MdB Thomas Bareiß ist nun in aller Munde. Nicht besonders rühmlich, wie man feststellen kann. Ja, man spricht sogar davon, dass er seinen Posten (was immer das ist) verlieren könne. Gleichzeitig ist Bareiß schon seit ewigen Zeiten für die CDU im Deutschen Parlament und hat mit dazu beigetragen, dass die Klimagesetzgebung so ist, wie sie ist. Und dass, obwohl er in allen Gesprächen so tat, als ob er die Gründe diese Klimagesetzgebung komplett verwerfen, voll verstände und den Anschein erweckt hat, dass er das unterstützt.
Hier deswegen ein Brief, den ich an Bareiß am 1o.6.2010 geschrieben habe.
von Michael Limburg
An Herrn MdB Thomas Bareiß Per Email thomas.bareiss@bundestag.de
10.6.10
Betrifft:„Energiepolitische Dialog der CDU /CSU Bundestagsfraktion“ gestrige 1. Sitzung
Sehr geehrter Herr Bareiß,
der von Ihnen ausgerichtete gestrige „Energiepolitische Dialog der CDU /CSU Bundestagsfraktion“ war – wie die große Beteiligung mit geschätzten 250 bis 300 Teilnehmern zeigt- von der Idee her vorzüglich. Für die Einladung zu diesem Treffen danken wir Ihnen ausdrücklich. Leider kam der Dialog dann doch durch den abrupten Abgang des Ministers Dr. Röttgen, sehr zu kurz. Insgesamt konnten nur 10 – 12 der Teilnehmer ihre Fragen und Anmerkungen loswerden, weitere Anfragewünsche, so auch meine, blieben leider unberücksichtigt. Deswegen möchte ich Ihnen schriftlich diese Stellungnahme (nun ausführlicher) mitteilen, mit der Bitte, sie so bald wie möglich in einem persönlichen Gespräch vertiefen zu können. Ich erlaube mir Ihre Kollegin Fr. Dött, sowie die Herren Kretschmer, und Exkollegen Klinkert und Feibel ebenfalls zu informieren.
Minister Röttgen führte in seinem Einführungsreferat die Ziele, Gründe und Mittel auf, die er zur Leitlinie seines Handels im Energiebereich macht. Zusammengefasst (nach meinen Notizen) sind dies die Ziele:
- Deutschland solle Industrieland bleiben!
- Absenkung des CO2 Ausstoßes bis 2050 um 90 % (bis 2020 um 40%) bezogen auf 1990
- Umstellung auf sog. Erneuerbarer Energien so schnell wie möglich
Begründet werden diese Ziele 2. und 3. mit der Notwendigkeit
- Des Klimaschutzes
- Dem Vorsorgeprinzip wg. der (vermuteten) Endlichkeit der fossilen Brennstoffe
als Grundlagen der Zielsetzung.
Zu diesen Punkten werde ich im Detail Stellung nehmen. Zuerst zu den Grundlagen:
Zu 1 Der „Klimaschutz“.
Ich darf Ihnen vorab mitteilen, dass wir die Anmerkung des Geologen Prof. Ewert (EIKE) voll teilen, der in seiner Forschungsarbeit – anders als vielfach verkündet- in den realen über 1000 untersuchten Temperaturganglinien[1] der ganzen Welt, keinerlei Hinweis auf eine besondere globale Erwärmung in den letzten 50 Jahren feststellen konnte. Dies bestätigen auch die weltweiten Messungen mittels Wetterballons und Satelliten. Nur wenige der landgestützten Temperaturmessstationen zeigen überhaupt eine Erwärmung an, wie selbst Prof. Schellnhuber Chef des PIK in einer wissenschaftlichen Arbeit[2] feststellte.
