Cap Allon
Das CFSv2-Modell deutet auf ein starkes El-Niño-Ereignis im Laufe dieses Jahres hin. Es besteht jedoch ein Unterschied zwischen aussagekräftigen Modellausgaben und unverarbeiteten Modelldaten, die Panik schüren.
Einige online verbreitete Grafiken zeigen extreme Anomalien im Nino-3.4-Gebiet, wobei die Werte über +4 °C steigen. Das wäre außergewöhnlich. Es handelt sich dabei jedoch um unverarbeitete Daten und nicht um die Version, die normalerweise für seriöse saisonale Vorhersagen verwendet wird.
Saisonale Modelle weisen Verzerrungen auf. Sie können zu hohe oder zu niedrige Werte liefern oder zu stark schwanken. Aus diesem Grund wenden Prognostiker eine Verzerrungskorrektur und eine Verteilungskorrektur an, bevor sie die Ergebnisse als aussagekräftig betrachten.
Das korrigierte CFSv2-Diagramm (unten) zeigt ein weniger dramatisches, aber dennoch bedeutendes Bild. Die korrigierte Nino-3.4-Prognose der NOAA sieht für die Region einen starken Anstieg bis 2026 vor, der im Herbst bei etwa +2 °C seinen Höhepunkt erreicht, bevor er Anfang 2027 wieder abflacht.
Damit ist ein starker El Niño weiterhin im Bereich des Möglichen. Nach gängigen Schwellenwerten würde eine Nino-3.4-Anomalie nahe oder über +2 °C als sehr stark, ja sogar als „super“ eingestuft werden. Dies ist jedoch nicht mit den derzeit kursierenden „Hyper-El-Niño“-Diagrammen gleichzusetzen.
Es gibt noch einen weiteren Aspekt.
Eine 1999 in „Nature“ veröffentlichte Studie zu Klimamodellen prognostizierte eine zunehmende Häufigkeit von El-Niño-Ereignissen im Zuge der künftigen Erderwärmung.
Die Beobachtungsdaten haben diese Vorhersage jedoch nicht bestätigt.
Stattdessen waren in den letzten Jahrzehnten anhaltende La-Niña-Ereignisse und Phasen mit einem eher La-Niña-ähnlichen Hintergrundzustand zu verzeichnen:
Selbst die WMO räumt ein, dass es keine Belege dafür gibt, dass der Klimawandel die Häufigkeit oder Intensität von El-Niño-Ereignissen erhöht.
El Niño selbst ist eine natürliche ENSO-Phase. Er tritt in der Regel alle zwei bis sieben Jahre auf, dauert etwa neun bis zwölf Monate und variiert stark von Ereignis zu Ereignis.
Die korrigierte Vorhersage zeigt, dass sich ein potenziell starkes El-Niño-Ereignis aufbaut, das die globalen Temperaturen vorübergehend steigen lassen würde. Aber 1) besteht kein Grund zur Aufregung, und 2) selbst nach dem extremsten „Godzilla“-Modell wird Anfang 2027 alles vorbei sein.
Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

















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