Meldungen vom 20. April 2026:
Australien: Rekord-Aprilkälte
Im Südosten Australiens herrschte am Wochenende weitverbreitete Kälte, wobei in mehreren Bundesstaaten Tiefsttemperaturen unter dem Gefrierpunkt gemessen wurden. Eine Reihe von Wetterstationen verzeichnete die niedrigsten April-Temperaturen seit Beginn der Aufzeichnungen.
New South Wales führte den Temperaturrückgang an: In Perisher Valley sank die Temperatur auf -5,5 °C, in Goulburn auf -4,1 °C und in Orange auf -2,3 °C. In Canberra wurden -1,8 °C gemessen.
Auch in Victoria kühlte es sich stark ab, wobei die Temperatur in Melbourne am 19. April auf 5,3 °C sank.
Die Kälte breitete sich weit über den Südosten aus, wobei im Landesinneren von NSW, VIC, SA und Tasmanien Frost gemeldet wurde.
——————————
Korea: Seltene Kälte-Warnungen für April
Südkorea hat innerhalb von weniger als 24 Stunden einen Wechsel von Rekordwärme zu einem plötzlichen Kälteeinbruch erlebt – was die saisonal spätesten Kältewellenwarnungen seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2005 ausgelöst hat.
Am Sonntag wurden in Seoul noch 29,4 °C gemessen. Am Montag gaben die Behörden Kältewellenwarnungen für die Provinzen Gangwon, Süd-Chungcheong und Nord-Jeolla heraus, als die Temperaturen zu sinken begannen.
Die Tiefstwerte am Morgen fielen in Teilen des Landesinneren und in höher gelegenen Gebieten auf Werte zwischen 2 und 11 °C. Dies entspricht den Kriterien des Landes für eine Kältewelle: ein Temperaturrückgang von mindestens 10 °C innerhalb eines Tages, kombiniert mit unterdurchschnittlichen Temperaturen.
Ein kurzer Anstieg warmer Südostströmungen unter Hochdruck hatte die Temperaturen auf Rekordwerte (für Mitte April) getrieben. Diese Wetterlage änderte sich abrupt, so dass kältere Nordluft nach Süden strömen und das Wetter im ganzen Land kippen konnte.
——————————
Kanada, Teile der USA: Weiterhin Schnee und Kälte
Ende April fällt in ganz Kanada und in den Rocky Mountains weiterhin Schnee, wobei die Modelle eine weitere Erhöhung der Schneedecke bis Anfang Mai simulieren.
Ein blockierendes Hochdruckgebiet in hohen Breitengraden ist die Folge eines stark mäandrierenden Jetstreams. Eingelagerte Tiefdruckgebiete ziehen kalte Luft aus einem troposphärischen Polarwirbel nach Süden, der über dem arktischen Kanada weiterhin Temperaturen um die -40 °C hält.
In diesen Tagen (um den 25. April löst er sich auf, und zwar relativ schnell. A. d. Übers.
Über den Großen Seen und dem Nordosten schneit es, wobei es in höheren Lagen zu beträchtlichen Schneemengen kommt. In Kanada hält der weit verbreitete Schneefall im Zusammenhang mit einem Tiefdruckgebiet an.
Aktuelle Vorhersagen deuten auf anhaltenden Schneefall in ganz Kanada in den nächsten 10 bis 15 Tagen hin. Diese Verteilung ähnelt der in der Mitte des Winters, was auch die Temperaturen bestätigen.
Im Zentrum der USA hat es hinter einer Kaltfront stark abgekühlt, mit erheblichen Temperaturstürzen innerhalb von 24 Stunden. Etwa ein Drittel der 48 kontinentalen US-Bundesstaaten (rund 55 Millionen Menschen) lag am frühen Montag deutlich unter dem Gefrierpunkt, wobei für Dienstag ähnliche Bedingungen erwartet werden.
