Die Spatzen pfeifen es längst von den Dächern. Die Wissenschaftsneutralität, grundgesetzlich sogar als „Freiheit der Wissenschaft“ gesichert, kommt in diesem „besten aller Länder in dem wir gut und gerne  leben“ mehr und mehr unter die Räder. Und das nicht erst sei Corona.

Die „Klimaleugner“ wissen es schon lange. Alles was sich nicht dem Mainstream unterordnet, wird nicht nur verschwiegen, sondern sogar aktiv und mit allen Mitteln bekämpft. Wir erinnern uns an den Fall Jan Veizer, der schon 2003 von einer Gruppe von Wissenschaftlern um Stefan Rahmstorf öffentlich scharf und persönlich wegen seiner abweichenden Meinung angegriffen wurde und daraufhin die Ruhruniversität Bochum und seinen Lehrstuhl entnervt aufgab und nach Kanada ging. Und es ist beileibe kein Einzelfall, wie der Autor dieser Zeilen, durch den illegalen Versuch der Universität Leipzig seine Dissertation zur Bestimmung der globalen Mitteltemperatur, abzuschmettern im Jahre 2010 erfahren musste.

Seitdem ist es nur effektiver und dadurch nur schlimmer geworden, denn Klimawissenschaft, die sich nicht dem Mainstream unterordnet, findet in der deutschen Wissenschaftswelt einfach nicht mehr statt. Und die jüngsten Angriffe auf Nachbargebiete, wie sie Prof. Ulrich Kutschera von der Uni Kassel erleben musste, sind auch nur die Spitze des Eisbergs. Ist doch die Verleumdungs- Verdrängungs- und Unterdrückungsstrategie derjenigen, die sich Besitz der Wahrheit wähnen, schon lange nicht mehr nur auf die Klimawissenschaft beschränkt, sondern hat schon länger auf die Geisteswissenschaften übergegriffen, wovon der Historiker Prof. Baberowski von der Humboldt-Uni sicher ein Lied singen kann.

Und auch die Medizin und ihre naturwissenschaftlichen Schwestern, wie Virologie und Epidemiologie sind spätestens seit  Corona in hohem Maße davon betroffen. Deren gegen den Mainstream argumentierende Vertreter werden nicht nur nicht öffentlich gehört, Facebook und Youtube löschen ihre Kanäle, sondern auch sonst mit den gemeinsten Mitteln zur Strecke gebracht. Namen wie Dr. Wodarg und Prof. Bhagdi stehen dafür, aber auch Finanzwissenchaftler wie Prof. Homburg, werden offiziell zur Schnecke gemacht.

Und ganz aktuell traf es jetzt den Münchner Wirtschaftsethiker Prof. Christoph Lütge, der aus der  „Ethikkommission“, die sich die bayerische Landesregierung gerade erst auf den Leib geschneidert hatte,  auf „einstimmigen Beschluss“ des Ministerrates rausgeschmissen wurde, weil er zur bayerischen Variante des Lockdowns andere als genehme Ansichten hatte. Und dazu noch die Frechheit besaß diese öffentlich zu machen.

Oder der  Münsteraner Medizinprofessor Paul Cullen, Zitat aus dem ACHGUT Artikel ..“dazu Facharzt für Laboratoriumsmedizin und als Leiter des MVZ Labors für die Corona-Testungen in der gesamten Region Münster verantwortlich“. Ihm warf eine „Vereinigung namens Kritische Mediziner*innen in einem gemeinsamen Statement „unwissenschaftliche, antifeministische und antisemitische Äußerungen” vor. Die studentische „Regierung“ fordert eine Untersuchung des Falls und, sollte das öffentliche Auftreten von Prof. Cullen mit den Grundsätzen der Universität Münster in Konflikt stehen, die Aberkennung seiner Professur. …Der Vorgang befindet sich aktuell noch in der Prüfung“, zitiert das Regionalmagazin Wiedertäufer den Dekan der medizinischen Fakultät.“ Zitatende

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Umso fröhlicher feiern sogenannte Genderwissenschaften Erfolge. Mehr als 200 Lehrstühle für diese  Leute wurden bereits hierzulande eingerichtet, und geben gerne ihre abstrusen, rein weltanschaulichen Ideen, als Wissenschaft verbrämt, an schwache aber clevere  Gemüter weiter.

Das und noch viel mehr weiß eigentlich ein jeder, der mit offenen Augen durch die Welt geht. Nur manche wissen es nicht, und dazu gehören, wen wundert’s, weite Teile der deutschen Bundestagsabgeordneten.

Und auf diese Gemengelage, die jeder kennt, traf nun besonders dreister Fall der direkten Einflussnahme. Innenstaatsekretär Markus Kerber hatte die naheliegende Idee, einen besonderen Fall des Greta Thunberg Slogans „Unite behind science“ herbeizuführen und erbat von ausgewählten „Professores“ eine Vorlage, welche die Bundesregierung zur Rechtfertigung „präventiver und repressiver“ Maßnahmen verwenden könne. Und fügte noch hinzu, er erhoffe „maximale Kooperation“. Und die so Gefragten ließen sich nicht lange bitten und lieferten innerhalb von 4 Tagen  das Gewünschte. Das wiederum nutzte die Regierung um den ersten Lockdown zu verhängen.

