Stromnetze, die auf Wind- oder Solarenergie angewiesen sind, müssen über Reservekapazitäten verfügen, die im Gegensatz zu diesen Energiequellen nicht intermittierend sind. Das ist teuer.
Meinung: Von Dave McGruer und Bryan Leyland, Sonderbeitrag für die Financial Post
Um die Energiewende klar zu durchdenken, muss man finanzielle Spekulationen von den realen Energieflüssen trennen und transparent darlegen, wer die Energieversorgung sichert und wer dafür bezahlt.
Ein kürzlich erschienener Artikel in ESG Today feiert Microsofts Erreichen von 100 % erneuerbarer Energie und bezeichnet dies als Meilenstein unternehmerischen Klimaschutzes. Hinter der Überschrift verbirgt sich eine Frage: Geht es hier um physikalische Gesetze oder um Buchhaltung? Stromnetze funktionieren nach physikalischen Prinzipien, nicht nach Papierkram.
In einem Stromnetz muss Angebot und Nachfrage sekündlich übereinstimmen. Spannung und Frequenz müssen daher kontinuierlich stabilisiert werden, um einen Netzzusammenbruch zu verhindern. Andernfalls besteht die ernsthafte Gefahr eines Totalausfalls, wie er kürzlich in Spanien zu verzeichnen war. Wenn der Wind nachlässt oder die Sonne untergeht , muss sofort eine andere Energiequelle einspringen, um die fehlende Energie oder Spannungsstabilität zu gewährleisten. Diese Energie wird durch bedarfsgerechte Erzeugungskapazität aus Gas- oder Kohlekraftwerken sowie aus Wasserkraft- oder Kernkraftwerken bereitgestellt. Die Netzbetreiber koordinieren diese Erzeugungskapazitäten, um die Versorgungssicherheit unter allen Bedingungen rund um die Uhr sicherzustellen.
Wenn ein Unternehmen verkündet, seinen Strombedarf zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu decken, verstehen Laien das so, als ob seine Anlagen permanent mit Wind- oder Solarenergie versorgt würden. Doch das entspricht – bis auf wenige Ausnahmen – nicht der Realität. Tatsächlich gibt das Unternehmen an, im Laufe eines Jahres Zertifikate für erneuerbare Energien erworben oder Stromabnahmeverträge abgeschlossen zu haben, die den Bau von Kraftwerken ohne fossile Brennstoffe in einem Stromnetz fördern. Diese Produktion wird dann dem eigenen jährlichen Stromverbrauch angerechnet . Das ist jedoch reine Geldmacherei. Das Stromnetz liefert dem Unternehmen weiterhin den benötigten Strom in Echtzeit, und seine Stabilität hängt nach wie vor von diesen Reservekraftwerken ab, die definitionsgemäß sofort einsatzbereit sein müssen und somit nicht aus Wind- oder Solarenergie stammen.
Ein einfaches Gedankenexperiment verdeutlicht den Unterschied: Könnte das Unternehmen funktionieren, wenn es physisch vom Stromnetz getrennt wäre und seinen Strom ausschließlich aus den vertraglich vereinbarten Wind- und Solaranlagen bezöge? Und könnte es dies auch in windstillen Nächten, bei winterlichen Bedarfsspitzen und mehrtägigen Wetterflautephasen ohne massive Batteriespeicher oder Notstromaggregate gewährleisten? Die Antwort lautet: Nein. Das bedeutet, dass die Diskrepanz zwischen Jahresbilanz und tatsächlicher Selbstversorgung real und bedeutend ist.
Das wirft wichtige Fragen darüber auf, wer genau für die Zuverlässigkeit des Stromnetzes bezahlt.
Die fluktuierende Stromerzeugung erhöht den Bedarf an Reservekapazitäten, Frequenzregelung, neuen Übertragungsleitungen und anderen Ausgleichsdienstleistungen. Diese Kosten sind real und in der Regel hoch. Sie werden über Kapazitätsmärkte (Energieerzeuger stellen bei Bedarf zusätzliche Kapazitäten bereit), netzweite Gebühren und Strompreise für Endverbraucher gedeckt und von allen Stromverbrauchern – privaten Haushalten, Gewerbebetrieben und Industrieunternehmen – getragen. Wenn ein Unternehmen den Reputationsvorteil von „sauberer“ Energie für sich beansprucht, während es auf eine Infrastruktur angewiesen ist, die nicht sauber ist und von allen anderen im System bezahlt wird, ist das zumindest ein wenig irreführend.
