Alarmistische Wissenschaftler und Journalisten nutzen gern aktuelle extreme Entwicklungen, um zu behaupten, daß dies nun das „neue Normal“ sei und immer so weitergehe.

Starben in den 1980ern Nadelbäume nahe eines tschechischen Braunkohlekraftwerks an Säure-Verätzung, galt das im Kopf von Spiegel-, ARD/ZDF- und Stern-Journalisten auch für Laubbäume weit weg in Deutschland. War es in den 196ern und 70ern im Sommer überwiegend kühl, war das keine momentane Entwicklung, sondern natürlich der Vorbote einer Neuen Eiszeit; die Hitze von 1900-1939 war vergessen.

Und die erneute Aufwärmung seit 1980 war im Kopf derselben Journalisten desselben Magazins dann plötzlich der Vorbote einer katastrophalen Erhitzung – man erinnere sich an das berühmt-berüchtigte SPIEGEL-Cover von 1986, das den Kölner Dom in der Nordsee (oder im Mittelmeer?) zeigt. 1986 – das waren lediglich sieben Jahre nach dem Ende der Kühlphase der 1970er. Hätten die SPIEGler das Bild fünf Jahre früher gezeigt, hätten die Leser vermutet, daß die Redaktion von der Hamburger Brandstwiete völlig durchgedreht sei. „Schwurbler“ und „Leugner“?

In diesem Zusammenhang sei erneut an den fulminanten Klimakatastrophen-Eiszeit-Artikel von 1974 erinnert, in dem DER SPIEGEL völlig ohne Schuldzuweisung oder falsche Daten („fake news“), nur mit vorhandenen echten Informationen eine Eiszeit-Erzählung strickt. Der Autor ist nicht bekannt – wußte er oder sie, daß 20 Jahre Temperatur-Stagnation und Abkühlung noch lange KEINE Eiszeit bedeuten? Müßte er oder sie – im Artikel wird immerhin ausdrücklich erwähnt, daß es von der Kaiserzeit bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges immer wärmer wurde, ganz ohne CO2-Panik. Man sieht: Medien neigen zur Panikmache, weil das die Leserzahlen erhöht. Schlechte Politiker und noch schlechtere Wissenschaftler* sehen den Unfug und nutzen ihn für ihre Zwecke.

Aus dem Text von 1974:

Katastrophe auf Raten

Kommt eine neue Eiszeit?…
Spätestens seit 1960 wächst bei den Meteorologen und Klimaforschern die Überzeugung, daß etwas faul ist im umfassenden System des Weltwetters: Das irdische Klima, glauben sie, sei im Begriff umzuschlagen — Symptome dafür entdeckten die Experten nicht nur in Europa, sondern inzwischen in fast allen Weltregionen. Am Anfang standen Meßdaten über eine fortschreitende Abkühlung des Nordatlantiks. Dort sank während der letzten 20 Jahre die Meerestemperatur von zwölf Grad Celsius im Jahresdurchschnitt auf 11,5 Grad. Seither wanderten die Eisberge weiter südwärts und wurden, etwa im Winter 1972/73, schon auf der Höhe von Lissabon gesichtet, mehr als 400 Kilometer weiter südlich als in den Wintern zuvor. …
Schon jetzt, so Bryson, »zeigen sich die Folgen auf drastische Weise“: Die Getreideernten in Kanada und in den USA stagnieren; Mißernten häuften sich in der Sowjet-Union, Indien und Pakistan. In Peru, wo der kühle Humboldtstrom vor der Küste von wärmeren Wassern überlagert wurde, gingen die Anchovis-Fänge um 55 Prozent zurück……

* https://www.youtube.com/shorts/Es-BsJ9bvIQ

image_pdfBeitrag als PDF speichernimage_printBeitrag drucken