Cap Allon
Die NOAA schätzt die Wahrscheinlichkeit für ein „starkes“ El-Niño-Phänomen bis zum Herbst derzeit auf etwa 50:50.

Man beachte den klein gedruckten Hinweis rechts unten! Übersetzung: „Stärkere Ereignisse bedeuten nicht immer stärkere Auswirkungen auf Wetter und Klima. Stärkere Ereignisse machen es wahrscheinlicher, dass es zu bestimmten Auswirkungen kommt“.
Und mehr brauchte es nicht – schon schreien die Schlagzeilen wie von selbst um die Wette. „Super-El-Niño“. „Godzilla-El-Niño“. Eine weitere Runde angstgeschürter Berichterstattung, die auf einem Szenario basiert, das vielleicht gar nicht eintritt.
Sogar einige Klimaforscher melden Widerspruch an.
Der Begriff „Super-El-Niño“ entspricht nicht dem wissenschaftlichen Standard. Er ist Mediensprache. Er bezieht sich grob auf Niño3.4-Anomalien, die über 2 °C hinausgehen, aber diese einzelne Kennzahl ist nur ein kleiner Ausschnitt eines viel größeren Systems. Sie erfasst die Meerestemperaturen in einer Region des östlichen Pazifiks. Sie erfasst nicht die gesamte atmosphärische Dynamik, die tatsächlich die Wetterauswirkungen bestimmt.
Und entscheidend ist, dass sie sich nicht zuverlässig in Auswirkungen an Land niederschlägt.
Es gibt eindeutige historische Beispiele. Der starke El Niño von 1997–98 hatte in Teilen Australiens relativ geringe Auswirkungen auf die Niederschlagsmengen. Gleichzeitig haben schwächere Ereignisse weitaus schwerwiegendere Dürrebedingungen verursacht. Stärke auf dem Papier ist nicht gleichbedeutend mit Auswirkungen in der Realität.
Dann ist da noch der Zeitpunkt.
Diese Prognosen werden im April erstellt, also mitten in der bekannten „Herbst-Vorhersagebarriere“. Dies ist die unzuverlässigste Zeit des Jahres für ENSO-Prognosen. Die Modelle versprechen hier regelmäßig zu viel. Die Prognosen für 2017 deuteten zuversichtlich auf ein starkes und anhaltendes El Niño hin. Was folgte, war schwach und von kurzer Dauer.
Die ehrliche Antwort heute: vielleicht.
Stattdessen erleben wir eine Übertreibung, denn ein starker El Niño ist gut fürs Geschäft. Er würde wahrscheinlich die globalen Temperaturwerte (vorübergehend) in die Höhe treiben. Er nährt die Erzählung. Er füllt die Schlagzeilen.
Aber El Niño dämpft typischerweise auch die Hurrikanaktivität im Atlantik. Die Windscherung nimmt zu. Die Entwicklung von Stürmen wird erschwert. Oft folgen ruhige Saisons. Das passt natürlich nicht ins Drehbuch. Wenn sich also ein starker El Niño bildet, ist zu erwarten, dass dieser Aspekt ein oder zwei Jahre lang ignoriert wird, während ein Temperaturanstieg in den Vordergrund gerückt wird.
Die Daten sprechen von einem 50:50-Verhältnis.
Die Schlagzeilen sind bereits in voller Hype-Stimmung:
Link: https://electroverse.substack.com/p/polar-vortex-holds-canada-in-winter?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email (Zahlschranke)
Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE




















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El Niño ist ein prädestiniertes Phänomen der Klimapaniker, wenn es partout mit der CO2-Gläubigkeit in der Öffentlichkeit nicht ganz klappen will. Denn das fossile CO2 kann (bekanntlich) heimtückisch und kumulativ im Hintergrund an den Meerestemperaturen und -strömungen arbeiten und – so namhafte Klimaforscher – es wäre noch nicht ganz verstanden, warum das so ist. Ja es wird wärmer, wo und wie lange und ob nur regional wärmend oder auch im globalen Vergleich sogar regional stark abkühlend wirkend, lässt sich so noch nicht prognostizieren. Ich erinnere mich gerne auch an winterliche Wetterperioden, die besonders in Deutschland kalte Winter in El Niño-Jahren verursachten. Wer kennt schon unsere Rossby-Wellen so genau. Wenn die einmal in Wallung sind und das Temperament arktischer Polarjets die Fantasie der Metereologen herausfordert, wer weiß schon was dann passiert. Eins allerdings sollte ungeachtet von El Niño oder La Niña klar sein. Für die menschliche Gesundheit ist Kälte weitaus gefährlicher als Hitze. Auf dem Blog tkp.at berichtet heute Dr. Mayer von der jüngsten medizinischen Studie zu kardiovaskulären Ereignissen durch Kälte und Hitze. Die Studie von Pedro Rafael Vieira de Oliveira Salerno et al 2026 ist noch eindeutiger als frühere lancet- Berichte es kundtaten. Nicht 8-10 mal mehr Kälte- als Hitzetote, sondern aufgrund kardiovaskulärer Ereignisse gibt es in Amerika sogar eine 19-fach höhere kältebedingte Mortalität. Die optimale Temperatur des Menschen liegt bei 23,2° C. Meine Frau kann das bei Überwinterungen – wie viele deutsche Senioren auch – gut nachvollziehen. Es ist wunderschön, wenn man über Palmen auf schneebedeckte Gipfel (s. Teide-Foto) schauen kann, aber Gucken reicht meist aus. Als ehemaliger Skifahrer habe ich immer noch ambivalente Gefühle. https://tkp.at/2026/04/14/kaelte-toetet-mehr-herzen-als-hitze-studie-zeigt-19-fach-hoehere-herz-kreislauf-sterblichkeit-durch-kaelte/