Bild rechts: Altweibersommer mit beginnender Laubfärbung im Unstrut-Tal: Nicht immer zeigt sich der September so freundlich. Foto: Stefan Kämpfe

Zunächst stimmt an diesen Behauptungen, dass es sich um einen warmen September 2016 handelt, was auch die weiteren Grafiken zeigen werden. Aber dass der Grund dafür die steigenden CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre sein sollen, ist damit natürlich nicht automatisch bewiesen. Schließlich sind die Gehälter der Bischöfe und Pfarrer in den letzten 30 Jahren auch gestiegen. Dieser Anstieg korreliert jedoch rein zufällig mit den CO2- Konzentrationen. Dass ausgerechnet ein CO2-Konzentrationsanstieg diese Erwärmung bewirkt haben soll, müsste erst durch einen jederzeit und überall auf der Erde wiederholbaren Versuchsbeweis bestätigt werden. Und darauf warten wir seit Svante Arrhenius, also seit über 150 Jahren. Es muss also andere Gründe für das Klimaverhalten der einzelnen Zeitabschnitte geben, die bereits in diesem Artikel beschrieben wurden: http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/die-septemberkapriolen-2016-eine-ursachenforschung/

Wir wählen zunächst einen längeren Betrachtungszeitraum: Und schon ändern sich die Wahrheiten. Das Diagramm entspricht nicht den Erwartungen der Treibhaus-Erwärmungsgläubigen.

Abb.1: September 1942 bis 2016: Das sind 75 Jahre, weil 75 Septembermonate. Die Grafik zeigt, dass der September 2016 zu den wärmeren gehört. Die Trendlinie zeigt aber auch, dass in den letzten 75 Jahren keinerlei signifikante Erwärmung stattgefunden hat. Die Trendlinie ist zugleich die Temperaturdurchschnittslinie über die letzten 75 Jahre.

Anmerkung: Die Temperaturdaten des DWD sind nicht wärmeinselbereinigt, denn Deutschland hat sich in den letzten 75 Jahren gravierend verändert. Jeder menschliche Eingriff in die Landschaft führt zu einer schleichenden Erwärmung bei den Messstationen. Das bedeutet letztlich, dass die Temperaturen des Monates September über den Zeitraum der letzten 75 Jahre sogar leicht fallend wären. Schon die Grafik 1 zeigt, dass CO2 in den letzten 75 Jahren keinerlei Einflusswirkung hatte.

Die Trendlinie der Grafik 1 ist horizontal, trotzdem gab es 2 verschiedene Temperaturverläufe innerhalb der 75 Jahre, was nun gezeigt werden soll. Wir unterteilen den Gesamtzeitraum in zwei Abschnitte.

Abb.2: Wie schon bei den anderen Monaten zeigt auch der September eine deutliche Abkühlung zu Beginn der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er fiel am Ende der Betrachtungsperiode in ein regelrechtes Kälteloch.

Und wer sich noch an den kalten September 1972 mit seinen 10,7°C erinnert, der weiß wie angenehm 2016 war. 1972 haben Vogelschützer die entkräfteten nach Süden ziehenden Schwalben eingesammelt und sie über die Alpen gebracht. Damals redete man noch von einer bevorstehenden kleinen Eiszeit mit unangenehmen Folgen für den Erntemonat September und mit gravierenden Ernteeinbußen.

KÄMPFE hatte in seinem Beitrag „Die Septemberkapriolen 2016 – eine Ursachenforschung“, einsehbar unter http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/die-septemberkapriolen-2016-eine-ursachenforschung/ den Einfluss der Großwetterlagenhäufigkeiten auf das Temperaturverhalten im September untersucht. Folgendes Streudiagramm zeigt, wie stark kühlend häufiges „Nordwetter“ im September wirkt. Der Kälte- September 1972 wies (leider) an 23 und damit an mehr als ¾ aller Tage Nordwetter auf:

Abb. 3: Tendenziell fällt der September kühler aus, wenn er mehr Tage mit Nordanteil aufweist. 1912 gab es im September nur kalte 9,1°C bei 22 Tagen mit Nordanteil.

