41. Analysewoche 2026 von Rüdiger Stobbe

Die 41. Analysewoche des Jahres 2026 beginnt zumindest mit der Windflaute, die die letzten drei Tage der vergangenen Analysewoche beherrscht hat. Bis zum Donnerstag kann zwar etwas mehr Windstrom geerntet werden als zum Schluss der 40. KW. Es werden in der Spitze am 5.10.2026 um 22:00 Uhr knapp 18 GWh Windstrom produziert. Entsprechend hoch ist mit gut 33 GWh die Residuallast trotz des geringeren Strombedarfs bei Nacht.  In der Nacht zum Donnerstag endet die Flautenzeit. Wind frischt auf. Zeitgleich sinkt die PV-Stromerzeugung. Das bisherige Spätsommerwetter wird von Herbstwetter abgelöst. Die letzten drei Tage der 41. Analysewoche sind regenerativ so stark, dass der Bedarf erheblich überschritten wird. Das hat einen erheblichen Strompreisverfall zur Folge. Der Netto-Stromexport ins benachbarte Ausland zieht dementsprechend an. Diese Übersicht zeigt, welche Länder deutschen Strom gekauft haben und unter dem Strich richtig gut profitieren. Sichtbar wird auch, wie zuvor hochpreisiger Strom nach Deutschland exportiert wurde.

Einen Überblick über die wichtigsten Aspekte der 41. Analysewoche 2026 gibt Agora Energiewende. Die Hochrechnung im Vergleich zu den aktuellen Zahlen sieht in dieser Woche so aus. Die ersten vier Tage weisen noch hohe Residuallasten aus. Freitag, Samstag und Sonntag wird hingegen zeitweise viel zu viel Strom produziert. Das wird zu negativen Preisen führen; solche Strommengen sind kaum „im regulären Bereich“ zu verkaufen. Da müssen im Ausland bereits kurzzeitige, kurzfristige und kostspielige Komplett-Abschaltungen vorgenommen werden. So zumindest meine Spekulation.

Bitte beachten die Zusammenstellung der Kfz-Zulassungen September 2026 von Peter Hager nach den Kurz-Analysen der Tageswerte.

Was ist Kraftwerks-Leistung? Was ist Energie?

Gigawatt (GW) ist eine Einheit für Leistung, also für die maximale Fähigkeit eines Kraftwerks, Strom zu erzeugen. Gigawattstunden (GWh, TWh) sind eine Einheit für Energie, also für die tatsächlich produzierte Strommenge über eine bestimmte Zeit. Die Beziehung ist einfach: Energie = Leistung × Zeit. Ein Kraftwerk mit 1 GW Leistung erzeugt bei Volllast theoretisch maximal: 1 GW × 8.760 h = 8,76 TWh pro Jahr. Wie viel elektrische Energie tatsächlich entsteht, bestimmt beim Kohle-, Gas- oder Kernkraftwerk im weitesten Sinn der Mensch über die Brennstoffzufuhr und Zufuhrdauer. Die Energie für eine Stunde wird üblicher- und für den Normalbetrachter irreführenderweise mit GW bezeichnet. Die manchmal verwendete Schreibweise „GWh pro Stunde“ ist nur eine umständliche Form von GW – mathematisch kürzt sich die Stunde („h“ und „pro Stunde“) weg.

Bei Wind- und Solarkraft bestimmt nicht der Betreiber, sondern das Wetter die Strom-Produktion. Eine 5-MW-Windkraftanlage könnte theoretisch 43,8 GWh/Jahr erzeugen, liefert an Land aber realistisch in Deutschland nur etwa 20 Prozent davon (auf See 40 bis 50 Prozent), also rund 8,8 GWh/Jahr – im Mittel 1 MW-Dauerenergie. Bei Solarpaneelen mit ebenfalls 5 MW installierter Leistung halbieren sich die Werte nochmals wegen verschiedener Kapazitätsfaktoren: Nacht, Winter, flacher Sonnenstand, Bewölkung und Temperaturverluste.

Tageswerte

Jeder Tag beginnt mit dem Überblick, den Agora Energiewende zur Verfügung stellt. Die smard.de-Charts und -Tabellen ermöglichen vielfältige Analysen. Erkunden Sie das Potenzial.

Keine Flaute, doch wenig Windstrom. Die Strompreise.

Dienstag, 6.10.2026.2026

Windflaute kommt über Tag.  Die Strompreise.

Flaute geht weiter. Die Strompreise.

Windstrom stark, kaum PV-Strom  Die Strompreise.

Windstromertrag steigt weiter. PV weiter schwach. Die Strompreise.

Windstrom weiter stark, PV-Stromertrag steigt.  Die Strompreise.

Windstromerzeugung lässt etwas nach.   Die Strompreise.

PKW-Neuzulassungen September 2026: Reine E-Autos im Vergleich zum Vorjahresmonat fast verdoppelt

von Peter Hager

Laut Kraftfahrtbundesamt (KBA) wurden im September 256.774 PKW neu zugelassen. Dies entspricht einer Zunahme von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Im Vergleich zum August mit 212.563 PKW liegt das Plus bei über 20 Prozent.

Die Verschiebung bei den Antriebsarten geht, dank der vielfältigen Subventionen für die E-Mobilität sowie angesichts der anhaltend hohen Spritpreise unvermindert weiter und erreicht einen Neuzulassungsanteil von über 45 Prozent für BEV- und Plug-in-Hybrid-PKW.