Die Trendlinien, die uns hingegen das IPCC als Beweis vorlegt (mit einer Minierwärmung von 0,7 °C in 100 Jahren!) beruhen (zumindest für die letzten 50 Jahre), auf, wie jetzt bekannt ist, auf fehlerhaften Datensätzen, selektiver Auswahl warmer Stationen[3] und einer Unterschätzung des von niemandem bestrittenen städtischen Wärmeinseleffektes. Immerhin stieg die Weltbevölkerung von 1,5 Milliarden um 1900 auf heute 6,7 Milliarden an, wovon inzwischen immerhin ca. 50 % in Städten leben. Der hierzulande kaum beachtete ClimateGate Skandal[4] (der Climate Research Unit CRU und Hauptlieferanten der IPCC Temperaturdaten) brachte zu den Ergebnissen des IPCC und der Arbeitsweise seiner Top-Autoren wichtige und erschütternde Erkenntnisse.
Auch deswegen kann – trotz weltweiter Milliardenforschung- keine Wirkung des Spurengases CO2 (gegenwärtiger Anteil in der Atmosphäre 0,038 %!!) auf die Temperatur nachgewiesen werden. Diese Eigenschaft besteht nur in den eigens dafür entwickelten Modellen, wie IPCC Leitautoren selbst zugeben[5]. Wie wenig schon Modellen viel geringerer Komplexität getraut werden kann, hat uns die andauernde Finanzkrise vor Augen geführt. Wenige Augenblicke vor dem Fall von Lehman Brothers orderten sie noch im großen Stil faule Papiere.
Das Problem der vom anthropogenen CO2 induzierten globalen (und dazu noch: gefährlichen!) Erwärmung existiert einfach nicht, wie viele 1000 Forscherkollegen weltweit bestätigen. Es ist ein No-Problem. Die Literatur darüber ist meterlang[6]. Eindrucksvoll wurde diese Tatsache jüngst wieder durch den großen internationalen Klimakongress mit über 700 Teilnehmern vom Mai 10 in Chicago untermauert.
Zu 2. Vorsorge
Auch dieses Prinzip greift bei mangelndem Wissen um Alternativen und Prozesse hier nicht. Ein erschreckendes Beispiel für übereilt angewendetes Vorsorgeprinzip ist die Behandlung der jüngste „Schweinegrippe-Pandemie“. Nur ist der mit dem Vorsorgeprinzip begründete Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen noch um mehrere Größenordnungen schlimmer und auch unumkehrbar teuer.
In meinem „Großen Brockhaus“ von 1928 steht, dass die Erdölvorräte noch 40 Jahre reichen. Seitdem sind über 80 Jahre vergangen, der Verbrauch auf nie für möglich gehaltene Höhen gestiegen und noch immer wird gesagt, dass die Erdölvorräte noch 40 Jahre reichen. Gleichzeitig mit dem Verbrauch sind jedoch die Reserven noch schneller gestiegen. Es vergeht zudem kaum ein Monat, in dem nicht die Entdeckung von neuen riesigen Erdöl und Erdgasfeldern (häufig Off-shore) berichtet wird. Und dabei wurde gerade erst angefangen, sowohl in bisher versiegelten Landflächen (USA) als auch auf See (ca. 70 % der Erdoberfläche sind Ozeane) zu suchen. Daran wird auch das schreckliche Ölunglück im Golf von Mexiko nichts ändern, wohl aber werden die Sicherheitsvorkehrungen auf diesem Gebiet deutlich verbessert werden. Tatsache ist jedenfalls, dass nach allen Schätzungen über die Reichweite der Energieträger Öl und Gas noch deutlich über 1000 Jahre für Öl und bei Gas über 200 Jahre zur Verfügung stehen[7]. Bei Nutzung von Aquiferen sogar noch > 1000 Jahre. Für Kohle und Uran/Thorium gilt dies ebenfalls . Selbst wenn durch massiven Mehrverbrauch Öl- und Gas nur noch 100 bis 200 Jahre halten sollte, ermöglicht es die technisch längst beherrschte Umwandlung von Kohle in Benzin (Fischer/Tropsch Verfahren) zu konkurrenzfähigen Kosten (Der Breakeven liegt bei < 50 $/Barrel beim Abbau im Tiefbau und bei < 30 $ im Tagebau, wie die Fa. Sasol in Südafrika täglich vormacht) die Versorgung mit Benzin und Heizgas zu gewährleisten[8]. Für „Erneuerbare“ ist auch aus der Sicht der Vorsorge daher kein Bedarf. (Übrigens wäre bei strikter Anwendung des Vorsorgeprinzips durch unsere Vorfahren, weder das Feuer, noch das Rad, noch das Schiff zugelassen worden). Für die Abwendung potentieller großer Gefahren (Klimakatastrophe) auf Grund unvollständigern Wissens, zu der die Politik nach dem Vorsorgeprinzip gezwungen ist, wie mir vorgestern noch Ex-Bundesminister Klaus Töpfer sagte, ebenfalls nicht. Zumal Anpassung an das Kommende seit Beginn allen Lebens die effizienteste und damit billigste Vorgehensweise[9] wäre.
