Valid Science von José Duarte, PhD

Und „Sozialwissenschaftler“ nutzen dies, um die Teilnehmer in die Irre zu führen.

Betrachten wir den fesselnden Zeitschriftenartikel „An alternative carrier solvent for fingermark enhancement reagents“ [etwa: Ein alternatives Trägerlösungsmittel für Reagenzien zur Sichtbarmachung von Fingerabdrücken], veröffentlicht in „Forensic Science International“.

Er wurde von Lynas et al. (2021) als Teil des angeblichen 99-prozentigen wissenschaftlichen Konsens‘ über den vom Menschen verursachten Klimawandel gewertet.

Es handelt sich um eine Arbeit über Lösungsmittel zur Sichtbarmachung von Fingerabdrücken. Sie hat nichts mit Klimawissenschaft oder der konkreten empirischen Fragestellung nach dem Beitrag des Menschen zur beobachteten Erwärmung zu tun. Warum wurde sie einbezogen?

Er wurde aufgenommen, weil in seiner Zusammenfassung die globale Erwärmung erwähnt wurde. Das ist kein Scherz und deutet offensichtlich auf ein tiefer liegendes Problem hin. Warum sollte ein Zeitschriftenartikel überhaupt als Teil eines „Konsens’“ gezählt werden (da die Einheit des Konsens‘ Menschen sind, nicht Artikel), warum ist die Zusammenfassung relevant, wen interessiert es, ob in einer Zusammenfassung die globale Erwärmung erwähnt wird, und wie konnte eine Arbeit über Lösungsmittel für Fingerabdrücke überhaupt berücksichtigt werden? (Die Zusammenfassung können Sie im Anhang unten nachlesen.)

Das ist kein Einzelfall. Hier sind einige weitere Artikel, die als relevante „klimawissenschaftliche“ Arbeiten gewertet und in die falsche 99-Prozent-Schätzung einbezogen worden sind [alle Titel übersetzt]:

• „Klimagerechtigkeit, kleine Inselentwicklungsstaaten und kultureller Verlust“. Hierbei handelt es sich um eine Abhandlung zur politischen Philosophie, die das linke Konstrukt der „Klimagerechtigkeit“ anwendet und von einem beliebigen Dozenten für politische Theorie in Irland verfasst wurde.

• „Kalziumauswaschung aus Stahlschlacke: Bedeutung der Chemie des Sickerwassers und Auswirkungen auf die Mineralogie der Schlackekörner“. Dies ist eine Abhandlung über die Kalziumauswaschung aus Stahlschlacke.

• „Eigenschaften und Korrosionsverhalten von Weichstahl in Biodiesel-Diesel-Gemischen“. Dies ist eine Arbeit über Stahl.

• „Vergleich des Energiebedarfs von Kühlhäusern mit R-717 und R-507 unter Verwendung des eQUEST-Modells“. Dies ist eine Arbeit über einen Kältemittelvergleichstest in einem Lagerhaus in Cincinnati.

Keine dieser Arbeiten hat irgendetwas mit Klimawissenschaft zu tun. Einige davon haben überhaupt nichts mit Wissenschaft zu tun. Was ist hier passiert?

Diese Studie zum Konsens über den Klimawandel wurde von linken Aktivisten durchgeführt, die Folgendes taten:

1. Da sie nicht wussten, wie man eine Literaturrecherche oder eine systematische Übersicht zu relevanten klimawissenschaftlichen Fragen durchführt, durchsuchten sie die wissenschaftliche Literatur einfach nach den Stichwörtern „Klimawandel“, „globaler Klimawandel“ und „globale Erwärmung“.

2. Sie wählten eine Zufallsstichprobe von 3.000 der gefundenen Artikel aus und ließen ihr Team aus Laienaktivisten die Abstracts lesen – ausschließlich die Abstracts.

