ veröffentlichte Studie, die den Zeitraum 1979–2010 untersuchte, weder kontinentweit noch regional einen statistisch signifikanten Trend bei der Schmelzwasserproduktion in der Antarktis.
Bilder von zurückweichenden Gebirgsgletschern erwecken den Eindruck, dass das Landeis der Erde rasch verschwindet. Auf globaler Ebene zeigen die geografischen Aufzeichnungen jedoch etwas anderes. Betrachtet man den seit mehr als anderthalb Jahrhunderten dokumentierten Gletscherrückgang, so liegen nach wie vor etwa 10 % der Landfläche der Erde unter Gletschereis.
Ten percent then. Ten percent now.
Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE
















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