Zuerst einmal das Wichtigste: Ein dreifaches „Hoch“ auf die einsame Gegenstimme!

Uli Weber

Eine der Kernaussagen des BaWü-Leugnerhammers lautet, „Falschinformationen zum Klimawandel, die dem wissenschaftlichen Konsens widersprechen oder diesen anzweifeln, werden seit mehr als 50 Jahren verbreitet“ und wird auf Seite 2, letzter Absatz, Hornsey und Lewandowsky (2022) zugeschrieben, also schaunmermal aufs Timing: Vor mehr als 50 Jahren, also in den 1970-ern, hatte man noch fest mit dem Beginn einer neuen Eiszeit gerechnet. Erst 10 Jahre später, am 10. August 1986, erschien dann der berüchtigte Spiegel-Titel (33/1986) mit der Schlagzeile „Die Klima-Katastrophe“ und dem untergegangenen Kölner Dom.

Bei einer der Kernaussagen in der „Stellungnahme Verbraucherkommission Baden-Württemberg Nr. 81/2026“ handelt es sich nachgewiesenermaßen um eine falsche Tatsachenbehauptung.

Am 17. Oktober 2026 erschien hier auf EIKE ein Artikel, mit dem Titel „Staatsfinanzierte Verbraucherkommission will Informationen zum Klimawandel verbieten!“. Nun, erst dachte ich bei dieser mittelalterlichen Gruselgeschichte, es sei doch noch gar nicht Halloween. Aber nachdem ich die betreffende „Stellungnahme Verbraucherkommission Baden-Württemberg Nr. 81/2026“ aus dem Internet heruntergeladen hatte, fiel mir sofort der Hexenhammer ein. Besonders schön ist die dortige Berufung auf die Meinungsfreiheit, also ….. wir stecken die Hexe in einen Sack und schmeißen sie ins Wasser – und wenn sie ertrinkt, ….. äh, da bin ich wohl ins Original gerutscht – wer eine abweichende Aussage zum Klimawahn verbreitet ist ein Bot.

Schau‘n wir uns die verwerflichen Formen der Leugnung aus diesem Leugnerhammer also einmal genauer an:

  1. Leugnung des Trends: Die Erde erwärmt sich nicht.
  2. Leugnung der Zuordnung: Die Erderwärmung ist nicht auf menschliches Handeln zurückzuführen.
  3. Leugnung der Auswirkungen: Der Klimawandel hat keine schädlichen Auswirkungen.
  4. Leugnung der Wirksamkeit politischer Maßnahmen: Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels sind unwirksam oder schädlich.

Und jetzt watschen wir die vorstehenden Inquisitionskriterien (1) bis (4) mal mit nachprüfbaren Beweisen ab:

(1) Leugnung des Trends: Die Erde erwärmt sich nicht.

Quellen: links=NOAA – rechts Quellen im Text

Der globale Temperaturanstieg nach der Kleinen Eiszeit (bis ca. 1850) stagniert ganz offensichtlich dauerhaft bei 15°C. Im 19. Jahrhundert gab es noch gar kein globales Meßnetz und seit Anfang des 20. Jahrhunderts wird uns von renommierten Wissenschaftlern eine GMT von 15°C berichtet – im 21. Jahrhundert auch von der GOOGLE-KI.

(2) Leugnung der Zuordnung: Die Erderwärmung ist nicht auf menschliches Handeln zurückzuführen.

Screenshots: Dialog mit der GOOGLE-KI

Bis heute hat noch niemand das tatsächliche Verhältnis zwischen dem natürlichen und dem vorgeblich menschengemachten Anteil am Klimawandel aufgedröselt, es gibt nur unqualifizierte und unbewiesene Behauptungen.

Und aus lauter menschengemachter Klimasympathie hat sich die GOOGLE-KI doch glatt der Leugnung des 5. IPCC-Sachstandsberichts schuldig gemacht. Denn anstelle des IPCC-Originalzitats, das das menschliche Handeln über 50% sieht, hat die KI das menschengemachte 100%-Narrativ mit zweifelhaften Sekundärinformationen und mehr als 95% gestützt.

(3) Leugnung der Auswirkungen: Der Klimawandel hat keine schädlichen Auswirkungen.

