Vorbemerkung: In diesem Kältereport gibt es Meldungen von beiden Polen der Welt. Das stützt die Aussage, dass es zumindest in diesem Jahr an beiden Polen besonders kalt ist.
Die Schlagzeilen der Woche:
Antarktis: Abkühlung auf -84,1 °C (gemessen!) – die niedrigste Temperatur auf der Erde seit 2012
Russland: Rekord-Kälte
Europa: Vorstoß von Meeresluft arktischen Ursprungs
Antarktis: Zehn Tage nacheinander unter –100° F (–73,3°C)
Grönland: Oberflächen-Massenbilanz 100 Milliarden Tonnen über dem Mittelwert
Alaska: Neue Kältewelle
Anden: 5 m Schnee und Kälte bis –27°C
Australien: Frosteinbruch im Süden
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Meldungen vom 20. Juli 2026:
Antarktis: Abkühlung auf -84,1 °C (gemessen!) – die niedrigste Temperatur auf der Erde seit 2012
Die extreme Kälte in der Antarktis hat sich am Wochenende weiter verschärft.
Am 18. Juli sank die Temperatur an der Concordia-Station am Dome C um 6:25 Uhr UTC auf -84,1 °C – die niedrigste gemessene Lufttemperatur auf der Erde seit dem Wert von -84,2 °C, der im September 2012 in Wostok gemessen worden war.
ClimAntartide bestätigte den Messwert – der drittniedrigste an der Concordia-Station seit Beginn der Beobachtungen im Jahr 2005 (der Rekord liegt weiterhin bei -84,7 °C, gemessen am 13. August 2010). Die Tageshöchsttemperatur der Station lag bei gerade einmal -76,9 °C.
Hierbei muss natürlich berücksichtigt werden, dass die Sonne in der dortigen Polarnacht kaum scheint und demzufolge auch kein nennenswerter Tagesgang der Temperatur auftritt. A. d. Übers.)
Auch am Dome Fuji wurden Tagesrekorde gebrochen. Am 17. Juli sank die Temperatur an dieser Messstation auf -80,4 °C und übertraf damit den bisherigen Tagesrekord von -79,8 °C aus dem Jahr 1999. Am 18. Juli sank die Temperatur auf -81,9 °C und übertraf damit den bisherigen Rekord von -78,9 °C ebenfalls aus dem Jahr 1999.
Die Kälte erfasste das gesamte antarktische Plateau. Automatische Wetterstationen verzeichneten -72 °C in Henry, -75 °C in Nico – beide in der Nähe des Südpols – und -81 °C am Dome CII in der Nähe von Concordia.
Die Amundsen-Scott-Südpolstation verzeichnete am 17. Juli eine Höchsttemperatur von nur -70,8 °C, am folgenden Tag lag die Höchsttemperatur bei lediglich -71 °C. Die Tiefsttemperatur am Samstag lag bei -76,2 °C und brach damit den am 18. Juli 2006 aufgestellten Tagesrekord von -75,7 °C. Das Wochenende war die kälteste mehrtägige Periode am Südpol seit dem 2. und 3. August 2019.
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Russland: Rekord-Kälte
Russland verzeichnete zwischen dem 17. und 19. Juli mindestens neun Tiefsttemperatur-Rekorde, als sich die diesjährige Hochsommerkälte über das ganze Land ausbreitete.
Am 17. Juli…
In Staraya Russa sank die Temperatur auf 6 °C und brach damit den 1977 aufgestellten Rekord von 6,9 °C (laut Aufzeichnungen, die bis ins Jahr 1936 zurückreichen). In Bologoe wurden 5,6 °C gemessen, was unter dem Wert von 5,8 °C aus dem Jahr 1995 lag (Aufzeichnungen reichen bis ins Jahr 1959 zurück). In Wologda sank die Temperatur auf 4,5 °C und unterbot damit den Wert von 4,9 °C aus dem Jahr 1956 (in einer seit 1891 geführten Tagesreihe). Und in Balaschow wurden 9,8 °C gemessen, womit der Wert von 10,2 °C aus dem Jahr 1977 (seit 1948) unterschritten worden ist.
Die Kälte verlagerte sich am 18. Juli nach Süden und Osten…
In Kologriv sank die Temperatur auf 4,3 °C und unterbot damit den Rekord von 4,7 °C aus dem Jahr 2015 (seit 1959). In Gigant wurden 11,2 °C gemessen, womit der Wert von 12,5 °C aus dem Jahr 1977 (bis 1939) unterboten wurde. In Remontnoye sank die Temperatur auf 11,3 °C und übertraf damit die ebenfalls 1977 gemessenen 11,6 °C (zurück bis 1948).