Geliefert wie bestellt, „wissenschaftlich“ streng abgesichert natürlich und damit so gut wie unangreifbar. Unite behind Science!

Es ist das Verdienst der Anwaltskanzlei Nico Härting in Berlin, diese Ungeheuerlichkeit  aufgedeckt zu haben, in dem sie das RKI zwangen den mehr als 200 Seiten umfassenden E-Mail Verkehr zu veröffentlichen.

Die Welt am Sonntag nahm sich in ihrer Ausgabe vom 6.2.21 der Sache auf fast einer ganzen Seite an, und in Folge  auch noch online (hier). Doch dann passierte …. erstmal so gut wie nichts. Weder berichteten Nachrichtensendungen der ÖR Medien darüber – wohl aber unisono, ein paar Tage später über die Fakestudie, dass Querdenker und AfD Anhänger dank ihrer Anti-Corona-Demos zu Superspreadern mutiert seien, aber mit keinem Wort über diesen echten Skandal. Lediglich bei Maischberger durfte eine der Autorinnen, Frau Dowideit, ein wenig dazu sagen, und von den überregionalen Tageszeitungen nahmen nur FAZ und die FR den Faden lustlos auf. Ansonsten Funkstille und kein Rauschen im Blätterwald

Daher nahm die Schwefelpartei (Klonowski), bzw. deren Bundestagsfraktion den Ball auf und beantragte, und bekam sie bewilligt,  eine aktuelle Stunde zum Thema „Neutralität der Wissenschaft bewahren – Politischen Druck auf Forschungsinstitute verhindern“. Die Webseite des Bundestages berichtete anschließend kühl darüber (hier) :“ Die Debatte war von gegenseitigen Vorwürfen geprägt, der Ton unfreundlich, teilweise feindlich.“

Diese Darstellung hat durchaus Chancen als Untertreibung des Jahres in die Geschichte einzugehen. Denn während sich die AfD Beiträge (Dr. Gottfried Curio und Karsten Hilse) zunächst mit dem auslösenden Sachverhalt beschäftigten und dann ihre eigenen Schlussfolgerungen daraus zogen, nutzten die anderen 5 Parteien die Gelegenheit, um der AfD wieder mal ordentlich eins über den Scheitel zu ziehen, gestreng nach der ewigen Regieanweisung „ wirf´ dem anderen vor, was Du selbst ständig tust“  oder volkstümlicher „haltet den Dieb, schrie der Dieb!“. Was zwar am Thema und damit der Aufgabe völlig vorbeiging, aber für kurzweilige Unterhaltung der jeweiligen eigenen Kollegen sorgte.

Video der BT-Rede Karsten Hilse am 11.2.21 zum Thema Wissenschaftsneutraltität

Besonders hervor taten sich dabei, meiner eigenen unmaßgeblichen Meinung nach, die Abgeordneten, Dr. Petra Sitte (die Linke)

Video der BT-Rede von Dr. Petra Sitte am 11.2.21 zum Thema Wissenschaftsneutralität

Frau Astrid Mannes (CDU) -leider kein Video bei YT verfügbar

Zitat“..(dass) Professor Christoph Schmidt, Präsident des Leibniz- (C) Instituts für Wirtschaftsforschung, erklärt hat, dass keine Empfehlungen für besonders restriktive Coronamaßnahmen auf Bestellung geliefert wurden und dass die Wis- senschaftler der Politik durch ihren Rat in einer Situation gewaltiger Unsicherheit bei der Entscheidungsfindung geholfen haben. Das ist etwas anderes, als sich für poli- tische Zwecke einspannen zu lassen. Nichts deutet derzeit auf eine Abhängigkeit der Wissenschaftler von der Politik oder darauf hin, dass Wissenschaftler sich haben instrumentalisieren lassen. – Entweder man legt Beweise auf den Tisch, oder man unterlässt solche Behauptungen Zitatende.

und Kai Gehring (Grüne).

Video der BT-Rede von Kai Gehring (Grüne) am 11.2.21 zum Thema Wissenschaftsneutralität

Da ich aber nicht alle gehört habe, kann es noch weitere Lowlights geben. Siehe Gesamtvideo am Ende des Beitrages.

Wie das, was der Grüne Kai Gehring ablieferte, der sich besonders für die „Genderwissenschaft“ einsetzt:

Zitat:  Sie fordern (Anmerkung: die AfD) die Abschaffung ganzer Disziplinen, Fakultäten und Institute, weil Ihnen Klimaforschung, Rassismusforschung, Geschichts- und Genderforschung unbequem sind. Gucken Sie sich Ihre eigenen Haushaltsanträge an und Ihr Fehlverhalten gestern im Wissenschaftsausschuss! Schämen sollten Sie sich! „ Zitatende

Als ob das, wenn es denn stimmte,  irgendwas mit der verlorengehenden Neutralität der Wissenschaft zu tun hätte.

Nun mögen sich die Leser ein eigenes Urteil bilden.

Offizielles Video des Deutschen Bundestags aller Beiträge zu dieser Aktuellen Stunde