3. Ihr Team aus Aktivisten bewertete die Abstracts danach, ob sie zu der vom Menschen verursachten Erwärmung Stellung nahmen und inwieweit sie die These unterstützten, dass der Mensch die Erwärmung verursacht.

4. Anschließend zählten sie die Artikel bzw. Abstracts, die sie als Befürworter dieser These einstuften, und teilten diese Zahl durch die Gesamtzahl derjenigen, die ihrer Meinung nach zu diesem Thema Stellung nahmen. Den sich daraus ergebenden Prozentsatz bezeichneten sie als den „wissenschaftlichen Konsens“ zum vom Menschen verursachten Klimawandel.

Warum sollte jemand so etwas tun? Es handelt sich nicht um eine wissenschaftlich anerkannte Methode, und sie hat keinen Namen. Es ist keine auch nur im Entferntesten valide Methode, um einen Konsens zu irgendeinem Thema zu messen. Es ist eine unsinnige Freizeitbeschäftigung ohne epistemischen Wert – sie sagt überhaupt nichts aus. Als „Forschung“, die in einem von Fachkollegen begutachteten Zeitschriftenartikel veröffentlicht wurde, ist sie völlig absurd und markiert einen beispiellosen Zusammenbruch wissenschaftlicher Standards.

Uns interessieren die subjektiven Bewertungen von Abstracts hinsichtlich der Ansichten der Autoren zu einem Thema überhaupt nicht. Das ist nichts. Angesichts der Tatsache, dass Lynas und seine Freunde eine Arbeit über Fingerabdruck-Lösungsmittel und mehrere Arbeiten zur Stahlherstellung als relevante klimawissenschaftliche Forschung gewertet haben, fehlt ihnen die Intelligenz, ihr ungültiges Verfahren überhaupt richtig anzuwenden. Aber selbst wenn man sich auf relevante Arbeiten zur Zuordnung des Klimawandels beschränken würde, wäre ihr Verfahren immer noch ungültig – es wäre immer noch eine unseriöse Freizeitbeschäftigung, die in einer von Fachkollegen begutachteten Fachzeitschrift nichts zu suchen hat.

Wir können einfach nichts mit einer Anzahl von Artikeln anfangen, die auf der persönlichen Einschätzung ihrer Abstracts, auf einer Stichwortsuche oder auf nachfolgenden Unterteilungen oder anderen rechnerischen Vorgängen basiert. Das ist nichts. Dennoch wurde diese Studie von traditionellen linken Medien wie the Guardian propagiert:

Diese Aktivisten haben sich das nicht selbst ausgedacht. Sie haben die Methode aus der berüchtigten 97-Prozent-Konsens“-Studie von Cook et al. (2012) übernommen, die nicht nur ungültig, sondern auch betrügerisch war. Es war Cook, der auf die abwegige Idee kam, von zu Hause aus arbeitetende linke Laienaktivisten (darunter auch der Gründer der Gepäckmarke Timbuk2) die Abstracts von Tausenden irrelevanter Fachartikel bewerten zu lassen, die sie nicht verstanden, und zwar auf der Grundlage von Übereinstimmungen mit dem Stichwort „Klimawandel“. Cooks 97-prozentiger „Klimawissenschaftskonsens“ umfasst eine Abhandlung über Schweißtechnik von Volvo-Ingenieuren, mehrere andere Abhandlungen zur Stahlherstellung, mehrere Abhandlungen über Durchfall, einen Artikel über die Nutzung von Kochherden usw. (mehr dazu hier). Aber auch hier ist das tiefer liegende Problem, dass die Kernmethode der Bewertung und Zählung von Abstracts irreparabel ungültig ist.

Beide Artikel wurden in der gleichen Fachzeitschrift – „Environmental Research Letters“ – veröffentlicht.