Der gleiche Kälteeinbruch erreichte die Ukraine, wo die Temperatur in Tschernihiw am 18. Juli auf 7 °C sank und damit den bisherigen Tagesrekord der Stadt von 7,7 °C aus dem Jahr 1989 brach (die tägliche Messreihe reicht bis ins Jahr 1924 zurück).
Am 19. Juli folgten mindestens zwei weitere russische Rekorde…
In Egvekinot, Tschukotka, sank die Temperatur auf 0,9 °C und brach damit den bisherigen Rekord von 2,5 °C aus dem Jahr 2022 (die täglichen Aufzeichnungen reichen hier bis ins Jahr 1948 zurück). Und Gigant stellte seinen zweiten Rekord in Folge auf, erreichte 11,6 °C und übertraf damit die 11,7 °C aus dem Jahr 1967.
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Europa: Vorstoß von Meeresluft arktischen Ursprungs
Mit Blick nach Westen hat eine Luftmasse arktischen Ursprungs ebenfalls Tages-Kälterekorde in ganz Nordeuropa gebrochen, wobei sich der Kälteeinbruch nun weiter nach Mitteleuropa und auf den Balkan ausbreitet.
Am 19. Juli sank die Temperatur in Kautokeino in Norwegen auf 1,9 °C und brach damit den bisherigen Tagesrekord von 3 °C aus dem Jahr 1972. Im benachbarten Schweden sank die Temperatur in Kiruna auf den Gefrierpunkt von 0 °C und übertraf damit den bisherigen Rekordwert für den 19. Juli von 0,8 °C aus dem Jahr 1958.
Weiter südwestlich, in Schottland, sank die Temperatur in Edinburghs Stadtteil Gogarbank auf 6,6 °C und unterbot damit den bisherigen Tiefstwert der Stadt für den 19. Juli von 7,8 °C aus dem Jahr 1968.
Die Kälte wird nun durch einen sich verstärkenden atlantischen Höhenrücken und eine tiefe Tiefdruckrinne über Nord- und Osteuropa weiter nach Süden getrieben. Nordwinde sollen die Temperaturen bis Donnerstag, den 23. Juli, in Mittel- und Osteuropa auf 8 °C unter den Durchschnitt drücken.
Die stärksten Abweichungen werden in Norditalien, Österreich, Slowenien, Kroatien, Tschechien, der Slowakei und Polen erwartet, bevor die Kaltfront am Freitag und Samstag den südlichen Balkan, Süditalien und Griechenland erreicht.
Dort werden die Temperaturen voraussichtlich verbreitet 12 °C unter dem Normalwert liegen.
In weiten Teilen des Kontinents hat sich das Wetterbild umgekehrt – auch wenn die Medien dem natürlich kaum Sendezeit widmen werden.
Hintergrund dieser Kälte ist natürlich die in diesem Sommer offenbar besonders kalte Arktis, was in anderen Kältereports schon wiederholt angesprochen worden ist. A. d. Übers.
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Meldungen vom 21. Juli 2026:
Antarktis: Zehn Tage nacheinander unter –100° F (–73,3°C)
In der Antarktis, genauer gesagt an der Concordia-Station, herrscht weiterhin extreme Kälte: Am 20. Juli lagen die Temperaturen dort bereits den vierten Tag in Folge unter -80 °C.
Die Messreihe begann am 11. Juli bei -73,6 °C, gefolgt von -75,5 °C am 12. Juli, dann von -76 °C am 13. und 14. Juli, -79,4 °C am 15. Juli, -79,6 °C am 16. Juli, -82,8 °C am 17. Juli und -84,1 °C am 18. Juli. Concordia verzeichnete dann am 19. Juli -82,7 °C, bevor am 20. Juli vorläufig -80,7 °C gemessen worden sind. Damit lagen die Temperaturen zehn Tage in Folge unter -100 °F und vier Tage in Folge unter -112 °F.
Der Wert von -84,1 °C am 18. Juli war der drittniedrigste in Concordia seit Beginn der lückenlosen Aufzeichnungen im Jahr 2005 und die niedrigste gemessene Lufttemperatur weltweit seit Vostok im September 2012 -84,2 °C erreichte.
