Warum viele Energiewende-Gläubige nicht verstehen, daß sie widerlegt und trotzdem abgezockt wurden
von Edgar L. Gärtner
Wer wie wir bei EIKE versucht, dem breiten Publikum zu erklären, warum „Klimaschutz“ und „Energiewende“ nur Unheil bringen können, hat wohl schon die Erfahrung gemacht, dass selbst einfachste, lediglich auf der Arithmetik beruhende Sach-Argumente nicht ziehen. Ich vermute, dass hinter diesem Unverständnis unterschiedliche, wenn nicht gegensätzliche kulturelle Codes stehen. Der Begriff „Kultur“ steht meines Erachtens nicht für Luxus oder, wie Karl Marx es sah, für einen geistigen Überbau über der materiellen wirtschaftlichen Realität, sondern für die Logik, das Betriebssystem einer Gemeinschaft, die dem täglichen Zusammenleben von Menschen zugrunde liegen.
Zwar gibt es in der Umgangssprache verschiedene Begriffe von Kultur. Die einen halten für Kultur alles, das es in ihren Augen verdient, durch Steuergelder subventioniert zu werden. Manche sehen in CSD-Paraden oder im Auftreten von Drag Queens in Kinder-Tagesstätten ein Kulturelles Event. Andere betonen ihre kulturelle Exklusivität und halten die Volkskultur wie den so genannten gesunden Menschenverstand für ein Kennzeichen des rechten Populismus. Wieder andere erinnern an die Herkunft des Kulturbegriffs aus der Agrikultur und sind damit schon etwas näher am Kulturverständnis, das ich meinen Überlegungen zugrunde lege.
Kultur als Betriebssystem
Ich selbst sehe in der Kultur nicht, wie Karl Marx und Friedrich Engels behaupteten, einen geistigen, wenn nicht luftigen Überbau, der die materiellen Produktionsverhältnisse spiegelt, sondern im Gegenteil das Betriebssystem einer menschlichen Gemeinschaft, dessen Codes darüber entscheiden, was, wie und wo produziert und gehandelt oder ob wann gegen wen Krieg geführt wird. Wie der posthum als „rechts“ verunglimpfte bekannte deutsche Geschichtsphilosoph Oswald Spengler sehe ich die Weltgeschichte weder als Geschichte von Klassenkämpfen noch als Abfolge von Produktionsweisen und Produktionsverhältnissen noch als linearen Fortschritt von düsteren mythologischen Anfängen hin zur aufgeklärten Moderne, sondern als vergleichende Morphologie von Kulturen analog zur biologischen Morphologie. Die Kulturentwicklung hat m.E. Vorrang vor der politischen und ökonomischen Entwicklung. Gerade Deutschland bestand als kulturelle Entität schon etliche Jahrhunderte vor der politischen Reichsgründung durch Bismarck. (Etwas anders verlief die Entwicklung in Frankreich.) Spengler sah in der Weltgeschichte seit dem Altertum die zeitversetzte Parallelentwicklung von acht verschiedenen herrschenden Hochkulturen von der Geburt zu ihrer Blüte und danach über einen imperialistischen Endzustand (vergleichbar mit der Zivilisation des Imperium Romanum unter Kaiser Augustus) zu ihrem langsamen Abstieg in Richtung auf eine „Fellachen-Unkultur“.
Es geht mir hier nicht um die Übernahme von Spenglers Schema in Einzelnen, insbesondere nicht um seine negative Einschätzung von Judentum und Christentum, denn ich bleibe skeptisch gegenüber Spenglers Versuch, die Geschichte vorauszubestimmen. Allerdings übernehme ich die inzwischen empirisch gestützte Behauptung Spenglers, zwischen verschiedenen Kulturen könne es keinen echten Dialog, keine gegenseitige Befruchtung geben. Zwar räumte Spengler ein, zwischen fremden Kulturen könne es durchaus wirtschaftlichen Handel sowie diplomatische und künstlerische Beziehungen geben, aber ein wirklicher seelischer Austausch sei nicht möglich. Bildende Künstler, Musiker und Dramatiker wie Goethe könnten sich zwar von der Antike, dem Buddhismus oder dem Islam inspirieren lassen, aber das bedeute nicht, dass sie unter gleichen Formeln, Mustern und Worten auch dasselbe verstehen.