Um den Konsens über die vom Menschen verursachte Erwärmung zu messen, würden wir relevanten Klimawissenschaftlern intelligente, gezielte und gut formulierte Fragen vorlegen: zur menschlichen Ursachen, zum wahrscheinlichen Ausmaß eines menschlichen Beitrags, zur Zuverlässigkeit verschiedener Zukunftsprognosen und Szenarien sowie zur Zuverlässigkeit von Auswirkungen auf nicht mit der Erwärmung zusammenhängende Variablen wie Extremwetterereignisse, Hurrikane usw. Die Einheit des Konsens‘ sind Menschen, nicht wissenschaftliche Arbeiten – diese können aus mehreren offensichtlichen Gründen nicht herangezogen und schon gar nicht von linken Laienaktivisten bewertet werden (und schon gar nicht nur anhand ihrer Abstracts!).

So würde man den Konsens in der Klimawissenschaft messen. Es gibt keine andere grundlegende Methode – man muss die relevanten Wissenschaftler direkt befragen. Solche Umfragen werden am besten von Nicht-Linken durchgeführt, von Menschen, die sich der wissenschaftlichen Genauigkeit verschrieben haben. Beachten Sie, dass wir dennoch einen Grund bräuchten, uns für dieses Thema und einen etwaigen Konsens darüber zu interessieren…

Verkleinern

Sich um einen „Konsens“ zu irgendeinem Thema zu kümmern ist optional, und wir benötigen einen umfassenderen erkenntnistheoretischen Rahmen, um eine fundierte Haltung zur Frage des Konsens‘ einzunehmen und zu entscheiden, in welchen Kontexten wir ihn berücksichtigen würden. Der Verweis auf einen Expertenkonsens ist eine autoritäre Heuristik, und Heuristiken benötigen wir nur in Notfällen oder wenn substanzielle, rationale Methoden nicht zur Verfügung stehen. Die jüngste Geschichte ist voll von falschen wissenschaftlichen Erkenntnissen als Konsens, insbesondere wenn sie von linker Ideologie getrieben sind, zum Beispiel, dass die Abschaffung der Verwendung von Testergebnissen bei der Hochschulzulassung in Ordnung wäre, dass die Sterilisierung und Verstümmelung von Kindern, die sich als trans identifizieren, durch fundierte Beweise gestützt wird¹, verschiedene Behauptungen über Rassismus bei der Polizeiarbeit, Behauptungen, dass COVID-Impfstoffe Infektionen und Übertragungen verhindert hätten, sowie die Behauptung, es gäbe fundierte Belege dafür, dass das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit die Ausbreitung von COVID verringert habe (es ist unklar, warum diese willkürlichen empirischen COVID-Positionen zu einem linken Dogma wurden, obwohl sie zum autoritären Charakter der Linken passen).

Sich um den Klimawandel zu kümmern, ist ebenfalls optional. Gemessen an der etwas abstrakten und rechnerisch komplexen Kennzahl „globale mittlere Oberflächentemperatur“ (GMST) hat sich die Erde in 150 Jahren um etwa 1,5 °C erwärmt, was wahrscheinlich zumindest teilweise auf die vom Menschen verursachten CO₂-Emissionen zurückzuführen ist. Ein moderates IPCC-Szenario könnte bis 2100 eine weitere Erwärmung um 1 °C prognostizieren, was einem Durchschnitt von etwa 0,01 °C pro Jahr entspricht. Man kann sich darüber Gedanken machen, wenn man will, aber weder Sie noch irgendein anderer Zweibeiner könnte dies im Laufe seines Lebens bemerken – selbst wenn Sie 70 Jahre lang in der gleichen Stadt leben würden und dort der gleiche Anstieg wie bei der GMST zu verzeichnen wäre (ein Umzug würde viel größere Schwankungen nach oben oder unten mit sich bringen und das Signal eines „Klimawandels“ zunichte machen). Die Medien können Ihnen das Gefühl vermitteln, Sie würden es bemerken, aber das ist nur die Wirkung von Bildern einer „in Flammen stehenden Erde“ und von Propaganda. Mit Klimawandel-Propaganda bombardiert zu werden, ist für den Menschen eine völlig neue Art zu leben, und es lohnt sich, über deren Auswirkungen nachzudenken. Die Erwärmung ist lediglich eine (leichte) Veränderung, und wir haben keinen offensichtlichen Grund, die Ausgangswerte des 19. Jahrhunderts als optimal anzusehen oder uns besonders um eine komplexe globale Durchschnittstemperatur zu kümmern (man lebt nun einmal dort, wo man lebt), und Kälte ist für den Menschen viel tödlicher als Wärme.

