WUWT, Gastbeitrag, THE MANHATTAN CONTRARIAN, Francis Menton
Ein Bericht aus USA, über den demokratisch regierten Stadtstaat New York. Ein guter Anlass, auch mal wieder die Strompreise in Europa zu sehen. – der Übersetzer
Hier in New York kandidiert unsere eher unbedeutende Gouverneurin Kathy Hochul für eine Wiederwahl. Immerhin hat sie bemerkt, dass New York ein teures Bundesland ist, insbesondere was die Energiekosten angeht, und dass die New Yorker darüber verärgert sind.
Die New Yorker haben allen Grund, sich über die Energiekosten zu ärgern. Laut dieser Grafik der US-amerikanischen Energieinformationsbehörde (EIA) mit den aktuellsten Daten für Juli 2026 lag der durchschnittliche Strompreis für Endverbraucher in New York in diesem Monat bei 29,9 Cent/kWh, verglichen mit einem nationalen Durchschnitt von 18,31 Cent/kWh. Die Kosten in New York stiegen damit um mehr als 14 % gegenüber 26,22 Cent/kWh im Juli 2025, während der nationale Durchschnitt gegenüber dem Vorjahreswert von 17,45 Cent/kWh nur um 4,9 % zulegte. Die New Yorker haben auch deshalb Grund zur Sorge, weil die höheren Strompreise größtenteils auf gezielte staatliche Maßnahmen zurückzuführen sind, die die Kosten in die Höhe treiben.
- USA: Am Günstigsten: Nevada mit 12,77 ct/kWh, California 33,61 ct/kWh
- Insselstaat Hawaii mit 48,00 ct/kWh, – siehe Link am Ende
- https://www.eia.gov/electricity/monthly/epm_table_grapher.php?t=epmt_5_6_a
Das Verrückte ist, dass Gouverneurin Hochul das Thema „Bezahlbare Energie“ zu einem zentralen Wahlkampfthema gemacht hat. Verrückt ist es vor allem deshalb, weil sie zwar behauptet, sich für mehr Bezahlbarkeit einzusetzen, gleichzeitig aber damit prahlt, genau die Politik beizubehalten und auszuweiten, die diese horrenden Kosten verursacht hat. Die Hauptverantwortung für New Yorks hohe Energiekosten trägt Kathy Hochul. Aber immerhin scheint dieses Thema der „bezahlbaren Energie“ unter vergleichbaren Umständen für Abigail Spanberger und Mikie Sherrill, die letztes Jahr in Virginia bzw. New Jersey kandidierten, funktioniert zu haben. Wenn die Wähler in Virginia und New Jersey darauf hereingefallen sind, vielleicht tun es die New Yorker ja auch.
Am 15. September startete Hochul ihre neueste Initiative zur „Bezahlbarkeit von Energie“ mit einer großen Pressemitteilung und einer Pressekonferenz. Ziel dieser Initiative ist es, einen Teil der höheren Energiekosten in New York abzufedern, indem Schecks und Rabatte an die Bevölkerung verteilt werden. Aus Hochuls Pressemitteilung:
„Während die Republikaner in Washington die Energie-, Benzin- und Lebensmittelpreise immer weiter in die Höhe treiben, werde ich mich unermüdlich dafür einsetzen, dass die New Yorker mehr Geld in der Tasche behalten“, sagte Gouverneurin Hochul. „Deshalb habe ich den Zugang zu unserem Programm für bezahlbare Energien erweitert – eine Maßnahme, die den Einwohnern im ganzen Bundesstaat jährlich bis zu 500 Dollar an Energiekosten sparen wird. Aktuell lassen sich 2,5 Millionen berechtigte New Yorker Geld entgehen, und ich setze mich mit aller Kraft dafür ein, dass sie weiterhin Strom haben und die Kosten niedrig bleiben, indem ich eine ressortübergreifende Initiative starte, um sie für dieses Sparprogramm zu gewinnen. “
Wie so oft bei New Yorker Politikern beschränkt sich deren Vorgehensweise darauf, die Bevölkerung mit einem Teil ihres eigenen Geldes zu bestechen. Daher wird dies zu einem Intelligenztest für die New Yorker: Können wir berechnen, ob die Gebührenzahler durch Hochuls Vorschlag profitieren oder benachteiligt werden?
