Cap Allon

Klimamodelle werden routinemäßig danach beurteilt, wie gut sie die Erwärmung in der Vergangenheit nachbilden. Doch der historische Temperaturbezugspunkt wird selbst rekonstruiert und revidiert – und manche Modelle werden dann gezielt so angepasst, bis sie diesen nachbilden.

Nehmen wir HadCRUT5, einen der wichtigsten globalen Datensätze zur Temperatur.

Es handelt sich dabei nicht um einen einfachen Durchschnitt der rohen Thermometerwerte. Messungen auf Land und See werden um Messveränderungen bereinigt, auf einem globalen Raster zusammengefasst und statistisch auf Regionen mit unzureichender Beobachtung ausgeweitet.

Als HadCRUT4 durch HadCRUT5 ersetzt wurde, stieg die geschätzte Erwärmung für den Zeitraum 2010–2018 im Vergleich zu 1850–1900 von etwa 0,91 °C auf 1,07 °C – eine Aufwärtskorrektur um 0,16 °C. Auch alle früheren Korrekturen ergaben eine Erwärmung.

Das Met Office erklärt, die jüngste Änderung (von 0,91 °C auf 1,07 °C) sei in erster Linie auf „verbesserte“ Korrekturen der Meerestemperaturen und eine „bessere Abdeckung“ datenarmer Regionen zurückzuführen, darunter die Arktis – die „sich am schnellsten erwärmende Region der Erde“.

Unbestritten ist die Tatsache, dass die „beobachtete Erwärmung“, an der Klimamodelle gemessen werden, eine verarbeitete, verfahrensabhängige Rekonstruktion ist, die sich zwischen verschiedenen Versionen der Datensätze erheblich ändern kann – und dies auch tut.

Eines der deutlichsten Beispiele stammt vom deutschen Max-Planck-Institut für Meteorologie. Dessen Modell MPI-ESM1.2 war Teil von CMIP6, dem vom IPCC intensiv genutzten internationalen Klimamodellprojekt.

Im Jahre 2020 veröffentlichten zwei Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts eine Arbeit, in der sie erläuterten, wie sie das Modell MPI-ESM1.2 so angepasst hatten, dass es besser mit den bereits bekannten historischen Temperaturaufzeichnungen übereinstimmte.

Der entscheidende Wert war die Klimasensitivität: Wie stark erwärmt sich das Modell nach einer Verdopplung des CO₂-Gehalts?

Während der Entwicklung ergab eine Zwischenversion eine Klimasensitivität von etwa 7 °C, was vor allem auf die Reaktion der tropischen Wolken zurückzuführen war.

Das war viel zu hoch, um mit den Messdaten übereinzustimmen.

Also änderten sie die Wolkenparameter und strebten bewusst eine Klimasensitivität von etwa 3 °C an.

Das fertige Modell ergab einen Wert von etwa 2,8 °C und stimmte viel besser mit der historischen Erwärmung überein.

Den Forschern war bereits bekannt, um wie viel sich die reale Welt erwärmt hatte. Wenn das Modell eine zu starke Erwärmung ergab, wurden die unsicheren Wolkeneinstellungen so lange angepasst, bis das Ergebnis näher an den bekannten Wert heranrückte.

[Hervorhebung im Original]

Die Max-Planck-Forscher räumten diesen Zirkelschluss selbst ein. Sie schrieben, dass die Nachbildung der historischen Erwärmung nicht als rein empirischer Erfolg gewertet werden könne, da das gewünschte Ergebnis im Voraus bekannt sei und somit ein potenzielles Ziel für die Feinabstimmung darstelle.

Und Wolken waren nicht der einzige Weg, um dorthin zu gelangen.

In ihrer Studie testeten sie auch ein Modell mit einer deutlich höheren Klimasensitivität von 7 °C, bei dem jedoch die Aerosolkühlung von etwa -0,65 W/m² auf -1,5 W/m² erhöht wurde. Auch dies führte zu einer insgesamt in etwa ähnlichen historischen Erwärmung.

Die Übereinstimmung mit der historischen Temperaturkurve beweist nicht, dass das Modell das Klimasystem richtig abgebildet hat. Verschiedene Kombinationen aus Wolkenrückkopplung, Aerosolkühlung und Treibhauserwärmung können ähnliche Rückrechnungen ergeben – und wenn die historische Erwärmung selbst als Feinabstimmungsziel verwendet wurde, ist ihre Reproduktion eine Kalibrierung und keine unabhängige Validierung.

Link: https://electroverse.substack.com/p/snow-returns-across-western-north?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email (Zahlschranke)

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

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