Zu den Zielen:
2. Absenkung des CO2 Ausstoßes bis 2050 um 90 % (bis 2020 um 40%) bezogen auf 1990.
Dieses u.E.n. Wahnsinnsvorhaben wird weder durch die Beobachtungen zum Klimawandel noch durch irgendwelche hehren Vorsorgegedanken zur Abwendung höchst unwahrscheinlicher Gefahren gedeckt. Es würde, wenn es denn erfolgreich umgesetzt werden würde, lediglich zu massiver Verarmung der gesamten Bevölkerung auf das Niveau der vorindustriellen Zeit führen. Diese Bevölkerung – selbst wenn Sie den Verlautbarungen des IPCC weiterhin glauben sollte, wonach es weniger und weniger aussieht, wie jüngste Umfragen belegen- würde dies jedoch freiwillig nicht zulassen. Deswegen ist von interessierter Seite schon scheinheilig die Frage öffentlich (und mit Steuergeldern ausgerichtet) auf dem Essener Kongress zur “Grossen Transformation“ [10] gestellt worden, ob denn die Demokratie statt autoritärer Strukturen zur Durchsetzung dieser Forderung, die richtige Lösung sei. Nordkorea mit seinem – wenn auch aus profaneren Gründen – geringen CO2 Ausstoß sollte für alle die dies anstreben ein abschreckendes Beispiel sein. Selbst das unter Gouverneur Schwarzenegger kräftig „ergrünte Vorreiterland“ Kalifornien, Spitzenreiter bei allen möglichen grünen Technologien, ist inzwischen ein Sanierungsfall, wie „Die Welt“ von heute süffisant feststellt. Tägliche Stromausfälle gehören dort inzwischen zum praktischen Lebensalltag. Kanada hat dies offensichtlich erkannt (wie u.a. Spiegel Online[11] heute überrascht verkündet) und verabschiedet sich vom Kyotoprokoll. Zum Schutz der Wirtschaft wie Premier Harper verkündete.
3 Umstellung auf sog. Erneuerbarer Energien so schnell wie möglich
Koalitionsvertrag hin oder her – er ist kein in Stein gemeißeltes Gesetzbuch und wird laufend an anderen wichtigen Stellen in Frage gestellt oder schlicht nicht angewendet- die sog. „Erneuerbaren“ erfüllen keine der Anforderungen, die eine moderne Industriegesellschaft stellen muss. Sie sind irrwitzig teuer[12], niemals verfügbar, wenn sie gebraucht werden und dazu hoch fluktuativ und in schnellster Zeit schwankend. Ihr systemischer Nachteil (um einen beliebten Begriff zu verwenden) liegt in der extrem geringen Energiedichte. Dies macht das „Ernten“ sehr aufwendig und teuer und kann auch von keiner Technologie der Welt ausgeglichen werden. Die Nutzungsgrade sind systembedingt verschwindend gering (sie liegen On shore Windanlagen bei weniger als 20 %, bei Offshore hofft man auf ca. 30 %; bei Photovoltaik sind es ca. 8 %, nur bei Biomasse ist er höher, jedoch ist diese noch aufwendiger herzustellen und extrem landschaftsverbrauchend, sowie konkurriert mit Nahrungspflanzen). D.h. die weitaus meiste Zeit im Jahr steht diese Stromfabrik still.
