Willis Eschenbach

[Alle Hervorhebungen im Original]

CNN berichtet, wie schlimm der letzte Sommer war. Die Schlagzeile lautet:

„Die schlimmste seit Beginn der Aufzeichnungen“: Eine brutale Hitzewelle hat in europäischen Städten mehr als 50.000 Menschen das Leben gekostet!

Dies basiert auf einer Studie mit dem Titel [übersetzt] „Hitzebedingte städtische Sterblichkeit aufgrund des vom Menschen verursachten Klimawandels in Europa im Sommer 2026“. Allerdings gibt es offenbar mittlerweile eine optionale Zusatzfunktion bei der Zählung der Toten:

Die Sterbeurkunden. Es scheint, als sei die Verwendung tatsächlicher Fakten soooo 20. Jahrhundert …

Ihre Studie zum Sommer 2026 schätzt die Zahl der hitzebedingten Todesfälle in 854 europäischen Städten auf 50.391, wobei 32.619 auf die vom Menschen verursachte Erwärmung zurückgeführt werden. Eine beeindruckende Genauigkeit. Nicht 50.000, wohlgemerkt. Fünfzigtausenddreihundertneunundneunzig.

Der Haken daran?

Die Berechnung stützt sich nicht auf die tatsächlichen täglichen Todesfälle, die in diesen Städten während jenes Sommers verzeichnet wurden. Es wurde kein einziges Stückchen echter Daten verwendet. Bei der Erstellung dieser Studie wurden keine Fakten verletzt.

Stattdessen schätzt die Studie die Zahl der Todesfälle anhand historischer Temperatur-Sterblichkeits-Zusammenhänge, aktueller Temperaturen und Bevölkerungsdaten.

Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem der Computer die Zahl der Todesopfer bekanntgeben kann, noch bevor Ärzte und Pathologen zu Wort gekommen sind.

Schauen wir uns einmal an, wie dieser Schmarrn simuliert wird:

1. Ermittlung statistischer Zusammenhänge zwischen Temperatur und Sterblichkeit anhand historischer Daten aus 232 Städten.

2. Übertragung dieser Zusammenhänge auf 622 weitere Städte, für die keine eigenen Trainingsdaten vorliegen.

3. Schätzung des durch den Menschen verursachten Temperaturanstiegs in jeder Stadt mithilfe von Beobachtungsanalysen und Klimamodellen.

4. Abzug dieses Temperaturanstiegs, um einen kühleren Sommer zu simulieren.

5. Anwendung der Sterblichkeitsmodelle auf beide Sommer.

6. Anschließend Subtraktion der Ergebnisse voneinander.

Der Restbetrag wird als „auf den Klimawandel zurückzuführende Todesfälle“ ausgewiesen.

Leute, das sind Sterblichkeitsmodelle, die auf Klimamodelle aufgepfropft sind, wobei ein nicht beobachtbares Kontrafaktikum das eine Ende der Autopsie-Trage stützt. Das Ergebnis mag sich als nützlich erweisen. Aber der Drucker ist kein Gerichtsmediziner.

Man denke mal an diese 854 Städte. Das klingt nach einer wunderbar umfangreichen Sammlung lokaler Sterblichkeitsdaten.

Allerdings stammten die zugrunde liegenden Sterblichkeitsdaten aus 232 Städten. Die Zusammenhänge für den größeren Datensatz wurden durch statistische Modellierung ermittelt, darunter Meta-Regression und räumliche Vorhersagen.

622 Städte haben keine eigenen Sterblichkeitsreihen zur ursprünglichen Modellanpassung beigesteuert.

Nun ist es gängige statistische Praxis, Informationen aus anderen Quellen zu übernehmen. Doch diese Übernahme muss überprüft werden. Eine Stadt mit klimatisierten Pflegeheimen ist nicht austauschbar mit einer, in der ältere Bewohner in Wohnungen im Obergeschoss schwitzen. Ähnliche Temperaturen garantieren keine ähnlichen Sterberaten.

Blenden Sie die Daten einer Stadt aus, prognostizieren Sie sie anhand der anderen und zeigen Sie uns die Ergebnisse. Blenden Sie dann ein ganzes Land aus. Prüfen Sie, ob das Modell noch funktioniert, wenn es nicht „spicken“ kann.

Eine mit Punkten überfüllte Karte ist kein Ersatz für diesen Test.

Außerdem gibt es da noch die Kleinigkeit von sieben Jahren.

Die Zusammenhänge zwischen Sterblichkeit und verschiedenen anderen Faktoren wurden anhand von Daten aus den Jahren 2000–2019 ermittelt. Die Autoren wenden diese auf das Jahr 2026 an, ohne nachfolgende Veränderungen der Anfälligkeit zu berücksichtigen. Fairerweise räumen sie diese Einschränkung ein.

Doch das Eingestehen eines Lochs im Dach hält den Regen noch lange nicht fern.

