Vorbemerkung: Bemerkenswert in dieser Woche ist der Umstand, dass der Winter auf der Südhemisphäre einfach nicht weichen will (Antarktis, Südamerika), während die Nordhemisphäre (Grönland, Fernost) schon sehr früh mit winterlichem Wetter aufwartet.
Die Schlagzeilen der Woche
Chile: Historisch starke Frühjahrs-Schneefälle verlängern die Skisaison
Russland: Kälte bis –33.1C
Italienische Alpen: Niedrigste Oktober-Temperatur seit 2014
Japan: Kälte- und Schneerekorde für Oktober gebrochen
Grönland: Ein weiteres Jahr mit starken Schneefällen
Japan: Noch weitere Oktober-Kälterekorde
Antarktis: Extremer Frühjahrsfrost
Grönland: Zehn Milliarden Tonnen Schneezuwachs an nur einem Tag
Meldungen vom 26. Oktober 2026:
Chile: Historisch starke Frühjahrs-Schneefälle verlängern die Skisaison
Nach einem der schneereichsten Winter seit Beginn der Aufzeichnungen heißen die chilenischen Anden auch Ende Oktober noch Skifahrer willkommen, wobei außergewöhnlich hohe Schneemengen die Saison bis in den November hinein verlängern.
In Portillo belief sich die Schneemenge seit Saisonbeginn bis zum 7. Oktober auf 1.209 cm – mehr als doppelt so viel wie die üblichen 510 cm des Skigebiets.
Laut Nevasport Chile fielen allein in der ersten Oktoberwoche 158 cm Schnee, darunter 59 cm am 6. Oktober. Die Schneehöhe erreichte in der Nähe des Hotels und der Piste „Plateau“ 3,4 m.
Weiter nördlich, in der Nähe von Santiago, meldet Valle Nevado 723 cm für die Saison, wobei in den 48 Stunden bis zum 24. Oktober weitere 16 cm hinzukamen.
Das Skigebiet plant nun, bis zum 8. November geöffnet zu bleiben – das ist das erste Mal in seiner 38-jährigen Geschichte, dass dort im November Ski gefahren werden kann.
In der Nähe hat La Parva in diesem Winter 518 cm Schnee verzeichnet und den Betrieb bis zum 1. November verlängert.
Und El Colorado, das bereits seine Schließung angekündigt hatte, öffnete dank der außergewöhnlichen Schneelage vom 23. bis 25. Oktober wieder seine Pisten.
Auch wenn der November naht, liegt in den Anden immer noch genug Schnee, um die Lifte am Laufen zu halten.
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Russland: Kälte bis –33.1C
Russland hat die ersten -30 °C der Saison verzeichnet, während heftige Schneefälle und Schneestürme über Sibirien hinweg zogen.
Am 26. Oktober sank die Temperatur in Chabarino in Jakutien laut dem Meteorologen Michail Leus vom Phobos-Wetterzentrum auf -33,1 °C – die bisher niedrigste gemessene Temperatur in Russland in dieser Saison.
Unterdessen treibt ein Sturmwirbel über der Laptevsee Schneestürme über Sibirien. Am 24. und 25. Oktober kam es in Irkutsk und Kemerowo zu starkem Schneefall, während im Norden von Tajmyr ein Schneesturm wütete.
Die Stürme hielten bis zum 26. Oktober an. Nach Angaben des russischen Hydrometzentrums gab bis einschließlich Montag starken Schneefall im den Süden von Krasnojarsk und Chakassien.
Es werden weitere Schneefälle und Stürme vorhergesagt.
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Italienische Alpen: Niedrigste Oktober-Temperatur seit 2014
Ein heftiger Kälteeinbruch aus der Arktis ließ die Temperaturen auf dem Monte Rosa in Italien auf -22,8 °C sinken – der niedrigste Oktoberwert seit 12 Jahren.
Am 24. Oktober verzeichnete die Wetterstation Capanna Margherita, die auf 4.560 m am Monte Rosa liegt, -22,8 °C – die niedrigste Temperatur im Oktober seit dem 22. Oktober 2014, als -23,9 °C gemessen worden waren.