Das Muster verstärkt sich: kurzzeitige Erwärmung unter Hochdruckgebieten, gefolgt von einem Zusammenbruch, wenn sich wieder Tiefdruckgebiete ausbreiten. Jeder Zyklus zieht mehr kalte Luft nach Süden. Im Ursprungsgebiet liegt weiterhin Schnee. Für viele sieht es nach Schneefällen bis in den Mai hinein aus.
Dies gilt auch für den Westen, wo es ebenfalls zu späten Schneefällen kommen wird.
In einer seltenen Aktion hat das kalifornische Skigebiet Heavenly, das Anfang dieses Monats für diese Saison schon geschlossen hatte, am Wochenende nach starken Schneefällen Mitte April eine Reihe von Pisten wieder geöffnet.
——————————
Nordhemisphäre: Schneemasse 400 GT höher als normal
Die Schneemasse auf der Nordhalbkugel steigt bis Ende April stark, Satellitendaten zeigen einen Überschuss von rund 400 Gigatonnen gegenüber dem Normalwert der Jahre 1982–2012.
Der FMI-Datensatz erfasst die gesamte Schneemasse (ohne Gebirgsregionen). Die aktuellen Werte liegen deutlich über dem langjährigen Mittelwert und deutlich außerhalb des Bereichs von +1 Standardabweichung.
Zu diesem Zeitpunkt im April verläuft die Kurve normalerweise stark abwärts. Nicht so in diesem Jahr:
——————————
Am 21. April bringt Cap Allon lediglich zwei Kurzmeldungen, aber keine Meldung zu expliziten Kalt-Ereignissen. Weiter geht es also mit
Meldungen vom 22. April 2026:
Grönland: Seltener Schneezuwachs für Ende April
Grönland nimmt bis Ende April weiterhin an Masse zu.
Die tägliche Oberflächen-Massenbilanz lag in den letzten Tagen deutlich über dem Durchschnitt der Jahre 1981–2010, wobei allein am 21. April rund 7 Gigatonnen verzeichnet worden waren:
Der Schneefall hat die Eisdecke weiter aufgefüllt und zu einem breiten, anhaltenden Zuwachs geführt. Die Verluste beschränken sich nach wie vor auf schmale Küstenstreifen, was zwar typisch ist – das Ausmaß und die Dauerhaftigkeit der Zunahme zu dieser späten Jahreszeit sind es jedoch nicht.
Diese Zuwächse liegen am Rande des Rekords:
Und sie haben eine bisher wechselhafte Saison wieder auf den Durchschnitt gebracht:
Anmerkung des Übersetzers: Das derzeit immer noch vorhandene Defizit der Gesamt-Massenbilanz des Grönlandeises (im Vergleich mit April 2002), die nicht identisch ist mit der hier beschriebenen Oberflächen-Massenbilanz, dürfte sich damit weiter verringern.
——————————
USA: Spät-saisonaler Schnee von Kalifornien bis Vermont
Am 22. April schneit es an beiden Küsten immer noch.
In Kalifornien prognostiziert das UC Berkeley Central Sierra Snow Lab für den aktuellen Sturm 30 bis 60 cm Neuschnee, wobei mäßige bis starke Schneefälle und zunehmender Wind erwartet werden.
Gleichzeitig fällt im Nordosten immer mehr Schnee.
In Vermont verzeichnete das Jay Peak Resort in den 24 Stunden vor dem 22. April weitere 15 cm Neuschnee. Das Resort hat nun in der Saison 2025–26 die 10-m-Marke überschritten und liegt damit vor den meisten Skigebieten im Westen der USA.
Auch im größeren Maßstab bestätigt sich dieser Trend.
Die Schneemasse der nördlichen Hemisphäre liegt derzeit bei beeindruckenden 450 Gigatonnen über dem Durchschnitt der Jahre 1982–2012 (basierend auf den neuesten Daten vom 20. April):
——————————
Eine Meldung vom 23. April 2026:
China: Schneefall Ende April
Am 21. April fiel im gesamten zentralen Shaanxi Schnee.