Laut EIA verbraucht ein durchschnittlicher New Yorker Haushalt etwa 8000 kWh Strom pro Jahr. Der Unterschied zwischen dem durchschnittlichen Strompreis in New York und dem durchschnittlichen Preis im Rest des Landes beträgt 11,59 Cent/kWh. Das bedeutet, dass ein durchschnittlicher New Yorker Haushalt jährlich über 900 Dollar mehr für Strom zahlt, als er zahlen würde, wenn unsere Preise dem nationalen Durchschnitt entsprächen. Nun bietet unsere großzügige Gouverneurin einen Rabatt von bis zu 500 Dollar für 2,5 Millionen Haushalte (von insgesamt etwa 8 Millionen) an. Mal sehen, ob wir dadurch einen Vorteil oder einen Nachteil haben. (Welcher Betrag ist höher: 900 Dollar für jeden der 8 Millionen Haushalte oder bis zu 500 Dollar für jeden der 2,5 Millionen Haushalte?)
Und dann ist da noch die Frage, warum die Strompreise in New York so viel höher sind als in anderen Bundesstaaten. An der Geografie kann es nicht liegen – beispielsweise lag der Durchschnittspreis im angrenzenden Pennsylvania im Juli bei 21,72 Cent/kWh, ganze 27 % niedriger als unser Durchschnittspreis. Betrachtet man die Grafik der EIA zu den durchschnittlichen Strompreisen nach Bundesstaat, so zeigt sich eine bemerkenswerte (wenn auch nicht perfekte) Korrelation zwischen republikanisch regierten Bundesstaaten (niedrige Preise) und demokratisch regierten Bundesstaaten (hohe Preise).

https://www.governor.ny.gov/news
Betrachten wir nun einige der wichtigsten Energiepolitiken New Yorks, die die Strompreise in die Höhe treiben. Da ist zunächst der Climate Leadership and Community Protection Act von 2019 (CLCPA). Die Bestimmungen dieses Gesetzes erhöhen die Verbraucherkosten auf vielfältige Weise. Erstens schreibt das Gesetz vor, dass bis 2030 70 % des Stroms aus erneuerbaren Energien stammen müssen. Diese Bestimmung macht es unmöglich, neue und effizientere Gaskraftwerke zu bauen oder bestehende, ineffiziente Gaskraftwerke so umzurüsten, dass sie mit deutlich weniger Brennstoff die gleiche Strommenge erzeugen. Zweitens wurden zwar erhebliche Mengen an Wind- und Solarenergieanlagen errichtet, um die 70-%-Vorgabe zu erfüllen, da diese jedoch nur intermittierend arbeiten, müssen alle alten Gaskraftwerke weiter betrieben werden. So zahlen wir letztendlich für zwei redundante Stromerzeugungssysteme anstatt für eines. Drittens befinden sich die neuen Wind- und Solaranlagen zudem an abgelegenen Standorten, was einen erheblichen zusätzlichen und teuren Aufwand für die Übertragung erfordert, der sich letztendlich in den Strompreisen niederschlägt.
Und dann gibt es noch die Regionale Treibhausgasinitiative (RGGI). RGGI ist ein Abkommen zwischen elf nordöstlichen Bundesstaaten der USA, das Treibhausgasemittenten (z. B. Kraftwerke) dazu verpflichtet, für jede emittierte Tonne CO₂ Zertifikate zu erwerben. Die Anzahl der Zertifikate sinkt jährlich, wodurch der Auktionspreis steigt. Dieser Preis ist von 2,53 US-Dollar pro Tonne im Jahr 2017 auf 37,65 US-Dollar pro Tonne in der letzten Auktion dieses Monats gestiegen. Die Kosten für die Zertifikate schlagen sich letztendlich in den Strompreisen nieder. Kurz gesagt: Dieses Programm hat zum Ziel, die Strompreise gezielt in die Höhe zu treiben.
