Spaceweather.com
Die Schlagzeilen sind voll von Meldungen, dass sich derzeit im Pazifik ein Super-El-Niño bildet. Ein Solarphysiker hat genau das bereits vor drei Jahren vorhergesehen.

Abb. 1: Im Pazifik bildet sich derzeit ein Super-El-Niño, ähnlich wie 1997.
In einer Veröffentlichung aus dem Jahr 2023 stellte Robert Leamon von der NASA und der University of Maryland (Baltimore County) eine bemerkenswerte Prognose auf: Der nächste El Niño werde 2026 eintreten. Er stützte sich dabei auf den „Terminator“, ein magnetisches Phänomen auf der Sonne, das einen Sonnenzyklus beendet und den nächsten einleitet.
Leamon hat die letzten fünf Sonnenzyklen zu einem „Standardzyklus“ gemittelt und diesen in die Zukunft projiziert. Dabei stellte er fest, dass El-Niño-Ereignisse etwa fünf Jahre nach einem Terminator auftreten. Das jüngste Terminator-Ereignis fand im Dezember 2021 statt, sodass der nächste El Niño genau auf das Jahr 2026 fällt. Sein Modell sagt zwar nichts über die Stärke dieses El Niño aus, doch der Zeitpunkt stimmt genau.
Leamon und sein Kollege Scott McIntosh hatten zuvor gezeigt, dass jeder Terminator seit den 1960er Jahren mit einem Wechsel von El Niño zu La Niña zusammenfiel. Ihre Arbeit sagte den Beginn eines dreifachen La Niña-Ereignisses im Jahr 2020 korrekt voraus und deckte einen unerwarteten Zusammenhang zwischen der Sonne und dem ENSO-Phänomen auf (El Niño-Southern Oscillation).

Abb. 2: AbbDiese Grafik, die auf Abb. 5 aus Leamon (2023) basiert, zeigt zwei offenbar erfolgreiche Vorhersagen, die auf dem Terminator-Modell beruhen.
Niemand weiß, wie die Sonne Einfluss auf das ENSO nimmt. Die meisten Forscher bevorzugen „Top-down“-Modelle: Die Sonnenaktivität verändert die obere Erdatmosphäre und bewirkt Veränderungen, die sich nach unten ausbreiten und das Wetter an der Erdoberfläche beeinflussen. Der genaue Prozess ist jedoch unbekannt.
Zunächst (2021) gingen Leamon und McIntosh davon aus, dass kosmische Strahlung dafür verantwortlich sei. Galaktische kosmische Strahlung schwankt im Einklang mit dem Sonnenzyklus und beeinflusst die Ionisierung der Erdatmosphäre. Später (2023) sprach sich Leamon jedoch selbst gegen die These der kosmischen Strahlung aus und wies darauf hin, dass der zeitliche Zusammenhang nicht stimme. Derzeit neigt er zu einer Korrelation mit der geomagnetischen Aktivität.
Die Suche nach einem Zusammenhang zwischen der Sonne und El Niño ist so alt wie El Niño selbst. Sir Gilbert Walker, der Anfang des 20. Jahrhunderts die „Southern Oscillation“ (das SO in ENSO) entdeckte, versuchte vergeblich, einen Zusammenhang mit Sonnenflecken herzustellen. Während des gesamten 20. Jahrhunderts bemühten sich auch andere Forscher vergeblich, diesen Zusammenhang herzustellen. Der Terminator hingegen ist ein neues Konzept, das McIntosh und Leamon in einer Reihe von Artikeln seit zehn Jahren darlegen. Es scheint sich gut zur Vorhersage von Sonnenzyklen zu eignen und könnte auch bei der ENSO erfolgreich sein.
Es wird mehr als nur ein oder zwei erfolgreiche Vorhersagen brauchen, um Vertrauen in dieses Modell aufzubauen, aber es ist ein guter Anfang. Möge El Niño beginnen.
Link: https://www.spaceweather.com/ vom 15. Mai 2026
Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE















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