Quellen: Links=climatechangedispatch.com – rechts = Nature Reviews Earth & Environment @WUWT

Nun, das Problem ist wohl eher umgekehrt, dass die klimawissenschaftlichen Prophezeiungen über schädliche Auswirkungen des Klimawandels nicht eintreffen und die beobachteten positiven Auswirkungen des CO2-Anstiegs auf unseren Lebensraum Erde, in der rechten Grafik die global zunehmende Begrünung, in den Computerglaskugelprogrammen der Klimasimulanten gar nicht erst vorkommen.

4) Leugnung der Wirksamkeit politischer Maßnahmen: Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels sind unwirksam oder schädlich.

Quelle: Screenshot SMARD

Naja, als wenn eine volatile Energieerzeugung nicht nachweislich voll schädlich für eine industrielle Zivilisation wäre, ganz besonders natürlich für deren Wertschöpfung. Jeder halbwegs intelligente Mensch mit abgebrochener Grundschulausbildung kann erkennen, dass sich keine Industrienation mit einer solchen Stromproduktion dauerhaft am Weltmarkt halten kann – und das politische Rezept dagegen lautet: Verdoppelung der EEG-Kapazitäten!

Die Referenzliste des ominösen BaWü-Textes verweist auf eher unbekannte Quellen, und die Autorenschaft ist, bis auf wenige bekannte Klimaaktivisten, und viele davon weitgehend unbekannt. Als Referenz für die obigen Aussagen (1) bis (4) wird unter Fußnote 10 angegeben: „Vgl. Jacques und Dunlap 2025“ und aus reiner Faulheit habe ich den GOOGLE KI-Archivar nach dieser Arbeit befragt:

Übersicht mit KI: „In ihrer im November 2025 im Fachjournal PLOS ONE veröffentlichten Langzeitstudie „Foundations of climate change denial: Anti-environmentalism and anti-science“ haben die Politikwissenschaftler Peter J. Jacques und der Soziologe Riley E. Dunlap herausgefunden, dass die Wurzel der Klimawandelleugnung eine tiefe Angst vor dem Verlust von Privilegien und Macht in einem von fossilen Brennstoffen geprägten Wirtschafts- und Gesellschaftssystem ist.“

Und auf konkrete Nachfrage nach der Veröffentlichungsplattform erwiderte die KI: „PLOS ONE ist eine internationale, multidisziplinäre Online-Wissenschaftszeitschrift des Open-Access-Verlags Public Library of Science (PLOS), die seit 2006 erscheint. [1, 2] Hinter der Public Library of Science (PLOS) steht kein gewinnorientiertes Medienunternehmen, sondern eine gemeinnützige Non-Profit-Organisation (nach US-Recht eine 501(c)(3)-Organisation). [1, 2] Gegründet wurde sie von renommierten Wissenschaftlern, finanziert wird sie durch Stiftungen und Gebühren, und geleitet wird sie von einem professionellen Führungsteam. [1, 2] Die Struktur gliedert sich in folgende Akteure:

Die Gründer (Prominente US-Wissenschaftler)

PLOS wurde im Jahr 2000 als Initiative von drei bekannten US-amerikanischen Biomedizinern ins Leben gerufen, die von den Bezahlschranken (Paywalls) traditioneller Verlage frustriert waren: [1, 2]

  • Dr. Harold Varmus: Ein weltbekannter Krebsforscher und Nobelpreisträger für Medizin (1989). Er war zudem Direktor der US-National Institutes of Health (NIH). [1, 2]
  • Dr. Patrick O. Brown: Professor für Biochemie an der Stanford University (und späterer Gründer des Fleischersatz-Unternehmens Impossible Foods). [1, 2]
  • Dr. Michael Eisen: Ein bekannter Evolutionsbiologe und Genetiker an der UC Berkeley. [1, 2]“

Die KI nannte dann auf Nachfrage Spender und Ziele dieser Organisation, nachfolgend eine sinngemäße Zusammenfassung (KI=kursiv – Hervorhebungen im Original):

Diese Gründer bauten 2003 mit Millionenspenden von namhaften Stiftungen einen eigenen Verlag auf: 