Keine der Eigenschaften, welche die Verbraucher benötigen, wie Wirtschaftlichkeit, Verfügbarkeit, Stetigkeit und Umweltverträglichkeit wird von diesen Energiearten gewährleistet. Die produzierte kWh kostet bei Wind an Land ca. 9 ct, bei Offshore ca. 15 ct, bei PV ca. 40 ct.[13] Im Vergleich dazu liegt der Preis bei Kernenergie und Braunkohle bei 2,4 ct, bei Steinkohle und Gas bei ca. 4-5 ct.
Wie Frau Müller richtig ausführte und von Herrn Klinkert Vattenfall mit Daten unterlegt wurde, ist allein die zwingend erforderliche- aber großtechnisch völlig ungelöste Speicherfrage- weder in unserem Land noch irgendwo in Europa lösbar. Wg. der schnellen Schwankung in Sekundenbruchteilen bei der Erzeugung, sind Pumpspeicherwerke die einzig bekannte, technisch sehr aufwendige, Lösung um die zwingend erforderliche Phasen- und Spannungskonstanz zu gewährleisten. Das größte deutsche (und eines der größten in Europa) Pumpspeicherwerk ist Goldisthal in Thüringen. Es hat eine Speicherkapazität von 8 GWh. D.h. es kann 1 GW 8 Stunden lang liefern. Dann ist es leer und muss wieder befüllt werden. Seine Planungs- und Bauzeit betrug 30 Jahre, die reine Bauzeit 11 Jahre. Die Kosten beliefen sich auf 600 Mill.€. Wenn -wie dieser Tage- nur eine 3 tägige Flaute herrscht, bräuchte man zum Ausgleich für die heute installierten Windkraftanlagen (ca. 22.000 Stck.) über 250 Pumpspeicherwerke vom Typ Goldisthal. Die Kosten beliefen sich auf knapp 150 Mrd. €, die Topologie dazu, ist weder hier, noch irgendwo in Europa, zu finden.[14] Noch zu bezahlen.
Auch die gewünschte Unabhängigkeit von Importen hat Minister Dr. Röttgen als eines der Unterziele genannt. Wegen des unstetigen, stark fluktuierenden Angebotes an Strom muss jedoch jede installierte kW in „Erneuerbare“ mit einer kW von konventionellen Kraftwerken gepuffert werden, die im teuren Teillastbetrieb mitlaufen müssen. Kohle- und Kernkraftwerke sind dazu kaum in der Lage, stattdessen müssen (neue) Gaskraftwerke eingesetzt werden. Mit Gas betrieben, das wir importieren. Im Gegensatz zum Ziel erhöhen wir mit den Erneuerbaren also unsere Import-Abhängigkeit. Bis heute wurde – und so wird es bleiben – wg. der mangelnden Verfügbarkeit von „Erneuerbarer Energie“ noch kein konventionelles Kraftwerk stillgelegt. Im Gegenteil es kommen neue hinzu, nur für unwirtschaftliche und teure Pufferzwecke.
Schaffung neuer, moderner Arbeitsplätze
Somit ist auch klar, dass die durch die massive Zwangssubventionierung von „Erneuerbaren“ u.a. durch das unsägliche EEG, das Arbeitsplatzargument weder betriebswirtschaftlich noch volkswirtschaftlich trägt. Wie Studien des RWI, aber in jüngster Zeit besonders spanische und italienische Studien [15], [16] zeigen, vernichtet jeder „erneuerbare Arbeitsplatz“ zwischen 2,2 bis 6 konventionelle Arbeitsplätze. Die vom Minister genannte Erfolgsbilanz von 300.000 „erneuerbare Arbeitsplätzen“ in Deutschland verkehrt sich dadurch in nachhaltig in ihr Gegenteil. Mindestens 600.000 konventionelle Arbeitsplätze sind daher bisher dauerhaft vernichtet worden. Weitere 800.000 – nämlich die in der energieintensiven Grundstoffindustrie und ihrer Zulieferer- werden bald folgen. Für immer. Hinzu kommt, dass nach diesen Studien ca. 60 % der Arbeitsplätze in der Montage entstanden sind. Die sind nur dann nachhaltig, wenn die extrem teure Subventionierung – direkt oder indirekt- dauerhaft erhalten bleibt. Mit unausweichlicher Vernichtung von weiteren Arbeitsplätzen.