Es gibt allerdings auf der Welt nicht nur Hochkulturen, deren Entwicklungsmuster Spengler verglich, sondern bis in die jüngste Zeit auch noch archaische Stammeskulturen. Solche Kulturen waren vor der Entstehung der ersten Hochkulturen vor einigen Tausend Jahren über hunderttausend Jahre der Normalzustand des menschlichen Zusammenlebens. Stämme funktionieren nach einer eigenen Logik, wonach der Zusammenhalt und Fortbestand eines Clans oder Stammes wichtiger sind als die Wahrheit. Wie Stämme funktionieren, wissen wir von isoliert lebenden Stämmen in Papua-Neuguinea und Amazonien, die es geschafft haben, bis in die jüngste Zeit fortzubestehen. Auffällig ist die durchschnittlich kurze Lebensspanne und der hohe Prozentsatz von Stammesmitgliedern, die eines gewaltsamen Todes sterben. Der von „Aufklärern“ des 18. Jahrhunderts in die Welt gesetzte Mythos vom „edlen Wilden“ entspricht höchstens ausnahmsweise der Wirklichkeit.
Auch in scheinbar aufgeklärten modernen Gesellschaften halten sich Reste des Stammesdenkens und es besteht die Gefahr, dass wichtige Gruppen, wenn nicht die Mehrheit der Bevölkerung in die tribalistische Mentalität abgleiten. Das beobachten wir heute m.E. bei der rasanten Verbreitung verschiedener Formen der Woke-Ideologie, darin an vorderster Stelle der Glaube an die nahende vom Menschen verursachte Klimakatastrophe. M.E. zu Recht bezeichnete jemand die hinter der Errichtung der „Brandmauer“ gegen demokratische Vertreter von Alternativen stehende Mentalität als „Empörungs-Tribalismus“. Menschen glauben halt, solange ihnen das keine körperlichen Schmerzen verursacht, was sie glauben wollen.
Der Sonderweg des Westens
Das deutet an, dass es nicht leicht sein wird, die geistige Brandmauer gegenüber vernünftigen Alternativen zu überwinden. Die Europäer brauchten etliche Jahrhunderte, um von Familien-, Clan- und Stammesbanden abstrahieren zu lernen. Ausschlaggebend dafür war neben der Verbreitung der biblischen 10 Gebote und dem dahinter stehenden realistischen Menschenbild die Übernahme der Philosophien von Platon und Aristoteles sowie der Grundsätze des römischen Rechts im so genannten Mittelalter. Ich folge dabei der umfangreichen, über 900-seitigen Darstellung des heute u.a. an der Havard-University lehrenden Kultur-Anthropologen Joseph Henrich in seinem Buch „Die seltsamsten Menschen der Welt. Wie der Westen sonderbar und reich wurde“ (2020 bzw. 2026) über die Begründung des Reichtums der westlichen Welt in der ungewöhnlich „schrägen“ Psyche ihrer Bürger, die sich in „Verdrahtung“ und Chemie ihrer Hirne manifestiert. Das gilt vor allem für die vom Protestantismus geförderte Alphabetisierung, die nachweislich zur Verschiebung von Hirnzentren führt. Auch der römische Katholizismus hinterlässt in den Hirnen der Gläubigen bleibende Spuren. Das gilt vor allem für die Monogamie und das Verbot der Verwandtenehe.
Schon auf hirnphysiologischer Ebene wird die westliche Kultur, wie alle Kulturen, also von der Religion determiniert. Zwar kann eine Kultur überkommene Glaubenssysteme bereichern oder im Gegenteil pervertieren. Aber es gibt umgekehrt kein historisches Beispiel für die Geburt einer Religion aus einer entwickelten Kultur. Es ist immer die Religion, die einer Kultur vorausgeht. Religiosität und andere Formen der Transzendenz und nicht der intelligente Werkzeuggebrauch machen den eigentlichen Unterschied zwischen Mensch und Tier aus.
Ich bin freilich nicht der erste, der das extrakorporale Organ Kultur mit einem Computer-Betriebssystem wie MsWindows, MacOS oder Linux vergleicht. Wichtig erscheint es mir, kulturelle Codes auf dieser Ebene zu verorten. Denn damit wird deutlich, dass man sie nicht wie ein Programm oder eine App einfach auswechseln kann. Vor allem kann man auf einem Rechner nicht mit mehreren Betriebssystemen gleichzeitig arbeiten. Darauf läuft aber im übertragenen Sinn die Idee der multikulturellen Gesellschaft hinaus. Es kann eben im selben Raum keine Koexistenz zwischen gegensätzlichen Kulturen geben. Dabei stört in diesem Zusammenhang m.E. weniger die Tatsache, dass Christen und Muslime verschiedene Götter anbeten, sondern dass sie ein unvereinbares Verhältnis zum Tribalismus verkörpern. Es geht mir jetzt allerdings nicht darum, meine Leser zum biblischen Glauben zu bekehren. Wir sollten uns aber zumindest bewusst sein, dass die bis vor Kurzem so erfolgreiche westliche Kultur im Judentum und im Christentum wurzelt. Nur hier gibt es die Vorstellung, dass Gott die Welt als vernünftig geordnetes Ganzes geschaffen hat und dass die Menschen mithilfe von Beobachtung und Experiment sowie mit logischen Schlüssen in der Lage sind, diese Ordnung zumindest teilweise zu verstehen, auch wenn ihnen, so der maßgebliche mittelalterliche Kirchenlehrer Thomas von Aquin, das Verständnis des komplexen Ganzen verwehrt bleibt. Wir können, so der „Aufklärer“ Immanuel Kant, nicht das „Ding an sich“ erkennen, sondern nach Überzeugung des liberalen Ökonomie-Nobelpreisträgers Friedrich August von Hayek nur Muster von Entwicklungen in Natur und Gesellschaft vergleichen.
