H. Sterling Burnett
Eine bedeutende Forschungsarbeit, die angeblich Beweise dafür lieferte, dass der Klimawandel zu schwereren und häufigeren Dürren führt, wurde von der Fachzeitschrift „Nature“ zurückgezogen.
„Nature“ hatte die Studie mit dem Titel „Warming accelerates global drought severity“ im Juni 2025 veröffentlicht. Die Autoren behaupteten, dass Dürren auf der Erde seit 1981 schwerwiegender und intensiver geworden seien. Sie erklärten konkret, der Klimawandel habe die Atmosphäre „durstiger“ gemacht, was dazu geführt habe, dass die Dürren von 2018 bis 2022 um 40 Prozent schwerwiegender waren als in den 37 Jahren zuvor, wobei sich die von Dürre betroffene Fläche um 74 Prozent vergrößert habe; 58 Prozent davon führten sie auf den erhöhten „Durst der Atmosphäre“ zurück, den sie dem vom Menschen verursachten Klimawandel zuschrieben.
Die Arbeit fand nicht nur breite Beachtung in den Medien, sondern wurde auch in etwas mehr als einem Jahr – bis zu dem Zeitpunkt, als die Autoren den Bericht zurückziehen mussten – 337 Mal in anderen Studien zitiert, die sich mit dem Klimawandel als Ursache für zunehmende Dürren befassten.
Kritiker der Studie wiesen auf erhebliche Fehler in den darin verwendeten Daten und Berechnungen hin. In der Rücknahmeerklärung von „Nature“ werden diese und weitere Fehler anerkannt:
Die Autoren haben diesen Artikel zurückgezogen, nachdem sie auf Fehler in der Arbeit hingewiesen worden waren und eigenständig weitere Probleme festgestellt hatten. Erstens wurden bei der Berechnung der studienweiten Durchschnittswerte keine flächengewichteten Gitterzellen verwendet – ein Fehler, der sich auf die Zahlenwerte im Haupttext, in Abb. 1b sowie in den erweiterten Datenabbildungen 4 und 8 auswirkte. Zweitens wurden in der Abbildung „Erweiterte Daten 4“ versehentlich Ergebnisse verwendet, die auf GLEAM v3 statt auf GLEAM4 basierten: Die beiden Datensätze stimmen für den Zeitraum 1981–2021 weitgehend überein, doch führte die auf GLEAM4 basierende Flächengewichtung im Jahr 2022 zu einer Verringerung der von Dürre betroffenen Fläche. Drittens enthielt der zugrunde liegende Code einen Fehler bei der Zeitabtrennung bei der Berechnung der regionalen von Dürre betroffenen Flächen, was bedeutete, dass die Datumsangaben bei der Auswahl der Teilmengen für die Zeiträume 1981–2017 und 2018–2022 nicht korrekt analysiert worden waren. Diese Fehlklassifizierung der Zeitschritte wirkte sich auf die regionalen Durchschnittswerte in der erweiterten Datenabbildung 8h aus. Schließlich wurde nicht klar erläutert, wie die Überlagerung bei den Berechnungen angewendet wurde. … Obwohl die Autoren bereit sind, die oben genannten Punkte zu korrigieren und zu klären, haben sie angesichts des Umfangs der erforderlichen Korrekturen und der Notwendigkeit einer zusätzlichen Überarbeitung sowie einer erneuten Begutachtung beschlossen, den Artikel zurückzuziehen und eine vollständig überarbeitete und korrigierte Fassung zur Begutachtung einzureichen. Alle Autoren stimmen dem Rückzug zu.
Die Rücknahme kam gerade noch rechtzeitig: Nur neun Tage später veröffentlichte „Nature“ eine neue Studie, die genau das Gegenteil ergab. Der [übersetzte] Titel der neuen Studie spricht für sich: „Globale Dürre zeigt unter den Bedingungen der Klimaerwärmung keine nachweisbare Beschleunigung in jüngster Zeit.“ Diese Arbeit zeigt, dass eine gängige Methode zur Berechnung der Wasserverdunstung, die bei der Einschätzung von Dürren verwendet wird, die Evapotranspiration künstlich überhöht, die zur Berechnung des standardisierten Niederschlags-Evapotranspirations-Index (SPEI) herangezogen wird. Dies führt zu Austrocknungstrends, die mindestens sechsmal stärker ausfallen, als es bei der Messung von Schweregrad, Häufigkeit und Dauer von Dürren gerechtfertigt wäre.
„Wir stellen bei ~99 % der quasi-globalen Landfläche unter keinem der beiden PET-Typen eine signifikante Beschleunigung der Dürretrends fest“, schreiben die Autoren dieser Arbeit. „Dieses Ergebnis bleibt über Zeiträume von hundert Jahren (1901– bzw. 1950–2024) hinweg stabil.
Die zweite Studie hat bislang noch nicht die breite Beachtung gefunden, welche die inzwischen zurückgezogene Studie erhielt. Offensichtlich eignet sich die Erkenntnis, dass es keine durch den Klimawandel verursachten Dürrekatastrophen gibt, nicht für reißerische Schlagzeilen oder fesselnde Artikel. Es wird interessant sein zu sehen, wie viele wissenschaftliche, von Fachkollegen begutachtete Studien die zweite Studie und ihre Ergebnisse zitieren werden, wonach es keine durch den Klimawandel bedingten Veränderungen bei den Dürretrends gegeben hat. Ich vermute, dass das Ergebnis deutlich unter den 337 Zitaten liegen wird, welche die inzwischen widerlegte Studie im ersten Jahr erhalten hat.
