Joanne Nova

[BOM = Bureau of Meteorology in Australien. Auch dort Datenmanipulation wie in UK. A. d. Übers.]

In der Wissenschaft gelten Rohdaten als unantastbar, doch eine neue Art der Analyse deckt Hunderte von Anomalien und Unregelmäßigkeiten in den Rohdaten des BOM auf, und ganze Monate vermeintlicher Rohdatensätze wurden kopiert und eingefügt – in einem Fall sogar bis zu 40 Jahre zurückliegend.

Obwohl die BOM mit großer Überzeugung behauptet, sie stelle Kritikern alle ihre unbearbeiteten Rohdaten zur Verfügung, hat eine Überprüfung durch Geoff Sherrington und Tom Berger ergeben, dass „fast alle von uns untersuchten CDO*-Datensätze – etwa 150 Messstationen – Anzeichen früherer Anpassungen aufweisen“. In einem Fall wurden sich wiederholende Muster gefunden, die 82 Jahre auseinander lagen.** Und dann gibt es Hunderte von sich wiederholenden strukturierten Mustern, die als „Broken Seam“ bezeichnet werden, bei denen es ein Wiederholungsmuster gibt, mit einem oder zwei abweichenden Werten in der Mitte der Sequenz. In den längeren Abschnitten werden zwei Wochen kopiert, dann weichen zwei Tage ab, und anschließend werden wieder zwei Wochen kopiert.

*CDO = Climate Data Online; **„In einem Fall wurden sich wiederholende Muster gefunden, die 82 Jahre auseinander lagen“ – heißt: Der Zeitraum, über den sich die doppelten Daten erstreckten, betrug 82 Jahre.

Tom Berger ist Spezialist für datenbasierte Täuschungsanalyse und hat in der Vergangenheit das FBI unterstützt. Daher hat er die BOM-Rohdaten auf neue, sehr detaillierte Weise analysiert. Er stellte fest, dass Anpassungen an einem Standort mittels maschinellem Lernen vorhersagbar waren, und zwar anhand eines anderen, 800 km entfernten Standorts, was darauf hindeutet, dass „die Anpassungen einem systematischen, netzwerkweiten Muster folgten“ und es sich nicht nur um ein Problem an einer einzelnen Station handelte.

In einem Fall, in dem ein Monat (auf ein Zehntel Grad genau) doppelt aufgeführt war, machte Graham Lloyd von „The Australian“ die ursprünglichen archivierten Papierunterlagen ausfindig und bestätigte, dass die Online-Daten für 1907 korrekt waren, die ursprünglichen Werte für den Monat August 1867 jedoch durch eine Kopie der Daten von 1907 ersetzt worden waren.

Neben anderen Anomalien stellte Berger fest, dass die Aufzeichnungen über die Höchsttemperaturen in Sydney 110 Jahre lang nicht zufällige Anpassungen in Richtung höherer Werte aufweisen. Immer positiv, niemals negativ? Er fand zudem Datenlücken – in einem Fall fehlten 647 aufeinanderfolgende Tage. Hinzu kommen 879 Fälle von sogenannten „Wertfallen“ und über 500 „strukturierte Wiederholungen“. Eines der strukturellen Wiederholungsmuster ist als „5+1+5“ bekannt. Dabei folgen auf fünf identische Werte ein abweichender Wert und dann erneut fünf identische Werte. Es gibt auch 4+1+4- und 3+1+3-Wiederholungen. Dies seien, so sagte er, die Fingerabdrücke einer menschlichen Hand in den Daten.

Stellen Sie sich vor, in der Buchhaltung deines Unternehmens gäbe es doppelte Belege!

Jeder weiß, dass das BOM bereinigte, offiziell „korrigierte“ Datensätze veröffentlicht, und wir haben die vielen Versionen der ACORN-Anpassungen und -Homogenisierungen schon oft diskutiert, aber wenn die Verwalter der Rohdaten fehlerhafte oder veränderte Daten so präsentieren, als handele es sich um die Originalaufzeichnungen, wird damit eine neue Grenze überschritten. Bezeichnenderweise wurden diese seltsamen Doppelungen in keiner Version der Expertenkorrekturen korrigiert. Sie waren über das ganze Land verteilt, und viele davon stammten sogar aus der Neuzeit – nicht nur aus den alten, digitalisierten Aufzeichnungen, die aus handschriftlichen Notizen kopiert worden waren.

