Cap Allon

El Niño sorgt nicht nur für Schlagzeilen über Katastrophen. Der natürliche Zyklus im Pazifik bringt auch Regen, füllt die Wasservorräte wieder auf, bildet Schneedecken, dämpft Atlantik-Hurrikane – und kann in Chile eine ganze Wüste zum Leben erwecken.

Die Atacama, einer der trockensten Orte der Erde, erwacht zu neuem Leben, nachdem ungewöhnlich starke Winterregenfälle tief in den ausgedörrten Boden eingedrungen sind. Millionen von Samen, Zwiebeln und Rhizomen können jahrelang unter der Erde ruhen und genau auf diese Bedingungen warten.

Jetzt sprießen sie hervor:

Mehr als 200 Pflanzenarten können am „Desierto Florido“ – der „blühenden Wüste“ – beteiligt sein. Nach Angaben der chilenischen CONAF wird dieses Phänomen ausgelöst, wenn ungewöhnliche Winterniederschläge entlang der Atacama-Küste etwa 15 mm überschreiten.

El-Niño-Ereignisse haben in der Natur ihren Sinn.

Es gibt zwar Verlierer, ja. Aber es gibt auch große Gewinner.

Die gleiche Verschiebung des pazifischen Jetstreams führt beispielsweise tendenziell zu feuchteren Wintern im Süden der USA. Starke El-Niño-Ereignisse haben in der Vergangenheit überdurchschnittliche Niederschläge nach Kalifornien gebracht, während im Südwesten Winterregen und Schnee in den Bergen entscheidend für das Grundwasser, die Stauseen und den Wasserfluss der Quellbäche sind. El-Niño-Ereignisse bringen in regelmäßigen Abständen Niederschläge in den Westen der USA, die Dürreperioden beenden.

Die NOAA selbst weist auf zahlreiche positive Aspekte hin: weniger Atlantik-Hurrikane und vermehrte Niederschläge in Teilen Südamerikas, die in der Vergangenheit zu höheren Ernteerträgen geführt haben, um nur zwei weitere zu nennen.

Eine natürliche Klimaschwankung verteilt lediglich Wärme und Niederschläge rund um den Globus neu; sie erschafft sie nicht. Jeden daraus resultierenden Regenguss als „Klimakatastrophe“ zu bezeichnen, ignoriert die für die Alarmisten unbequeme Seite der Medaille: An anderer Stelle füllen die Regenfälle Flüsse und Stauseen, häufen Schnee auf den Bergen an – oder erwecken eine tote Wüste wieder zum Leben.

Link: https://electroverse.substack.com/p/vizag-sets-twin-september-cold-records?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email (Zahlschranke)

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

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Ergänzung des Übersetzers hierzu:

Ungewöhnliche Niederschläge auch in der Sahara

Vielleicht beeinflusst dieser Vorgang nicht nur Südamerika. Schon seit Tagen ist mir aufgefallen, dass in der Zentral-Sahara verhältnismäßig außerordentliche Regenmengen simuliert werden, die sich über Tage hinweg akkumulieren:

Niederschlags-Simulation vom 24. September 00 UTC bis zum 10. Oktober 00 UTC (Quelle)

Die Einzelheiten sind dabei unwichtig. Es zählt, dass es dort wohl ergiebig regnen wird – viel mehr als im gleichen Zeitraum hierzulande.

Ob es sich dabei um eine indirekte Auswirkung des El Niño handelt, kann ich nicht sagen, aber den Vorgang halte ich in jedem Falle für ziemlich bemerkenswert.

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