von Uli Weber

Teil 1 finden Sie hier

Was wir hier und heute live im medialen und politischen Klimawahn miterleben, ist ein intellektueller Rückfall ins religiöse Mittelalter und eine Rückabwicklung der abendländischen Aufklärung. Die hoch komplexe moderne „Wissenschaft“ hat dabei für eine selbstbestimmt MINT-ferne Mehrheit die Funktion des mittelalterlichen Kirchenlateins übernommen, das den einstmals mündigen Bürger zum gläubigen CO2-Ablaßzahler verdammt.

Die institutionelle Wissenschaft verwaltet und verteidigt inzwischen den Glaubenskatechismus der globalen Klimakirche. Sie ist aus ihrer Rolle als Motor der bürgerlichen Aufklärung und vor ihrem eigenen strengen Wahrheitsanspruch desertiert und hat sich zum alimentierten Hofnarren dieses wirtschaftlich erfolgreichen klimareligiösen Ablaßhandels zurückentwickelt. Und hier befindet sie sich in tiefgläubiger Eintracht mit der Enzyklika Laudato si’ von Papst Franziskus aus dem Jahr 2015 auf dem Weg der Großen Transformation in ein dekarbonisiertes mittelalterliches Paradies.

Die Durchführung von geplanten Projekten ist auch immer ein ökonomisches Problem, denn am Ende kann man nur jenes Geld ausgeben, auf das man Zugriff hat. An der Ostseeküste werden aktuell immer noch beschädigte Deiche von der Ostsee-Sturmflut aus Oktober 2023 repariert und ertüchtigt. Im Ergebnis dieser Jahrhundertflut hatten die Landesschutz­deiche der Sturmflut standgehalten, aber von 35 Regionaldeichen versagten insgesamt 8, an 10 Regionaldeichen traten mittlere bis starke Schäden auf und an 20 Regionaldeichen wurden Wiederherstellungsmaßnahmen erforderlich (widersprüchliche Zahlenangaben aus der Originalquelle). Küstenschutz ist auch immer ein ökonomisches Problem, denn während das Land Schleswig-Holstein seine Landesschutzdeiche für ein solches Jahrhundertereignis aufgerüstet hatte, war das den kleinräumig strukturierten Wasser- und Bodenverbänden nicht in gleichem Umfang möglich gewesen.

Die ökonomische Betrachtung einer Problemlösung kann aber auch in die entgegengesetzte Richtung ausschlagen, indem sich computergestützte Glaskugelalarme für die ferne Zukunft plötzlich als heiße Luft erweisen, wie das gerade mit dem IPCC-Höllenszenario RCP 8,5 als Grundlage für die Große Transformation in ein CO2-freies Mittelalter geschehen ist.

Die Erfahrung sagt, dass die Überführung eines organisch gewachsenen IST-Zustands (=0%) in eine neue Struktur (=100%) ganz grob in 4 Veränderungsphasen eingeteilt werden kann. Die 1. Phase umfasst etwa 10% Veränderung und besteht lediglich in einer zukunftsweisend optimierten Strukturierung des vorgegebenen IST-Zustands. Es folgen drei weitere Phasen zu jeweils 30%, in deren Abfolge sich die Kosten jeweils verdoppeln. Die letzte Phase 4, also 70-100%, kostet erfahrungsgemäß mehr als die drei vorangegangenen Phasen zusammen. Der Rückzug des Klimavatikans IPCC aus seinem Höllen-Szenario RCP 8,5, der von internen Wissenschafts­dissidenten erzwungen worden war, greift nun unmittelbar in die Phase 4 der Großen Transfor­mation zu einer CO2-freien globalen Zukunft ein. Im Ergebnis der vorstehend beschriebenen Erfahrungswerte reduziert sich damit die bisherige Zielsetzung auf etwa 70%, wodurch sich wiederum die Kosten für eine Zielerreichung schlagartig halbieren würden.

Erstaunlicherweise hatte diese Meldung des IPCC aber in der Politik kaum und in den „Qualitäts­medien“ nur sehr wenig Echo erzeugt.

Da die Netto-0-Politik, also die globale Dekarbonisierung, auf dem gestrichenen Höllen-Szenario RCP 8,5 aufbaut ist es völlig unverständlich, dass dadurch keinerlei gesellschaftspolitische Diskussion angestoßen worden ist. Noch viel unverständlicher ist allerdings, dass eine solche Diskussion nicht einmal aus der institutionellen Wissenschaft als Interessenvertreter wissenschaftlicher Wahrheit und der sie alimentierenden Bürger gefordert wird. Und aus den Reihen der Judikative, deren wegweisende Klimaurteile ebenfalls auf dem untergegangenen Höllen-Szenario aufbauen, konnte ebenfalls keine Reaktion festgestellt werden.