Hier kommen Sozialpsychologen ins Spiel

Der linke Aktivist und Professor für Sozialpsychologie an der NYU Jay Van Bavel leitete eine Studie, in der versucht wurde, die Teilnehmer dazu zu verleiten, eine linke ideologische Perspektive zum Thema „Klimawandel“ einzunehmen. Die Forscher wollten insbesondere den Aktivismus für zwingende linke Maßnahmen wie CO₂-Steuern und sogar die Besteuerung von Fleisch und Milchprodukten anregen (was der Gesundheit schaden würde). Forschung, die darauf abzielt, Teilnehmer dazu zu verleiten, linker zu denken, ist in der Sozialpsychologie weit verbreitet – Linke dominieren dieses Fachgebiet, und Aktivismus ist ein explizites Ziel vieler Forscher und Organisationen.

Wie ging die Studie dabei vor? Sie konfrontierte die Teilnehmer mit Propaganda wie dieser:

„Wussten Sie, dass 99 % der Klimaexperten sich einig sind, dass sich die Erde erwärmt und der Klimawandel stattfindet, hauptsächlich aufgrund menschlicher Aktivitäten (zum Beispiel der Verbrennung fossiler Brennstoffe)? [Myers et al., Environmental Research Letters; Lynas et al., Environmental Research Letters; Doran und Zimmerman, EOS]“

Ja, sie haben tatsächlich die völlig unhaltbare Lynas-Studie zitiert – jene, die Artikel über Fingerabdruck-Lösungsmittel und Stahlherstellung als Belege für einen Konsens in der Klimawissenschaft gewertet hat.

Van Bavel und seine Kollegen machten sich nicht die Mühe, diese Fachartikel sorgfältig zu lesen. Sie gingen einfach davon aus, dass sie stichhaltig und wahr seien, was bei wissenschaftlichen Veröffentlichungen ein großer Fehler ist. Aber natürlich sind sie Wissenschaftler und werden Fachartikel wohl kaum mit der nötigen objektiven Intelligenz und Strenge betrachten – insbesondere solche, die ihre politische Ideologie stützen.

Sie haben ihre Teilnehmer in die Irre geführt, indem sie eine falsche Studie (Lynas), eine manipulierte Studie (Myers) und eine alte Studie zitierten, in der gefragt wurde, ob menschliche Aktivitäten ein „signifikanter“ Faktor für die Erwärmung seien, nicht aber, ob die Erwärmung hauptsächlich auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen sei (Doran und Zimmerman, 2009).

Und sie haben keine der qualitativ hochwertigeren Studien zum Klimakonsens zitiert, die niedrigere Schätzwerte lieferten als diese drei gezielt ausgewählten Arbeiten. Wie ich hier bereits berichtet habe, ergaben hochwertige Studien von professionellen Umfrageforschern einen Konsens von 78–84 %. Van Bavel und Kollegen zeigten weder wissenschaftliche Sorgfalt noch echtes Interesse an dem Thema, da sie die weitaus fundierteren Arbeiten von Farnsworth und Lichter (2012), Bray und von Storch (2014) oder Stenhouse et al. (2014) nicht zitierten und deren Schätzwerte anstelle der 99 % verwendeten.