Weiter westlich am Mont Blanc verzeichnete die ARPA-Station „Valle d’Aosta“ am Colle Major mit -23,6 °C einen noch niedrigeren Wert.
Die Kältewelle erstreckte sich über die westlichen Alpen. Im Piemont wurden in Gran Vaudala (3.272 m) -13 °C gemessen, am Monviso (3.320 m) -12,4 °C und in Sommeiller (2.977 m) -11,1 °C.
Die Schneefallgrenze sank unter 2.000 m, wobei im nördlichen Piemont bereits unterhalb von 1.500 m Schnee fiel.
In den Schweizer Alpen betrug die Neuschneemenge innerhalb von 24 Stunden bis zu 30 cm, wodurch die Schneehöhe an den Messstationen auf 60 cm stieg.
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Eine Meldung vom 28. Oktober 2026:
Japan: Kälte- und Schneerekorde für Oktober gebrochen
Ein früher Wintereinbruch hat den Norden Japans erfasst und dabei die Oktober-Rekorde für Temperaturen und Schneehöhen gebrochen, während sich die Schneedecke über Hokkaido und den Norden von Honshu ausbreitete.
Am 28. Oktober verzeichneten drei Messstationen im Südwesten von Hokkaido laut Daten der Japanischen Wetterbehörde (JMA) neue Oktober-Tiefsttemperaturrekorde.
In Matsumae sank die Temperatur auf 2 °C und unterbot damit den bisherigen Oktober-Rekord von 2,7 °C aus dem Jahr 2004 (Aufzeichnungen seit 1977). In Okushiri sank die Temperatur auf 3,4 °C und übertraf damit den Wert von 4,1 °C aus dem Jahr 2016, während in Yoneoka 1,6 °C gemessen wurden, was unter dem bisherigen Rekordwert von 2,2 °C aus dem Jahr 2025 lag.
Auch die Schneehöhe nahm rasch zu.
Um 13 Uhr lagen in Sukayu in der Präfektur Aomori 19 cm Schnee, während in Sounkyo auf Hokkaido 18 cm gemessen wurden.
In Wassamu wurde mit 12 cm ein neuer Rekord für die Schneehöhe im Oktober aufgestellt.
Ein kräftiger Tiefdruckwirbel über dem Ochotskischen Meer ließ kalte Luft nach Süden wehen und brachte Schnee in tiefer gelegene Gebiete sowie starke Winde über ganz Nordjapan.
Die Beobachtungen vom 28. Oktober sind zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels noch vorläufig, hakten doch Schneefall und niedrige Temperaturen den ganzen Tag über an.
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Meldungen vom 29. Oktober 2026:
Grönland: Ein weiteres Jahr mit starken Schneefällen
Die grönländische Eiskappe hat seit dem 1. September 142,4 Milliarden Tonnen Oberflächenmasse zugewonnen und liegt damit nach einem weiteren außergewöhnlich starken Jahr deutlich über dem langjährigen Durchschnitt.
Nach Angaben des DMI erreichte die Oberflächen-Massenbilanz (SMB) Grönlands – also die Zuwächse durch Schneefall abzüglich der Verluste an der Oberfläche – bis zum 28. Oktober 142,4 Gigatonnen (Gt) und lag damit deutlich über dem Durchschnitt der Jahre 1981–2010.
Der Oktober hat mehrere erhebliche Zuwächse gebracht. Allein am 17. Oktober wuchs die Eisdecke um rekordverdächtige 13,6 Gt, gefolgt von weiteren 6,8 Gt am 18. Oktober.
Am 28. Oktober kamen weitere 4,1 Gt hinzu.
Dieser starke Auftakt knüpft an eine beeindruckende Saison 2025–26 an, in der Grönland eine Netto-Oberflächenakkumulation von etwa 519 Gt verzeichnete – den sechsthöchsten Wert seit 46 Jahren und rund 50 % über dem historischen Durchschnitt.
