Meldung vom 20. Mai 2026:
Realitäts-Check für die Antarktis
Zuverlässige Temperaturmessungen per Satellit gibt es erst seit 1979. Wenn man aus einem so kurzen Beobachtungszeitraum eine „Klimageschichte“ der Antarktis konstruieren muss, dann sieht diese so aus:
Die Satellitendaten zwischen 60° und 85° südlicher Breite sind verrauscht, ungleichmäßig und äußerst unkooperativ. Es gibt Spitzenwerte. Es gibt Einbrüche. Es gibt warme Monate und kalte Phasen. Das Gesamtbild ist geprägt von Schwankungen. Aber es gibt keinen signifikanten Trend.
Der Öffentlichkeit werden beängstigende Darstellungen präsentiert, doch der Kontext wird ihr vorenthalten.
Die Meereisdaten sind ebenso heikel.
In den letzten drei Monaten entsprach das antarktische Meereis weitgehend dem Durchschnitt der Jahre 1980–2010 und dehnte sich aus, wie wir es von dieser Jahreszeit gewohnt sind.
Die Panikmache beruht auf selektiver Wahrnehmung und selektivem Gedächtnis: Man ignoriert die Rekorde, ignoriert die Erholungen, ignoriert den Durchschnitt und schreit dann beim nächsten Abwärtstrend „Zusammenbruch!“.
———————————
Meldung vom 21. Mai 2026:
Kalter Mai, dann Umschwung in der Darstellung
Die Temperaturdaten für Mittelengland zeigen, dass der Mai in den ersten 19 Tagen sehr kühl verlief.
Der vorläufige Mittelwert liegt bei 10,5 °C, was 0,6 °C unter der alten Referenzperiode 1961–1990 des Met Office liegt, auf deren Verwendung es nach wie vor besteht (je kühler die Referenzperiode, desto wärmer erscheint die Gegenwart).
Aber selbst gemessen an diesem kälteren Maßstab liegt der Mai 2026 unter dem Durchschnitt:
Ein Mai mit 10,5 °C reiht sich bislang in eine Reihe besonders kühler Mai-Monate in den 368-jährigen Aufzeichnungen des CET ein: 1803, 1716, 1696, 1680, 1676, 1675, 1681, 1906, 1838 und 1977.
Ein Großteil Europas folgte dem gleichen Muster: ein hartnäckig kühles, unbeständiges erstes und zweites Drittel des Monats mit wiederholtem Einfluss aus Norden, Spätfrost, Schnee in den Bergen und gedämpften Temperaturen.
Nun steht die Wende bevor. Über die Feiertage soll sich Hochdruck aufbauen, wobei es in Süd- und Ostengland sehr warm wird. Das ist der Startschuss für die roten Wetterkarten und Panik.
Die gleichen Medien, die den kühlen Mai kaum bemerkt haben, werden das Wetter wiederentdecken, sobald die Menschen an die Strände strömen und die Grills anwerfen. Die ersten zwei Drittel des Monats werden in Vergessenheit geraten. Die unterdurchschnittliche mitteleuropäische Temperatur wird ignoriert. Der historisch kühle Vergleich wird das Drehbuch nicht stören.
Eine Verschiebung des Jetstreams wird zur Krise.
———————————
Meldung vom 5. Juni 2026:
Atlantische Oszillation deutet auf eine Phase der Abkühlung hin
Die Atlantische Multidekadische Oszillation (AMO) ist eine lang anhaltende Oszillation der Meerestemperaturen im Nordatlantik. Sie gibt Aufschluss darüber, ob sich das Becken im Vergleich zu seinem langfristigen Durchschnitt in einer wärmeren oder kühleren Phase befindet.
Die warmen und kühlen Phasen des Nordatlantiks stehen in Zusammenhang mit dem Wetter in Europa: Niederschlagsmuster, Hurrikanaktivität, Veränderungen im arktischen Sektor und umfassendere multidekadische Klimaschwankungen.
Die HadSST-AMO-Daten zeigen einen klaren Rhythmus. Der Atlantik war um die frühen 1900er Jahre kühl, in den 1930er bis 1950er Jahren warm, in den 1970er und frühen 1980er Jahren wieder kühl und dann von Mitte der 1990er Jahre bis in die 2010er Jahre warm.
Die jüngste Warmphase scheint nun aber vorbei zu sein:

Geglätteter AMO-Index, der wiederkehrende warme und kühle Phasen im Nordatlantik zeigt, wobei die jüngste warme Phase nach 2000 ihren Höhepunkt erreichte. [UCAR Climate Data Guide / NCAR]
Das letzte große AMO-Minimum lag um das Jahr 1978.