Für die kommenden Tage wird eine leichte Erwärmung vorhergesagt. Doch das Ausmaß und die Dauer der Kältewelle, die Concordia gerade erlebt hat, sind außergewöhnlich: Vom 16. bis 20. Juli lag der Durchschnitt der fünf täglichen Tiefstwerte bei -82 °C – der drittniedrigste Fünftagesdurchschnitt in der Beobachtungsgeschichte von Concordia. Nur der Zeitraum vom 19. bis 23. Juni 2017 mit einem Durchschnitt von -82,6 °C und der Zeitraum vom 20. bis 24. Juni 2017 mit -82,1 °C waren noch kälter.
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Grönland: Oberflächen-Massenbilanz 100 Milliarden Tonnen über dem Mittelwert
Seit September 2025 hat die Oberfläche Grönlands rund 580 Milliarden Tonnen Eis und Schnee dazugewonnen – deutlich mehr als der Durchschnitt der Jahre 1981–2010 für diesen Zeitpunkt der Saison.
Normalerweise erreicht die akkumulierte Oberflächen-Massenbilanz Grönlands Ende Mai oder Anfang Juni ihren Höchststand, bevor sie im Juli und August stark zurückgeht, da Schmelze und Abfluss die Neuschneemenge übersteigen.
Dieser Rückgang ist im Jahr 2026 kaum eingetreten.
Die tägliche Zu- und Abnahme der Eisoberfläche liegt seit Mitte Juni im Durchschnitt bei etwa null, sodass die kumulierte Gesamtmenge nahe ihrem saisonalen Höchststand und etwa 100 Milliarden Tonnen über dem langfristigen Mittelwert liegt.
Bislang ist in diesem Jahr kaum Eis von der Oberfläche Grönlands abgeschmolzen, und die Saison dauert nur noch einen Monat.
Anmerkung des Übersetzers: Bevor jetzt wieder irgendwelche Alarm-Agitatoren mit Leseschwäche aufjaulen – hier ist tatsächlich wieder nur die Oberflächen-Massenbilanz erwähnt. Demnächst erscheint hier ein Hintergrundbericht über die Verhältnisse in und um Grönland, in dem alle Aspekte zur Sprache kommen. Aber bereits vor über einem Jahr, genauer im Kältereport Nr. 15 / 2025 habe ich den Unterschied zwischen Oberflächen- und Gesamt-Massenbilanz zur Sprache gebracht!
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Alaska: Neue Kältewelle
Die Mittsommerkälte hat im Süden Alaskas vieljährige Temperaturrekorde gebrochen und eingestellt.
In Cold Bay sank die Temperatur am 20. Juli auf 3,9 °C und brach damit den bisherigen Tagesrekord von 4,4 °C aus dem Jahr 1971. Die Tageshöchsttemperatur erreichte lediglich 9,4 °C, die Tagesdurchschnittstemperatur lag bei 6,7 °C – beide Werte lagen 4,4 °C unter dem Normalwert.
Auch in Kodiak sank die Temperatur auf 3,9 °C und erreichte damit den Rekordwert vom 20. Juli 1965. Die Tiefsttemperatur lag 6,7 °C unter dem Normalwert.
Die Kälte beschränkte sich nicht nur auf diese beiden Messstationen. In King Salmon wurden nur 12,2 °C gemessen, 6,1 °C unter dem Normalwert; in Anchorage lag die Höchsttemperatur bei 13,3 °C, 5,6 °C unter dem Normalwert; und auf St. Paul Island wurden nur 7,2 °C erreicht, 3,9 °C unter dem Normalwert.
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Eine Meldung vom 23. Juli 2026:
Anden: 5 m Schnee und Kälte bis –27°C
Ein schwerer Wintersturm hat die Anden in Chile und Argentinien unter außergewöhnlich großen Schneemengen begraben.
Im chilenischen Skigebiet Portillo sind mehr als 4,5 m Schnee gefallen; die Behörden bezeichnen die Dauer und Intensität des Sturms als „äußerst ungewöhnlich“. Alle Straßen- und Flugverbindungen bleiben ebenso wie das Skigebiet selbst gesperrt, da sich der Schnee weiter ansammelt.
Der Grenzbeamte Osvaldo Valle sagte: „Wir befinden uns mitten in einem historischen Schneefall“, nachdem in Las Cuevas 4 m und sowohl in Los Libertadores als auch in Portillo jeweils mehr als 3 m Schnee gefallen waren. Prognosen gehen von insgesamt 5 m aus, bevor der Sturm abklingt. Valle sagte, dieses Ereignis übertreffe bisherige große Winterereignisse, darunter auch den verheerenden Schneesturm vom Juli 1984.