Die Saison 2026–27 beginnt nun ähnlich stark.
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Japan: Noch weitere Oktober-Kälterekorde
Im Zuge des anhaltenden Kälteeinbruchs aus der Polarregion in Japan wurden vier weitere Kälterekorde für den Oktober verzeichnet, während in ganz Hokkaido weiterhin eisige Kälte herrscht.
Nach dem gestrigen Bericht zeigen Daten der JMA vier weitere Rekorde – diesmal für die niedrigsten Tageshöchsttemperaturen im Oktober.
In Monbetsu-Komukai auf Hokkaido wurden lediglich 4,2 °Cgemessen, womit der bisherige Oktober-Rekord von 4,6 °C aus dem Jahr 2016 unterboten wurde. Date erreichte lediglich 6,3 °C und blieb damit unter den 6,5 °C aus dem Jahr 2016, während Takamatsu einen Höchstwert von 6,4 °C verzeichnete und damit den bisherigen Rekord von 7,9 °C unterbot, ebenfalls aus dem Jahr 2016.
Weiter südlich erreichte Onagawa in der Präfektur Miyagi lediglich 11,8 °C und brach damit seinen Oktober-Rekord von 12 °C aus dem Jahr 2014.
Am Morgen des 29. Oktober lagen 97 der 174 Messstationen in Hokkaido unter dem Gefrierpunkt, wobei 167 unterdurchschnittliche Tiefsttemperaturen meldeten. In Taiki beispielsweise sank die Temperatur auf –6,3 °C, 6,8 °C unter dem Durchschnitt – Werte, die eher für Ende November typisch sind.
Die Kältewelle brachte auch Schnee mit sich. Wie gestern bereits erwähnt, verzeichnete Wassamu am 28. Oktober 14 cm Schnee – ein Oktober-Rekord.
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Meldungen vom 30. Oktober 2026:
Antarktis: Extremer Frühjahrsfrost
Die Kälte Ende Oktober hält in der Antarktis an: An der Concordia-Station sank die Temperatur am 28. Oktober auf -66 °C – ein außergewöhnlich niedriger Wert für diese Phase des südlichen Frühlings.
Nach Angaben des italienischen antarktischen meteorologisch-klimatologischen Observatoriums wurde der Wert von -66 °C am 28. Oktober um 16:44 Uhr UTC erreicht, nachdem am 27. Oktober ein Tiefstwert von -65,5 °C gemessen worden war.
Beide Werte übertrafen die -64,3 °C vom 26. Oktober 2009 während einer außergewöhnlichen Kältewelle Ende Oktober.
Zum Vergleich: Der gemeldete November-Tiefstwert der Concordia-Station liegt bei -62,2 °C und wurde 2006 verzeichnet.
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Grönland: Zehn Milliarden Tonnen Schneezuwachs an nur einem Tag
Allein am 29. Oktober nahm die grönländische Eiskappe fast 10 Milliarden Tonnen an Oberflächenmasse zu, wodurch der Zuwachs weiter über den langjährigen Durchschnitt stieg.
Daten des DMI zeigen, dass die Eiskappe am Donnerstag 9,948 Gigatonnen zugenommen hat – in dieser Saison wurde dieser Wert nur von den am 17. Oktober verzeichneten 13,582 Gt übertroffen.
Der jüngste Anstieg erhöht die kumulative Oberflächen-Massenbilanz (SMB) seit dem 1. September auf 152,4 Gt – eine der stärksten Akkumulationsraten zu Beginn einer Saison seit Beginn der Aufzeichnungen, wobei seit dem 16. Oktober mehr als 53 Gt hinzugekommen sind.

Dies folgt auf eine außergewöhnlich starke Saison 2025–26, in der Grönland an der Oberfläche 519 Gt akkumulierte – die sechsthöchste Gesamtmenge in 46 Jahren.
Wird fortgesetzt mit Kältereport Nr. 44 / 2026
Redaktionsschluss für diesen Report: 23. Oktober 2026
Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

















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