Demut als Markenzeichen christlicher Kultur
Aus dieser Erkenntnis folgt die Haltung der Ehrfurcht und Demut gegenüber Dingen und Verhältnissen, die größer sind als wir Menschen. Die Demut ist das Markenzeichen einer christlichen Kultur – auch bei Leuten, die zwar von einer christlichen Kultur geprägt sind, aber nie oder nur gelegentlich an Gottesdiensten und anderen frommen Kulthandlungen teilnehmen. Ich denke da an den französischen Literatur-Nobelpreisträger Albert Camus, der katholisch getauft und gefirmt wurde, sich aber später als Atheist bezeichnete. (Sein äußerst bescheidenes Grab auf dem Friedhof von Lourmarin im südfranzösischen Département Vaucluse bezeugt die demütige Haltung des Autors, die man auch in seinen Werken findet.) Fehlt diese Demut, kommt es zu verschiedenen Formen der Überheblichkeit und Wissensanmaßung wie der Überzeugung, das Klima durch die CO2-Reduktion mithilfe der „Energiewende“ steuern zu können oder der Illusion, unvereinbare kulturelle Betriebssysteme durch die unkontrollierte Masseneinwanderung kulturfremder Männer im wehrfähigen Alter vermischen und das euphorisch als „bunt“ feiern zu können. Der von der UNO eingesetzte „Weltklimarat“ IPCC bekam unverhüllt die Aufgabe, den wissenschaftlichen Diskurs über die Ursachen des Klimawandels durch die Verbreitung der „Treibhauslüge“ gleichzuschalten und die im Weltmaßstab ökonomisch erfolgreichste Kultur dafür verantwortlich zu machen, wie EIKE-Vizepräsident Dipl.- Ing. Michael Limburg in seinem neuen Buch und in seinem Beitrag zur 17. IKEK in Halle nachweist. Leider ist zu befürchten, dass er damit nur in der Kirche der „Klimaskeptiker“ predigt, weil selbst kritische Zeitgenossen das Dogma von der Klimaschädlichkeit des CO2 unhinterfragt akzeptieren und sich lediglich für effizientere Wege zu dessen Reduktion einsetzen.
Diese geistige Gleichschaltung ist ein Erbe des archaischen Tribalismus. Über viele Jahrtausende sicherten Stämme ihren Fortbestand durch die Opferung von Sündenböcken. In diese Rolle wurden in der Regel aus der Masse herausragende Individuen gedrängt. Der bis zu seinem Tode vor über einem Jahrzehnt an der renommierten kalifornischen Stanford University lehrende französische Anthropologe René Girard (den Henrich als Protestant nicht einmal zitiert!) hat dem Sündenbock-Mechanismus dicke Bücher gewidmet. Aktuell studieren kann man diesen Mechanismus in der tendenziell gewaltsamen Auseinandersetzung der (tribalistischen) Woke-Bewegung mit US-Präsident Donald Trump, der spontan zum Sündenbock auserkoren wurde. Wer könnte eine solche dem Gesetz wachsender Entropie folgende Bewegung besänftigen? Aus der europäischen Geschichte wissen wir: Die wegen ihrer Aggressivität gefürchteten Wikinger wurden erst friedlich, als ihr König Harald Blaubart sich um die erste Jahrtausendwende taufen ließ. Ohne den überragenden Einfluss des Christentums (in Verbindung mit der aristotelischen Logik und dem römischen Recht) ist der schwierige Prozess der Überwindung des Tribalismus durch die „seltsame“, d.h. weltweit einmalige europäische und amerikanische Kultur, den Henrich plastisch beschreibt, in der Tat nicht erklärbar. Weil die Herausbildung der neuen Kultur aber in jeder Hinsicht künstlich ist, kommt es leicht zu Rückfällen in die Stammeskultur.