Bild: Bereits 1890 wurden in Brisbane Temperaturen mit modernen Stevenson-Schirmen gemessen, doch das BOM ignoriert diese langjährigen Aufzeichnungen häufig.

Die beiden Prüfer sagen: „Keine dieser Feststellungen erfordert Kenntnisse der Klimawissenschaft – es handelt sich um reine Mängel bei der Datenintegrität, die jeden Datensatz in jedem anderen wissenschaftlichen Bereich disqualifizieren würden.“

Diese fehleranfälligen Daten fließen in Klimamodelle ein, auf die sich Landwirte (früher) verlassen haben und die Stadtplaner, Gesundheitsbehörden und Versicherer zu nutzen versuchen. Wir setzen die Wirtschaft aufs Spiel und gestalten unser Energienetz auf der Grundlage dieser Daten um. Wir geben eine Billion Dollar aus, um die Kohle abzuschaffen ohne die Originaldaten zu prüfen?

Das Budget des BOM beträgt 614 Millionen Dollar pro Jahr, und es beschäftigt 1.803 Mitarbeiter, doch erst eine Analyse durch zwei Freiwillige deckte eine ganze Reihe von Unregelmäßigkeiten auf, die unmöglich zufällig entstanden sein können. Das BOM hat gerade 96 Millionen Dollar für die Neugestaltung seiner Website ausgegeben, die allgemein verrissen wurde. Aber es hat seine eigenen Daten nicht überprüft. Das passt einfach nicht zusammen.

(Vergessen Sie nicht, dass die alte BOM-Website noch existiert – setzen Sie also ein Lesezeichen für https://reg.bom.gov.au/. Die nutze ich!)

Das BOM räumt ein, dass es einige (wenige) Probleme gibt, und kündigt an, diese zu beheben.

Die Experten sagen uns, dass das Leben auf der Erde vom Verständnis des Klimawandels abhängt, aber es scheint ihnen egal zu sein, was die längsten und besten Aufzeichnungen der südlichen Hemisphäre aussagen. Vielleicht sind diese Doppelungen zufällig. Haben die Russen vielleicht die Datenbank gehackt?

Auf die Frage des Abgeordneten Andrew Wilkie erklärte Stuart Minchin, CEO und Direktor des BOM, dass Beiträge von Bürgerwissenschaftlern „eine wichtige Rolle spielen“ und dass „das BOM Vorwürfe einer betrügerischen oder absichtlichen Manipulation der australischen Temperaturaufzeichnungen zurückweist – es gibt keine Beweise, die diese Behauptung stützen, und sie entbehrt jeder faktischen Grundlage.“

Das BOM räumt ein, dass die doppelten Daten weniger als 200 Tageswerte aus einem Datensatz mit mehr als sieben Millionen Werten betreffen. Es behauptet, dies habe keine Auswirkungen auf die langfristigen Temperaturaufzeichnungen.

Forensische Prüfung deckt weit verbreitete „Copy-Paste“-Fehler in den Rohklimadaten des Bureau of Meteorology auf

Graham Lloyd, The Australian

Zu den zahlreichen Schätzen, die das Nationalarchiv von Australien in Sydney hütet, gehören einige der ältesten und wertvollsten Temperatur- und Wetteraufzeichnungen des Landes.

Dazu zählen die Originalbücher des Sydney Observatory aus dem Jahr 1867 – einer Zeit, in der sich die Stadt gerade von ihren Anfängen als Strafkolonie zu einem geschäftigen Handelszentrum wandelte.

Die Temperaturen sind in Fahrenheit und äußerst detailliert aufgezeichnet: Trockentemperatur, Feuchttemperatur, Höchst- und Tiefstwerte im Schatten, Durchschnittswert, Höchstwert in der Sonne, Tiefstwert auf dem Rasen, Taupunkt und so weiter.

Doch die in den Büchern der Sternwarte von Sydney für August 1867 verzeichneten Tiefsttemperaturen stimmen nicht mit den offiziellen digitalen Rohdaten des Bureau of Meteorology für den gleichen Zeitraum überein. Ganz im Gegenteil.

Tatsächlich stimmen die Tiefsttemperaturen für diesen Monat in den digitalen Rohdaten des BOM exakt mit den Tagestemperaturen aus den Logbüchern des Sydney Observatory für das Jahr 1907 überein – trotz einer Lücke von 40 Jahren.