Das jüngste Maximum scheint um die Jahre 2010–2019 erreicht worden zu sein, wobei 2014 ein plausibler Mittelpunkt darstellt.
Damit liegt der Mittelpunkt zwischen Kälte- und Warmphase etwa in der Mitte der 1990er Jahre, was mit dem beobachteten Übergang in die moderne Warmphase des Atlantiks übereinstimmt.
Sollte sich derselbe allgemeine Zyklus fortsetzen, fällt der nächste Übergangspunkt auf den Zeitraum 2030–2034. Das nächste Minimum der Kaltphase wäre dann voraussichtlich näher an den Jahren 2048–2051 zu erwarten.
Eine Wavelet-Analyse der gleichen Daten stützt diese Struktur. Sie zeigt wiederkehrende Schwankungen im Bereich von etwa 60 bis 85 Jahren, die mit früheren Warm- und Kaltphasen der AMO übereinstimmen.
Das bedeutet nicht, dass der Zyklus wie ein Uhrwerk abläuft, und es wird nicht jedes Jahr kühler werden – der Atlantik wird weiterhin warme Ausschläge verzeichnen. Aber der hintergründige „Wärmeanstieg“, der die späten 1990er, 2000er und 2010er Jahre dominierte, scheint sich abzuschwächen. Der Ausblick deutet auf eine Abkühlung hin.
Wenn die AMO tatsächlich weiterhin ihrem historischen Rhythmus folgt, werden die 2030er Jahre wahrscheinlich den Übergang zu einer stärkeren Abkühlung markieren, wobei das nächste Minimum im Nordatlantik etwa zur Mitte des Jahrhunderts liegen dürfte. In Kombination mit einem schwachen Sonnenzyklus 26 könnte dies durchaus der Auslöser sein.
Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

















Wir freuen uns über Ihren Kommentar, bitten aber folgende Regeln zu beachten:
- Bitte geben Sie Ihren Namen an (Benutzerprofil) - Kommentare "von anonym" werden gelöscht.
- Vermeiden Sie Allgemeinplätze, Beleidigungen oder Fäkal- Sprache, es sei denn, dass sie in einem notwendigen Zitat enthalten oder für die Anmerkung wichtig sind. Vermeiden Sie Schmähreden, andauernde Wiederholungen und jede Form von Mißachtung von Gegnern. Auch lange Präsentationen von Amateur-Theorien bitten wir zu vermeiden.
- Bleiben Sie beim Thema des zu kommentierenden Beitrags. Gehen Sie in Diskussionen mit Bloggern anderer Meinung auf deren Argumente ein und weichen Sie nicht durch Eröffnen laufend neuer Themen aus. Beschränken Sie sich auf eine zumutbare Anzahl von Kommentaren pro Zeit. Versuchte Majorisierung unseres Kommentarblogs, wie z.B. durch extrem häufiges Posten, permanente Wiederholungen etc. (Forentrolle) wird von uns mit Sperren beantwortet.
- Sie können anderer Meinung sein, aber vermeiden Sie persönliche Angriffe.
- Drohungen werden ernst genommen und ggf. an die Strafverfolgungsbehörden weitergegeben.
- Spam und Werbung sind im Kommentarbereich nicht erlaubt.
Diese Richtlinien sind sehr allgemein und können nicht jede mögliche Situation abdecken. Nehmen Sie deshalb bitte nicht an, dass das EIKE Management mit Ihnen übereinstimmt oder sonst Ihre Anmerkungen gutheißt. Wir behalten uns jederzeit das Recht vor, Anmerkungen zu filtern oder zu löschen oder zu bestreiten und dies ganz allein nach unserem Gutdünken. Wenn Sie finden, dass Ihre Anmerkung unpassend gefiltert wurde, schicken Sie uns bitte eine Mail über "Über Uns->Kontakt"Die Menschen auf der Erde interessieren sich letztlich nicht für Temperaturen, sondern für Energie in Form von Wärme, die sie umgibt, oder die sie für technologische Prozesse nutzen.
Temperatur ist eine künstlich geschaffene Größe, die zwar auf der Erde sogar mit unterschiedlichen Skalierungen eingeführt ist, aber schon der Andromedanebel kommt ohne sie aus.
Deshalb ist und bleibt die einzig interessante physikalische Größe die Wärmeenergie. Um von einer gemessenen Temperatur auf Wärmeenergie zu schließen, gibt es eindeutige physikalisch verankerte Vorschriften. Wendet man diese an, muss der wärmeführende Körper mit seinen physikalischen Eigenschaften in die Rechnung einbezogen werden.
