Cap Allon
Der Ausbruch von Hunga Tonga–Hunga Haʻapai im Januar 2022 schleuderte 150 Millionen Tonnen Wasserdampf direkt in die Atmosphäre und erhöhte damit die Gesamtmenge von Wasserdampf in der Stratosphäre um etwa 10 % – die größte jemals verzeichnete Veränderung.
Wasserdampf ist das in der Atmosphäre am häufigsten vorkommende Treibhausgas und trägt am stärksten zum natürlichen Treibhauseffekt der Erde bei. In der unteren Atmosphäre wirkt er weitgehend als Rückkopplungsprozess und steigt und fällt mit der Temperatur. Hunga Tonga schleuderte Wasser direkt in die Stratosphäre, wo es die Strahlung, die Ozonchemie und die atmosphärische Zirkulation verändern kann.
Diese Veränderung ist im Juli 2026 noch immer vorhanden.
Satellitenbeobachtungen zeigen, dass bis Anfang 2025 rund 75 Millionen Tonnen – etwa die Hälfte des ursprünglichen Überschusses – abgebaut worden waren. Der Rest baut sich mit einer geschätzten E-Halbwertszeit von drei Jahren ab und wird voraussichtlich um das Jahr 2030 wieder den Wert vor dem Hunga-Tonga-Ausbruch erreichen.
Diese zusätzliche Feuchtigkeit führte zu einer Zunahme der nach unten gerichteten Infrarotstrahlung.
Selbst die NASA erklärte, dass nach dem Ausbruch ein vorübergehender Erwärmungseffekt möglich sei.
Es lässt sich logischerweise annehmen, dass der Ausbruch das regionale Wetter beeinflusst, doch der genaue Beitrag zu einzelnen Ereignissen lässt sich natürlich nur schwer isoliert bestimmen. Die Attributionswissenschaft wird beispielsweise mit hoher Sicherheit behaupten, dass „die CO₂-Emissionen des Menschen die jüngste Hitzewelle in Westeuropa 300-mal wahrscheinlicher gemacht haben“, wird aber auch einräumen, dass etwaige Auswirkungen von Hunga Tonga nicht quantifiziert werden können.
Die Atmosphäre nach Januar 2022 war nicht mehr die gleiche wie zuvor: Es war eine rekordverdächtige natürliche Einbringung von Treibhausgasen hinzugekommen, die sich über beide Hemisphären ausbreitete und auch im Jahr 2026 noch in der Stratosphäre verbleibt. Jede ernsthafte Klimadiskussion muss dies berücksichtigen.

Graphik: Wasserdampf in der Stratosphäre im Jahr 2021 (vor dem Ausbruch) im Vergleich zu fünf Jahren später, in der ersten Hälfte des Jahres 2026.
Link: https://electroverse.substack.com/p/hunga-tongas-water-vapor-remains?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email (Zahlschranke)
Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE
















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In diesem Zusammenhang wäre es „dienlich“, eine Definition des sog. natürlichen Treibhauseffekts anzuführen? Also eine, die erklärt, nach welchem physikalischen Prinzip dieser Effekt die oberflächennahe Atmosphäre angeblich um +33°C wärmer machen soll als ohne Effekt?
Es wird ja häufig von einer sog. „Wasserdampfverstärkung“ schwadroniert. Damit wird gemeint, in der Atmosphäre vorhandener Wasserdampf verstärkt eine angeblich erwärmende Wirkung von z. B. CO₂.
Analysiert man diesen Begriff, ist „Verstärkung“ der wesentliche Wortteil. Was bedeutet Verstärkung physikalisch? Es bedeutet, irgend ein Signal geringer Energie wird durch gleichphasige Zuführung externer Energie in seiner Wirkung verstärkt. Beispiel: Mikrofon-Verstärker (mit externer Energiespeisung)-Lautsprecher.
Es ist also eine zusätzliche Energiequelle erforderlich, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Frage also: welche zusätzliche Energiequelle wäre das im Fall einer sog. „Wasserdampfverstärkung“?
Mein Fazit: Alle, die von „Wasserdampfverstärkung“ daherreden, belegen damit freiwillig, keine Ahnung von Physik zu haben!
Genau und absolut richtig!
Der Effekt der Hunga-Tonga-Eruption auf die Temperatur scheint nach einigen Veröffentlichungen extrem gering zu sein. Veröffentlichungen, die zusätzlich zum Wasserdampt den Aerosol-Ausstoß berücksichtigen, ermitteln wohl gar einen – ebenfalls sehr geringen – Kühlungseffekt der mittleren Atmosphäre.