Entscheidend für diese Zahlen war die Frage, ob menschliche Aktivitäten für den Großteil oder die gesamte beobachtete Erwärmung verantwortlich seien. In diesem Fall lagen die Ergebnisse bei 78–84 %. Wurde lediglich gefragt, ob menschliche Aktivitäten ein Faktor oder ein wesentlicher Faktor seien, lagen die Ergebnisse im hohen 90er-Bereich, wie bei Doran und Zimmerman.

An dieser Stelle spielt das vielleicht keine Rolle mehr. In dem Jahrzehnt seit den Studien mit den 78–84 % sind die Klimaforscher, die sagen würden, dass menschliche Aktivitäten zwar ein Faktor, aber nicht der einzige oder wichtigste Faktor sind, wahrscheinlich aus dem Fachgebiet verdrängt worden oder in den Ruhestand getreten, so dass es mich nicht überraschen würde, wenn eine hochwertige Umfrage im Jahr 2026 zu einer Schätzung von 95 % oder mehr führen würde.

Man beachte, dass Van Bavel vorgibt, „Fehlinformationen“ zu untersuchen, und dennoch seine Teilnehmer in die Irre geführt hat, indem er eine absurde Studie zitierte, die Fingerabdruck-Lösungsmittel und philosophische Abhandlungen als Maßstäbe für den Konsens in der Klimawissenschaft behandelte. Wie jeder akademische „Fehlinformationsforscher“ verbreitet er eine bemerkenswerte Menge an Fehlinformationen in seiner Gastgesellschaft. Ich bin hier auf einige seiner anderen falschen Behauptungen eingegangen, und der Sozialpsychologe Nathaniel Bork hat meine Arbeit überprüft.

Zoom

Das Lynas-Team besteht aus Aktivisten einer Nichtregierungsorganisation namens „Alliance for Science“ …

Ja, leider haben wir uns daran gewöhnt, dass Linke alle Dinge genau umgekehrt zu ihrer wahren Natur benennen. Folgendes hatte die „Alliance for Science“ zum Thema „Fehlinformationen“ zum Klima zu sagen:

Das zweite Thema im Zusammenhang mit Falschinformationen betraf die Behauptung, der anhaltende Klimanotstand sei „vorgetäuscht“, da die Erwärmung bislang „mild“ gewesen sei und „das Leben auf der Erde florierte (und weitaus grüner war), als die CO₂-Konzentrationen mindestens fünfmal höher waren als heute“.

Sie bezeichnen „den anhaltenden Klimanotstand“ als unbestreitbare Tatsache. Ob eine Erwärmung um 1,5 °C in den letzten 150 Jahren einen Notstand darstellt, ist eine subjektive Beurteilung, eine Meinung zu einer Frage, über die man geteilter Meinung sein kann. Das linke Dogma ist voll von dieser Umwandlung subjektiver Einschätzungen zu komplexen Themen in unbestreitbare Tatsachen, und diese Einschätzungen lauten oft, dass etwas ein „Notstand“ oder eine „Krise“ sei.

Sie wandeln nicht nur neurotische Meinungen zu Meinungsfragen in Tatsachen um. Sie behandeln diese abweichenden Meinungen als „Fehlinformationen“ und versuchen dann, sie zu zensieren – unter Einsatz von Regierungen, Social-Media-Unternehmen usw.

Dass diese Organisation so argumentiert, entlarvt ihre Behauptung, es gehe ihr um „Wissenschaft“. Das ist Ideologie, keine Wissenschaft. Man kann den Klimawandel als Notfall betrachten oder als geringfügig – das ist eine Meinung, eine Einschätzung, und es handelt sich nicht um eine wissenschaftlich geklärte Frage. Die Art und Weise, wie verschiedene Menschen an diese Frage herangehen, wird variieren, einschließlich des Ausmaßes, in dem wissenschaftliche Erkenntnisse eine Rolle spielen, und der Frage, auf welche wissenschaftlichen Erkenntnisse sich diese beziehen.