1. Gordon and Betty Moore Foundation (Die Haupt-Anschubfinanzierung)

2. Bill & Melinda Gates Foundation (Die jüngste Großförderung)

3. Robert Wood Johnson Foundation (Die strategische Projektförderung)

Die gemeinnützige Organisation PLOS verfolgt seit ihrer Gründung eine klare, idealistische Mission: Sie will die weltweite wissenschaftliche Kommunikation reformieren, indem sie Barrieren abbaut und Forschung für jeden Menschen frei zugänglich macht. Ziel ist ein System, bei dem weder das Lesen noch das Publizieren Geld kostet (Diamond Open Access bzw. Global Equity Models), um eine echte, weltweite Chancengleichheit in der Wissenschaft zu schaffen. Ihr Handeln basiert auf der Überzeugung, dass der freie Zugang zu Wissen ein fundamentales Menschenrecht ist, das globale Krisen lösen kann. Konkret vertritt PLOS folgende gesellschaftspolitische Ziele:

1. Globale Bildungsgerechtigkeit und Antikolonialismus

2. Demokratisierung von Wissen und Bürgerbeteiligung

3. Bekämpfung globaler Krisen (Klimawandel und Gesundheit)

4. Vertrauen in die Wissenschaft stärken (Kampf gegen Fake News)

5. Umverteilung der Macht im globalen Publikationsmarkt

Das Ziel: Politische Entscheidungsträger und Aktivisten weltweit sollen schnellen, kostenlosen Zugriff auf Strategien zur Bekämpfung des Klimawandels und gesundheitlicher Ungleichheiten erhalten, um evidenzbasierte Gesetze zu verabschieden. PLOS tritt den Argumenten von Klimawandelleugnern und Desinformationskampagnen aktiv entgegen, allerdings nicht durch politische Debatten im Fernsehen, sondern auf einer wissenschaftlichen und strategischen Ebene. Journalisten, Faktenchecker und Klimaaktivisten weltweit nutzen die frei zugänglichen Artikel von PLOS als verlässliche Primärquellen, um Fake News in den sozialen Medien zu widerlegen. PLOS stellt Regierungsbehörden weltweit strukturierte Daten und direkten Zugriff auf Forschungsdatenbanken zur Verfügung.

Da die Verbreitung von Desinformation oft auch staatliche Institutionen unter Druck setzt, fungiert PLOS als neutraler, transparenter Lieferant von „sauberen Fakten“ (Evidenzbasierte Politik). Behörden können sich darauf verlassen, dass die dort gelisteten Daten durch die Open Data Policy vollständig überprüfbar sind. Zusammenfassend bekämpft PLOS die Leugner, indem es die Mechanismen hinter den Fake-Argumenten entlarvt und gleichzeitig unumstößliche, für jeden frei überprüfbare Fakten als Gegenmittel liefert. 

Immerhin lässt PLOS den Widerspruch gegen gängige Modelle ausdrücklich zu:

Für PLOS ist der Umgang mit Leugnern kein Grund, demokratische Rechte einzuschränken. Die Wissenschaft zeigt, dass autoritäre Maßnahmen das Problem verschlimmern würden. Der Schlüssel liegt in maximaler Transparenz, solider Bildung und der Stärkung des Vertrauens in staatliche und wissenschaftliche Institutionen. [1] PLOS ONE und PLOS Climate ermutigen Forscher explizit dazu, Beobachtungen zu publizieren, die den gängigen Modellen widersprechen. Wenn Messungen in der Arktis zeigen, dass das Eis schneller schmilzt, als es jedes Programm vorhergesagt hat, liefert genau diese PLOS-Publikation den Programmierern den Hinweis: „Achtung, in euren Gleichungen fehlt ein real existierendes Phänomen. Ihr müsst euren Code anpassen.“

Der Autor wäre beim Schreiben dieses letzten Absatzes ja fast in Rührung ausgebrochen. Aber außerhalb der Klimasimulationstraumwelt, also in der realen Realität, schmilzt das Eis nun mal viel langsamer als in den Glaskugelcomputerprogrammen der Klimawandler. Und niemand aus dem Kreis dieser Klimaalchimisten sagt seinen Zauberlehrlingen in der realen Realität, „Achtung, in euren Gleichungen fehlt ein real existierendes Phänomen. Ihr müsst euren Code anpassen.“

 

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