Eine gemittelte Temperatur oder eine Globaltemperatur tut genau das nicht, solche Rechnungen sind zwar Rechnungen, liefern jedoch kein physikalisch verwertbares Ergebnis und können dies auch nicht. Die Ergebnisse eignen sich für Politiker, dort sind sie behilflich, neue Steuern zu erfinden.
Wer mit einer Globaltemperatur etwas anfangen kann, verkündet damit einzig seinen Glauben oder seine Ideologie, nicht mehr!
Weltweit steigen die Temperaturen an, verursacht durch den zusätzlichen CO₂-Ausstoß.
Die Jahre 2023, 2024 und 2025 sind extrem angestiegen, weit über den Temperaturmessungen in den vergangen ca. 170 Jahren die gemessen wurden.
Die letzten drei Jahre 2023, 2024 und 2025 sind global die wärmsten drei
Jahre seit Beginn der Messungen bzw. seit 1850. Sie ragen gegenüber den vorhergegangenen Jahren deutlich hervor und zeigen eine Beschleunigung der Erderwärmung.
2024 war das wärmste Jahr mit einer Temperatur von über 1,5 °C über der vorindustriellen Temperatur von 1850-1900, gefolgt von 2023 und 2025.
Nach welchem wundersamen Verfahren wurden denn diese globalen Mitteltemperaturen gemessen/ermittelt?
Ist das denn nicht schön, wenn es wieder mal etwas wärmer wird. Sie können ja in den Keller gehen, wenn es ihnen draußen zu warm wird.
Und was sind schon 170 Jahre. Vorher war es schon mal viel wärmer auf der Welt.
Und daß der CO2 daran Schuld hat, wissen sie woher? Genau wie beim C-Programm bröckelt auch beim K-Programm gerade alles weg. Lug und Trug in beiden Fällen zeichnen sich ab. Aber sie sind ihrer Zeit halt einfach ein bischen hinterher.
Schönen Sommer noch.
Herr Müller,
woher haben Sie die weltweiten Temperaturmessungen ab 1850?
Einheitlich genormteThermometer gibt es erst seit 1870.
Und Stellitenmessungen gibt es erst seit 1969.
Also mal wieder falsche Aussagen.
Die Great Salinity Anomaly als Beispiel systemischer Klimadynamik im Nordatlantik
Die Great Salinity Anomaly (GSA) der späten 1960er und 1970er Jahre wird häufig als Ursache für die damalige Abkühlung des Nordatlantiks und die Abschwächung der Tiefenwasserbildung dargestellt. Eine solche Betrachtung ist zwar nicht falsch, bleibt jedoch auf einer einzelnen Kausalebene stehen und greift damit sehr wahrscheinlich viel zu kurz.
Die GSA selbst war eine reale und gut dokumentierte Anomalie des Salzgehalts im Nordatlantik. Große Mengen salzarmen Oberflächenwassers und Meereises gelangten aus dem Arktischen Ozean über die Framstraße in den Nordatlantik. Die verringerte Salinität führte zu einer geringeren Dichte des Oberflächenwassers, erschwerte die Tiefenwasserbildung und beeinflusste damit die ozeanische Wärmeverteilung.
Die entscheidende Frage lautet jedoch nicht nur, welche Folgen die GSA hatte, sondern wodurch sie überhaupt ausgelöst wurde.
Heute wird ihr Ursprung überwiegend mit Veränderungen der atmosphärischen Zirkulation, Umkehr der vorherrschenden Winde, über der Arktis in Verbindung gebracht. Diese veränderten Windfelder beeinflussten den Beaufort-Wirbel und den Export von Eis und Süßwasser aus dem Arktischen Ozean. Die GSA erscheint damit nicht mehr als eigentliche Ursache, sondern als sichtbares Zwischenglied innerhalb einer größeren Kausalkette.
Damit verschiebt sich die Fragestellung auf eine höhere systemische Ebene:
Was verursachte die veränderte atmosphärische Zirkulation?
Eine mögliche Antwort könnte wiederum im Nordatlantik selbst liegen. Änderungen der Meeresoberflächentemperaturen beeinflussen Wärme- und Feuchteflüsse in die Atmosphäre, verändern Druckverteilungen und können damit großräumige Zirkulationsmuster beeinflussen. In diesem Fall wäre die GSA nicht der Ausgangspunkt, sondern Teil einer Rückkopplung zwischen Ozean und Atmosphäre.