Lynas sagte außerdem: „Die Debatte darüber, ob der Klimawandel real ist, ist endgültig vorbei und spielt mittlerweile fast ausschließlich in den Randgruppen der Verrückten eine Rolle.“

Das ist eine bekannte Formulierung der Linken – dass „der Klimawandel real ist“. Auch Van Bavel bedient sich dieses Satzes und scheint zu glauben, dass die Aussage „der Klimawandel ist real“ etwas Wichtiges aussagt und als Argument für das gesamte linke totalitäre Politikpaket dient, von der Besteuerung von Energie bis hin zur Besteuerung oder zum Verbot von Lebensmitteln, die Linke seit langem ins Visier genommen haben, insbesondere Fleisch.

Der Klimawandel ist real? Okay … Ja, ich bin real, du bist real, Komodowarane sind real, und der Klimawandel ist real. Und nun?

Das Klima hat sich schon immer verändert und wird sich immer verändern. Na und? Fassen wir es zusammen: Ich nehme an, sie meinen, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel real ist.

Sicher, auch wenn das eine etwas umständliche Formulierung ist und der Begriff „Klimawandel“ zu weit gefasst und vage ist. Formulieren wir es doch so: Menschliches Handeln hat zur jüngsten Erwärmung um ≈ 1,5 °C seit dem 19. Jahrhundert beigetragen.

Und lassen Sie uns den Gedanken zu Ende führen, indem wir sagen, dass wir bis zum Jahr 2100 eine weitere Erwärmung erleben werden, vielleicht um weitere 1,0 °C, und dass diese teilweise oder größtenteils durch menschliche Aktivitäten verursacht wird.

Alles klar? Und wie geht es nun weiter?

Warum sollte uns die Erwärmung interessieren? Nun, sie könnte uns interessieren, wenn 1) sie uns oder die Menschheit im Allgemeinen in erheblicher, schädlicher Weise beeinträchtigen würde und 2) wir diese zukünftigen Schäden verhindern oder bereits eingetretene Schäden rückgängig machen könnten.

Schon Punkt 1 allein entfaltet sich zu einem komplexen, höchst variablen Thema. Ich selbst kann keine Klimaschäden nennen. Das heißt, mir sind keine Schäden bekannt, die mich betreffen oder jemanden, den ich kenne. Ich erwarte auch keine. Linke ordnen zunehmend jedes schlechte Wetter, Stürme, Hurrikane und sogar Waldbrände dem vom Menschen verursachten „Klimawandel“ zu, aber das ist wissenschaftlich nicht fundiert und in vielen Fällen schlichtweg falsch.

Selbst wenn ich das wollte, wäre ich nicht in der Lage, irgendwelche Auswirkungen auf mein Leben festzustellen, etwa 0,2 zusätzliche extreme Wetterereignisse pro Jahr an meinem Wohnort. Ich weiß nicht, wie ich so etwas bemerken sollte, und der linke Lebensstil, täglich Klimawandel-Propaganda zu konsumieren, die so viele zufällige Klimaphänomene einem „anhaltenden Klimanotstand“ zuschreibt, ist zutiefst irrational, unwissenschaftlich und ungesund.

Was Punkt 2 angeht, müssten wir davon überzeugt sein, dass es etwas gibt, was wir tun könnten, um den schädlichen Klimawandel zu verhindern oder umzukehren. Ich bin mir nicht sicher, warum wir das glauben sollten. Beachten Sie, dass diese These weit über die Kernthese hinausgeht, für die es einen dokumentierten Konsens von 78–84 % gibt – nämlich dass menschliche Aktivitäten der Haupttreiber der beobachteten Erwärmung sind.

Angenommen, Ihnen liegt ein Konsens unter Wissenschaftlern aus den relevanten Fachgebieten am Herzen: Mir sind keine veröffentlichten Konsensumfragen zu Fragen bekannt, ob wir beispielsweise eine weitere Erwärmung um 1 °C durch bestimmte politische Maßnahmen verhindern könnten oder Ähnliches.

