Cap Allon

Die grönländische Eiskappe verzeichnete am 23. Juli erneut einen Nettozuwachs an Oberfläche und legte mitten in der Schmelzsaison um 0,095 Gigatonnen – 95 Millionen Tonnen – zu. Das ist zwar kein großer Zuwachs, aber die Tatsache, dass es überhaupt einen Zuwachs gab, ist die eigentliche Nachricht – schließlich ist Hochsommer!

Die aktuelle Karte zeigt weitreichenden Zuwachs, wobei sich kleine Verluste weitgehend auf zwei Küstenabschnitte im Südwesten und Nordosten beschränken:

Die kumulierte Oberflächen-Massenbilanz (SMB) für den Zeitraum 2025–26 liegt nun bei 573 Gt und damit deutlich über dem Mittelwert von 1981–2010:

Die Oberflächen-Massenbilanz (SMB) misst die Schnee- und Eisakkumulation im Verhältnis zum Schmelzwasserabfluss, zur Sublimation und zur Verdunstung; sie berücksichtigt weder das Kalben von Eisbergen noch das Schmelzen unterhalb des Eisschildes. Dies ist ein Gegenargument, das oft von Alarmisten angeführt wird. Gut. Aber selbst wenn man alles berücksichtigt, zeigt die Gesamt-Massenbilanz (TMB) in den letzten Jahrzehnten einen deutlichen Erholungstrend:

Graphik: Jährliche Massenbilanz des grönländischen Eisschilds, gemessen von den GRACE/GRACE-FO-Satelliten. Die Gesamtbilanz erholt sich.

Ein Hinweis zur Einordnung für die Panikmacher: Grönland verfügt über etwa 2,7 Millionen Gt Eis. Satellitenaufzeichnungen beziffern den durchschnittlichen Nettoverlust zwischen 1992 und 2020 auf 169 Gt pro Jahr – das entspricht etwa 0,006 % der Eisdecke jährlich.

Proportional gesehen ist der in den Schlagzeilen angeführte Rückgang verschwindend gering.

[NSIDC und Otosaka et al. (2023)]

Um das Ganze weiter zu relativieren: Die Gletscher und Eiskappen Grönlands sind heute größer als während eines Großteils des Holozäns. Vor etwa 8.000 bis 3.700 Jahren waren mindestens 75 % der rekonstruierten Gletscher kleiner als heute oder fehlten gänzlich. Während der wärmsten Phase vor etwa 6.800 bis 5.900 Jahren lag dieser Anteil bei 94 %. (Studie).

Larocca und Axford, Climate of the Past (2022), Abbildung 5b-c.

Die Temperaturen in der Hocharktis zeichnen ein ähnlich (für Alarmisten) beunruhigendes Bild.

Nördlich von 80° N lag der Tagesmittelwert am 23. Juli immer noch bei etwa 0 °C – unter dem Durchschnitt der Jahre 1958–2002.

Nach den rekordkalten Monaten Mai und Juni blieb es in der Region auch im Juli besonders kalt:

Die Befürchtungen, das heutige Klima sei in irgendeiner Weise „katastrophal heiß“, werden durch die Daten nicht gestützt. Die australische Geologin Vivian Richard Forbes sagte dazu:

„Es gibt viele Geologen, die meinen Klimakreuzzug unterstützen, weil sie sich ein wenig mit Geologie- und Klimageschichte beschäftigt haben und wissen, dass das heutige Klima nichts Neues ist. Es gibt nichts Extremes. Die Schwankungen sind sehr gering. Die Temperatur ist sehr moderat. Und selbst wenn es ein wenig wärmer wird, werden wir wahrscheinlich davon profitieren.“

Link: https://electroverse.substack.com/p/greenland-adds-more-summer-mass-freeze?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email (Zahlschranke)

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

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