Im Kreis Yijun wurden in den letzten 24 Stunden starke Schneefälle verzeichnet.
Yijun liegt auf dem Lössplateau im nördlichen Zentralchina, wo die Höhenlage für kältere Bedingungen sorgt, doch Schneefälle dieses Ausmaßes sind Ende April untypisch.
Regionalen Berichten zufolge war der Schneefall im gesamten zentralen Shaanxi weit verbreitet.
——————————
Eine Meldung volm 24. April 2026:
Osteuropa: „Comeback“-Winter
Nachdem letzte Woche in den Weinbergen Frankreichs die Frostkerzen angezündet worden waren, ist nun Osteuropa an der Reihe zu frieren.
Von Finnland bis hinunter zur Türkei (und darüber hinaus) ist die östliche Hälfte Europas in letzter Zeit blau eingefärbt, wobei Bosnien auf dem Balkan späten Schneefall verzeichnet.
Bis zum 23. April fielen auf dem Berg Jahorina rund 15 cm Neuschnee, und es schneit immer noch.
Auf fast 1.900 m Höhe ist Schnee für Jahorina nichts Ungewöhnliches. Doch Schneemengen dieser Größenordnung so spät, nachdem die Skisaison bereits zu Ende ist, sind nicht typisch. Das Olympische Zentrum erwägt nun, die Skisaison bis in den Mai hinein zu verlängern.
…
Es wird erwartet, dass der Schnee nicht nur in Bosnien, sondern auch in vielen anderen Ländern zurückkehrt, darunter Finnland an diesem Wochenende: „Takatalvi“ nennen sie es hier, oder „Comeback-Winter“.
Wird fortgesetzt mit Kältereport Nr. 18 / 2026
Redaktionsschluss für diesen Report: 24. April 2026
Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE





















Wir freuen uns über Ihren Kommentar, bitten aber folgende Regeln zu beachten:
- Bitte geben Sie Ihren Namen an (Benutzerprofil) - Kommentare "von anonym" werden gelöscht.
- Vermeiden Sie Allgemeinplätze, Beleidigungen oder Fäkal- Sprache, es sei denn, dass sie in einem notwendigen Zitat enthalten oder für die Anmerkung wichtig sind. Vermeiden Sie Schmähreden, andauernde Wiederholungen und jede Form von Mißachtung von Gegnern. Auch lange Präsentationen von Amateur-Theorien bitten wir zu vermeiden.
- Bleiben Sie beim Thema des zu kommentierenden Beitrags. Gehen Sie in Diskussionen mit Bloggern anderer Meinung auf deren Argumente ein und weichen Sie nicht durch Eröffnen laufend neuer Themen aus. Beschränken Sie sich auf eine zumutbare Anzahl von Kommentaren pro Zeit. Versuchte Majorisierung unseres Kommentarblogs, wie z.B. durch extrem häufiges Posten, permanente Wiederholungen etc. (Forentrolle) wird von uns mit Sperren beantwortet.
- Sie können anderer Meinung sein, aber vermeiden Sie persönliche Angriffe.
- Drohungen werden ernst genommen und ggf. an die Strafverfolgungsbehörden weitergegeben.
- Spam und Werbung sind im Kommentarbereich nicht erlaubt.
Diese Richtlinien sind sehr allgemein und können nicht jede mögliche Situation abdecken. Nehmen Sie deshalb bitte nicht an, dass das EIKE Management mit Ihnen übereinstimmt oder sonst Ihre Anmerkungen gutheißt. Wir behalten uns jederzeit das Recht vor, Anmerkungen zu filtern oder zu löschen oder zu bestreiten und dies ganz allein nach unserem Gutdünken. Wenn Sie finden, dass Ihre Anmerkung unpassend gefiltert wurde, schicken Sie uns bitte eine Mail über "Über Uns->Kontakt"