Die Anzahl dieser „Zuschüsse“ für das Haushaltsjahr 2026/27 ist auf 25.356.513 festgelegt. Bei einem Preis von 37,65 US-Dollar pro Zuschuss bedeutet dies, dass der Staat die Stromrechnungen der Endverbraucher um fast eine Milliarde US-Dollar pro Jahr erhöht. Geteilt durch die Anzahl der Haushalte ergibt das etwa 120 US-Dollar pro Haushalt und Jahr, was etwa 5 % der gesamten Stromrechnungen der Verbraucher entspricht. Und sofern die Struktur des RGGI nicht geändert wird, dürfte dieser Wert mit ziemlicher Sicherheit steigen.
Am 5. August finalisierten zwei Behörden des Bundesstaates New York, das Umweltministerium (Department of Environmental Conservation) und die Energiebehörde (Energy Research & Development Authority), die Bestimmungen zur Umsetzung des RGGI-Abkommens in New York. In einer Pressemitteilung vom selben Tag gaben die Behörden an, dass New York bis dahin insgesamt 2 Milliarden US-Dollar aus den Auktionserlösen des RGGI-Programms erhalten habe. Sie erklärten jedoch, dass sie das Geld für „Investitionen“ verwenden würden, die 12 Milliarden US-Dollar, also das Sechsfache, einbringen würden.
Die aktualisierte Obergrenze soll kostengünstige Emissionsreduktionen schneller erreichen und gleichzeitig die langfristige Verfügbarkeit von Zertifikaten im Rahmen des Programms sicherstellen. Die Nettoeinsparungen werden sich über die gesamte Laufzeit der Investitionen voraussichtlich auf fast 12 Milliarden US-Dollar (PDF) belaufen, was einem Nutzen von fast 6:1 bei bisherigen Investitionen von rund 2 Milliarden US-Dollar entspricht.
Es ist zu beachten, dass die 2 Milliarden US-Dollar an Einnahmen und die 12 Milliarden US-Dollar an „Leistungen“ sich ausschließlich auf die bisherigen Einnahmen beziehen. Die zukünftigen Einnahmen werden voraussichtlich deutlich steigen und sich bis zum Geschäftsjahr 2028/29 auf insgesamt 4,7 Milliarden US-Dollar belaufen.
Woher stammen also diese angeblichen 12 Milliarden Dollar an „Nutzen“, nicht jetzt, sondern angeblich über die gesamte Laufzeit der Programme, die mit den bisher ausgegebenen 2 Milliarden Dollar finanziert werden? Dazu gibt es keine verlässlichen Informationen. In einem Dokument mit dem Titel „New Yorks regionale Treibhausgasinitiative – Betriebsplanänderung für 2026“Die Behörden haben eine lange Liste von Einrichtungen und Programmen veröffentlicht, die entweder bereits hohe Finanzmittel aus dem Programm erhalten haben oder erhalten werden. (Das Dokument finden Sie im Blog meines Kollegen Roger Caiazza hier . Folgen Sie dort dem Link „Operating Plan Amendment“ in der ersten Zeile des Beitrags.) Dutzende Empfänger und Programme sind aufgeführt, viele davon erhalten über mehrere Jahre hinweg kumulativ Fördermittel in Höhe von mehreren zehn bis mehreren hundert Millionen Dollar. Hier einige Beispiele für größere Projekte: „Green Jobs Green New York (Fonds)“ – 517 Millionen Dollar; „Sauberer Verkehr“ – 450 Millionen Dollar; „UPA Efficiency and RE“ – 389 Millionen Dollar; „Retrofit Challenges“ – 464 Millionen Dollar; „Saubere Energiegemeinschaften“ – 144 Millionen Dollar. Und dies sind nur einige Beispiele für die größeren Fördersummen. Welche Einrichtungen erhalten diese enormen Summen genau, und wofür genau werden sie das Geld verwenden, um die versprochenen Vorteile zu erzielen? Über die zitierten kurzen Beschreibungen hinaus werden keine weiteren Details genannt.
Anders ausgedrückt: Es sieht ganz so aus, als wären hier riesige Geldsummen an befreundete, aber nicht namentlich genannte NGOs verteilt worden. Die Annahme, dass die bisher ausgezahlten 2 Milliarden Dollar den Gebührenzahlern 12 Milliarden Dollar an Vorteilen bringen werden, ist reine Spekulation ohne jegliche Grundlage. Sind durch die über 500 Millionen Dollar, die in den „Fonds für grüne Jobs“ geflossen sind, tatsächlich „grüne Arbeitsplätze“ entstanden? Versuchen Sie mal, welche zu finden. Was genau ist der „saubere Verkehr“, den wir angeblich für 450 Millionen Dollar bekommen sollen? Falls es jemand weiß, schweigt er.
