Vorab, wie immer, zur Temperaturentwicklung.
Die globale Temperatur liegt nun um 0,46 Grad Celsius höher als das langjährige Mittel.
Die US-amerikanische Ozeanbehörde NOAA hat bereits für den Pazifik El Nino – Konditionen festgestellt, der bis zum Frühjahr nächsten Jahres andauern wird. El Niño – Perioden sind in der Regel mit einem globalen Temperaturausschlag von 0,2 Grad Celsius verbunden. Der durchschnittliche Temperaturanstieg seit 1979 betrug 0,16 Grad Celsius pro Jahrzehnt.
Heute befassen wir uns mit der immer schwieriger werdenden Gasversorgung Deutschlands.
Die Befüllung der deutschen Gasspeicher bis zur Heizsaison wird schwierig
Der Füllstand der deutschen Gasspeicher beträgt zurzeit lediglich 44 %. Dies liegt deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt, denn die Füllstände lagen früher bei 60 % zu diesem Zeitpunkt. Die Befüllung im Jahr 2026 startete zum einen von einem sehr niedrigen Niveau von rund 20 %. Zum anderen zögern die Gasspeicherbetreiber, Gas einzukaufen, da die Gaspreise seit der Hormuz-Krise hoch sind. Das Geschäftsmodell der Betreiber bestand darin, preiswertes Gas im Sommer einzukaufen und zu einem in der Regel höheren Preis im Winter zu verkaufen. Jetzt droht sogar das Gegenteil. Sollte es zu einer Entspannung am Persischen Golf kommen, werden die Gaspreise im Winter niedriger als im Sommer liegen, so dass den Betreibern Verluste drohen.
Der Verband der Speicherbetreiber INES gab daher im Juli bekannt, dass bis zur Heizsaison technisch nur noch ein Niveau von 76 % erreicht werden kann. Die Betreiber stellen fest:
Die tägliche Einspeisung in die Speicher beläuft sich zurzeit auf 0,2 %. Bei diesem Tempo würden bis zum 1. November (noch 120 Tage) noch nicht einmal 70 % Befüllung erreicht.

Über die vielgepriesenen deutschen LNG-Terminals bezieht Deutschland lediglich 10-13 % des Erdgases. Aber etwa 40 % des Erdgases kommt aus den Niederlanden und Belgien, das dort als LNG angelandet wird und durch Pipelines nach Deutschland transportiert wird. Es wird kaum diskutiert, dass Belgien über Zeebrügge 40 % seines LNG-Imports aus Russland bezieht, ebenso die Niederlande mit 13 % seines Importes. Insofern beziehen wir indirekt immer noch erhebliche Mengen russischen Gases. Frankreich importiert ein Drittel seines LNG-Imports aus Russland (siehe folgende Grafik: Niederlande gelb, Belgien lila, Frankreich blau, Quelle: IEEAE-LNG-Tracker). Dieser Import soll nach den Plänen der EU ab 1. Januar 2027 beendet werden. Das wird sich dann tendenziell in höheren Preisen niederschlagen.
Import von russischem Gas in die Niederlande (gelb), Belgien (lila), Frankreich (blau) in Milliarden Kubikmeter pro Monat

– aber Fracking bleibt verboten
Nun bekommt die Ministerin starke Unterstützung durch ein von der Friedrich-Naumann-Stiftung in Auftrag gegebenes Gutachten des ehemaligen Präsidenten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Prof. Hans-Joachim Kümpel. Dieses Gutachten, das man hier runterladen kann, kommt zum Ergebnis, dass
– die Technik der Förderung des Schiefergases aus mehr als 1.000 m Tiefe eine Gefährdung des Grundwassers (bis zu 100 m Tiefe) ausschließt
– das Erdbebenrisiko beim Fracking um ein Vielfaches niedriger ist als bei der herkömmlichen Erdgasförderung
– Deutschland eine förderbare Gesamtmenge von 1.000 Milliarden Kubikmeter aufweist, was einer Förderdauer von 50 Jahren bei einer jährlichen Fördermenge von 20 Milliarden Kubikmeter entspricht.
– deutlich kostengünstiger wäre als der heutige Weltmarktpreis.
Die Studie ist für jeden energiepolitisch Interessierten ein must-read.
Wenn wir im Januar 2027 Versorgungsprobleme bekommen werden, wissen wir, bei wem wir uns zu bedanken haben. Bei einem sturköpfigen Umweltminister und einem Kanzler, der die SPD-Eskapaden laufen läßt.















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