FAZ, 12.12.2011, S. 1; "Farce von Durban" ;

"Es darf nämlich bezweifelt werden, ob es (Anm.: DURBAN) das Prädikat "historisch" verdient, denn das Ergebnis von Durban fällt mager aus. Es hält den schleppenden Verhandlungsprozeß zwar in Gang – das war es aber auch."

"Von einem ‚rechtlich bindenden Abkommen‘, wie es die Europäer gerne gesehen hätten, ist in dem Beschluß nicht mehr die Rede. Jetzt redet man bestenfalls über ein ‚vereinbartes Ergebnis mit Rechtskraft‘ ".

"Wenig besser steht es um das Kyoto-Protokoll" … "Die EU will das Kyoto-Protokoll weiter als Faustpfand in den Verhandlungen nutzen. Doch der Vertrag leidet an Schwindsucht: Japan, Russland und Kanada haben ihren Ausstieg angekündigt, die USA waren von Anfang an nicht dabei. Damit emittieren die verbliebenen Industrie-Staaten unter den Kyoto-Mitgliedern, vor allem die EU, am Ende gerade 15% der global ausgestoßenen Treibhausgase."

"Das zeigt: Wer seine klimapolitischen Hoffnungen vor allem auf "Kyoto" setzt, hat schon verloren."

"Die Weltklimakonferenz ist am Ende, der Ertrag ist mager…".

"Auf der Seite der Blockierer saßen auch in Durban die USA, China, Indien. Alles wie gehabt also. So werden die Klimakonferenzen zur Farce. … Ein Brummkreisel, der sich schneller dreht, kommt trotzdem nicht vom Fleck."

 

FAZ, 12.12.2011, S. 2; "Die Ergebnisse der Weltklimakonferenz" ;

"Weltklimafonds wird eingerichtet."er soll dazu beitragen, daß ab dem Jahr 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar zur Verfügung stehen. Woher das Geld kommt, ist offen."

 

FTD, 14.12.2011, S. 9; "Kanada prellt die Klima-Zeche" ;

"Ein Kyoto-Nachfolger soll ab 2020 erstmals Industrie- und Schwellenländern Emissionsziele auferlegen. Christoph Görg, Klimapolitikexperte am Helmholz-Zentrum für Umweltforschung, glaubt, daß Kanadas Kyoto-Ausstieg die Verhandlungen dazu erschweren könnte: Nach Durban haben wir weder konkrete Emissionsziele, noch sind wir sicher, inwieweit die Vereinbarung rechtlich verbindlich ist. Wenn dann beim einzig verbindlichen Vertrag die Schlupflöcher genutzt erden, macht es das noch einmal schwieriger."

 

DER SPIEGEL, 17.12.2011, S. 38-39;  "Riskante Wette" ;

"Nach dem UNO-Gipfel von Durban steht die EU mit ihren CO2-Zielen allein da. Die anderen Volkswirtschaften setzen auf fossile Energie."

 "Hedegaard will im Ergebnis von Durban festschreiben lassen, daß auch Indien, China und die USA bis 2015 einem verbindlichen Weltklimavertrag beitreten. … Die Gegenwehr ist groß. ‚Wir wollen diese Frage offen lassen‘, zischt die Beraterin der indischen Ministerin."

"Anschließend feiert Europa das Ergebnis von Durban als Durchbruch. Bundesumweltminister Norbert Röttgen sieht alle Länder an Bord für einen Weltklimavertrag, der 2020 in Kraft treten soll. Doch das ist eher eine vage Hoffnung."

"…Klimapolitik der USA … im Kongreß würde ein Weltklimavertrag in tausend Stücke zerrissen werden, weil die Mehrheit der US-Politiker Eingriffe von außen in ihre Energiepolitik grundsätzlich ablehnt. Republikaner bezeichnen den Klimawandel als einen Schwindel…"

"China hält sich alle Optionen offen. Kurz nachdem die Konferenz zu Ende war, attackierte die kanadische Regierung den globalen Klimaschutz frontal. Sie erklärte, daß sie aus dem Kyoto-Protokoll aussteigt…". "Japan und Russland sind zudem nicht bereit, im Rahmen des Kyoto-Protokolls neue Reduktionsziele zu akzeptieren."

"Europa steht nach dem UNO-Klimagipfel in Wahrheit ziemlich allein da. Was von Durban bleibt, ist vor allem die Zusage der EU, als einzige Wirtschaftsmacht in den kommenden Jahren neue Reduktionsverpflichtungen im Rahmen des Kyoto-Protokolls einzugehen. Der Rest der Welt kann ungebremst Kohle, Öl und Erdgas verbrennen. Hat die EU in Südafrika zu hoch gepokert und verloren?"

"Ökonomisch ist die Wette der EU durchaus riskant: an eigenen Klimazielen festzuhalten, während andere ihre Wirtschaft mit billigem Kohle- und Atomstrom wachsen lassen."

Zusammengetragen von Klaus E. Puls EIKE