H. Sterling Burnett

Vorbemerkung des Übersetzers: Auch in Deutschland gibt es aktuell eine Hitzewelle. Dazu wird es später wohl einen eigenen Beitrag geben. Vieles, was dazu zu sagen ist, schreibt das Heartland Institute bereits zu einer Hitzewelle in Teilen der USA. – Ende Vorbemerkung

„Governing“, eine seit fast 40 Jahren erscheinende Publikation, die sich auf die Information von politischen Entscheidungsträgern auf Landes- und Kommunalebene konzentriert, veröffentlichte einen Artikel, in dem der Klimawandel für die Zunahme extremer Hitze verantwortlich gemacht und Möglichkeiten für Stadtverwaltungen zur Bekämpfung der Hitze aufgezeigt wurden. Die Empfehlungen zur Minderung der Hitzebelastung der Bevölkerung und zur Begrenzung von Schäden sind durchaus gut, doch der ungerechtfertigte Ausflug in falsche Klimazuschreibungen lenkt vom wertvollen Teil des Artikels ab. Der Klimawandel verursacht nicht mehr Tage mit extremer Hitze, sondern die Ausweitung der städtischen Bebauung und der damit verbundene städtische Wärmeinseleffekt führen zu einem Anstieg der Nachttemperaturen, was in einigen Fällen Probleme für ältere Menschen, Obdachlose und gefährdete Bevölkerungsgruppen mit Vorerkrankungen verursacht.

In dem Artikel „A Toolkit for Surviving Extreme Heat“ (Ein Leitfaden zum Überleben extremer Hitze) in der Zeitschrift „Governing“ schreibt der Autor Carl Smith: „Gefährliche Hitze breitet sich in mehr Teilen des Landes aus als je zuvor.“

„Extreme Hitze … fordert mehr amerikanische Todesopfer als jedes andere Wetterereignis – mehr als Überschwemmungen, Hurrikane und Tornados zusammen“, fährt Smith fort. „Sehr heiße Tage gehören in allen Bundesstaaten des Landes zum Alltag, doch in den letzten Jahren gab es immer mehr davon.“

Fast jeder Satz, den Smith in seinen einleitenden Absätzen geschrieben hat, ist falsch.

Reale Daten, die von verschiedenen Behörden der US-Regierung erfasst wurden zeigen, dass extreme Hitze in den letzten Jahren weder häufiger noch intensiver geworden ist (siehe Grafik unten). In „Climate at a Glance: U.S. Heatwaves“ wird dargelegt:

• Die Daten zeigen, dass Hitzewellen weitaus seltener und weniger heftig waren als in den 1930er Jahren.

• Die höchsten jemals gemessenen Temperaturen in den meisten Bundesstaaten wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verzeichnet.

• Das genaueste landesweite Messstationen-Netzwerk, eingerichtet 2005 zeigt, dass es in den Vereinigten Staaten zumindest seit 2005 keinen anhaltenden Anstieg der täglichen Höchsttemperaturen gibt:

Abbildung 1. Die jährliche durchschnittliche Anzahl der Tage mit einer Höchsttemperatur von ≥95°, ≥100° und ≥105° [35°C; 38°C; 41°C] an jeweils 828 NOAA-USHCN-Stationen, für die zwischen 1895 und 2023 tägliche Temperaturmessungen über einen Zeitraum von mindestens 100 Jahren vorliegen. Grafik von Chris Martz; Daten von der NOAA

Zwar sind die Durchschnittstemperaturen in den USA leicht gestiegen, doch ist dies auf höhere nächtliche Durchschnittstemperaturen zurückzuführen infolge des städtischen Wärmeinseleffektes in den wachsenden Städten und Vororten. Die Zahl der extrem heißen Tage nimmt nicht zu, und auch die Temperaturen an extrem heißen Tagen steigen nicht weiter.