Die Wirkung der „Kaufprämie“ der Bundesregierung lässt sich auch an den privaten Neuzulassungen ablesen, die im September mit 28,5 % wieder deutlich zulegten und einen Neuzulassungsanteil von 40,3 % erreichten.

Antriebsarten

Benzin: 44.632 (- 29,2 % ggü. 09/2025 / Zulassungsanteil: 17,4 %)

Diesel: 23.058 (- 20,1 % ggü. 09/2025 / Zulassungsanteil: 9,0 %)

Hybrid (ohne Plug-in): 71.190 (+ 2,3 % ggü. 09/2025/ Zulassungsanteil: 27,7 %)
darunter mit Benzinmotor: 58.655
darunter mit Dieselmotor: 11.835

Plug-in-Hybrid: 27.681 (+ 0,0 % ggü. 09/2025 / Zulassungsanteil: 10,8 %)
darunter mit Benzinmotor: 26.378
darunter mit Dieselmotor: 1.302

Elektro (BEV): 88.599 (+ 94,8 % ggü. 09/2025 / Zulassungsanteil: 34,5 %)

Die beliebtesten zehn E-Modelle in 09/2026  

Tesla Model Y (SUV): 8.038
Tesla Model 3 (Mittelklasse): 4.512
Skoda Elroq (SUV): 4.182
Skoda Enyaq (SUV): 2.852
VW ID 4/5 (SUV): 2.795
VW ID3 (Kompaktklasse): 2.425
Mini (Kleinwagen): 2.389
VW ID 7 (Obere Mittelklasse): 2.331
Mercedes GLK/GLC (SUV): 2.205
Mercedes CLA (Mittelklasse): 2.205

Folgende Modelle erreichten mehr als 1.000 Neuzulassungen 

Audi A6 (Obere Mittelklasse), Q4 (SUV), Q6 (SUV)
BMW X1 (SUV), X3 (Geländewagen)
Citroen C3 (Kleinwagen)
Dacia Spring (Minis)
Ford Explorer (SUV)
Kia EV 2 (Kleinwagen), EV3 (SUV)
Leapmotor B10 (SUV)
Mercedes GLB (SUV)
MG Roewe 4 (Kompaktklasse)
Renault Twingo (Minis)
Seat Born (Kompaktklasse), Raval (Kleinwagen)
Volvo EX30 (SUV)
VW ID Buzz (Utilities)

Quelle 1 ; Quelle 2

EU-Importdeckel für Hybrid-Fahrzeuge aus China

Chinesische Hersteller haben nach den Einfuhrzöllen der EU auf BEV-Fahrzeuge aus China im Jahr 2024 ihre Exporte von Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen in die EU stark gesteigert. 

Die kürzliche Einigung zwischen der EU und China sieht eine jährliche Obergrenze für importierte Hybridfahrzeuge aus China (EU-Fokus sind Plug-in-Hybride) über vier Jahre vor. Im ersten Jahr (ab 12/2026) gilt dies für bis zu 350.00 Fahrzeuge, wobei eine jährliche Steigerung von 6 % vereinbart wurde.

Betroffen sind folgende Ausführungen an Hybridfahrzeugen (Produktion in China durch chinesische oder ausländische Hersteller):

+ Plug-in-Hybride (PHEV): Die Fahrzeuge besitzen sowohl Verbrennungs- als auch Elektromotor (die größere Batterie kann über das öffentliche Stromnetz geladen werden).

+ Voll-Hybride (HEV): Die Fahrzeuge besitzen sowohl Verbrennungs- als auch Elektromotor (die kleinere Batterie kann nur während der Fahrt geladen werden).

+ Mild-Hybride (MHEV): Die Fahrzeuge besitzen einen Verbrennungsmotor, der von einem kleinen Elektromotor mit eigener Zusatzbatterie unterstützt wird (werden solche Fahrzeuge als Hybridfahrzeuge deklariert importiert, wären sie in dem Kontingent enthalten).

In Deutschland waren die meistverkauften zehn Plug-in-Hybrid-Marken von Januar bis September 2026 (insgesamt: 247.489 / Vorjahreszeitraum 2025: 217.760):

VW: 16,0 % (Vorjahreszeitraum: 17,3 %)
Audi: 13,1 % (6,5 %)
Mercedes: 11,3 % (15,0 %)
BYD: 10,7 % (2,1 %)
BMW: 10,1 % (12,2 %)
Seat: 6,6 % (10,0 %)
Volvo: 6,3 % (8,8 %)
Skoda: 5,2 % (4,9 %)
Ford: 4,8 % (4,8 %)
MG Roewe: 1,7 % (0,9 %)

Vom KBA werden Voll-Hybride und Mild-Hybride unter Hybridantrieb (ohne Plug-in-Hybrid) zusammengefasst.

Von Januar bis September 2026 betrugen deren Neuzulassungen in Deutschland 632.695 PKW (Vorjahreszeitraum 2025: 603.270 PKW).

Quelle 

Die bisherigen Artikel der Kolumne „Woher kommt der Strom?“ seit Beginn des Jahres 2019 mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier. Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de.

Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Ab Ausgabe 1/2026 bilden die öffentlichen Analyseseiten smard.de,Agora Energiewende und Energy-Charts die wesentliche Datengrundlage dieser Kolumne

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