Eine Kausalkette würde demnach vereinfacht folgendermaßen aussehen:
Nordatlantik erwärmt sich ↓
verstärkte Wärme- und Feuchteflüsse in die Atmosphäre ↓
Veränderung großräumiger Druck- und Windfelder ↓
veränderte arktische Zirkulation ↓
verstärkter Export von Eis und Süßwasser ↓
Great Salinity Anomaly ↓
schwächere Tiefenwasserbildung ↓
verringerter Wärmetransport im Nordatlantik ↓
Abkühlung des Nordatlantiks
Eine solche Darstellung beschreibt keine lineare Ursache-Wirkungs-Beziehung, sondern einen geschlossenen Regelkreis mit negativer Rückkopplung. Der ursprünglich warme Zustand erzeugt Prozesse, die langfristig wieder zu seiner Abschwächung beitragen.
Gerade solche Rückkopplungen machen den besonderen Charakter und die langfristige Stabilität des Klimasystems aus. Atmosphäre, Ozeane, Kryosphäre und Landoberflächen bilden kein Nebeneinander isolierter Komponenten, sondern ein eng gekoppeltes System permanenter Wechselwirkungen. Viele beobachtete Klimaänderungen sind daher weniger als unmittelbare Folgen einzelner Ursachen zu verstehen, sondern als Ausdruck eines fortlaufenden Einschwingens zwischen unterschiedlichen Gleichgewichtszuständen.
Die Great Salinity Anomaly liefert hierfür ein anschauliches Beispiel. Sie zeigt, dass die eigentliche wissenschaftliche Herausforderung häufig nicht darin besteht, einen unmittelbaren Mechanismus zu identifizieren, sondern die Rückkopplungen zu verstehen, die ein gekoppeltes System über Jahrzehnte hinweg zwischen verschiedenen Zuständen wechseln lassen und gleichzeitig seine langfristige Stabilität gewährleisten.
EIKE_2026-06-08_kurzmeldungen-aus-klima-und-energie-ausgabe-15-2026
SH, Realitäts-Check für die Antarktis
Zuverlässige Temperaturmessungen per Satellit gibt es erst seit 1979.
Die Erwärmung in der NH mit dem Maximum ECC_SE_MAXA (2023/9)
ging also spurlos an der Antarktis vorbei.
Die Erwärmung in der SH beginnt jetzt nach der Trendwende.
Den Pinguinen wird es freuen, denn es war doch
viel zu lange sehr, sehr kalt am Südpol.
Zusammenfassung der Jahre um die
Trendwende im September 2023:
bis zur Trendwende im September 2023
war es in der
NH: warm +trocken
SH: kühl +feucht
erstes vollständige Jahr nach der Trendwende im September 2023:
NH:
gesamt: 01.01.2024 bis 31.12.2024,
Sonne : 01.04.2024 bis 30.09.2024, kühl +feucht
Sonnen-Monate: 04,05,06,07,08,09-2024
SH:
gesamt: 01.07.2024 bis 30.06.2025,
Sonne : 01.10.2024 bis 30.03.2025, warm +trocken
Sonnen-Monate: 10,11,12-2024, 01,02,03-2025
NH, Meldung vom 21. Mai 2026:
Kalter Mai, dann Umschwung in der Darstellung
Die Temperaturdaten für Mittelengland zeigen,
dass der Mai in den ersten 19 Tagen sehr kühl verlief.
Ein Mai mit 10,5 °C reiht sich bislang in eine Reihe
besonders kühler Mai-Monate
in den 368-jährigen Aufzeichnungen des CET ein:
1803, 1716, 1696,1680, 1676, 1675, 1681, 1906, 1838 und 1977.
Atlantische Oszillation deutet auf eine Phase der Abkühlung hin
Die Atlantische Multidekadische Oszillation (AMO)
ist eine lang anhaltende Oszillation der
Meerestemperaturen im Nordatlantik.
Das nächste Minimum der Kaltphase wäre dann voraussichtlich
näher an den Jahren 2048–2051 zu erwarten.
Wenn die AMO tatsächlich weiterhin ihrem historischen Rhythmus folgt,
werden die 2030er Jahre wahrscheinlich den Übergang
zu einer stärkeren Abkühlung markieren,
wobei das nächste Minimum im Nordatlantik
etwa zur Mitte des Jahrhunderts liegen dürfte.
Siehe auch:
https://eike-klima-energie.eu/2024/07/07/die-klima-zyklen-sind-planeten-gemacht-vorbestimmt-und-konstant/
und
ECC_1943AD_2107AD_ECCE_ALL.jpg