Cap Allon

Das arktische Meereis war vor fast einem Jahrhundert Schauplatz eines erheblichen Rückgangs. Historische Rekonstruktionen deuten darauf hin, dass die Ausdehnung in den 1930er Jahren mit den heutigen Werten vergleichbar oder sogar geringer war.

In den 1920er und 1930er Jahren erwärmte sich die Arktis stark, und das Meereis zog sich zurück.

Eine Rekonstruktion aus dem Jahr 2024 ergab, dass die Meereisfläche im September zwischen 1920 und 1940 um etwa 1,5 Millionen Quadratkilometer zurückging.

Eine separate Studie aus dem Jahr 2016 identifizierte das Jahr 1936 als ein Jahr mit besonders geringer Meereisausdehnung.

Im Jahr 2017 stellten Forscher fest, dass die geringen Meereisausdehnungen der 1930er Jahre mit denen vergleichbar waren, die zu Beginn des 21. Jahrhunderts beobachtet wurden.

Es handelt sich hierbei um Rekonstruktionen, nicht um Satellitenmessungen, und sie stimmen hinsichtlich des Ausmaßes des Rückgangs nicht überein. Dennoch belegen sie, dass es bereits lange vor der modernen Satellitenüberwachung zu erheblichen Eisverlusten in der Arktis kam. Lange vor den heutigen CO₂-Emissionen.

In der Folge dehnte sich die Eisbedeckung bis in die mittleren Jahrzehnte des Jahrhunderts aus.

Als 1979 die kontinuierliche Satellitenüberwachung begann, war die Meereisausdehnung im September auf durchschnittlich 7,05 Millionen Quadratkilometer gestiegen.

Es folgte ein anhaltender Rückgang, der im September 2012 mit einem Rekordtief von durchschnittlich 3,57 Millionen Quadratkilometern seinen Höhepunkt erreichte.

Seitdem hat sich der Rückgang jedoch verlangsamt, und es zeigen sich sogar Anzeichen einer Erholung.
Eine im Jahr 2025 veröffentlichte und begutachtete Studie ergab keinen statistisch signifikanten Rückgang der arktischen Meereisausdehnung im September zwischen 2005 und 2024.

Im September 2026 verzeichnete das National Snow and Ice Data Center eine minimale Ausdehnung von 4,6 Millionen Quadratkilometern. Seit diesem September-Minimum hat sich das arktische Meereis jedoch rasch ausgebreitet und erreichte bis zum 15. Oktober 6,81 Millionen Quadratkilometer – ein Zuwachs von rund 2,2 Millionen Quadratkilometern (48 %) in nur 33 Tagen. Dieser bemerkenswerte Saisonstart brachte die arktisweite Ausdehnung auf den höchsten Stand für den 15. Oktober seit 2014, während die kombinierte Eisausdehnung in der Tschuktschen- und der Beaufortsee den höchsten Stand für dieses Datum seit 2001 erreichte.

Und die Ausdehnung dürfte sich fortsetzen.

Die historischen Daten verlaufen nicht linear.

Das Meereis hat erhebliche Rückgänge und Erholungen durchlaufen, obwohl der CO₂-Gehalt in der Atmosphäre kontinuierlich gestiegen ist.

In der Arktis kam es in den 1930er Jahren zu einem starken Rückgang, gefolgt von einer Erholung in den mittleren Jahrzehnten des Jahrhunderts; ab Ende der 1970er Jahre ging das Eis erneut rasch zurück, und nun herrscht seit fast zwei Jahrzehnten Stabilität.

Und die jüngste Vereisung hat jahreszeitlich bemerkenswert stark begonnen.

Link: https://electroverse.substack.com/p/snow-in-the-alps-and-pyrenees-arctic?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email (Zahlschranke. Alle verlinkten Beiträge sind aber frei verfügbar.)

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

image_pdfBeitrag als PDF speichernimage_printBeitrag drucken