3 Deutschland solle Industrieland bleiben!
Somit bleibt das an vorderster Stelle von Minister Röttgen genannte Wunschziel „Deutschland solle Industrieland bleiben“ nach unserem Eindruck ein dialektischer Kunstgriff, da er nach unserer festen Überzeugung – geteilt von vielen Anwesenden im Saal, wie wir durch Gespräche erfuhren- und durch seine Taten, alles daran setzt, genau dieses Ziel ad absurdum zu führen. Herrn Minister Dr. Röttgen werden wir mit separatem Brief anschreiben.
In echter Sorge verbleibe ich mit freundlichen Grüßen
Ihr
Michael Limburg
EIKE Vizepräsident
Potsdam 10.6.2010
- Zum Vergleich: Das GISS (Goddard Institute of Space Science) der NASA verwendet für seine Globaltemperaturberechnungen Daten von derzeit ca. 1.100 Temperaturmessstationen. ↑
- Eichner, Koscielny-Bunde, Bunde, Havlin und Schellnhuber: „Power-law persistence and trends in the atmosphere: A detailed study of long temperature records“, erschienen in Physical Review E 68, 046133 (2003) wird auf S. 5 unter Punkt (iii) ↑
- Surface Temperature Records: Policy Driven Deception? UPDATED, JUNE 2, 2010, Written by Joseph D’Aleo & Anthony Watts June 2010, http://scienceandpublicpolicy.org/originals/policy_driven_deception.html ↑
- Vertrauen in Welt-Klima-Rat im freien Fall: Die Irrungen, Wirrungen und Manipulationen des IPCC! Ein Update!, http://www.eike-klima-energie.eu/news-anzeige/vertrauen-in-welt-klima-rat-im-freien-fall-die-irrungen-wirrungen-und-manipulationen-des-ipcc-ein-update/ ↑
- “It is only possible to attribute 20th Century warming to human interference using numerical models of the climate system.” John Mitchell, Julia Slingo, David S. Lee, Jason Lowe & Vicky Pope: ‘CLIMATE CHANGE Response to Carter et al.’, World Economics, 8 (1): 221228. ↑
- Beispielsweise diese Auflistung; 700 Peer-Reviewed Papers Supporting Skepticism of „Man-Made“ Global Warming Alarm, http://www.populartechnology.net/2009/10/peer-reviewed-papers-supporting.html ↑
- Nach Einschätzung der BGR Hannover auf Basis 2001 ↑
- Details mit ausführliche Quellen dazu u.a. im Buch „Die Klimahysterie – was ist dran?“ (S97 ff) von Michael Limburg ISBN 978-3-940431-10-3 ↑
- Siehe z.B. hier: What to Do about Climate Change, by Indur M. Goklany Policy Analysis No. 609 February 5, 2008 ↑
- Kommentar hierzu und Website des Kongresses The Great Transformation http://www.greattransformation.eu/ ↑
- Kanada reduziert Klimaziele drastisch: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,698888,00.html ↑
- s, z.B. hier eine vorsichtige Abschätzung des 1. Zieles von Meseberg 2007 (Kosten bis 2020 allein daraus ca. 900 Mrd. €) Die gigantischen Kosten der Meseberger Beschluüsse http://www.eike-klima-energie.eu/fileadmin/user_upload/Bilder_Dateien/WCMSAlt/Kosten_Meeseberger_Beschl__sse_Niemann_801.pdf ↑
- Details mit ausführliche Quellen dazu u.a. im Buch „Die Klimahysterie – was ist dran?“ (S97 ff) von Michael Limburg ISBN 978-3-940431-10-3 Kapitel „Erneuerbare“ Energien sind keine Lösung sondern vergrößern die Abhängigkeit. ↑
- Energy is the Key: Renewable Energy Problems in Germany: „Renewable“ Energies are not a Solution Rather They Increase Foreign Dependency.: http://multi-science.metapress.com/content/51236465258m7747/ ↑
- http://www.eike-klima-energie.eu/uploads/media/Calzada-Study-090327-employment-public-aid-renewable.pdf ↑
- Saubere Arbeitsplätze, teure Arbeitsplätze? Warum Italien sich keine „Grüne Ökonomie“ leisten kann. http://www.eike-klima-energie.eu/news-anzeige/saubere-arbeitsplaetze-teure-arbeitsplaetze-warum-italien-sich-keine-gruene-oekonomie-leisten-kann/ ↑

Näheres dazu hier
















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Großbritannien und Deutschland teilen in der Energiepolitik dasselbe Dilemma.