Mit dem Ausbau fluktuierender Kapazitäten im Stromnetz steigt der finanzielle Druck auf die steuerbaren Erzeuger, das System stabil zu halten. Unternehmen, die einen Großteil ihres Stroms aus erneuerbaren Energien beziehen und gleichzeitig auf die Netzstabilität anderer Anbieter angewiesen sind, wälzen einen Teil der tatsächlichen Betriebskosten auf andere Verbraucher ab. Die Formulierung „100 Prozent erneuerbar“ verschleiert den tatsächlichen Energiewandel, anstatt ihn zu verdeutlichen, und erschwert es, ehrliche Fortschritte zu messen und zu erzielen.
https://financialpost.com/opinion/opinion-the-hidden-costs-of-100-per-cent-renewable















Wir freuen uns über Ihren Kommentar, bitten aber folgende Regeln zu beachten:
- Bitte geben Sie Ihren Namen an (Benutzerprofil) - Kommentare "von anonym" werden gelöscht.
- Vermeiden Sie Allgemeinplätze, Beleidigungen oder Fäkal- Sprache, es sei denn, dass sie in einem notwendigen Zitat enthalten oder für die Anmerkung wichtig sind. Vermeiden Sie Schmähreden, andauernde Wiederholungen und jede Form von Mißachtung von Gegnern. Auch lange Präsentationen von Amateur-Theorien bitten wir zu vermeiden.
- Bleiben Sie beim Thema des zu kommentierenden Beitrags. Gehen Sie in Diskussionen mit Bloggern anderer Meinung auf deren Argumente ein und weichen Sie nicht durch Eröffnen laufend neuer Themen aus. Beschränken Sie sich auf eine zumutbare Anzahl von Kommentaren pro Zeit. Versuchte Majorisierung unseres Kommentarblogs, wie z.B. durch extrem häufiges Posten, permanente Wiederholungen etc. (Forentrolle) wird von uns mit Sperren beantwortet.
- Sie können anderer Meinung sein, aber vermeiden Sie persönliche Angriffe.
- Drohungen werden ernst genommen und ggf. an die Strafverfolgungsbehörden weitergegeben.
- Spam und Werbung sind im Kommentarbereich nicht erlaubt.
Diese Richtlinien sind sehr allgemein und können nicht jede mögliche Situation abdecken. Nehmen Sie deshalb bitte nicht an, dass das EIKE Management mit Ihnen übereinstimmt oder sonst Ihre Anmerkungen gutheißt. Wir behalten uns jederzeit das Recht vor, Anmerkungen zu filtern oder zu löschen oder zu bestreiten und dies ganz allein nach unserem Gutdünken. Wenn Sie finden, dass Ihre Anmerkung unpassend gefiltert wurde, schicken Sie uns bitte eine Mail über "Über Uns->Kontakt"„In einem Stromnetz muss Angebot und Nachfrage sekündlich übereinstimmen.“
Das ist eher ein Märchensatz.
Bei spannungsgeführten Netzen (auch Wechselspannungsgeneratoren bieten Spannungen an), wird der Strom einfach durch die angekoppelten Lasten erzeugt.
Ob sich die Generatoren dabei quälen oder nicht, ändert diesen Zusammenhang nicht.
Angebot und Nachfrage müssen nicht sekündlich übereinstimmen, sie stimmen nach grundlegenden elektrotechnischen Gesetzen immer überein. Es handelt sich nämlich genau um ein und denselben Strom. Es geht gar nicht anders.
Es gibt niemanden, der da aufpassen muss, dass sie übereinstimmen. Die Last bestimmt immer den Strom, was die Last an Strom herbeiführt ist immer identisch der Strom des Generators. Das gilt für jeden geschlossenen Stromkreis.
Vereinfacht für Nicht-Elektrotechniker: Es gibt keinen Strom, der irgendwo zu viel ist und daneben fließt (welch fürchterliches Vokabular!).
Wie recht Sie doch haben, Herr Puschner, „welch fürchterliches Vokabular“!
Aber in einem Gemeinwesen, in dem gefühlt 95% der Gemeinen ein Problem damit, haben ein Kilowatt einigermaßen treffsicher vo einer Kilowattstunde zu unterscheiden, stellt das Verständnis zu diesen einfachen physikalischen Zusammenhängen durchaus ein erkenntnistheoretisches Problem dar.
Geboostert wird dieses ganze Unvermögen dann auch noch durch „Expertenwissen“, ich nenne da nur mal beispielhaft den Namen KEMFERT, die der Meinung sind und nach außen vertreten, dass u.a die Kohlekraftwerke die Netze „verstopfen“ und so deren Aufnahmefähigkeit für die sog. „Erneuerbaren“ behindern.
Welch ein Humbug und solches Professorenwissen muss die Gemeinschaft dann auch noch teuer bezahlen.
Uns ist eben doch nicht mehr zu helfen!!!
Herr Puschner,
würden Sie bitte erklären, wie Wechselspannungsgeneraturen ein 3phasiges Netz mit Strom versorgen sollen?
Auch diesen Satz müssen Sie bitte erklären und ihre Überlegungen dazu bitte näher ausführen.
Das Stromnetz braucht eine permanent gleiche Frequenz und die Frequenz bestimmt im Stromnetz das Zu- und Abschalten von Generatoren/Kraftwerken.
Die Last bestimmt die Frequenz im Strommnetz.