Das Unheil beginnt mit der Französischen Revolution
Die jüngeren Rückfälle in die tribalistische Mentalität gehen alle auf die Französische Revolution zurück. Die jakobinische Gleichschaltung ist eine Form des tribalistischen Sündenbock-Mechanismus: Der fromme, gebildete und durchaus human und anständig gesonnene König Ludwig XVI. starb unter dem Jubel der Menge unter dem Fallbeil der Guillotine. Er wurde wie seine Ehefrau Marie-Antoinette und viele andere als Sündenbock geopfert, um Frankreich (vermeintlich) aus der Krise zu führen. Der ihm und seinen Getreuen u.a. zur Last gelegte Staatsbankrott mit galoppierender Inflation und Hungersnot ging indes nicht auf seine angebliche Bösartigkeit zurück, sondern war Folge wetterbedingter Missernten und der massiven finanziellen Unterstützung der demokratischen Revolution in Amerika durch die französische Krone. Selbst nach Ansicht des Atheisten Albert Camus steht Frankreich seither unter einem Fluch. Das Unheil droht aber wohl auch all jenen, die die blutigen Ausschreitungen der Französischen Revolution als Beginn der Moderne feiern. Das sind, nach diversen Umfragen, über 90 Prozent der Europäer. So erklärt sich m.E. die Leichtigkeit, mit der Europäer in die tribalistische Logik zurückfallen. Die „Große“ Französische Revolution erscheint heute nicht von ungefähr als eine Art Generalprobe für die kommunistische Oktoberrevolution in Russland und die Machtergreifung des Nazismus in Deutschland.
Nordamerika, insbesondere die USA hat demgegenüber den Rückfall in den Tribalismus, von Ausnahmen abgesehen, über längere Zeit vermeiden können. (Allerdings mit dem hässlichen Nebeneffekt, dass die europäischen Kolonisatoren mit der in Stämmen organisierten indianischen Urbevölkerung wenig anzufangen wßten.) Heute wird der in Amerika herrschende antitribalistische Konsens durch die inzwischen zunächst unter Intellektuellen aufgekommene Woke-Bewegung bedroht. Diese Bewegung beruft sich nicht zufällig auf antichristliche europäische Philosophen wie Michel Foucault. Die Jünger der Woke-Bewegung haben sich offenbar mit der Wahl ihres Feindbildes nicht geirrt, als sie die Devise „No King!“ zu ihrem Markenzeichen machten. Vielleicht ungewollt weisen sie damit darauf hin, dass die Vermessenheit ihrer politischen Forderungen, die die Gesundheit von Menschen und Natur dem angeblichen Klimaschutz unterordnen, in einem Königsmord wurzelt. Die Rolle der Guillotine übernehmen bei ihnen die berufliche Kaltstellung und soziale Ausgrenzung von Kritikern, die der Wahrheit verpflichtet sind. Sicher wird es nicht möglich sein, die Uhr bis vor die Französische Revolution zurückzudrehen, um zu einer vernünftigeren Politik zurückzukehren. Es wird aber nach diesem Überblick verständlich, warum libertäre Kritiker der postmodernen Energie- und Migrationspolitik wie Hans-Herrmann Hoppe mit Formen der Monarchie sympathisieren. Denn es erscheint wenig wahrscheinlich, den Irrweg der „Klimapolitik“ auf rein parlamentarischem Weg verlassen zu können.
Kurz: Wer die Energiewende allein als technisches oder ökonomisches Problem begreift, unterschätzt ihre geistige Dimension. Sie ist vielmehr Ausdruck eines kulturellen Betriebssystems, das sich von Realismus, Maß und Demut entfernt hat und stattdessen in moralischer Selbstgerechtigkeit nach Sündenböcken sucht. Eine Rückkehr zu Vernunft in der Klima- und Energiepolitik setzt daher mehr voraus als bessere Zahlen oder neue Gutachten: Sie verlangt die Wiedergewinnung jener geistigen Haltung, die den Westen einst stark machte — die Einsicht in die Grenzen menschlicher Erkenntnis und Macht. Ohne diese Demut wird die Politik weiter versuchen, das Klima zu steuern, während sie die Grundlagen der eigenen Kultur zerstört.















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Daß in der Demokratie alle Schandtaten möglich sind, zeigt nicht nur die Gegenwart. Es waren die Sozialisten in der SPD und die Liberalisten in der FDP, die das Abtreibungs-„Recht“ installierten. Für die Zerstörung der Moral war schon zuvor das ZDK- Zentralkomitee der Deutschen Katholiken hilfreich mit seinem Aufstand gegen die „Pillenenzyklika“ Donum Vitae von Paul VI.
