Von Jo Nova

In China wurden bereits in diesem Jahr Wind- und Solarenergieanlagen mit einer hochgerechneten Energie von 360 TWh abgeschaltet – da deren Strom gerade keiner brauchte.

Die Abregelung von Strom aus chinesischen Wind- und Solaranlagen entwickelt sich angesichts des Überangebots an unzuverlässiger Energie rasant zu einem massiven Problem. Allein in den letzten sechs Monaten wurden Anlagen abgeregelt – fast 50 % mehr als im Vorjahr (hochgerechnet etwa 50 % mehr als Australiens im Jahr benötigt).

Die unzuverlässige Energie traf zur falschen Zeit oder am falschen Ort ein und wurde ungenutzt verworfen. Dieses sich verschärfende Problem war nicht auf ein Wetterereignis zurückzuführen, sondern wurde beunruhigender Weise als „strukturell“ beschrieben und wird voraussichtlich noch, nun ja, „den Rest dieses Jahrzehnts“ andauern.

Reuters formuliert dies so, als ob man mit dem rasanten Ausbau [der Infrastruktur für] erneuerbarer Energien nicht Schritt halten könne, als wäre der Strom dieser Energien heiß begehrt und die Regierungen täten etwas dagegen, weil sie sie nicht verteilen könnten. In Wahrheit trifft ein schlecht gemanagter, durch staatliche Subventionen begünstigter Ausbau auf einen weiteren schlecht gemanagten Ausbau – eine von der Regierung selbst geschaffene Blase.

Diese Zahlen lagen deutlich über den offiziellen chinesischen Schätzungen. Im März hatte die chinesische Regierung die Drosselung sowohl bei Wind- als auch bei Solarenergie mit rund 9 % angegeben, die neuen Schätzungen gehen jedoch von 26 % aus. Die inoffiziellen Zahlen wurden vom Global Energy Monitor und dem Center for Research on Energy and Clean Air berechnet.

Die Planwirtschaft tut, was sie am besten kann: Überproduktion und Verschwendung.

China führt eine Welle der Verschwendung sauberer Energie an,
da die Stromnetze weltweit an ihre Grenzen stoßen

PEKING/SINGAPUR, 17. August (Reuters) – China hat in den sechs Monaten bis Juni so viel „erneuerbare Energie“ abgewiesen, dass damit Mexiko ein Jahr lang versorgt werden könnte, da seine Stromnetze an ihre Grenzen stießen. Auch in vielen anderen Ländern wie Australien und Japan konnten die Netze mit dem rasanten Ausbau der erneuerbaren Energien nicht Schritt halten.

Die Abschaltung von Wind- oder Solarenergie, also die vorsorgliche Ablehnung dieser Energiequelle, weil ein Stromnetz seine Kapazitätsgrenze erreicht, stellt weltweit eine wachsende Herausforderung für erneuerbare Energien dar und unterstreicht die anhaltende Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen.

Analysten zufolge erzwingen unzureichende Übertragungsinfrastruktur und Lieferverträge, die den Betrieb neu gebauter Kohlekraftwerke in China gewährleisten, die Ablehnung der reichlich vorhandenen erneuerbaren Energieerzeugung.

„Die Produktionskürzungen in China sind strukturell bedingt und kein vorübergehender Engpass. Wir gehen davon aus, dass der Druck zur Produktionskürzung bis zum Ende dieses Jahrzehnts anhalten wird“, sagte Yuan Ren, Analystin beim Beratungsunternehmen Wood Mackenzie.

Alles basiert auf Lügen…

Chinas Nationale Energieverwaltung, die im März die Veröffentlichung monatlicher Daten über die Drosselung nach Provinzen eingestellt hat, erklärte letzten Monat, dass 8,6 % der Solarstromproduktion und 9,1 % der Windstromproduktion des Landes in der ersten Hälfte des Jahres 2026 gedrosselt wurden.

GEM und CREA schätzen jedoch, dass China in den sechs Monaten bis Juni 26,1 % seiner gesamten Wind- und Solarstromproduktion nicht genutzt hat. Dabei wurden wetterbereinigte Daten verwendet, um nicht gemeldete Abschaltungen zu berücksichtigen.

Dies stellt chinesische Industrielle vor große Herausforderungen, wenn sie versuchen vorherzusagen, ob sich der Bau weiterer Wind- und Solarkraftwerke noch lohnt.

Die Drosselung der Stromerzeugung ist natürlich auch in Australien ein zunehmendes Problem. Im vierten Quartal des letzten Jahres haben wir rund 18 % der verfügbaren Kapazität erneuerbarer Energien ungenutzt gelassen. Das Frühjahr ist zwar unser ineffizientestes Quartal, aber der Wert für das erste Quartal lag wieder bei 8 %.

China scheint also noch mehr nutzlosen und unzuverlässigen Strom zu haben als wir. „Glückwunsch.“

https://joannenova.com.au/2026/08/useless-china-throws-away-a-quarter-of-its-renewable-power-more-than-australia-uses-each-year/

Hinweis zum Thema:

Die Infrastruktur – also Trafostationen, Schaltfelder und  vor allem Stromleitungen in allen Spannungsebenen, werden nach dem Bedarf der angeschlossenen Verbraucher dimensioniert. Zufällig aufgrund von viel Sonnenschein und viel Wind erzeugte „erneuerbarer Strom“ findet gerade keinen Abnehmer. Üblicherweise werden zuverlässige Kraftwerke „runtergefahren“, soweit es die Physik zulässt. Ist trotzdem das Stromangebot zu hoch, werden überall auf der Welt die unnötigen Wind- und Solaranlagen abgeriegelt.

Situation in China (Recherche Unterstützung durch Gemini)

In China erhalten Betreiber von Wind- und Solaranlagen im Gegensatz zu Deutschland grundsätzlich keine staatliche finanzielle Entschädigung (wie das deutsche Ausfallarbeit- oder Redispatch-Prinzip) für Strom, der wegen Netzüberlastung oder fehlender Abnehmer abgeregelt wird. Der wirtschaftliche Verlust durch nicht eingespeisten Strom („Curtailment“) liegt dort voll aufseiten der Anlagenbetreiber.

Carbon Brief

Chinas Solar- und Windparks werden künftig [Strom] nicht mehr zu einem Festpreis, der an Kohle-Benchmarks gekoppelt ist, garantiert verkauft werden. Dies sieht eine neue Richtlinie der Zentralregierung vor.

Die Richtlinie fordert die lokalen Regierungen auf, neue Wind- und Solarenergieprojekte bis Ende 2025 auf ein stärker marktorientiertes Preissystem umzustellen. …

Dieser Schritt ist Teil umfassenderer Bemühungen , den Betrieb des riesigen chinesischen Stromsystems hin zu stärker marktorientierten Signalen und weg von administrativ festgelegten Preisen zu verlagern.

….

https://www.carbonbrief.org/explainer-how-chinas-renewable-pricing-reforms-will-affect-its-climate-goals

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