Die weltweite Waldbrandaktivität ist auf dem tiefsten Stand seit Jahren – warum suggerieren die Medienberichte dann eine Krise?
Jeder Sommer scheint nach dem gleichen vorhersehbaren Medienszenario abzulaufen.
Irgendwo in Nordamerika brechen Waldbrände aus. Der Rauch zieht Hunderte oder sogar Tausende von Meilen weit. Es werden Luftqualitätswarnungen ausgegeben. Fernsehsender füllen den Bildschirm mit dunstigen Skylines. [Hervorhebungen und Links hinzugefügt {vom Blog-Admin}]
Noch bevor die Ermittler überhaupt festgestellt haben, wie die Brände entstanden sind, beginnen die Schlagzeilen bereits, den Rauch mit dem Klimawandel in Verbindung zu bringen.
Bei den aktuellen Bränden in Frankreich und Spanien ist es natürlich genauso. A. d. Übers.
Auch in diesem Jahr war es nicht anders.
Als sich der Rauch der kanadischen Waldbrände über Teile des Mittleren Westens und des Nordostens ausbreitete, verlagerte sich ein Großteil der Berichterstattung schnell von der Darstellung der Brände hin zu deren Darstellung als Beweis für eine sich verschärfende Klimakrise.
Dabei wurde jedoch oft eine entscheidende Tatsache außer Acht gelassen: Viele der für den Rauch verantwortlichen Brände wurden durch Blitzeinschläge ausgelöst – eine natürliche Ursache, die es schon so lange gibt wie es Wälder gibt.
Blitze sind nichts Neues. Von vorherrschenden Winden verwehte Rauchwolken sind nichts Neues. Neu ist jedoch die zunehmende Tendenz, jeden rauchverhangenen Himmel als Beweis für den Klimawandel zu werten.
Dieser unlogische Schluss lässt sich nicht durch Beweise stützen.
Eine der eindrucksvollsten Grafiken, die ich je gesehen habe, zeigt etwas, das Sie in den Nachrichten wahrscheinlich noch nicht gesehen haben. Daten des Global Wildfire Information System der Europäischen Kommission zeigen, dass im Jahr 2026 die kumulierte Brandfläche in ganz Amerika die geringste seit mindestens einem Jahrzehnt war.
Eine zweite Grafik auf der Basis der gleichen globalen Datenbank zeigt, dass alle bewohnten Kontinente in diesem Jahr unter ihrem jüngsten Durchschnitt bei der verbrannten Fläche liegen, wobei Afrika, Amerika und Europa Rekord-Tiefstände verzeichnen.
Das sind bemerkenswerte Zahlen. Sie bedeuten nicht, dass Waldbrände verschwunden sind oder dass Rauch kein ernstes Problem für die öffentliche Gesundheit darstellt. Sie zeigen jedoch, dass sich das Gesamtbild der Waldbrände stark von dem unterscheidet, das oft in den täglichen Nachrichten gezeichnet wird.
Wenn die weltweit verbrannten Flächen ungewöhnlich gering sind, warum gibt es dann so viele Berichte, die von einer eskalierenden Waldbrandkrise sprechen und diese auf den Klimawandel zurückführen?
Ein Teil der Antwort liegt darin, wie wir Nachrichten konsumieren. Reporter berichten naturgemäß über Brände, die gerade wüten, und nicht über Wälder, in denen es nicht brennt. Dramatische Bilder von rauchverhangenen Städten ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Karten, die unterdurchschnittlich große Brandflächen zeigen, tun dies selten.
Das Ergebnis ist eine Art Selektionsverzerrung: Die Öffentlichkeit sieht ständig aktuelle Katastrophen, erhält aber kaum Hintergrundinformationen zu längerfristigen Trends. Es ist eine Abwandlung des alten Nachrichtenmotto: „If it bleeds, it leads.“
Die Historie verschafft noch weitere Perspektiven.
Eine weitere aufschlussreiche Grafik stammt aus einer von der Royal Society veröffentlichten Brandstudie. Auf der Grundlage von Daten aus mehr als 800 Standorten mit Brandspuren im Westen Nordamerikas zeigt sie, dass große Waldbrände vor 1900 wesentlich häufiger auftraten als heute.
Die Brandaktivität nahm mit Veränderungen in der Landbewirtschaftung, der Viehweidewirtschaft, den Siedlungsmustern und der organisierten Brandbekämpfung ab. Mit anderen Worten: Die heutigen Wälder brennen nicht in einem historisch beispiellosen Ausmaß.
Die wissenschaftliche Fachliteratur im weiteren Sinne bestätigt dies. Kapitel 12 des Sechsten Sachstandsberichts des IPCC kam zu dem Schluss, dass die Zuverlässigkeit der beobachteten globalen Trends hinsichtlich der Brandwetterbedingungen und der verbrannten Flächen gering ist.

Die gelb hervorgehobenen Themen zeigen, dass der Klimawandel weder jetzt noch in Zukunft mit diesen Wetterereignissen in Zusammenhang steht. Quelle
Der IPCC berichtet zudem mit hoher Sicherheit, dass die weltweit von Bränden betroffene Landfläche in den letzten Jahrzehnten zurückgegangen ist. Das ist eine weitaus vorsichtigere Einschätzung, als viele Medienberichte vermuten lassen.
Das bedeutet jedoch keineswegs, dass das Klima keinen Einfluss auf das Verhalten von Waldbränden hat. Das Wetter hat Brände schon immer beeinflusst, und sich ändernde klimatische Bedingungen können in einigen Regionen das Brandrisiko beeinflussen.