In der Main-Stream Theorie wird der durch CO2 Emissionen induzierte Klimawandel v.a. durch sekundäre Anpassungseffekte auch über mehr Wasserdampf in der Atmosphäre getriggert.
Frage: Wenn es richtig ist, dass eine beträchtliche Zunahme des Wasserdampfes um 10% in der oberen Atmosphäre nach der Hunga Tonga Eruption nur sehr geringe Temperatureffekte hatte, müsste dann nicht auch auch der „Wasserdampf-Kanal“ in der Main-Stream Theorie des Klimawandels quantitativ neu bewertet werden?
Zum Vergleich: Standard Klimamodellierung einer Verdoppelung der CO2 Konzentration -> nach üblichen ICC Annahmen im Gleichgewicht +3 K und ca +20% Wasserdampf in der Atmosphäre.
Quellen:
https://csl.noaa.gov/news/2026/CIESRDSreview/Zhu-Hunga.pdf
„Increased global stratospheric water vapor by ~10% (still present in 2025) Caused 0.5–1°C cooling in mid-to-upper stratosphere, >1°C in mesosphere
Minor impact on Antarctic ozone hole and surface climate
Surface cooling (~0.05°C) was indistinguishable from natural variability
2023–2024 record temperatures were not caused by the eruption“
https://www.science.org/doi/10.1126/sciadv.adl2842
„Assuming a uniform 2 parts per million mass mixing ratio increase of water vapor in the Southern Hemisphere stratosphere, we estimated the instantaneous, stratosphere-adjusted, and overall effective radiative forcing to be −0.04, 0.08, and 0.05 W m−2, respectively. The lower magnitude of the positive volcanic stratospheric water vapor effective radiative forcing is due to compensating effects from atmospheric adjustments. Ensemble simulations of a coupled atmosphere-ocean model suggest a surface warming of 0.05 K, affirming a limited influence on global mean surface temperature from the volcanic stratospheric water vapor injection.“
https://astrobiology.com/2025/04/03/hunga-volcano-eruption-cooled-rather-than-warmed-earths-southern-hemisphere/:
„When Hunga Tonga–Hunga Haʻapai, an underwater volcano near Tonga in the South Pacific Ocean, erupted in 2022, scientists expected that it would spew enough water vapor into the stratosphere to push global temperatures past the 1.5 C threshold set by the Paris Accords. A new UCLA-led study shows that not only did the eruption not warm the planet, but it actually reduced temperatures over the Southern Hemisphere by 0.1 C. The reason: The eruption formed smaller sulfate aerosols that had an efficient cooling effect that unexpectedly outweighed the warming effect of the water vapor. Meanwhile, the water vapor interacted with sulfur dioxide and other atmospheric components, including ozone, in ways that did not amplify warming.“
10% mehr Wasserdampf in der Stratosphäre erscheint nicht wirklich viel. Und die derzeitige Rest-Konzentration sollte kein Problem sein. Der Wassergehalt in der Stratosphäre ist extrem niedrig und im Bereich der innertropischen Konvergenzzone kommt es ohnehin gelegentlich zu „überschießender Konvektion“. Da würde ich die Kirche einfach mal im Dorf lassen.
Zitat: „Diese zusätzliche Feuchtigkeit führte zu einer Zunahme der nach unten gerichteten Infrarotstrahlung.
Selbst die NASA erklärte, dass nach dem Ausbruch ein vorübergehender Erwärmungseffekt möglich sei.“
Kinder, Kinder, Kinder, was für ein Unsinn! Nach unten gerichtetes Infrarot soll eine Erwärmung bewirken, oh mein Gott!
Eine physikalisch korrekte Beschreibung wäre, dass der in das System Erde permanent je Zeiteinheit eintretende Betrag an Sonnenenergie eine erhöhte Latenz durch die größere Menge an Wasserdampf, die ihn im Rahmen der komplexen Strahlungstransfers auf dem Weg zurück ins All „bremst“ (Latenz!), erfährt. Er verbleibt schlicht ein wenig länger im System, was dessen Gesamtenergiegehalt marginal erhöht.
Geschwurbel über Gegen-Strahlung oder gerichtete Infrarotstrahlung führt hier nur in die Irre beziehungsweise auf die Holzpfade der Gegenstrahlungstheorie.
Wer spielt eigentlich den „Richter“ der die Infrarotstrahlung nur nach unten richtet und nicht in alle Raumrichtungen???
Haben Sie jemals von jemandem gehört, der behauptet, dass die Infrarotstrahlung der Atmosphäre nur nach unten gerichtet wäre? (Ich nicht)
Und Gegenfrage: gehört zur Abstrahlung in alle Raumrichtungen nicht auch die Strahlung nach unten?