Auf dem Papier, in den Medien, in den Regierungsverlautbarungen und an den Strombörsen gilt Windkraft als unschlagbar günstig.
Die politischen Narrative beider Länder betonen gebetsmühlenartig, dass erneuerbare Energien die Strompreise senken.
Doch die Realität der Endnutzer, Steuer- und Gebührenzahler sowie der Industriebetriebe sieht völlig anders aus.
In beiden Systemen klafft eine gewaltige Lücke zwischen den isolierten Erzeugungskosten am Großhandelsmarkt und dem, was am Ende auf der Rechnung steht.
Der Grund dafür ist eine politisch gewollte, wirtschaftlich und physikalisch jedoch falsche Ziehung der Bilanzgrenzen. Man ist in einer historischen Mission.
Das britische Schlupfloch vs. deutsche Überförderung
Der britische Markt kämpfte lange mit Fehlkonstruktionen bei seinen Differenzverträgen (Contracts for Difference – CfDs).
Wie das schottische Offshore-Projekt „Seagreen“ demonstrierte, konnten Betreiber den Start ihrer garantierten Festpreise künstlich hinauszögern.
Solange die Marktpreise hoch waren, strichen sie exorbitante Gewinne am freien Markt ein; drohten die Preise zu fallen, flüchteten sie unter den staatlichen Rettungsschirm.
In Deutschland funktionierte diese asymmetrische Risikoverteilung jahrelang (26 Jahre) sogar ganz legal über das Marktprämienmodell des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG).
Fiel der Börsenstrompreis in den Keller, glich der Staat die Differenz aus. Schossen die Preise – wie während der Energiekrise – in die Höhe, durften die Windparkbetreiber die milliardenschweren „Zufallsgewinne“ komplett behalten.
Zwar steuert Deutschland nun ebenfalls auf zweiseitige CfDs zu, bei denen Übergewinne abgeschöpft werden sollen, doch das Grundproblem bleibt.
Die immensen Investitions- und Kapitalkosten für den Bau der Anlagen werden aus dem regulären Marktpreis herausgerechnet.
Sie werden über den Bundeshaushalt – und damit direkt aus der Tasche des Endsteuerzahlers – querfinanziert.
Das logistische Planungschaos – Flaschenhals statt freier Fluss
Dieses Auseinanderklaffen von Preistheorie und Realität basiert auf einem fundamentalen logistischen und physikalischen Fehlschluss.
Der Strommarkt wird regulatorisch so behandelt, als gäbe es im deutschen Übertragungsnetz keinerlei Kapazitätsbeschränkungen oder Engpässe.
Es wird so getan, als könne jede eingespeiste elektrische Energie zu jeder Zeit verlustfrei an jeden beliebigen Ort im Land übertragen werden – so als stünden Erzeuger und Verbraucher auf einem riesigen, barrierefreien Marktplatz direkt nebeneinander.
Die physikalische Realität ist jedoch ein massiver Engpass in der Übertragungsinfrastruktur.
Weil die meiste Energie im Norden erzeugt wird, die industriellen Verbrauchszentren jedoch im Süden liegen, stoßen die Leitungen chronisch an ihre physikalischen Kapazitätsgrenzen.