Besitzen die New Yorker genügend Intelligenz, um zu durchschauen, dass sie mit Gouverneurin Hochuls Mantra von „erschwinglicher Energie“ hinters Licht geführt werden? Ich denke, wir werden es bei den anstehenden Wahlen erfahren. Aber seien wir ehrlich – die New Yorker Wähler werden diesen Test höchstwahrscheinlich nicht bestehen.
Zum Thema Hawaii lasen Sie auf Eike:
Strompreise in Europa

Wie groß die Unterschiede sind, zeigt ein Blick auf die aktuellen Daten: Im ersten Halbjahr 2025 kostete eine Kilowattstunde Strom in Ungarn 10,4 Cent, während Verbraucher in Deutschland mit 38,4 Cent fast das Vierfache zahlten. Deutschland führt damit die Liste der teuersten Stromländer Europas weiter an. Im Durchschnitt kostete die Kilowattstunde Strom im 1. Halbjahr 2025 in Europa 28,7 Cent.
https://strom-report.com/strompreise-europa/
















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Weil hier vom Geldverpulvern die Rede ist, habe ich die Ausgabepositionen des sogenannten Klima- und Transformationsfonds zusammengesucht (2026 = 34,8 Milliarden Euro einschließlich Verpflichtungsermächtigungen, davon 21 Milliarden CO2-Abgabe, 10 Milliarden Sondervermögen und Ausgabereste):
Zuschuss zu den Übertragungsnetzkosten (Netzentgelte): 6,5 Milliarden EuroNationale Wasserstoffstrategie: 900,6 Millionen EuroEnergetische Gebäudesanierung/Heizungstausch (BEG): 12,1 Milliarden EuroEntlastung stromintensiver Unternehmen (Industriestrompreis): 4,0 Milliarden EuroMaßnahmen zum Natürlichen Klimaschutz: 821,6 Millionen EuroDekarbonisierung der Industrie: 699,0 Millionen EuroKlimafreundliche Mobilität: 550,0 Millionen EuroNationale Klimaschutzinitiative („Klimaschutzprojekte“ vorwiegend von NABU und gleichgearteten NGO’s als Lohn für treue Dienste und zur Einsparung von zwölfzig Millionen Tonnen CO2 durch „Moorschutz“ u.ä.): 402,0 Millionen EuroSanierung kommunaler Einrichtungen (Sport, Jugend, Kultur): 358,1 Millionen EuroGlobale Minderausgabe: 2,6 Milliarden EuroWeitere Spezialprogramme (Halbleiter- und Mikroelektronik, internationale Klimaschutzinvestitionen, die Förderung von Energieeffizienz in der Wirtschaft sowie die Förderung von Nutzfahrzeugen mit alternativen Antrieben u.ä,)
Herr Nitschke, danke für diese präzise Aufschlüsselung des Klima- und Transformationsfonds (KTF).
Ihre Zusammenstellung legt die chronische Wunde der aktuellen Politik offen: Während gigantische Summen in bürokratischen Sonderstrukturen gebunden werden, verfällt die reale Infrastruktur unseres Landes.
Würde man diese 34,8 Milliarden Euro jährlich konsequent umleiten, ließen sich die Krisen in unseren Schulen und im Gesundheitssystem sofort lösen.
Der Sanierungsstau an deutschen Schulen wird auf rund 50 Milliarden Euro geschätzt.
Mit nur eineinhalb Jahresbudgets des KTF könnten wir jede Schule im Land kernsanieren, digitalisieren und den Lehrermangel stoppen.
Das verbleibende Geld würde ausreichen, um kollabierende Krankenhäuser zu retten und Pflegekräfte anständig zu bezahlen.
Das eigentliche Drama dieser Prioritätensetzung offenbart sich mit Blick auf die demografische Situation Deutschlands.