Seit 1976 sind an die 15 Millionen Kinder abgetrieben worden, die heute anstandslos die Rentenumlagekasse füllen würden. Für diese Zahl stehen ein Herr Fiala und ein deutscher Professor, dessen Namen ich nicht mehr weiß. Hat je ein Monarch seine Untertanen ermuntert, Künftige zu verhüten oder abzutreiben?
Der Westen ist in Mathematik abgestürzt, siehe TIMMS-Studie und PISA-Studie.
Lesen können sie auch nicht!!
Was ist, wenn der Winter immer länger dauert? Die „Kleine Eiszeit“ brachte den Menschen nach dem Mittelalter für Jahrhunderte Not und Elend. Die Schuld gab man den Hexen…
2010_12_15
https://www.welt.de/geschichte/article11639867/ Was-ist-wenn-der-Winter- immer- laenger- dauert.html
Klimawandel_
Schon zur Kleinen Eiszeit gab es Fake News
Zu Beginn der Neuzeit wurden in Europa „Hexen“ verbrannt, weil man sie für schlechtes Wetter verantwortlich machte. Tatsächliche Ursache war die Kleine Eiszeit: Ein Klimawandel in Europa, aus dem wir viel für heute lernen können.
2022_01_14 https://www.br.de/nachrichten/wissen/klimawandel-schon-zur-kleinen-eiszeit-gab-es-fake-news,SuOEOwH
Älter als Ötzi
Wissenschaftler bergen 6000 Jahre alte Zirbe aus dem Gletschervorfeld der Pasterze
2015_06_26
https://http://www.uni-graz.at/de/neuigkeiten/aelter-als-oetz/
Erderwärmung bescherte Römischem Reich fette Jahre
Olivenbäume, Weinreben und anderes, was man eher aus wärmeren Regionen kennt, warf vor 2000 Jahren auf britischem Boden Erträge ab. Tacitus (58-117), der so akkurate römische Historiker, hat es der Nachwelt überliefert.
2019_09_25
https://www.welt.de/geschichte/article149773123/ Erderwärmung-bescherte-Roemischem-Reich- fette-Jahre.html
Im Mittelalter wuchsen in Deutschland Zitronenbäume.
In England wurden ebenfalls Wein und Olivenbäume angebaut. Es war wärmer als heute, Mittel- und Nordeuropa hatte seine Blütezeit! TERRA-X
2023_08_26
24.50min-25.50min
https://www.zdf.de/dokumentation/terra-x/wein-eine-geschichte- durch-die-jahrtausende-doku-100.html
Trotz einer Verfügbarkeit von Informationen über die Realität, wie sie es noch nie gab, sind die meisten Menschen verwirrter als mehrheitliche Analphabeten des Mittelalters. Ich glaube nicht, dass man Menschen vor einigen hundert Jahren Störungen der Fruchtbarkeitsentwicklung als mit Klamauk zu bejubelnde Eigenschaft hätte andrehen können oder einen Bestandteil der Luft, von dem der Erfolg der Ernte abhängt, sogar als etwas, das es zu vermeiden gilt. Sicherlich konnte man im Mittelalter Menschen irgendetwas unterjubeln, worüber sie unwissend waren, aber nicht solchen überaus offensichtlichen Schwachsinn.
Danke erneut ein guter Text mit vielen Wendungen, die zum diskutieren einladen, fangen wir mal an, ich mache Stockpicking:
Ein brillanter Vergleich, Herr Gärtner – nur täuschen Sie sich leider in Karl Marx. Er würde Ihrer Metapher vom „Betriebssystem“ heute sofort zustimmen.
Kultur war für Marx nie „luftig“, sondern genau das: Eine unsichtbare Software, die steuert, wie eine Gesellschaft produziert, handelt und Kriege führt. Ihr Denkfehler liegt woanders: Ein Betriebssystem fällt nicht vom Himmel. Marx würde Sie trocken fragen: Wer hat den Quellcode geschrieben?
Für Marx ist Kultur die Software derer, denen die Hardware – die Produktionsmittel – gehört. Sie glauben, das Betriebssystem erschafft die Wirtschaft. In Wahrheit schreibt die Wirtschaft das Betriebssystem, um reibungslos zu laufen. Sie grenzen sich also nicht von Marx ab, Sie haben ihn nur unabsichtlich unvollständig kopiert. Nicht in allen Analysen lag Marx falsch.