Die Wissenschaft der Klimaschutzmaßnahmen ist äußerst komplex, und wir benötigen einen fundierten epistemologischen Rahmen, der es ermöglicht, die Klimawissenschaft sowie ihre langfristigen Prognosen und Modelle zu bewerten. Einen solchen Rahmen haben wir nicht. Das heißt, wir verfügen über keine validierte Methode, um die Klimawissenschaft auf dieser Ebene der Stringenz zu bewerten. Es mag zwar Klimawissenschaftler geben, die behaupten, dass wir die Erwärmung durch eine bestimmte Reduzierung der CO₂-Emissionen eindämmen können, aber wir haben keine Möglichkeit, solche Behauptungen zu bewerten. Als Gesellschaft agieren wir noch nicht auf diesem Niveau an Genauigkeit und Intelligenz, und auch die Klimawissenschaft selbst arbeitet möglicherweise nicht mit der erforderlichen Genauigkeit, um einem solchen epistemischen Rahmen gerecht zu werden.

Hätten wir nun den notwendigen exogenen Rahmen und die entsprechenden Instrumente, würde dies logischerweise keine Unterstützung für die totalitäre Politik der Linken bedeuten. Niemand muss irgendetwas unterstützen. Man könnte es beispielsweise für unangemessen oder unethisch halten, Fleisch zu verbieten oder zu besteuern, um den Anstieg der globalen mittleren Temperatur (GMST) von 1 °C auf 0,5 °C zu senken. Oder Energie aus dem gleichen Grund zu verteuern. Energie ist lebenswichtig.

Vielleicht haben Sie alle möglichen Werte, Prinzipien und Anliegen, die für Sie wichtiger sind als die globale Mitteltemperatur (GMST), der Meeresspiegel oder die Anzahl der Stürme. Das ist Ihr gutes Recht als empfindungsfähiges Wesen. Niemand ist verpflichtet, ein klimafokussierter Utilitarist oder Totalitarist zu sein. Vielleicht halten Sie die Optimierung des Klimas im Jahr 2100 nicht für eine legitime Aufgabe der Regierung, oder Sie halten die Prämisse, dass eine um 1–2 Grad kühlere Welt tatsächlich optimal sei, für unbegründet, oder Sie halten sogar die Idee einer optimalen globalen mittleren Temperatur (GMST) für ungültig. Vielleicht ist Ihnen auch bewusst, dass die Klimapropaganda voller falscher und von Natur aus unglaubwürdiger Szenarien ist, wie das kürzlich zurückgezogene RCP8.5, das viele etablierte/linke Medien als seriöse Wissenschaft präsentierten, ohne dessen absurde Annahmen und Methodik offenzulegen.

Linke sind sich der unzähligen triftigen Gründe nicht bewusst, warum jemand dem Klimawandel keine Bedeutung beimessen oder ihre auf Zwang ausgerichtete politische Agenda nicht unterstützen könnte. Ihre Haltung zu diesem Thema beschränkt sich auf eine Handvoll einfacher Formulierungen wie „der Klimawandel ist real“ und „Klimanotstand“, gepaart mit der Bereitschaft, jede noch so weit hergeholte Behauptung zu glauben, dass der Klimawandel {Schaden einfügen} verursacht. Nichts wird zurückgewiesen, und keine Schadensbehauptung wird ernsthaft hinterfragt. Die etablierten Medien verbreiten regelmäßig falsche Behauptungen über die Klimawissenschaft, angefangen bei der Propagierung oder falschen Darstellung von Unsinn wie RCP8.5 und der Lynas-Studie zum 99,9-Prozent-Konsens bis hin zur Bezeichnung von Menschen, die sich kritisch mit dem Thema auseinandersetzen, als „Klimaleugner“.