Unser Land altert rasant.
Eine schrumpfende Erwerbsbevölkerung kann ihren Wohlstand und ihre sozialen Netze nur aufrechterhalten, wenn sie eine intelligenzintensive Volkswirtschaft mit maximaler Wertschöpfung bildet.
Wenn weniger Köpfe da sind, müssen diese durch exzellente Bildung und technologische Spitzenleistungen pro Kopf umso produktiver sein. Das wertvollste Gut Deutschlands ist das Humankapital.
Leider tut die Politik derzeit das Gegenteil und vergeudet diese historische Notwendigkeit. Statt Ressourcen radikal in die Bildung der nächsten Generation zu investieren, werden Milliarden für ideologische Vorfeld-NGOs, Moorschutz und planwirtschaftliche Heizungssubventionen verpulvert. Man repariert mit astronomischem Aufwand die wirtschaftlichen Schäden, die man durch die künstliche Verteuerung der Energie zuvor selbst herbeigeführt hat.
Sodann vertreibt man jährlich über 200.000 bestens ausgebildete und leistungsorientierte Mitmenschen durch Zorn- und Frustakkumulation in die weite eigentumsbasierte Welt.
Dem Bürger wird über CO2-Abgaben massiv Kaufkraft entzogen, um sie anschließend nach bürokratischen Kriterien dorthin umzuverteilen, wo keine nachhaltige Substanz entsteht.
Wir leisten uns den nichtleistbaren Luxus, ein künstliches Klima-Korsett zu bedienen, während das reale Fundament für eine intelligenzintensive Zukunft – unsere Kinder und unsere medizinische Grundversorgung – systematisch ausgezehrt wird.
Ihre Auflistung liefert dafür den unumstößlichen Beweis.
Die Preis-Energie-Wohlstandssituation in Europa – Ein System im kritischen Zustand
Energiepreise verhalten sich in einer Volkswirtschaft exakt wie dissipative Strukturen in der Physik:
Sie regulieren den thermodynamischen Durchfluss von Werten und Gütern.
Wird dieser Kernpreis durch staatliche Eingriffe manipuliert, reagiert das Gesamtsystem nichtlinear. Um die gegenwärtige Situation in Europa zu verdeutlichen, kann man die physikalischen Flussgesetze mit den fundamentalen Gesetzmäßigkeiten von Kapital, Eigentum und Wertschöpfung zusammenführen.
Die thermodynamische Hierarchie – Wohlstandsschöpfung versus Umverteilung
Ein stabiler Fluss benötigt eine Quelle.
In einer Volkswirtschaft gilt das fundamentale Axiom:
Unternehmen schaffen Wohlstand, der Staat verteilt ihn lediglich um.
Unternehmen fungieren als die eigentlichen Triebkräfte, die unter Einsatz von Energie rohe Ressourcen in höherwertige Güter, Dienstleistungen und damit in realen Wohlstand transformieren.
Der Staat generiert selbst keine primäre Wertschöpfung; seine Wohlstands-Umverteilung (Infrastruktur, Sozialsysteme) ist ein nachgelagerter Prozess, der vollständig vom kontinuierlichen Durchfluss des unternehmerisch erzeugten Mehrwerts abhängt.
Wird die Quelle durch zu hohe Kernpreise (Energie) blockiert, versiegt der Fluss, den der Staat zu verteilen sucht.
Das evolutionäre Fundament – Rechtssicherheit und Eigentumsstrukturen
Damit ein komplexes, offenes System überhaupt komplexe Strukturen ausbilden kann, benötigt es stabile Leitplanken.
Ökonomisch ist dies eine verlässliche, rechtssichere Eigentumsstruktur.
Sie bestimmt die absolute Höhe von Innovation und Wohlstand.
Nur wenn Eigentumsrechte, Investitionen und die Früchte der Innovation langfristig rechtlich geschützt sind, lohnt sich das unternehmerische Risiko, Energie und Kapital in neue Technologien zu lenken.
Rechtssicherheit senkt den inneren Widerstand eines Wirtschaftssystems.
Fehlt sie oder wird sie durch sprunghafte, unvorhersehbare Regulierung (wie etwa rückwirkende Eingriffe in Energiemärkte oder unklare oder zu große Subventionsregeln) erodiert, kollabiert der Anreiz zur Innovation.