Also wird der einmal eingeschlagene Weg verbissen weiter verfolgt, auf dem kontinuierlich steigende Dekarbonisierungskosten bei immer weiter sinkender industrieller Wertschöpfung direkt in ein vorindustrielles Mittelalter führen müssen, wie das Titelbild aus dem 1. Teil beweist:

Abbildung: Screenshot SMARD – Bearbeitung U. Weber

Und was soll uns das nun sagen? Nun, die Stromversorgung in unserem Land besitzt die Qualität einer kaputten Uhr, denn die zeigt 2x am Tag die richtige Zeit an – und genauso kreuzt die solare Erzeugungsspitze 2x am Tag die Lastlinie des Stromverbrauchs, mit der sie eigentlich deckungsgleich verlaufen müsste. Der regelmäßige Zukauf fehlender elektrischer Energie und die regelmäßige kostenpflichtige Verklappung von unnötig erzeugter elektrischer Energie über den 24h-Tag kosten uns regelmäßig einen Haufen Geld. In einer Gesellschaft der Aufklärung und Selbstbehauptung hätte man einen solchen wirtschaftlichen Selbstmord bereits bei allerersten Anzeichen unterbunden. Aber um die planwirtschaftliche Energiewende ins vorindustrielle Mittelalter erfolgreich voranzubringen, plant die auf unser Land vereidigte Bundesregierung statt dessen eine Verdoppelung dieses Solarpeaks bis 2030 und bis 2045 sogar eine Vervierfachung.

Nach Wegfall des IPCC-Höllen-Szenarios RCP 8,5 hätte ein Staat, dessen Entscheidungsträger von Verantwortung, Wissenschaft, Recht und Lauterkeit getragen werden, solche überhöhten Ziele einfach den neuen Erkenntnissen angepasst und die Zukunftskosten für unsere Nachkommen halbiert – und genau das ist nun einmal nicht geschehen.

Es gibt nur einen erfolgversprechenden Analyseweg für eine konkrete Problematik, nämlich vom IST-Zustand hin zur Lösung. Beim Klimawahn besteht die Problematik vorgeblich in der Veränderung dieses IST-Zustands durch die fortlaufende anthropogene Nutzung von fossilen Energieträgern und den dadurch erzeugten CO2-Ausstoß hin zu einem Hitzekollaps der Erde. Zielsetzung ist dort eine Kontinuität des IST-Zustands durch den vollständigen globalen Ersatz fossiler Energieträger, also:

Präventiver Handlungsstrang: Problemstellung => Maßnahmenkatalog => erwünschtes Ergebnis

Mit dem Wegfall des Höllen-Szenarios RCP 8,5 hat sich die Zielsetzung „vollständiger Ersatz fossiler Energieträger“ verändert. Diese Veränderung müsste jetzt also aktuell nachgesteuert werden und ein darauf aufbauender reduzierter Maßnahmenkatalog den bisherigen ersetzen. Ein solcher Prozess wurde jedoch gar nicht erst eingeleitet, sondern alle beteiligten Regierungen und Organisationen machen einfach leise pfeifend weiter wie bisher und erheben den Wegfall von RCP 8,5 zum Ergebnis all ihrer vorherigen erfolglosen Anstrengungen. Ein solches Verhalten lässt Raum für jede beliebige Verschwörungstheorie, also auch für die nachfolgende:

Wenn ein bestehender Maßnahmenkatalog nicht an eine Reduzierung der ursächlichen Problematik angepasst wird, kann es sich durchaus um einen typischen Zielkonflikt handeln, bei dem das erwünschte Ergebnis bereits vordefiniert war, und der vorlaufende Maßnahmenkatalog mit seiner Begründung willkürlich darauf abgestellt worden ist. Denn selbstverständlich kann man die Pfeile in dem oben dargestellten Handlungsstrang auch umkehren:

Manipulativer Handlungsstrang: Problemstellung <= Maßnahenkatalog <= erwünschtes Ergebnis

Das nennt man dann „vom Ende her denken“, wobei der zeitliche Ablauf natürlich weiterhin von links nach rechts verläuft. Im Ergebnis entwickelt sich ein präventiver Handlungsstrang also parallel zum zeitlichen Ablauf, während ein manipulativer Handlungsstrang entgegengesetzt zum zeitlichen Ablauf „vom Ende her“ konstruiert wurde. Und um nun im globalsozialistischen Klimawahn dieses gewünschte Ziel auch wirklich zu erreichen, kann man natürlich nicht auf Veränderungen der als ursächlich definierten Problemstellung eingehen. Wie so ein manipulatives Konstrukt „vom Ende her“ in die Realität eingebracht wird, hatte einst ein superschlauer Insider ausgeplaudert:

Ein Selbstdarsteller verrät die Blaupause für die Große Transformation in eine CO2-freie Welt

Und das geht so:

(1) „Der erste Schritt ist das Hervorbringen von Ideen durch Thinktanks, Forschungsnetze und Interessenvertretungen – unterstützt durch strategischere Visionen seitens der Geldgeber.“

(2) „Dann kommt die wirkungsvolle Verpackung dieser Ideen – zum Beispiel eine andere Art der Einordnung von Umweltproblemen, indem man sich stärker auf Wirtschaftsideen konzentriert. Dadurch wird es möglich, positivere Geschichten über Arbeit, Lebensstil und die Zukunft zu erzählen.“

(3) „Diese Verschiebungen bei der Ideenfindung und Verpackung der Kommunikation führen dann zum dritten Schritt, in dem es um eine bessere Abstimmung der derzeit zersplitterten politischen Netzwerke geht, so dass unterschiedliche Organisationen ähnliche Ideen an ihre eigenen Interessengruppen weitergeben können.