Dieser Artikel ist ein Mikrokosmos eines zentralen Problems in der klimawissenschaftlichen Forschung. Uns wird ständig gesagt – was im richtigen Kontext betrachtet jedoch unzutreffend ist –, dass 97 Prozent der Wissenschaftler darin übereinstimmen, dass der Mensch einen gefährlichen Klimawandel verursacht. Dies ist der sogenannte Konsens. Diese Zahl basiert auf schnellen, oberflächlichen Literaturrecherchen: einer einfachen Zählung veröffentlichter Artikel, die diese Behauptung nicht ausdrücklich zurückweisen. Abgesehen davon, dass die meisten der als Beleg für den 97-Prozent-Konsens angeführten Artikel diesen niemals ausdrücklich befürworten oder überhaupt vom Klimawandel sprechen, und dass Autoren, die als Befürworter dieser Position zitiert werden, erklärt haben, ihre Forschung lehne einen oder mehrere Aspekte dieser Behauptung ausdrücklich ab oder stelle sie zumindest in Frage, bleibt eine wichtige Frage offen: Wie viele der begutachteten Artikel, welche die Konsensmeinung tatsächlich stützen, basieren auf mangelhafter Forschung oder sind selbst mangelhaft? Wie viele dieser Arbeiten haben Forschungsergebnisse entwickelt oder verwendet, die fehlerhaft, mangelhaft oder irrtümlich sind, und dennoch die als Goldstandard geltende Anerkennung durch das Peer-Review-Verfahren erhalten?
Wie die unabhängige Forscherin Jane Shaw Stroup in einer kürzlich erschienenen Veröffentlichung feststellte, gab es in den letzten Jahren einen „Anstieg bei der Rücknahme wissenschaftlicher Artikel, der Mängel im Peer-Review-Verfahren, die zunehmende Verbreitung von ‚Paper Mills‘ sowie wachsende Bedenken hinsichtlich Voreingenommenheit, Fehlererkennung und Forschungsintegrität offenlegt.“
„In den letzten zehn Jahren wurden Tausende wissenschaftliche Artikel zurückgezogen – weit mehr als jemals zuvor“, schreibt Stroup. „Ivan Oransky, Mitbegründer von Retraction Watch, berichtete vor Publikum, dass es allein im Jahr 2023 13.000 Rückzüge gab!“
Natürlich sind das nur die Arbeiten, bei denen Fehler entdeckt und die zurückgezogen wurden. Man muss sich fragen, wie viele Arbeiten falsche Prämissen, Schlussfolgerungen, Daten oder Berechnungen enthalten, die unentdeckt geblieben sind und nicht zurückgezogen wurden.
Allein in der Klimawissenschaft gibt es ein riesiges Problem mit Forschungsarbeiten, die sich auf die gründlich und mittlerweile offiziell diskreditierten Klimamodellszenarien RCP8.5 und SSP5-8.5 berufen. Wie ich in CCW 584 feststellte, dominierte der „Representative Concentration Pathway 8.5“ (RCP8.5) – das Klimamodellszenario mit hohen Emissionen – die Klimaforschung und -politik und wurde als „Business-as-usual“-Pfad behandelt, bis der IPCC es im April 2026 offiziell aus dem Verkehr zog, obwohl seine extreme Unplausibilität, ja sogar Unmöglichkeit, bereits seit mehr als einem Jahrzehnt offensichtlich war.
Google Scholar hat etwa 105.000 Artikel gezählt, die auf RCP8.5 und dessen Nachfolger SSP5-8.5 verweisen, diese erwähnen oder zitieren. Eine eingehende Literaturanalyse von Dr. Roger Pielke Jr. und Dr. Justin Ritchie schätzt, dass etwa 16.800 wissenschaftliche Arbeiten, die zwischen 2010 und 2020 veröffentlicht worden sind, das RCP8.5-Szenario explizit verwendeten, wobei etwa 4.500 davon es fälschlicherweise oder direkt mit einem „Business-as-usual“-Pfad in Verbindung brachten.
Ich habe keine Flut von Rücknahmen dieser Veröffentlichungen beobachtet, obwohl es wahrscheinlich ist, dass viele von ihnen widerrufen werden sollten, weil die zugrunde liegenden Klimamodellszenarien fehlerhaft sind, auf die sie sich stützten, oder die als Grundlage für ihre Behauptungen zum Klimawandel dienten, weil die sich aus ihrer Verwendung ergebenden Ergebnisse nicht belegt sind. Zumindest sollten Tausende von Veröffentlichungen, die sich auf RCP8.5 oder SSP5-8.5 stützen, erneut einer Überprüfung, Hinterfragung und/oder Überarbeitung unterzogen werden.
Machen Sie sich keine allzu großen Hoffnungen!
Letztendlich werden die Betrüger aus Wissenschaft, Industrie, Finanzwelt und Politik, die auf die eine oder andere Weise vom Klimaschwindel profitiert haben, weiterhin den angeblichen Konsens anführen, dass eine durch fossile Brennstoffe verursachte Katastrophe bevorsteht, sofern keine grundlegenden Veränderungen in der Weltwirtschaft stattfinden – während sich der wissenschaftliche Boden unter ihren Behauptungen (der ohnehin schon bestenfalls wackelig ist) grundlegend verschiebt. Daten und Beweise beeindrucken diejenigen nicht, die von einer Erzählung gefangen sind, die ihnen Geld in die Taschen oder Prestige und Macht in die Hände bringt.
[Hervorhebung vom Übersetzer]
Quellen: No Tricks Zone; Science Files; Nature; Nature
Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE
















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