Weitere, wesentliche Einflussgrößen auf die Septembertemperaturen seien am Beispiel Potsdams kurz genannt. Die Korrelationskoeffizienten und Bestimmtheitsmaße für das Septembermittel der Lufttemperatur in Potsdam 1893 bis 2015 (n=123 Jahre) betragen zur Sonnenscheindauer r=0,63, B=39,7%, zur Häufigkeit der Großwetterlagen (GWL) mit Südanteil r=0,37, B=13,7%, zur AMO r=0,222, B=4,9% und zur Gesamtbewölkung in Achteln (leider wird in Potsdam nicht der Anteil der CL-, CM- und CH- Bewölkung beobachtet b.z.w. veröffentlicht) r=minus 0,496, B= 24,6%. Einen bemerkenswert hohen Einfluss haben alle GWL mit Nordanteil mit r=minus0,543, B=29,5%. Alle genannten Korrelationskoeffizienten, selbst der relativ "schwache" für die AMO, sind auf dem 95%- Niveau signifikant; Grund ist der hohe Stichprobenumfang mit n>100. Im günstigsten Falle (die Bewölkung weggelassen, weil zu eng mit der Sonnenscheindauer gekoppelt) lassen sich also 39,7%+29,5%+4,9%=74,1% mit nur 3 Einflussgrößen erklären – ein sonnenscheinarmer September bei viel Nordwetter und geringem AMO- Wert wird also sehr wahrscheinlich deutlich zu kühl ausfallen. Die Werte sind in Bezug auf das Deutschland- DWD- Mittel ganz ähnlich; leider gibt es da aber keine derart langfristige Aufzeichnung der Sonnenscheindauer. Und nimmt man noch die Sonnenfleckenhäufigkeit hinzu, die mit r=0,21, B=4,4% auch einen geringen Einfluss hatte, so lassen sich gar 78,5% der Variabilität des Temperaturverhaltens im September erklären – ganz ohne CO2.

Eine bevorstehende kleine Eiszeit? Die Grafik 2 zeigt noch deutlicher, dass die klimatischen Schwankungen nichts mit der Kohlendioxid-Konzentration zu tun haben können, denn auch in diesem ersten Betrachtungsabschnitt ist die CO2-Konzentration gestiegen. Seriöse Klimawissenschaftler fragen nach den vielfältigen Gründen dieser Abkühlung. Nur die CO2-Erwärmungsgläubigen verschließen ihre Augen vor solchen Fragen, da sie nicht in das Schema ihres Irrglaubens passen.

Die seinerzeit – vor 40 Jahren – prophezeite weitere Abkühlung setzte sich jedoch glücklicherweise nicht fort, und zwar aus folgendem Grund: Die Großwetterlagen haben sich ab 1978 geändert, anstatt mit Nordströmungen wurde Mitteleuropa wieder vermehrt mit West- und wärmenden Südwestströmungen im September versorgt, was zu deutlichen Septembererwärmungen führte, wobei die vom Menschen seitdem durchgeführten Landschaftsveränderungen, großzügig geplante wärmende Urbansierungen in die freie Natur hinein, der zusätzliche Wärmeinseleffekt die wärmenden Änderungen der Großwetterlagen unterstützte. Das zeigt die nächste Grafik:

Abb. 4: Im Betrachtungsabschnitt 2, von 1979 bis heute ist der September wieder angenehm wärmer geworden, zugleich zeigt die Grafik aber auch, dass die Erwärmung 1999 endete und seitdem stagnieren die Temperaturen auf einem hohen Niveau.

Zusammenfassung:

1) Trotz eines angenehm warmen Septembers 2016 stagnieren die Septembertemperaturen seit 75 Jahren.

2) Zwischen 1960 und 1978 durchliefen die Septembermonatstemperaturen eine Kaltphase. Aus diesem Tal heraus betrachtet, sind die momentanen Temperaturen höher. Der DWD redet fälschlicherweise von „extrem warm“.

3) Nach 1978 sind die Temperaturen bis 1999 gestiegen, ein neues Temperaturplateau ist entstanden.

4) Seit 1999 bis 2016 gab es dann keine weitere Erhöhung mehr.

5) Im ganzen Zeitraum sind die Kohlendioxidkonzentrationen, insbesondere auch in den letzten 17 Jahren, rasant gestiegen.

Merke: Das Temperaturverhalten des Monates September über die letzten 75 Jahre zeigt erneut, dass Kohlendioxid keinen oder kaum einen Einfluss auf die Temperaturentwicklung hat.

Der Mensch beeinflusst die Temperaturen natürlich wärmend mit über die täglich zunehmenden Wärmeinseleffekte bei den Messstationen. Die Grafik einer WI-armen Station wie Amtsberg in Sachsen zeigt seit 20 Jahren bereits eine leichte Abkühlung.

Fazit: Die drei Temperaturverläufe des Monates September können die in den Medien ständig behauptete, menschengemachte CO2-Klimaerwärmung nicht bestätigen.

Josef Kowatsch, unabhängiger Klimawissenschaftler und Naturbeobachter.

Stefan Kämpfe, Diplom- Agraringenieur, unabhängiger Natur- und Klimaforscher