Waldbrände werden jedoch von vielen miteinander wechselwirkenden Faktoren angetrieben: Zündquellen wie Blitzeinschläge, Unfälle und sogar Brandstiftung, Wind, Luftfeuchtigkeit, Brennstoffansammlung, Insektenschäden, Waldbewirtschaftung, jahrzehntelange Brandbekämpfung und schlichtes Pech.
Wenn man jeden Waldbrand darauf zurückführt, dass er irgendwie durch den Klimawandel verursacht wurde, lässt man die meisten Faktoren außer Acht, die tatsächlich darüber entscheiden, wie ein Feuer entsteht und sich ausbreitet. Der Rauch selbst verrät noch weniger.
Rauch wird durch die normale atmosphärische Zirkulation verfrachtet. Selbst eine relativ moderate Brandsaison kann zu schweren Rauchereignissen führen, wenn der Wind die Rauchwolke über dicht besiedelte Gebiete treibt. Umgekehrt finden riesige Brände in abgelegenen Regionen möglicherweise kaum Beachtung, wenn sich der Rauch harmlos in andere Richtungen verflüchtigt.
Rauch über Chicago, Milwaukee oder Buffalo verrät uns, aus welcher Richtung der Wind wehte. Er sagt uns jedoch weder, warum das Feuer ausgebrochen ist, noch beweist er, dass der Klimawandel die direkte Ursache war.
Guter Journalismus sollte den Lesern sowohl aktuelle Nachrichten als auch den historischen Kontext vermitteln. Leider folgt die Berichterstattung über Waldbrände zunehmend einem vorhersehbaren Schema: Rauch taucht auf, der Klimawandel wird zum Schuldigen erklärt, und die umfassenderen Beweise des Gegenteils fließen selten in die Diskussion ein.
Die Öffentlichkeit verdient weitaus Besseres als eine dem vorgegebenen Drehbuch folgende Berichterstattung.
Waldbrände sind eine ernste Angelegenheit. Rauch birgt echte Gesundheitsrisiken. Diese Tatsachen erfordern weder Übertreibungen noch eine selektive Berichterstattung. Bevor jeder rauchige Sommer als weiteres Kapitel einer unvermeidlichen Klimakatastrophe dargestellt wird, haben die Leser ein Recht darauf, das Gesamtbild zu erfahren – einschließlich der Aspekte, die nicht in das vorherrschende Narrativ passen.
Denn gute Wissenschaft stützt sich auf Beweise, und das sollte auch für guten Journalismus gelten.
Mehr: American Thinker
Link: https://climatechangedispatch.com/wildfire-smoke-climate-change/
Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE















Wir freuen uns über Ihren Kommentar, bitten aber folgende Regeln zu beachten:
- Bitte geben Sie Ihren Namen an (Benutzerprofil) - Kommentare "von anonym" werden gelöscht.
- Vermeiden Sie Allgemeinplätze, Beleidigungen oder Fäkal- Sprache, es sei denn, dass sie in einem notwendigen Zitat enthalten oder für die Anmerkung wichtig sind. Vermeiden Sie Schmähreden, andauernde Wiederholungen und jede Form von Mißachtung von Gegnern. Auch lange Präsentationen von Amateur-Theorien bitten wir zu vermeiden.
- Bleiben Sie beim Thema des zu kommentierenden Beitrags. Gehen Sie in Diskussionen mit Bloggern anderer Meinung auf deren Argumente ein und weichen Sie nicht durch Eröffnen laufend neuer Themen aus. Beschränken Sie sich auf eine zumutbare Anzahl von Kommentaren pro Zeit. Versuchte Majorisierung unseres Kommentarblogs, wie z.B. durch extrem häufiges Posten, permanente Wiederholungen etc. (Forentrolle) wird von uns mit Sperren beantwortet.
- Sie können anderer Meinung sein, aber vermeiden Sie persönliche Angriffe.
- Drohungen werden ernst genommen und ggf. an die Strafverfolgungsbehörden weitergegeben.
- Spam und Werbung sind im Kommentarbereich nicht erlaubt.
Diese Richtlinien sind sehr allgemein und können nicht jede mögliche Situation abdecken. Nehmen Sie deshalb bitte nicht an, dass das EIKE Management mit Ihnen übereinstimmt oder sonst Ihre Anmerkungen gutheißt. Wir behalten uns jederzeit das Recht vor, Anmerkungen zu filtern oder zu löschen oder zu bestreiten und dies ganz allein nach unserem Gutdünken. Wenn Sie finden, dass Ihre Anmerkung unpassend gefiltert wurde, schicken Sie uns bitte eine Mail über "Über Uns->Kontakt"„Die weltweite Waldbrandaktivität ist auf dem tiefsten Stand seit Jahren – warum suggerieren die Medienberichte dann eine Krise?“
Dies ist schlicht falsch. Die weltweit verbrannte Fläche hat zwar abgenommen, aber nicht die weltweite Waldbrandaktivität. Im Gegenteil.
Fläche ist nicht gleich Waldfläche. Der Rückgang der gesamten Fläche ist fast ausschließlich auf den Rückgang von Savannenbränden zurück zu führen.
Waldbrände sind nicht rückläufig und in der Regel energetisch stärker und gefährlicher für Mensch und Umwelt, als ein Steppen- Graslandbrand.
Da muss man schon sauber trennen, „Denn gute Wissenschaft stützt sich auf Beweise, und das sollte auch für guten Journalismus gelten.“
Waldbände sind zu über 95 % von Menschen angezündet.