Spenglers These von den isolierten Kulturen scheitert krachend an der Entstehung der USA.
Die USA sind das größte Labor kultureller Verschmelzung der Moderne. Millionen Menschen aus unterschiedlichsten europäischen Kulturen – mit eigenen Sprachen, Religionen und Traditionen – sind dort zu einer völlig neuen Nation zusammengewachsen. Das war kein bloßer diplomatischer Austausch, das war eine tiefgreifende kulturelle Metamorphose.
Und hier schließt sich der Kreis zu unserem vorherigen Punkt mit Marx: Was hat diese verschiedenen Kulturen so tiefgehend verschmolzen? Es war die gemeinsame materielle Basis. Das Versprechen von Privateigentum, freiem Unternehmertum und rechtlicher Gleichheit hat ein neues, eigentumsbasiertes Wirtschaftssystem geschaffen. Diese ökonomische Basis hat die alten europäischen Kulturen umprogrammiert und zu einer grandiosen neuen Einheit verschmolzen. Spengler übersah, dass eine starke wirtschaftliche Basis jede vermeintlich starre Kultur neu codieren kann.
Ihr religiöser Determinismus ist historisch und ökonomisch widerlegt. Der Sonderweg des Westens zum Reichtum war kein theologisches Privileg, sondern das Ergebnis funktionierender Institutionen: sichere Eigentumsrechte, römisches Recht und eigentumsbasiertes Wirtschaften.
Dass dieser Wohlstandsmotor absolut kultur- und religionsunabhängig funktioniert, zeigt ein Blick nach Asien. Japan, Südkorea, Taiwan und die gigantische Wohlstandsexplosion Chinas nach 1978 basieren nicht auf der Bibel, dem Protestantismus oder einer westlichen Hirnverdrahtung. Sie basieren auf der Einführung von Eigentumsrechten und Marktstrukturen.
Und hier schließt sich wieder der Kreis zu Marx: Die ökonomische Basis (das Eigentumsrecht) formt den Überbau (das Verhalten der Menschen) – nicht umgekehrt. Ihr Vergleich mit dem Betriebssystem hinkt gewaltig: Das moderne Eigentumsrecht ist kein exklusiv westliches Windows, sondern das universelle Internet-Protokoll der Weltwirtschaft. Jede Kultur kann sich darin einwählen und Wohlstand generieren, ganz ohne christliche Taufe.
Wenn ich Ihren Parforceritt durch die Jahrhunderte auf den soziologischen Kern reduziere, berühren Sie einen entscheidenden Punkt: Jede radikale historische Umwälzung benötigt eine kollektivistische Mission.
Ob Jakobinismus, Sozialismus, Nationalsozialismus, Maoismus oder der heutige, staatsdirigistische Ökosozialismus – das Muster ist immer identisch.
Diese Bewegungen brauchen eine quasi-religiöse Weltanschauung und das Konstruieren von Sündenböcken, um die Bevölkerung emotional zu mobilisieren.
Vor allem aber dient diese Mission dazu, wirtschaftliche Fehlläufe und Wohlstandsverluste ideologisch zu übertünchen. Die Menschen sollen im Hier und Jetzt Opfer bringen (sei es für die Nation, die Klasse oder das Weltklima), während die Politik per „revolutionärer Aktion“ die Wirtschaft steuert.
Aber anstatt nun mit Hoppe von der Monarchie zu träumen, sollten wir lieber nüchtern analysieren, was diesen kollektivistischen Fieberträumen historisch immer das Genick gebrochen hat: die ökonomische Realität.
Und damit sind wir wieder bei Marx und dem Eigentumsrecht.
Jedes System, das die reale ökonomische Basis – also funktionierende Märkte, verlässliches Recht und sicheres Privateigentum – zugunsten einer kollektiven Planwirtschaft zerstört, scheitert am Ende an der Realität.
Die Energiewende wird nicht durch eine Rückkehr zum vorrevolutionären Denken korrigiert, sondern schlicht dadurch, dass das kollektivistische Betriebssystem des Ökosozialismus an den physikalischen und wirtschaftlichen Gesetzmäßigkeiten der Realität zerschellt.
Das eigentumsbasierte, freie Wirtschaften ist am Ende immer stärker als jede ideologische Mission.
In der Diagnose des Phänomens und der moralischen Selbstgerechtigkeit moderner Politik sind wir uns also gar nicht so uneinig – nur die therapeutischen Schlüsse, die wir daraus ziehen, könnten kaum unterschiedlicher sein. Genau das macht einen guten, produktiven Streit aus, oder?
Danke für diesen anspruchsvollen Text.
