Cap Allon
Forscher stellen die Frage, wie sich die Wärme tief im Erdinneren verteilt, nachdem unterirdische Detektoren unterschiedliche Signale von im Erdinneren vergrabenen radioaktiven Elementen aufgezeichnet hatten.
Die Erde erzeugt im Inneren enorme Mengen an Wärme. Ein Teil davon stammt noch aus ihrer Entstehung vor Milliarden von Jahren, während der Rest größtenteils aus dem radioaktiven Zerfall von Elementen wie Uran, Thorium und Kalium stammt.
Diese Wärme treibt die langsame Bewegung des Gesteins im Mantel an – jener riesigen Schicht zwischen Erdkruste und Erdkern –, und beeinflusst alles von der vulkanischen Aktivität bis hin zur Kontinentalverschiebung.
Wo genau sich das radioaktive Material konzentriert, ist jedoch nach wie vor unklar.
Forscher nutzen nun Geoneutrinos – winzige Teilchen, die beim radioaktiven Zerfall freigesetzt werden –, um dies zu untersuchen. Diese nahezu masselosen Teilchen durchdringen festes Gestein fast ungehindert und liefern Hinweise auf das ansonsten unzugängliche Innere des Planeten.
Detektoren in Japan, Italien und seit kurzem auch in Kanada haben unterschiedliche Schätzungen der radioaktiven Aktivität im Mantel geliefert. Die Messwerte aus Italien deuten auf relativ hohe Konzentrationen hin, die aus Japan auf deutlich niedrigere, während die Werte aus Kanada irgendwo dazwischen liegen.
Sollten sich diese Unterschiede bestätigen, könnten sie die seit langem bestehende Annahme in Frage stellen, dass radioaktive Elemente im gesamten Mantel breit und gleichmäßig verteilt sind.
Eine Möglichkeit sind zwei mysteriöse, kontinentgroße Strukturen, die nahe dem Erdkern unter Afrika und dem Pazifik verborgen sind und möglicherweise ungewöhnlich hohe Konzentrationen an Wärme erzeugenden Elementen enthalten.
Die Unsicherheiten sind nach wie vor beträchtlich. Radioaktives Material in der Erdkruste, die jeden Detektor umgibt, erschwert die Messungen, und die Wissenschaftler können noch nicht feststellen, ob die offensichtlichen Unterschiede tatsächlich real sind.
Ein weitaus größerer Detektor in China, bekannt als JUNO, dürfte jedoch zur Klärung dieser Frage beitragen.
JUNO befindet sich 700 Meter unter der Erde in der Nähe von Jiangmen in der Provinz Guangdong und veröffentlichte im Juni 2026 seine ersten physikalischen Ergebnisse. Diese betrafen jedoch eher die Eigenschaften von Neutrinos als das Erdinnere. Die ersten Ergebnisse zu Geoneutrinos werden noch in diesem Jahr erwartet, allerdings wurde noch kein konkretes Datum bekannt gegeben.
Das außerhalb der Stadt Guangzhou in China angesiedelte JUNO-Experiment wird voraussichtlich bald seine ersten Nachweise von Geoneutrinos veröffentlichen.
Spekulativ betrachtet könnten die Ergebnisse bisher unbekannte Muster der inneren Erwärmung aufdecken, vielleicht sogar Veränderungen in der Wärmeabgabe und Zusammenhänge mit der jüngsten Erwärmung an der Erdoberfläche. Sie könnten auch Aufschluss über die Prozesse im Erdinneren geben, die mit der Südatlantischen Anomalie (SAA) zusammenhängen. So groß ist die Wissenslücke in unserem Verständnis des Planeten unter unseren Füßen – wer weiß…?
Link: https://electroverse.substack.com/p/two-feet-of-october-snow-hit-utah?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email (Zahlschranke)
Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE
















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