Ich habe noch nie etwas Vergleichbares gesehen wie die Konsensstudien von Cook (2012) und Lynas (2021) – bei denen der Konsens gemessen wird, indem politisch gegensätzliche Aktivisten die Abstracts irrelevanter Zeitschriftenartikel aus einer amateurhaften Stichwortsuche lesen, gefolgt von wirrer Arithmetik. Unsere Gesellschaft sollte doch eine wissenschaftliche Zivilisation sein, und das hier kommt dem Herausholen eines Ouija-Bretts und von Kristallen gleich. Dieses ganze Thema schreit geradezu nach einer umfassenden epistemischen und wissenschaftlichen Aufwertung.

Joe Duarte grew up in small copper mining towns in Southern Arizona, earned his PhD in social psychology, and focuses on political bias in media and academic research. You can find him on X here and contact him at gravity at protonmail.com.

Anhang: „Das Fingerabdruck-Lösungsmittel“

Hier ist die Zusammenfassung des Artikels „Ein alternatives Trägerlösungsmittel für Reagenzien zur Sichtbarmachung von Fingerabdrücken“:

Solstice® Performance Fluid (PF), trans-1-Chlor-3,3,3-trifluorpropen, wird als Alternative zu HFE7100 (Methoxy-Nonafluorbutan) als Trägerlösungsmittel in einer Reihe von chemischen Formulierungen zur Sichtbarmachung latenter Fingerabdrücke angeboten. Die Versorgung mit HFE7100 könnte aufgrund einer kürzlich erlassenen Verordnung der Europäischen Union zur Eindämmung der globalen Erwärmung gefährdet sein. Laborversuche mit Split-Depletion-Verfahren und ein pseudo-operativer Versuch mit 1.000 porösen Proben haben gezeigt, dass Solstice® PF eine brauchbare Alternative zu HFE7100 für die chemischen Formulierungen von Ninhydrin und 1,2-Indandion darstellt. Andere vorläufige Versuche haben zudem gezeigt, dass Solstice® PF als Trägersolvent für die Zinktonung von mit Ninhydrin gefundenen Spuren sowie für die α-Naphtholflavon-Fixierlösung bei mit Jod entwickelten Spuren verwendet werden kann. Die Ergebnisse des pseudo-operativen Versuchs zeigen, dass die Anzahl der mit Ninhydrin- und 1,2-Indandion-Formulierungen für jedes Trägersolvent nachgewiesenen Spuren vergleichbar ist. Im Vergleich zu HFE7100 zählen zu den Vorteilen von Solstice® PF ein sehr geringes Treibhauspotenzial und eine kurze Verweildauer in der Atmosphäre sowie ein höherer Benetzungsindex und geringere Kosten. Diese Studie liefert zudem eine Validierungsstudie, die den potenziellen Ersatz von DFO durch 1,2-Indandion untermauert.

Das Lynas-Team las diese Zusammenfassung und war der Ansicht, dass sie als Beitrag zum wissenschaftlichen Konsens über den vom Menschen verursachten Klimawandel zu werten sei. Darin werden lediglich EU-Vorschriften zur globalen Erwärmung erwähnt und das geringere „Treibhauspotenzial“ eines neuen Lösungsmittels für Fingerabdrücke angepriesen – einer Produktkategorie, die unmöglich einen nennenswerten Einfluss auf die Temperatur der Erde haben kann. Diese Arbeit hat nichts mit Klimawissenschaft oder der Zuordnung des Klimawandels zu tun, aber selbst wenn dies der Fall wäre, sind die Meinungen einzelner Personen zu dieser Zusammenfassung für die Einschätzung eines klimawissenschaftlichen Konsens‘ irrelevant.

1) Als ob die Frage, ob wir Kinder chemisch sterilisieren und/oder chirurgisch verstümmeln sollten, eine legitime wissenschaftliche Frage wäre und nicht vielmehr eine ethische, die sich sofort beantworten lässt. Siehe meinen Bericht hier.

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/07/14/climate-consensus-research-is-the-worst-most-invalid-research-ever-published-in-journals/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

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