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Einem kürzlich in Communications Earth & Environment veröffentlichten Artikel zufolge erreichte die Erwärmung Grönlands im Sommer um 2012 ihren Höhepunkt und dann in den 2010er Jahren weitgehend zum Stillstand kam, wobei der größte Treiber die natürliche Variabilität durch sich verändernde Wetterlagen war – und nicht durch CO₂.

Die Studie verfolgt die Sommertemperaturen über Grönland im 700 hPa-Niveau (etwa 3000 m), einer Höhe, die eng mit der Variabilität der Schneeschmelze verbunden ist. In den Reanalyse-Daten erreichen die Temperaturen 2012 ihren Höchststand und steigen dann in den folgenden zehn Jahren nicht noch weiter.

Die Autoren bringen diesen Stillstand mit einer Veränderung im Verhalten des Pazifiks in Verbindung: El-Niño-Ereignisse im „zentralen Pazifik” sind häufiger aufgetreten als klassische El-Niño-Ereignisse, wodurch sich die tropischen Niederschläge verschoben haben und ein atmosphärisches Wellenmuster entstanden ist, das eine stärkere zyklonale Strömung über Grönland begünstigt. Eine stärkere zyklonale Strömung bedeutet weniger anhaltende Blockierungen, mehr Bewölkung und eine weniger anhaltende Sommererwärmung über der Eisdecke.

Ein weiteres wichtiges Problem wird ebenfalls hervorgehoben: Klimamodelle haben Schwierigkeiten, die natürlichen Schwankungen Grönlands nachzubilden.

In ihren Modellversuchen lassen sich die jüngsten Temperaturänderungen in Grönland ohne moderne Treibhausgasemissionen erklären, was darauf hindeutet, dass natürliche Schwankungen einen Großteil, wenn nicht sogar den gesamten Einfluss ausmachen.

Eine zweite Studie (aus dem Jahr 2024) kommt zu dem Ergebnis, dass die Landtemperaturen in Grönland insgesamt weitgehend stabil waren, mit einem inselweiten Trend von etwa -0,055 °C pro Jahrzehnt (-0,099 °F pro Jahrzehnt) und Konfidenzintervallen, die den Wert Null einschließen (keine statistisch signifikante Veränderung).

Grönland folgt keinem einfachen Muster der „stetigen Erwärmung“. Die Sommertemperaturen erreichen je nach Zirkulation über Jahre hinweg Spitzenwerte, stagnieren oder sinken. In einzelnen Jahren kann es zwar immer noch zu einem Anstieg der Schmelze kommen, aber das ist kein Beweis für einen anhaltenden, gleichmäßigen Erwärmungstrend.

Und in diesem Jahr (2026) verzeichnet die Insel Rekordkälte.

Am Mittwoch (25. Februar 2026) wurde in Summit eine Tiefsttemperatur von -65,3 °C gemessen, nur 2 °C unter dem Februar-Rekord der Station. Laut DMI könnten noch vor Ende der Woche noch tiefere Werte gemessen werden, die möglicherweise den historischen Tiefstwert der nördlichen Hemisphäre von -69,6 °C vom 22. Dezember 1991 gefährden könnten.

Link: https://electroverse.substack.com/p/final-snow-totals-missing-greenland?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email (Zahlschranke)

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

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