Die Panikmache der Medien ändert sich weitaus häufiger als die Meeresströmung selbst.
In dem Artikel [Titel übersetzt] „Eine der weltweit größten Klimabedrohungen hat ein Imageproblem“ behauptet The Conversation, dass die Atlantische Meridionale Umwälzströmung (AMOC) eine bedeutende Bedrohung durch den Klimawandel darstellt, die jedoch missverstanden wird; sie leide unter einem „Imageproblem“, da es der Öffentlichkeit schwerfalle, sich eine langsam fließende Meeresströmung vorzustellen, die unter der Oberfläche des Atlantischen Ozeans verborgen ist. [Hervorhebungen und Links hinzugefügt {im Original}]
Das ist vereinfachend und falsch. Das Problem der AMOC besteht nicht darin, dass sich die Menschen sie nicht vorstellen können.
Das Problem ist, dass sich Wissenschaftler nach mehr als zwei Jahrzehnten alarmierender Schlagzeilen immer noch nicht darüber einig sind, ob sich die Strömung verlangsamt, beschleunigt oder im Wesentlichen unverändert bleibt und ob menschliche Treibhausgasemissionen überhaupt einen Einfluss auf die AMOC haben.
Die hier teilweise dargestellte globale Zirkulation führt kühles Tiefenwasser und warmes Oberflächenwasser rund um den Globus. Die meridionale Umwälzströmung im Atlantik (AMOC) ist Teil dieses komplexen Systems globaler Meeresströmungen. Diese Abbildung stammt aus einem kurzen Video, das von „Science on a Sphere“ der NOAA produziert worden ist.
„The Conversation“ argumentiert, dass die AMOC die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit nicht auf sich zieht, weil es an eindrucksvollen Bildern mangelt. Im Gegensatz zu Waldbränden, Hurrikanen, Gletschern oder Eisbären lässt sich die Ozeanzirkulation nur schwer fotografieren und ist daher schwer zu vermitteln.
Dem Autor zufolge braucht der Klimajournalismus bessere Bilder, um der Öffentlichkeit die Bedrohung verständlich zu machen. Damit geht er völlig am Kern der Sache vorbei.
Die Menschen ignorieren die AMOC nicht, weil es ihr an dramatischen Bildern mangelt. Sie ignorieren sie, weil die Beweise widersprüchlich sind, wonach der Klimawandel sie beeinflusst, und weil sie zu Recht erkennen, dass der Mensch gegen Veränderungen in der AMOC nichts ausrichten kann.
In den letzten 20 Jahren wurde in wissenschaftlichen Veröffentlichungen und Medienberichten abwechselnd behauptet, die AMOC verlangsame sich, beschleunige sich, breche zusammen, stabilisiere sich oder verhalte sich im Rahmen natürlicher Schwankungen. In der wissenschaftlichen Literatur hat sich kein auch nur annähernder Konsens herausgebildet.
Wie „Climate Realism“ in „Climate Activists Flip-Flop on Ocean Currents Yet Again“ dokumentierte, haben sich Studien wiederholt widersprochen. In einem Jahr verkündeten Forscher alarmierende Hinweise auf eine Abschwächung. Im nächsten Jahr fand eine andere Studie kaum Anzeichen für langfristige Veränderungen. Dann behauptete eine weitere Arbeit eine Beschleunigung. Und wieder eine andere prognostizierte einen Zusammenbruch.
Die Darstellung ändert sich weitaus häufiger als die Meeresströmung selbst.
Diese Unsicherheit wird in dem Artikel von „The Conversation“ zwar anerkannt, aber etwas in den Hintergrund gedrängt. Der Autor räumt ein, dass „wir immer noch nicht genau wissen, wie schnell sich die Zirkulation ändern wird oder wie ihr zukünftiger Verlauf aussehen wird“ und dass „die prognostizierten Ergebnisse weiterhin ungewiss sind“.
Genau. Das ist kein Imageproblem, sondern ein Problem wissenschaftlicher Unsicherheit.
Der Artikel zitiert Studien, die darauf hindeuten, dass sich die AMOC abschwächt, und wiederholt bekannte Warnungen, dass es in Europa zu einer dramatischen Abkühlung kommen könnte, sich die Monsune verlagern könnten und der Meeresspiegel entlang der US-Ostküste ansteigen könnte. Doch diese Warnungen kursieren bereits seit Jahrzehnten, ohne dass sie sich bewahrheitet hätten.
„Climate Realism“ befasste sich im Jahr 2024 mit einer ähnlichen Welle medialer Panik, nachdem CNN und zahlreiche andere Medien Behauptungen verbreitet hatten, der Klimawandel führe zum Zusammenbruch der AMOC.
Diese Analyse zeigte, dass die Beobachtungsdaten nach wie vor lückenhaft sind, direkte Messungen erst seit relativ kurzer Zeit vorliegen und ein Großteil der Darstellung eines „Zusammenbruchs“ stark auf Computermodell-Simulationen statt auf direkten Beobachtungen beruht.
Diese Unterscheidung ist wichtig, denn Modelle sind keine Daten.
Die überwiegende Mehrheit der alarmierenden Schlagzeilen zur AMOC stützt sich auf Modellprognosen, die Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte in die Zukunft reichen. Doch wie „Climate at a Glance“ in seiner Übersicht über Meeresströmungen feststellt, decken direkte Messungen der AMOC nur einen winzigen Bruchteil der Zeitskalen ab, über welche die Ozeanzirkulation auf natürliche Weise variiert.
Historische Rekonstruktionen anhand von Proxydaten stimmen oft nicht miteinander überein, während Modelle je nach den zugrunde gelegten Annahmen sehr unterschiedliche Ergebnisse liefern.