Lieber Herr Lange, Sie deuten ja selbst an, dass wir in etlichen Punkten gar nicht so weit voneinander entfernt sind. Ich habe nie verheimlicht, dass ich marxistisch sozialisiert bin. Ein Blick auf meinen Wikipedia-Eintrag (der nicht von mir stammt) offenbart das ohne Mühe. Ich würde auch nicht abstreiten, dass Marx manches richtig gesehen hat. Sein Hauptfehler war in meinen Augen sein materialistischer Ansatz. Als Biologe habe ich mich im Laufe meines Lebens vom Materialismus entfernt, um den Fakten keine Gewalt antun zu müssen. Die Ordnung des Lebenden ist m.E. materialistisch nicht erklärbar. Das gilt auch für die menschliche Gesellschaft. Wer im Menschen lediglich ein besonders intelligentes Tier sieht, ordnet das Recht oder die Religion anders zwischen Basis und Überbau ein als jemand, der im Menschen in erster Linie ein zur Transzendenz fähiges Lebewesen sieht. Transzendenz gibt es auch außerhalb des Christentums, insbesondere im konfuzianischen Ahnenkult. Deshalb sind durchaus punktuelle Überschneidungen möglich, auch wenn der Konfuzianismus und die davon beeinflusste Ideologie der chinesischen Kommunisten insgesamt kaum mit dem Christentum vereinbar ist. Es gibt da sicher viele offene Fragen: Ist das in den biblischen 10 Geboten enthaltene Recht auf Privateigentum lediglich aus dem Gewohnheitsrecht entstanden oder musste es durch Moses und andere Propheten verkündet werden? Die biblische Geschichte vom Goldenen Kalb spricht m.E. eher für Moses.
„Ist das in den biblischen 10 Geboten enthaltene Recht auf Privateigentum lediglich aus dem Gewohnheitsrecht entstanden oder musste es durch Moses und andere Propheten verkündet werden?“
Wie verroht muss eine Gesellschaft sein, der man per Gesetz verordnen muss, dass Stehlen, Lügen, Töten schlecht ist? Oder wurde durch Formulierung von Gesetzen das Amt des Richters geschaffen?
Die sind ein besonders abscheulicher Auswuchs jeder hierarchisch organisierten Gesellschaft. Ihr Trachten ist, Macht und Kontrolle auszuüben, natürlich gegen Bezahlung.
Wer mehr bezahlt, kriegt Recht. Das ist bis heute gleich geblieben.
Marx hat den Kapitalismus aus meiner Sicht genau analysiert .Nur hat er nicht voraussehen können,das Menschen auch im Sozialismus nicht so funktionieren wie er gedacht hat.
Ich wollte sagen: Spontan war die Anbetung des Goldenen Kalbs, nicht die Erklärung der 10 Gebote.
Ihr Kommentar sollte vervielfältigt werden. Wenn ich mich richtig erinnere, war die Abschaffung des Eigentums an Produktionsmitteln das Hauptziel des Marxismus. Dieses Ziel wurde in der DDR weitgehend erreicht und nicht wie in China korrigiert. Der Erfolg war die Vernichtung der unternehmerischen Kreativität und Risikobereitschaft, die in Verantwortungslosigkeit, Desinteresse, Abweisung der Realität, Verstrickung in offensichtliche Lügen und Diktat einer Ideologie, die sogar Lehren ihres Namensgebers ignorierte. Letztendlich verursachte die Verurteilung des Debuggers zum Schweigen zum Absturz des Betriebsystems. Entstandene Ähnlichkeiten mit dem derzeitigen Zustand Deutschlands sind nicht zufällig. Trotz, dass es unter anderen kulturellen/religiösen Bedingungen ebenfalls zu Wohlstand gekommen ist, könnte in Deutschland eine Besinnung auf die eigene religiöse Herkunft nicht schaden: „Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege.“ oder „Du sollst nicht falsch Zeugnis …“.
Die MSM sind alle links, extrem links. Und der Glaube an den Klimauntergang ist auch links. Das bewirkt, daß viele zunächst neutrale Junge ebenfalls ins linke Lager gezogen werden. Und alle Linken leben eben in einer erdachten Traumwelt, die erst zerplatz, wenn alles Geld der anderen ausgegeben ist und nichts mehr da ist, es jemandem wegzunehmen.
Natürlich nimmt die Bedeutung der MSM laufend ab, weil viele doch auch selbst denken und die Permapropaganda immer mehr durchschauen. Aber der MSM-Einfluß ist nach wie vor der größte politische Meinungsbildner.