Die Übertragungsnetzbetreiber müssen Windräder im Norden zwangsweise abregeln und den Betreibern phantomartig Energie bezahlen, die nie eingespeist wurde.
Gleichzeitig müssen im Süden konventionelle, schnell hochfahrbare Gaskraftwerke (oft teure Reservekraftwerke im Ausland) angeworfen werden, um die Netzstabilität und die erforderliche Leistungsbilanz aufrechtzuerhalten.
Und, dass sich der Wind nur wetterabhängig zur Energieumwandlung anbietet wird systematisch unter den Tisch gekehrt.
Dieses als Redispatch bekannte Verfahren kostet die deutschen Endverbraucher inzwischen jährlich rund 3 bis 4 Milliarden Euro.
Um diese Summe greifbar zu machen.
Mit 3,5 Milliarden Euro könnte man in Deutschland jedes Jahr zehn bis zwölf mittelgroße Krankenhäuser komplett neu bauen (ein moderner Krankenhausneubau mit rund 350 Betten kostet aktuell etwa 280 bis 340 Millionen Euro) oder alternativ die jährlichen Betriebskosten von fast 50 bestehenden Kliniken dieser Größe decken.
Stattdessen verpufft das Geld sprichwörtlich für Energie, die nie bereitgestellt wurde – sodann wird das Niveau der Gesundheitsversorgung folgerichtig abgesenkt.
Die astronomischen Gesamtkosten und die Folgen für die Wirtschaft
Wenn politische Akteure behaupten, Windstrom sei der günstigste, betrachten sie lediglich die Grenzkosten im optimalen Moment des Spotmarktes – im Mittelwindmoment.
Aus einer betriebs- und gesamtwirtschaftlichen Vollkostenrechnung heraus ist dies eine fundamentale Täuschung.
Eine umfassende Strukturstudie der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) warnt vor den massiven, langfristigen Systemkosten dieser Strategie.
Bis zum Jahr 2049 summieren sich die kumulierten Kosten für den Umbau des Energiesystems auf die astronomische Summe von 4,8 bis 5,4 Billionen Euro.
Allein ab 2030 prognostiziert die DIHK jährliche Gesamtkosten von bis zu 229 Milliarden Euro für Netze, Importe und Erzeugungsanlagen.
Hätte man allein 80 Milliarden Euro dieser jährlichen Summe in die klassische Infrastruktur investiert, ließen sich damit in nur einem einzigen Jahr alle rund 40.000 Schulen in Deutschland grundsanieren und digital voll ausstatten – oder das gesamte marode deutsche Autobahn- und Schienennetz auf Jahrzehnte instand setzen.
Da diese gewaltigen Folgekosten jedoch nicht den Erzeugern zugerechnet, sondern sozialisiert werden, schlagen sie bei den Netzentgelten und Steuern der Endverbraucher voll durch.
Die wirtschaftlichen Schäden für den Standort Deutschland sind längst keine graue Theorie mehr.
Laut dem aktuellen DIHK-Energiewende-Barometer gefährden die hohen Energiepreise akut die globale Wettbewerbsfähigkeit [DIHK-Energiewende-Barometer 2026].
Mehr als 40 Prozent aller deutschen Unternehmen sehen sich im globalen Wettbewerb massiv benachteiligt [DIHK-Energiewende-Barometer 2026].
Bei großen Industrieunternehmen liegt dieser Wert sogar bei 60 Prozent [DIHK-Energiewende-Barometer 2026].
Die Konsequenz ist eine schleichende Deindustrialisierung.
Jedes dritte große Industrieunternehmen (33 Prozent) befindet sich bereits in der aktiven Umsetzung, Produktionskapazitäten ins Ausland zu verlagern oder Investitionen am Standort Deutschland komplett einzustellen [DIHK-Energiewende-Barometer 2026].
Gut 30 Prozent der Betriebe quer durch alle Branchen müssen Kerninvestitionen streichen, weil das Kapital durch die extremen Systemkosten aufgezehrt wird [DIHK-Energiewende-Barometer 2026].
Volkswirtschaftlich führt dieser künstlich erzeugte Strompreis-Nachteil zu jährlichen Wohlstandsverlusten in zweistelliger Milliardenhöhe.