Auf argentinischer Seite melden Behördenvertreter etwa 4 m Schnee, davon mehr als 2 m in Puente del Inca und bis zu 1 m in tiefer gelegenen Gebieten. In der Nähe von Los Penitentes akkumulierte der Schnee so hoch, dass Anwohner, Touristen und Arbeiter evakuiert werden mussten, gingen doch die Vorräte an Lebensmitteln und Heizmaterial zur Neige. Ein Rettungsfahrzeug musste jedoch umkehren, nachdem es auf 2 Meter hohe Schneeverwehungen gestoßen war.
Weiter nördlich in Catamarca meldete das hochgelegene Bergbaulager Tres Quebradas Temperaturen von -27 °C, Windgeschwindigkeiten von über 170 km/h und Schneehöhen von mehr als 1 m.
Am Salar del Hombre Muerto soll sich der Schnee stellenweise bis zu 4 m hoch aufgetürmt und ein Fahrzeug mit vier Bergleuten vollständig verschüttet haben. Alle vier konnten schließlich mit Unterkühlungserscheinungen gerettet werden; einer von ihnen soll bereits „angefangen haben zu gefrieren“.
Die Kälte breitete sich über ganz Patagonien aus.
Der argentinische Wetterdienst verzeichnete am 22. Juli an mindestens 22 Orten Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. In El Calafate wurden -16,2 °C gemessen, in Gobernador Gregores -13,5 °C, in Perito Moreno -12,8 °C und in Paso de Indios -10,3 °C.
Jenseits der Grenze verzeichnete Chile am 22. Juli offiziell -15,9 °C in Balmaceda und -10,6 °C in Coyhaique, wo die Tageshöchsttemperatur nicht über den Gefrierpunkt stieg.
Bezieht man die offiziellen Daten ein, so machen Portillos offizielle Gesamtmenge von 4,5 Metern, die Aussicht auf mehr als 5 m in Los Libertadores und die schiere geografische Ausdehnung des Ereignisses dies zu einem der größten Schneefälle in den Anden seit Jahrzehnten.
Chile und Argentinien wurden von einem transandinen Wintereinbruch heimgesucht, der 4½ m Schnee, Temperaturen von -27 °C, orkanartige Winde, verschüttete Fahrzeuge, geschlossene Grenzen und groß angelegte Rettungsaktionen mit sich brachte.
In den Medien kommt natürlich kein Wort davon.
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Eine Meldung vom 24. Juli 2026:
Australien: Frosteinbruch im Süden
Luft antarktischen Ursprungs ist über Australien hinweggefegt und hat in allen Bundesstaaten und Territorien mit Ausnahme des Northern Territory für Temperaturen unter dem Gefrierpunkt gesorgt.
Bis Freitagmorgen waren die Temperaturen in sechs Verwaltungsbezirken auf -3 °C oder darunter gefallen.
Die Thredbo Top Station erreichte -7 °C, der Mount Ginini -6 °C, der Mount Hotham -5,7 °C, der Mount Wellington -4,7 °C, Salmon Gums -4,4 °C sowie Yunta und Yongala -3,4 °C.
Auch in den tief gelegenen Küstengebieten kam es zu Frost.
In Richmond im Sydney-Becken sank die Temperatur auf -0,5 °C, während am Flughafen Moruya an der Küste von New South Wales -0,6 °C gemessen wurden.
Salmon Gums lieferte den herausragenden Messwert. Die dort gemessenen -4,4 °C lagen um beachtliche 9,1 °C unter dem durchschnittlichen Tiefstwert für Juli und nur 0,3 °C über dem Juli-Rekordwert der Station von -4,7 °C, der im Jahr 2025 aufgestellt worden war. Die Aufzeichnungen an dieser Station reichen bis ins Jahr 1932 zurück.
In Tasmanien fiel Schnee bis in Höhenlagen von 300 m hinab, wobei es in den höheren Lagen zu starken Akkumulationen kam.
Am Mount Wellington wurde eine gefühlte Temperatur von fast -19 °C gemessen, während die Windböen Geschwindigkeiten über 100 km/h erreichten.
Für Anfang nächster Woche werden weitere Schneeschauer vorhergesagt. Laut BoM liegen die Temperaturen am Mount Buller nahe dem Gefrierpunkt, wobei bis Dienstag Schnee erwartet wird und für Mittwoch und Donnerstag Tiefstwerte von -3 °C prognostiziert werden.
Wird fortgesetzt mit Kältereport Nr. 31 / 2026
Redaktionsschluss für diesen Report: 24. Juli 2026
Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE


















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