Bereits die Abweichung von 0,02Hz (da sind 0,04%) setzt Ausgleichsmechanismen innert des gesamten europäischen Stromnetzes in Gang.
Das es zuviel Einspeisung geben kann hat doch der spanisch/portugiesische Blackout bewiesen.
Bitte lesen Sie dazu den Abschlussbericht der ENTSO-e.
Es gibt durch die „erneuerbaren“ Energien sehr wohl „zu viel Strom“ im europäischen Stromverbund.
Die „erneuerbaren“ Energien sind weder in ihrer Leistung kontrollierbar und können auch nicht die kurzfristrigen Änderungen in der Last des Netzes ausgleichen.
Das Stromnetz wird immer auf führende Kraftwerke in der Netzfrequenz zurückgreifen müssen.
Das können WKA, Biogas oder PV nicht realisieren.
Herr Dimler,
ich will einer Antwort von Herrn Puschner auf Ihren Kommentar nicht vorgreifen, aber was Sie ausführen:
ist schlichtweg falsch.
Nicht die „Erneuerbaren“ bestimmen, wieviel Strom fließt, sondern ausschließlich die angeschlossenen Verbraucher. Mehr Strom als diese in Summe aufnehmen, kann auch im Netz an keiner Stelle fließen.
Die Ausführungen von Herrn Puschner sind demzufolge absolut richtig.
Der von Ihnen zitierte Blackout ist ein ganz anderer Sachverhalt und der Beweis dafür, dass ein zu großer Anteil von „Erneuerbaren“ in einem Verbundnetz zwingend zum Kollaps dieses Netzes führt, weshalb auch „Net-zero“ ein Hirngespinst geisteskranker Gemüter ist und bleiben wird.
Herr Jörg Dimler, Sie tun mir aufrichtig leid, ich habe wirklich Mitleid mit Ihnen. Was Sie nicht verstehen, erfordert ein Studium der Elektrotechnik, Ihre persönliche Überzeugung kann das leider nicht ersetzen.
„Es gibt durch die „erneuerbaren“ Energien sehr wohl „zu viel Strom“ im europäischen Stromverbund.“
Da sind aber hier viele sehr gespannt, wo der zu viele Strom denn so bleibt, wenn er nicht durch Verbraucher bewirkt ist. Führt das vielleicht zu Blitzentladungen ins All? Oder verkriecht er sich heimlich in eine Höhle, die Frau Kemfert noch nicht entdeckt hat?
Vielleicht wollten Sie aber auch hier nur eine Gänsehaut erzeugen. Übrigens, Strom hat nicht die Eigenschaften von Wasser und Strom fließt auch nicht. Vielleicht hilft Ihnen das.
„würden Sie bitte erklären, wie Wechselspannungsgeneratoren ein 3phasiges Netz mit Strom versorgen“
Auch Wechselstromgeneratoren versorgen ein 3-phasiges Netz mit Spannung. Wenn dann kein Verbraucher da ist, gibt es auch keinen Strom, auch wenn die Generatoren mit 3000 Upm (50 Hz) weiter rotieren – trotz Spannungsangebot.
Um es ganz einfach auszudrücken: Wechselstromgeneratoren machen sich dann trotzdem nicht in die Hose! Deshalb gibt es ja auch keine „Stromwindeln“.
Weltweit werden 5,56% aus physikalisch unmöglicher „Erneuerbaren Energie“ erzeugt!!!
Schul-Physik 8. Klasse https://de.wikipedia.org/wiki/Erster_Hauptsatz_der_Thermodynamik
–> Energie kann nicht erneuert werden
Schul-Biologie
CO2 ist Dünger
Zu wenig CO2 –> CO2 Begasung & Düngung alle Infos https://www.gasido.de/blog/posts/co2-im-gewaechshaus-co2-begasungduengung-alle-infos
Deserts ‚greening‘ from rising CO2 CSIRO Commonwealth Scientific and Industrial Research Organization Australia
2013_07_03 https://www.csiro.au/en/news/All/News/2013/July/Deserts-greening-from-rising-CO2
Statistical Review of World Energy https://www.energyinst.org/statistical-review
Weltweit, Basiswissen der Eingeschulten Kinder:
Kommuniziere mit Deinem Gegenüber, erkläre dem Gegenüber, welche Argumente du hast und werfe dem Gegenüber keine losen Blätter, die dein Gegenüber erst aufheben muss vor die Füsse.
Herr Rosemeyer,
sind sie in der Lage Argumente aus zu tauschen?
Kommunizieren Sie mit Ihren Freunden (?) nur über Analogien und Links im Internet zu Ihrer eigenen Meinung?
Ich nutze nur im Notfall KI, aber stehen die Infomationen in Zusammenhang zu einer (gesteuerten) Überlegung
Siehe
En: Full Cost of Electricity ‘FCOE’ and Energy Returns ‘eROI’
De: Strom-Vollkosten ‚FCOE‘ und Energierenditen ‚eROI‘
https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=4000800
Posted: 16 Mar 2022 Last revised: 28 Aug 2022