(4) „Im letzten Schritt wird diese stärkere Einheit der Ideen zur wirtschaftlichen Umgestaltung in öffentlichen Druck umgewandelt, der von politischen Entscheidungsträgern und Parteien aufzunehmen ist.“

Wir haben in beiden alternativen Handlungssträngen also das Problem der terrestrischen Selbstverbrennung, dem mit der Dekarbonisierung der Welt abgeholfen werden soll, um in Zukunft ein mittelalterliches Klimaparadies zu errichten. Die fehlende Reaktion auf den Wegfall des Höllen-Szenarios RCP 8,5 stellt dabei eine starke Indikation für einen „vom Ende her“ gedachten manipulativen Handlungsstrang dar.

Damit aber wäre die Klimareligion lediglich das Opium fürs Volk, unter dessen mentalem CO2-Schleier eine mittelalterliche Art von globalem Sozialismus eingeführt werden soll.

Die westlichen Industrienationen werden also weiterhin ausgeplündert, deren wirtschaftliche Grundlage – günstige und jederzeit verfügbare Energie – wird weiterhin zerstört und deren Infrastruktur wird weiterhin auf Verschleiß gefahren. Die Bevölkerung des globalen Südens wird auch weiterhin mit fremdem Geld von einer eigenständigen Entwicklung ferngehalten, und weiterhin werden dort Urwälder abgeholzt und Plantagen für die „klimaneutralen“ Ersatzrohstoffe der Industrieländer angelegt. In beiden globalen Welten wird die Natur durch das Abgreifen sogenannter „erneuerbarer Energien“ großflächig zerstört und damit das Trümmerfeld für die nächste finanzielle UN-Ablassinitiative vorbereitet: Nach Aussage des „UN-Weltbiodiversitätsrates“ (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services – IPBES) zur weltweiten Artenvielfalt war nämlich bereits im Jahr 2019 die Zahl von 1.000.000 (in Worten: Eine Million) Arten auf unserer Erde vom Aussterben bedroht – und der geplante Flächenverbrauch für zusätzliche Vogelschredder, Solarbeschattungen und Industrieplantagen bis zur vollständigen Dekarbonisierung der Welt ist da anscheinen noch nicht einmal enthalten.

Vielleicht erinnern Sie Sich noch an den Club of Rome. In seinem Buch „The First Global Revolution“ (1991) von Alexander King (CoR-Präsident 1984-1990) und Bertrand Schneider (erster CoR-Generalsekretär) heißt es auf Seite 70, Zitat als GOOGLE-Übersetzung:         

Das Bedürfnis nach Feinden scheint ein gemeinsamer historischer Faktor zu sein. Einige Staaten haben versucht, innenpolitisches Versagen und interne Widersprüche dadurch zu überwinden, dass sie externen Feinden die Schuld geben. Der Trick, einen Sündenbock zu finden, ist so alt wie die Menschheit selbst: Wenn es zu Hause zu schwierig wird, lenken Sie die Aufmerksamkeit auf Abenteuer im Ausland. Bringen Sie die geteilte Nation zusammen, um sich einem äußeren Feind zu stellen, entweder einem echten oder einem zu diesem Zweck erfundenen.“

Und weiter heißt es dort auf Seite 75, Zitat als GOOGLE-Übersetzung:         

Auf der Suche nach einem gemeinsamen Feind, gegen den wir uns vereinen können, kamen wir auf die Idee, dass Umweltverschmutzung, die Folgen der globalen Erwärmung, Wasserknappheit, Hungersnöte und dergleichen genau das Richtige wären. In ihrer Gesamtheit und ihren Wechselwirkungen bilden diese Phänomene einen roten Faden, dem sich alle gemeinsam stellen müssen. Aber wenn wir diese Gefahren als Feinde bezeichnen, tappen wir in die Falle, vor der wir unsere Leser bereits gewarnt haben, nämlich Symptome mit Ursachen zu verwechseln. All diese Gefahren entstehen durch menschliche Eingriffe in natürliche Prozesse und können nur durch veränderte Einstellungen und Verhaltensweisen überwunden werden. Der wahre Feind ist die Menschheit selbst.“

Es soll ja angeblich prophetische Bücher geben, die, von der Masse der Mitläufer ignoriert, rechtzeitig vor späteren Entwicklungen gewarnt hatten, ohne dass hinterher irgendwer davon irgendwas gewusst haben will. Ist die vorstehend zitierte CoR-Saga vielleicht eines davon?

 

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