Und die Anfälligkeit ist keineswegs konstant. Die Menschen passen sich an. Die Kühlung verbessert sich. Hitzewarnungen verändern das Verhalten der Menschen. Klimaanlagen werden immer häufiger eingesetzt. Städte bieten kühle Schutzräume an. Das Gesundheitswesen verändert sich. Ebenso wie die Gebrechlichkeit. Eine Aktualisierung der Bevölkerungszahlen und der Basissterblichkeit belegt nicht, dass das zusätzliche Risiko durch einen heißen Tag unverändert bleibt.

Eine weitere europäische Studie schätzte, dass die Zahl der hitzebedingten Todesfälle im Jahr 2023 ohne Anpassungsmaßnahmen seit Beginn des Jahrhunderts um 80 % höher gewesen wäre. Auch diese Schätzung ist modellabhängig; ich stelle sie nicht als automatische Korrektur dar. Aber sie zeigt, dass Anpassungsmaßnahmen kein Rundungsfehler sind.

Die Anfälligkeit unverändert zu lassen, während man die Todesfälle auf die nächste Person genau zählt, ist schon eine beachtliche Leistung.

Dann kommt das kontrafaktische Szenario – der Sommer, den es nicht gab.

Die Autoren erstellen diese Kurve, indem sie die vom Modell geschätzte monatliche, vom Menschen verursachte Erwärmung von den tatsächlich gemessenen Tagestemperaturen abziehen.

Nehmen wir diesen Sommer als Beispiel. Drehen Sie den Thermostat herunter. Starten Sie die Simulation erneut.

Dadurch bleibt ein Großteil der beobachteten Wetterverläufe erhalten. Die Zirkulation, die Dauer von Hitzewellen oder die täglichen Schwankungen, die ohne menschlichen Einfluss möglicherweise aufgetreten wären, werden dabei jedoch nicht eigenständig rekonstruiert.

Die Bezeichnung des kontrafaktischen Szenarios als willkürlich erfordert etwas Vorsicht. Die Subtraktion hat eine wissenschaftliche Grundlage. Es handelt sich nicht um eine Zahl, die von einem Praktikanten mit verbundenen Augen ausgewählt wurde.

Dennoch ist es eine gewählte Konstruktion, keine beobachtete alternative Welt oder eine eindeutig festgelegte Antwort. Und diese Wahl bestimmt mit, wie viele Todesfälle dem Klimawandel zugerechnet werden.

Ein Problem unter vielen ist, dass die Sterblichkeitskurve nicht linear verläuft. Verschiebt man die Tage weit genug unter die Schwelle der minimalen Sterblichkeit, verschwindet die kontrafaktische Hitzebelastung weitgehend. Die Studie selbst erklärt, wie relativ kühle Länder auf diese Weise hohe Zuordnungsanteile erzielen können.

Und schon ist ein großer Anteil der Erwärmung zugeschrieben.

Die Rechnung mag einwandfrei sein. Das Ergebnis hängt dennoch von der Kurve, der Schwelle und der erfundenen Temperaturreihe ab.

Dass 65 % der angeblich auf den Klimawandel zurückzuführenden Todesfälle nicht aus einer Auswertung von Sterbeurkunden hervorgegangen sind. Diese Zahl ergab sich aus dem Vergleich zweier Modellläufe.

Oben sehen wir die beängstigenden Schlagzeilen. Unten surren die Klimamodelle vor sich hin. Die Autoren verwenden 36 CMIP6-Modelle, kombinieren deren Ergebnisse, fügen separat Beobachtungsschätzungen hinzu und gewichten die beiden Synthesen gleich. Ihre Erklärung berücksichtigt die Tendenz der Klimamodelle, die lokale Erwärmung in Europa zu unterschätzen.

Gleiches Gewicht. Warum gerade dieses Gewicht?

Zeigen Sie uns das Beobachtungsergebnis allein. Das Modellergebnis allein. Andere vertretbare Kombinationen. Um wie viel verändert sich die Zahl der Todesfälle?

Sechsunddreißig Modelle sind auch nicht automatisch 36 unabhängige Experimente. Eine ganze Flotte von Personenwaagen kann wunderbar übereinstimmen, während sie gleichzeitig das gleiche Kalibrierungsproblem aufweist.

Auch die Bezeichnung eines Teils der Berechnung als „konservativ“ klärt die Sache nicht. Die Autoren beschreiben ihren Ansatz mit monatlichen Verschiebungen als voraussichtlich konservativ. Selbst wenn er eine gewisse Erwärmung unterbewertet, könnte eine andere Annahme – beispielsweise eine veraltete Anfälligkeit – die Sterblichkeit überbewerten.

Profi-Tipp: Man kann die Richtung des Gesamtfehlers nicht bestimmen, indem man einfach auf den Lieblingsterm in der Gleichung verweist.

Wie sieht es mit der Unsicherheit aus? Ja, die wird berechnet. Keine billigen Seitenhiebe wegen fehlender Fehlerbalken.

Die Studie verwendet 1.000 Simulationen, die Unsicherheiten hinsichtlich der Exposition-Reaktion-Beziehung und der kontrafaktischen Temperatur berücksichtigen. Das angegebene 95-%-Empirische Intervall für hitzebedingte Todesfälle liegt bei 46.026–53.878.