Das wirkt wie eine zweite Inflation.
Die deutsche Windkraft ist an der Börse billig – für das Gesamtsystem und die Wirtschaft ist sie ein planwirtschaftlicher Preistreiber, der eine strukturelle Katastrophe für den Wirtschaftsstandort einleitet.
Die PV-Energie-Erzeugung verdoppelt das Problem der Windkraft.
Zu der ohnehin fehlenden geografischen Deckung kommt nun eine extreme zeitliche Unberechenbarkeit hinzu. Ohne den sündhaft teuren, flächendeckenden Zubau von Großbatteriespeichern an den Umspannwerken und ohne eine künstliche Abregelung neuer Anlagen treibt der ungebremste Solar-Boom die Systemkosten weiter in die Höhe und erhöht das Risiko von lokalen Netzinstabilitäten drastisch.
In Deutschland ist wieder einmal eine Generation an den Schalthebeln der Macht, wirtschaftlich blind und in heiliger klimatistischer ökosozialistischer Mission unterwegs, die ihre Enkel mit aller Macht enterben wollen, die ein mittelalterliches Nichts hinterlassen wollen, oder?
Herzlichen Dank, Herr Limburg, für das Zitieren Ihres Briefes von 2010.
Im selbigen Jahr liefen in D 17 AKWs. Alle sind durch EEs kompensiert worden. Seit 2010 sind ebenfalls etliche GW an fossiler Leistung abgeschaltet und durch EEs ersetzt worden, der Anteil Erneuerbarer liegt in den letzten 30 Tagen bei 66 %. Gleichzeitig ist D in 2026 wieder Netto-Stromexporteur, die Bilanz mit Atomstrom-Frankreich ist von 2022 bis heute zusammengenommen ausgeglichen. Die französischen Börsenstrompreise laufen im Gleichschritt mit dem deutsch-luxemburgischen Markt.
Gestehungskosten Offshore-Windparks in 2010 = 15 ct. 2026 = 5 ct (keine Subventionierung notwendig).
Gas? Sie nennen Preise, die heute, nach nur 16 Jahren – wie aus einer anderen Welt anmuten. Tatsächlich ist Erdgas-Strom heute der mit großem Abstand teuerste und bestimmt zu 40 % aller Zeiten das extrem hohe Börsenpreis-Niveau (s. Merit Order).
2010 bemängelten Sie fehlende, aber übermäßig teure Batteriespeicher.
Heute? Ist ein exponentieller Ausbau zu beobachten. Schließlich sind die Preise umgekehrt proportional gesunken. Wie Offshore-Windparks benötigen Batteriespeicher keine Subventionierung – im Gegenteil glätten sie Börsenpreis-Spitzen oben wie unten, verdienen damit Geld. Arbitrage, win-win.
Nochmals danke für Ihren Brief aus 2010, dokumentiert dieser doch höchst anschaulich, welch Entwicklung innerhalb von nur 16 Jahren erfolgte.
Die Zerstörung von 17 AKW und zahlreicher Kohlekraftwerke, die zuverlässig Energie lieferten, als Erfolg zu verkaufen grenzt an Idotie.
Als Alternative haben wir inzwischen den teuersten Strom Europas, so daß die Industrie abwandert und in „Spitzenzeiten“ deutscher Strom verschenkt werden muß. Der Preis für den „Erdgastrom“ ist künstlich getrieben durch die Abschaltung preisgünstigem Pipelinegases aus Russland. Hättten wir noch genügen Kohlekraftwerke, ohne sinnlose CO2-Steuer, wäre auch der Kohlestrom sehr preiswert.
„…Im selbigen Jahr liefen in D 17 AKWs. Alle sind durch EEs kompensiert worden..“
In der Welt von Mr. Ernst Meier erzeugen Solar-Anlagen Nachts und Windanlagen bei Flaute Strom. Für diese Technische Meisterleistung schlage ich Sie für den Nobelpreis vor. Warum haben wir nicht noch mehr solcher „Kapazitäten“ ?