Das Gesetz des geringsten Widerstands – Kapital und Unternehmer als scheues Wild
Unternehmen und Kapital verhalten sich in einer globalisierten Welt exakt wie Ströme im Konstruktalen Prinzip: Sie fließen dorthin, wo der Widerstand im System am geringsten ist.
Kapital ist ein scheues Wild.
Es besitzt im Gegensatz zu staatlichen Institutionen eine extrem hohe Mobilität und sucht sich im globalen Geflecht irreversibel den Weg des leichtesten Zugangs.
Wenn ein Staat oder ein Kontinent wie Europa die Kernpreise für Energie durch Steuern, Umlagen und bürokratische Lasten künstlich hochhält, erhöht er den Reibungswiderstand für das Kapital massiv.
Die Folge ist keine sofortige Explosion, sondern ein nichtlinearer Abfluss: Das scheue Wild flieht – Investitionen, Schlüsseltechnologien und die energieintensive Industrie wandern geräuschlos in Regionen ab, die stabilere Rahmenbedingungen und günstigere Energie bieten (z. B. Nordamerika oder Asien).
Der systemische Widerspruch – Das Dilemma der erzwungenen Energietransformation
An diesem Punkt offenbart die aktuelle europäische Politik ihren tiefsten Systemfehler:
Die politisch erzwungene, planwirtschaftliche Energietransformation verhindert, begrenzt und vernichtet in Teilen realen Wohlstand.
Eine natürliche, konstruktale Evolution im Sinne Bejans würde bedeuten, dass ein System eine alte Struktur erst dann aufgibt, wenn die neue Struktur effizienter ist, also Energie leichter und günstiger fließen lässt.
Europa geht den umgekehrten Weg: Es schaltet funktionierende, hocheffiziente und abgeschriebene Energiequellen (Kernkraft, fossile Energieträger) aus ideologischen Gründen ab, bevor eine gleichermaßen grundlastfähige, bezahlbare und netzstabile Infrastruktur bereitsteht.
Der künstlich verknappte Fluss treibt die Brutto-Strompreise auf ein Niveau, das die europäische Industrie im internationalen Vergleich asymmetrisch benachteiligt.
Europa versucht derzeit, die unumstößlichen Gesetze der Thermodynamik und des Marktes durch politische Dekrete zu überlisten.
Die Quittung ist ein System im permanenten Alarmmodus.
Wenn die Kernpreise für Energie durch künstliche Verknappung und staatliche Abgabenlasten steigen, während gleichzeitig die Rechtssicherheit durch überbordende Bürokratie aufgeweicht wird, reagiert das System deterministisch:
Die wohlstandsschaffende Basis (die Industrie, die Unternehmer) weicht dem hohen Widerstand aus und wandert ab.
Mit ihnen gehen jährlich nur aus Deutschland über 200.000 bestausgebildete und bestmotivierte leistungsfähige Arbeitskräfte im besten Alter – damit ehemalige Bruttoeinzahler in die Sozialsystem (die Entropieminderer des Systems) – eine gigantisch falsche Anti-Remigration (Brain Drain). Und was strömt von außen nach, massenhaft – Zualimentierende.
Was bleibt, ist ein Staat, der immer weniger Wohlstand umverteilen kann, weil er die dissipative Struktur, die ihn speiste, durch mangelndes Systemverständnis irreversibel beschädigt hat, oder?
Danke, wenn doch unsere Politiker das auch mal wüßten und beherzigen würden.
Die Renaissance war eine europäische Kultur- und Epochenwende vom 14. bis zum 17. Jahrhundert, die den Übergang vom Mittelalter zur frühen Neuzeit markierte. Das französische Wort bedeutet übersetzt „Wiedergeburt“ – gemeint war damit die Wiederentdeckung und Wiederbelebung der antiken griechischen und römischen Kunst, Philosophie und Wissenschaft.
Die Merkel-Zeit mit der europäischen Union ist genau das Gegenteil und wird in der Geschichte als Untergang Europas gesehen.
Sie doch sicher schon einen Namen für diese misslungene Periode, oder?