Das Ergebnis ist kein wissenschaftlicher Konsens, sondern eine laufende wissenschaftliche Debatte.
Ironischerweise kommt der Autor diesem Umstand fast schon nahe, wenn er die Herausforderung erörtert, der Öffentlichkeit die AMOC näherzubringen. In dem Artikel wird darauf hingewiesen, dass sich Forscher häufig auf Computermodelle stützen, um die Ozeanzirkulation zu rekonstruieren und dreidimensionale Animationen zu erstellen.
Mit anderen Worten: Ein Großteil dessen, was der Öffentlichkeit als zukünftiges Risiko präsentiert wird, basiert auf Simulationen eines Systems, das noch nicht vollständig verstanden ist.
Der Artikel beklagt anschließend, dass die Bilder eines „gefrorenen Europas“ die Wissenschaft möglicherweise zu stark vereinfachen, da „die meisten Wissenschaftler ein solches Weltuntergangsszenario für unwahrscheinlich halten“. Diese Aussage verdient weitaus mehr Beachtung als ihr der Artikel widmet.
Die Medien haben die Verlangsamung der AMOC als Auslöser für eine plötzliche Klimakatastrophe übertrieben dargestellt, wie beispielsweise eine Eiszeit, obwohl der Artikel deren Unwahrscheinlichkeit einräumt.
Seit Jahren bedienen sich die Medien von Bildern, die an den Hollywood-Katastrophenfilm „The Day After Tomorrow“ erinnern, und stellen die Verlangsamung der AMOC als Auslöser für eine plötzliche Klimakatastrophe dar. Der Artikel räumt jedoch ein, dass diese dramatische Darstellung höchst unwahrscheinlich ist.
Wenn die einprägsamste visuelle Darstellung der AMOC wissenschaftlich unplausibel ist, liegt das Problem vielleicht nicht in der Unfähigkeit der Öffentlichkeit, das Thema zu verstehen. Vielleicht liegt das Problem darin, dass die alarmierendsten Behauptungen nicht durch stichhaltige Beweise gestützt werden.
Die meisten Menschen verstehen dies intuitiv.
Der Durchschnittsbürger macht sich Gedanken über Dinge, die seinen Alltag unmittelbar betreffen: Arbeitsplätze, Energiekosten, Wohnraum, Gesundheitsversorgung, Bildung und öffentliche Sicherheit. Eine hypothetische Veränderung einer Tiefseeströmung, die Wissenschaftler über lange Zeiträume hinweg nicht zuverlässig messen und für die kommenden Jahrzehnte nicht verlässlich vorhersagen können, steht verständlicherweise ganz unten auf dieser Liste.
Keine noch so verbesserte grafische Darstellung in den Medien wird an dieser Realität etwas ändern.
„The Conversation“ geht davon aus, dass die Öffentlichkeit die Gefahr endlich erkennen wird, wenn Journalisten bessere Bilder finden. Doch die Menschen lehnen Warnungen vor der AMOC nicht ab, weil es ihnen an Vorstellungskraft mangelt.
Sie sind skeptisch, weil die wissenschaftlichen Erkenntnisse noch nicht gesichert sind; die Beweislage und die Prognosen ändern sich ständig.
Seit mehr als 20 Jahren warnen Schlagzeilen davor, dass sich die AMOC verlangsamt, zusammenbricht, beschleunigt, sich erholt oder unvorhersehbar verhält. Die Öffentlichkeit nimmt diese Widersprüche wahr.
Und natürlich bleibt – unabhängig davon, ob eine dieser Darstellungen tatsächlich zutrifft, sei es eine Verlangsamung, eine Beschleunigung oder eine relative Stabilität – die Frage offen, welche Auswirkungen, wenn überhaupt, menschliche Emissionen auf das Verhalten der AMOC haben.
Kurz gesagt: Es fehlen Belege dafür, dass die Welt vor einem AMOC-Problem steht, und es gibt noch weniger Belege dafür, dass der Mensch Veränderungen der AMOC beeinflussen kann, in welche Richtung diese auch immer gehen mögen.
Der Artikel kommt zu dem Schluss, dass die AMOC „die Kluft zwischen dem, was wichtig ist, und dem, was sichtbar wird“ offenbart. In Wirklichkeit offenbart sie jedoch etwas ganz anderes: die Kluft zwischen unter Weltuntergangsstimmung stehenden Medienberichten und einem ungeklärten, höchst unsicheren wissenschaftlichen Befund.
Das AMOC-Thema in den Medien hat kein Image-, sondern ein Glaubwürdigkeitsproblem.
Mehr bei Climate Realism
Link: https://climatechangedispatch.com/amoc-collapse-media-evidence/
Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE
Hinweis: Autor Anthony Watts hat dazu hier einen weiteren Beitrag geschrieben

















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„Ohne CO2 wäre Leben auf der Erde nicht möglich. Nicht nur, weil CO2 Grundlage allen Lebens ist, zentraler Stoff der Photosynthese, nicht nur, weil CO2 in der unteren Atmosphäre ausgehende Infrarotstrahlung zurückstrahlt und für ein Klima auf der Erde sorgt, das Leben unterstützt, sondern auch weil CO2 in der Thermosphäre, 100 bis 300 Kilometer über dem Boden, auf dem wir stehen, Infrarotstrahlung der Sonne zurück ins All reflektiert und auf diese Weise gemeinsam mit NO, Stickstoffmonoxid, dafür sorgt, dass der Energiehaushalt der Erde im Gleichgewicht bleibt. … …“
https://sciencefiles.org/2026/07/01/co2-das-molekuel-das-die-erde-waermt-und-kuehlt-zugleich/