Die Überschneidungen in den Rohdaten sind auf der BOM-Website nach wie vor sichtbar. Sehen Sie sich die Tiefsttemperaturdaten für 1867 am Sydney Observatory an und vergleichen Sie diese mit denen für 1907.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass an 31 Tagen in Folge genau die gleichen Temperaturen bis auf ein Zehntel Grad genau auftreten?

Tabelle: Wie könnte der August 1907 eine identische Wiederholung des Augusts 1867 sein, und zwar jeden einzelnen Tag auf ein Zehntel Grad genau?

Einigen Lesern wird der Name Geoff Sherrington bekannt vorkommen, war er doch jahrelang ein fester Bestandteil der Gruppe ehrenamtlicher BOM-Prüfer, die zahlreiche Beispiele für seltsame, zweifelhafte, irreführende oder unglaubwürdige Einträge in den australischen BOM-Aufzeichnungen veröffentlichte.

Ich besitze eine Kopie des vollständigen Berichts und werde ihn veröffentlichen, sofern Sherrington und Berger ihre Zustimmung dazu geben (möglicherweise nach einer redaktionellen Bearbeitung).

Die Zeitung „The Australian“ hat heute zwei Artikel sowie einen Leitartikel veröffentlicht, in dem eine unabhängige forensische Prüfung gefordert wird:

Das Bureau of Meteorology räumt Fehler ein, nachdem bei einer Prüfung doppelt erfasste historische Temperaturdaten aufgedeckt worden waren.

Graham Lloyd, The Australian

Bild: Meteorologische Aufzeichnungen aus dem Jahr 1880. Bruce Miller, CSIRO 

Der Ermittler Tom Berger, ein ehemaliger Computeringenieur und Spezialist für datenbasierte Täuschungsanalyse sagte, das BOM habe „einige Bäume anerkannt, aber die Existenz des Waldes geleugnet“. Er erklärte, die festgestellten Anomalien seien statistisch so unwahrscheinlich, dass sie einem Jahr lang jede Woche im Lotto zu gewinnen gleichkämen.

Berger argumentierte, dass – unabhängig davon, welchen Einfluss die Fehler auf die Temperaturtrends gehabt haben mögen – das Vorhandensein von kopierten, doppelten und unvollständigen Daten den Datensatz so stark beeinträchtigt habe, dass er für seriöse Big-Data-Analysen oder maschinelles Lernen nicht mehr zuverlässig sei.

„Das sind keine subtilen statistischen Anomalien; es handelt sich um offensichtliche Muster menschlicher Eingriffe, die von jedem kompetenten Qualitätskontrollsystem hätten erkannt werden müssen“, so Berger. Und weiter:

„Hier handelt es sich nicht um einen Übertragungsfehler des gleichen Beobachters – es ist eine Duplizierung auf Datenbankebene, die sich über mehrere Generationen der Datenverwaltung, über verschiedene Computersysteme hinweg und durch jede Version der Qualitätskontroll- und Homogenisierungssoftware des Amtes hinweg fortgesetzt hat.

Unter dem Strich wissen wir noch nicht, welche Auswirkungen diese Fehler auf Klimatrends oder saisonale Analysen hatten. Wir wissen jedoch, dass das BOM nicht einmal die grundlegendsten Überprüfungen seiner eigenen Daten durchgeführt hat, um deren Richtigkeit sicherzustellen. Man erzählt uns, wie wichtig sie sind und wie genau alles ist, aber offensichtlich verhalten sie sich nicht so, als hinge das Leben auf der Erde davon ab, die richtige Antwort zu finden.“

Das letzte Wort hat Lance Pidgeon:

Vor elf Jahren durchforstete er mühsam und von Hand die BOM-Karten Zentralaustraliens aus der Zeit des Ersten Weltkriegs und stellte fest, dass an Orten, an denen bis 1940 keine Thermometer vorhanden waren, von 1911 bis 1917 Tag für Tag und Jahr für Jahr die gleichen Temperaturen wiederholt wurden. Er fand genau die gleichen wellenförmigen Temperaturverläufe, die jedes Jahr „aufgezeichnet“ worden waren. Wir wissen also schon lange – und auch das BOM weiß es schon lange –, dass es Probleme mit den Daten gibt.

Long live citizen science. 

This article originally appeared at JoNova

Link: https://www.cfact.org/2026/10/18/boms-scientific-scandal-the-raw-data-is-not-raw/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

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