Die MSM haben ein einziges Adjektiv, mit dem sie erreichen, alle ins schräge Licht zu rücken, die nicht auf ihrer Linie sind, und das lautet „umstritten“. Wer einmal von den MSM als umstritten apostrophiert wurde, dem wird irgendwie die mediale „Zurechnungsfähigkeit“ entzogen. Und wenn einmal ein Medium wen als umstritten lanciert hat, übernehmen es alle anderen linken automatisch und direkt.
Auf diese Weise werden alle attackiert, die an der Lieblingsformulierung der MSM rütteln wollen, und die lautet „das klimaschädliche CO2“ …
Ja, sie haben es auf den Punkt gebracht . Der Artikel ist meiner Meinung nach etwas zu ausschweifend , theoretisierend und ermüdend.
Und „Klimaneutralität bis 2045“ ist zum verfassungsrechtlichen Staatsziel festgeschrieben, ein Orwellscher Neusprech von „1984“.
Der Vergleich der Kultur mit einem Betriebssystem ist ein interessanter Gedanke. Auf meinem Rechner läuft sowohl Windows als auch Linux. Aber natürlich nicht gleichzeitig, sondern wahlweise nur eines. Beides zusammen kann nicht gehen, das würde nur Konflikte, Chaos und gegenseitige Blockade erzeugen. Da helfen dann auch so beschönigende Worte wie ‚Vielfalt‘ und ‚Buntheit‘ nicht weiter.
Der Gedanke der Demut ist auch ganz wichtig. Die geht offenbar als Langzeit-Folge der Aufklärung verloren. Ich bin auch kein dogmengläubiger Kirchen-Anhänger. Aber wenn das Gefühl dafür verloren geht, dass der Mensch sich innerhalb einer größeren Ordnung bewegt, die sich seinem Einfluss entzieht, entsteht eine geistiges Vakuum, das letztlich beliebig gefüllt werden kann. Der Mensch fängt dann an, sich selber, d.h., seine an die Zeit und die Umstände gebundenen Auffassungen als Maß aller Dinge zu betrachten. Dann kommt so etwas heraus wie die Vorstellung, dass jeder sich sein Geschlecht unter 793 Varianten selbst auswählen könnte. Oder dass man die eigene Meinung verabsolutieren könnte, so dass jeder, der anders denkt, zum moralisch verwerflichen Sündenbock wird.
Was früher ‚Gott‘ war, wird nun ersetzt durch Hypermoral, nur dass man letztlich selber definiert, was moralisch ist und was nicht. Dann spielt der Gutmensch selber Gott.
Die Halbgötter in Weiß wurden von den Halbgöttern in Grün abgelöst.
Zitat: „Vor allem kann man auf einem Rechner nicht mit mehreren Betriebssystemen gleichzeitig arbeiten.“
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Da muß ich als IT Mensch leider jetzt endlich widersprechen, weil das offenbar auch in einigen Kommentaren geglaubt wird. Es ist im Gegenteil durchaus möglich, und deswegen halte ich es auch für einen schlechten Vergleich bei den oben beschriebenen Problemen und Positionen. Man kaufe sich eine VMWare Workstation, oder installiere die kostenlose Virtualbox, dann kann man eine große Zahl von Windows- und Linux-Betriebssystemen gleichzeitig auf einem Rechner laufen lassen, begrenzt nur durch die Menge des vorhandenen RAM, und der Power des/der vorhandenen Prozessors/Prozessoren.
Ich würde im obigen Artikel daher lieber andere Vergleiche bemühen, wie z.B. daß Vögel und Fische nicht in derselben Umgebung leben können, sondern sich an ihre Umgebung angepaßt haben. Mit den menschlichen Kulturen ist es ähnlich, sie haben sich ihrer Umgebung und ihrer Geschichte angepaßt, und man kann wohl integrationswillige Einzelobjekte migrieren, aber nicht ganze Kulturen vermischen. Letzteres führt zum Untergang aller Beteiligten, und manchmal beschleicht mich das Gefühl, als ob so etwas von jemand gewollt wäre. 😉
Lieber Herr Hermann, ich habe nicht behauptet, man könne nicht parallel mit verschiedenen Betriebssystemen arbeiten. Das tue ich auch selbst, indem ich Mac-, Windows- und Linux-Rechner benutze. Ich kann mir auch vorstellen, dass man verschiedene Betriebssysteme auf einem Rechner nutzen kann. Aber man kann die Betriebssysteme nicht vermischen, sondern muss zwischen ihnen umsteigen. In Zukunft wird das vielleicht gar nicht mehr nötig sein. Es ging mir auch nur darum zu zeigen, dass die Vermischung verschiedener Kuluren schwierig bis unmöglich ist.