Smiths Behauptung, dass „extreme Hitze … mehr Amerikaner tötet als jedes andere Wetterereignis – mehr als Überschwemmungen, Hurrikane und Tornados zusammen“, ist teilweise richtig, im Wesentlichen jedoch falsch. Zwar sind hohe Temperaturen jedes Jahr für mehr vorzeitige Todesfälle verantwortlich als Überschwemmungen, Hurrikane und Tornados zusammen, doch liegt die Zahl der hitzebedingten Todesfälle nach wie vor weit unter der Zahl der Menschen, die in den Vereinigten Staaten und weltweit jedes Jahr durch extreme Kälte ums Leben kommen. Forschungsergebnisse belegen eindeutig, dass kaltes Wetter jedes Jahr mehr Menschen tötet – je nach Studie 10- bis 17-mal mehr – als hohe Temperaturen. (Siehe die folgende Grafik:)

Kurz gesagt: Da die Temperaturen nicht extremer werden, kann der Klimawandel nicht für „gefährliche Hitze …, die mehr Teile des Landes als je zuvor heimsucht“ verantwortlich gemacht werden.

Trotz dieser grundlegenden Mängel bei der Zuordnung von extremer Hitze und hitzebedingten Todesfällen zum Klimawandel weist der Artikel doch einige positive Aspekte auf: vor allem die Empfehlungen, die er auf der Grundlage der Ratschläge der Federation of American Scientists (FAS) ausspricht. Die FAS empfiehlt beispielsweise, Klimaanlagen in Schulbussen vorzuschreiben und Kühlmaßnahmen zu verlangen, wenn bestimmte Schwellenwerte für die Innentemperatur überschritten werden, sowie von Kinderbetreuungseinrichtungen – und ich würde Pflegeheime und Rehabilitationseinrichtungen hinzufügen – zu verlangen, dass sie über Standards für die Innentemperatur und funktionierende Klimaanlagen verfügen, um eine Zulassung zu erhalten. Die FAS empfiehlt den Städten außerdem, Kühlzentren zu betreiben, Gesundheitschecks durchzuführen und sicherzustellen, dass kritische Infrastruktur wie Wasser-, Energie- und Verkehrseinrichtungen während extremer Hitzewellen betriebsbereit sind.

Die Öffnung geeigneter öffentlicher Einrichtungen für Obdachlose während Hitzeperioden und die Bereitstellung von Wasser, um Obdachlose, ältere Menschen, Mittellose und Personen, die aufgrund von Vorerkrankungen besonders anfällig für Hitzestress sind, mit Flüssigkeit zu versorgen, können ebenfalls dazu beitragen, die Schäden für diejenigen zu mindern, die täglich extremer Hitze ausgesetzt sind. Einige Städte bemühen sich darum, mehr Wohnraum für Obdachlose zu schaffen, was – sofern die neuen Unterkünfte klimatisiert sind – wesentlich dazu beitragen würde, hitzebedingte Todesfälle zu reduzieren.

Der Punkt ist: Extreme Hitze ist und war schon immer eine Tatsache des Lebens und führt nach wie vor zu vorzeitigen Todesfällen – der Klimawandel hat an dieser Tatsache überhaupt nichts geändert. Aber es gibt mittlerweile Möglichkeiten, die tägliche Belastung durch extreme Hitze zu minimieren und abzumildern – wobei Klimaanlagen und die öffentliche Bereitstellung von Trinkwasser die wichtigsten sind. Auf Letzteres hätte sich „Governing“ beschränken sollen. Hätte das Magazin dies getan, hätten sich die Leser nicht erst durch eine falsche Klimanarrative kämpfen müssen, bevor sie zum Teil mit den Empfehlungen gelangten – was Letztere glaubwürdiger gemacht und die Wahrscheinlichkeit erhöht hätte, dass der Artikel von vielbeschäftigten Menschen vollständig gelesen wird.

Link: https://climaterealism.com/2026/07/heat-is-a-problem-governing-but-climate-change-isnt-making-it-worse/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

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