Aber was passiert, wenn die gewählte Modellstruktur falsch ist? Wenn sich die Anpassung verändert hat? Wenn sich eine Stadt ohne künstliche Daten von ihren statistischen Nachbarn unterscheidet? Wenn ein anderes plausibles kontrafaktisches Szenario zu einem anderen Ergebnis führt?

Das angegebene Intervall belegt nicht, dass all diese Unsicherheiten erfasst worden sind. Es gibt keine Garantie dafür, dass der Parameterraum vollständig untersucht wurde oder dass überhaupt alle wesentlichen Variablen berücksichtigt wurden.

Man kann eine Annahme tausendmal am Computer durchspielen – sie bleibt dennoch eine Annahme. Das Ergebnis ist lediglich ein glatteres Histogramm.

Dann kommt die Validierung.

Die Studie vergleicht ihre Ergebnisse mit offiziellen Schätzungen aus mehreren Ländern, räumt dabei jedoch ein, dass sich Daten, Erfassungsbereich und Verfahren unterscheiden. Die Schätzungen werden als „im Großen und Ganzen konsistent“ beschrieben.

Ein großartiger Ausdruck. Flexibel genug, um fast jedem zu passen.

Das ist keine Wissenschaft, solange man nicht die Städte abgleicht. Die Daten abgleicht. Die Altersgruppen abgleicht. Die prognostizierte tägliche Sterblichkeit mit der erfassten täglichen Sterblichkeit vergleicht. Sowohl die Fehlschläge als auch die Treffer aufzeigt.

Bis dahin übernimmt der Begriff „weitgehend konsistent“ eine Aufgabe, die eigentlich einem echten prädiktiven Test zukommt.

Einige der allgemein gehaltenen Formulierungen in der Studie sind noch schwerer zu schlucken.
Darin wird angedeutet, dass die Erwärmung möglicherweise eine zusätzliche Sterblichkeitslast mit sich bringt, welche die Anpassungsfähigkeit übersteigt. Allerdings werden die aktuellen Veränderungen der Anfälligkeit nicht abgeschätzt.

Wie soll man entscheiden, welcher Läufer gewinnt, wenn man die Schuhe eines Läufers mit der Laufbahn verbindet?

Und die Berechnung der Sommerhitze kann nichts über die jährliche Nettosterblichkeit infolge der Erwärmung aussagen. Die kältebedingte Sterblichkeit wird bei dieser Berechnung nicht berücksichtigt. Dabei ist allgemein bekannt, dass die Zahl der Todesfälle aufgrund von extremer Kälte etwa zehnmal so hoch ist wie die Zahl der Todesfälle aufgrund von extremer Hitze.

Das ist eine Einschränkung des Untersuchungsumfangs, kein Grund, jede Sommerstudie zu verwerfen. Aber es setzt den Schlussfolgerungen gewisse Grenzen.

Reproduzierbarkeit? Ein weiteres Hindernis.

Im verlinkten Repository für Gesundheitsmodelle heißt es:

„Dieser Code ist aufgrund restriktiver Datenvereinbarungen zu Mortalitätsreihen nicht vollständig reproduzierbar.“

Es werden Zwischendaten bereitgestellt, was hilfreich ist. Die erneute Durchführung der nachgelagerten Berechnungen ist jedoch nicht das Gleiche wie die unabhängige Rekonstruktion der Zusammenhänge anhand der ursprünglichen Beobachtungen.

Offener Code macht geschlossene Daten nicht wie durch Zauberhand zugänglich.

Bevor ich diese Zahlen also als feststehende Anzahl der Todesfälle betrachte, würde ich mir Folgendes wünschen: eine Überprüfung der tatsächlichen Sterblichkeitsrate, aktualisierte Schätzungen der Anfälligkeit, Tests für nicht erfasste Städte, alternative Kontrafaktika und eine Unsicherheitsbewertung, die über die Schwankungen innerhalb des gewählten Modells hinausgeht.

Nichts davon erfordert ein Verbot von Modellen. Es erfordert vielmehr, dass sie sich ihren Platz verdienen.

Hitze tötet. Diese Tatsache bestätigt diese Schätzung jedoch nicht. Ebenso wenig rechtfertigt ein Problem der öffentlichen Gesundheit, dass eine bedingte Berechnung mit der geliehenen Autorität einer tatsächlichen Opferzahl verpackt wird.

Die Studie hat eine Prognose unter einer Reihe von Annahmen erstellt. Berichten Sie darüber entsprechend.

Ja, es stimmt, dass „etwa 50.000 durch Computer prognostizierte Todesfälle unter Verwendung historischer Risikozusammenhänge“ nicht denselben dramatischen Reißer hat wie „32.619 durch den Klimawandel Getötete“.

Es ist aber auch weitaus ehrlicher in Bezug auf das, was tatsächlich berechnet worden ist.

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/10/23/climate-death-toll-batteries-not-included/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

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