Francis Menton, THE MANHATTAN CONTRARIAN

In meinem eigenen Berufsleben war ich kein Wissenschaftler, und daher habe ich den Auszeichnungen und Ehrungen, die sich praktizierende Wissenschaftler gegenseitig verleihen, nie große Beachtung geschenkt. Aber irgendwann wurde mir bewusst, dass es so etwas wie die Nationale Akademie der Wissenschaften gibt und dass es unter Wissenschaftlern als große Ehre gilt, zum Mitglied gewählt zu werden. Diese Mitgliedschaft ist eine dieser Sachen, für die man sich nicht bewerben kann; vielmehr wird man eines Tages von einem Ausschuss aus hochkarätigen Experten „ausgewählt“, die einen einladen, den geheimen Handschlag zu erlernen. Wikipedia hat über die Mitgliedschaft das hier zu sagen:

Die Mitgliedschaft in der National Academy of Sciences ist eine Auszeichnung, die Wissenschaftlern verliehen wird, denen die National Academy of Sciences (NAS) der Vereinigten Staaten „herausragende und beständige Leistungen in der originären Forschung“ bescheinigt. Die Mitgliedschaft gilt als Zeichen für wissenschaftliche Exzellenz und ist eine der höchsten Ehrungen, die einem Wissenschaftler zuteil werden kann.

(Irgendwann in den 2010er Jahren fusionierte die NAS mit vergleichbaren „Akademien“ für Ingenieurwissenschaften und Medizin zu einer gemeinsamen Organisation unter dem Namen „National Academies of Science, Engineering and Medicine“ [NASEM]. Dieser Beitrag befasst sich ausschließlich mit dem Bereich „Wissenschaft“ dieser gemeinsamen Organisation, obwohl ich keinen Grund zu der Annahme habe, dass die anderen Bereiche besser wären.)

Die NAS zählt nur etwas mehr als 2000 Mitglieder – bei einer Gesamtzahl von rund 2 Millionen Menschen, die in irgendeiner Form wissenschaftlich forschen. Das heißt, nur etwa einer von tausend wird aufgenommen. Es versteht sich von selbst, dass diese Leute wirklich, wirklich klug sein müssen.

Nun, soweit ich das beurteilen kann, sind sie alle Trottel. Und zwar korrupte Trottel.

Zuletzt habe ich im Februar dieses Jahres in einem Beitrag mit dem Titel [übersetzt] „Würden Sie den National Academies of Science vertrauen, wenn sie Ihnen erklären, wie Wissenschaft funktioniert?“ über die NAS geschrieben. Anlass für jenen Beitrag war, dass eine Einrichtung namens Federal Judicial Center (FJC) gerade eine neue Ausgabe ihres „Federal Reference Manual on Scientific Evidence“ herausgebracht hatte. Als das FJC erkannte, dass dieses Thema außerhalb seines eigenen Kernkompetenzbereichs lag, hatte es die NAS gebeten, die federführende Rolle bei der Ausarbeitung zu übernehmen. In der neuen Ausgabe war ein Kapitel aus früheren Ausgaben des Handbuchs mit dem Titel „How Science Works“ von neuen Autoren übernommen, grundlegend überarbeitet und erheblich erweitert worden (von 18 auf 61 Seiten). Dabei hatten die neuen Autoren eine Reihe von groben Fehlern eingebaut, die nicht nur keine faire Beschreibung der Funktionsweise der Wissenschaft lieferten, sondern den gesamten Prozess sogar um 180 Grad verdrehten. Ich habe im Beitrag vom Februar mehrere Beispiele angeführt, aber dieses trifft den Kern des Unsinns am ehesten: „Zwar ist die oft zitierte Maxime wahr, dass Korrelation keinen Kausalzusammenhang impliziert, doch tatsächlich ist die Korrelation das einzige Mittel, das uns in der Wissenschaft zur Feststellung eines Kausalzusammenhangs zur Verfügung steht.“ Diese Aussage ist schlichtweg falsch. Stattdessen erfolgt der Nachweis von Kausalität in der Wissenschaft durch die Falsifizierung alternativer („Null“)-Hypothesen zur Kausalität. Ich weiß nicht, wie jemand überhaupt auf die Idee kommen kann, sich als „Wissenschaftler“ zu bezeichnen, ohne ein grundlegendes Verständnis dieses logischen Prozesses zu haben.

Und doch war es ausgerechnet die NAS – angeblich eine Vereinigung der Elite unter den Wissenschaftlern –, die ein Kapitel eines offiziellen Gerichtsleitfadens verfasste, um Nichtwissenschaftlern (Anwälten und Richtern) zu erklären, „wie Wissenschaft funktioniert“, und dabei genau in dem wichtigsten Punkt um 180 Grad danebenlag.

Was natürlich zwangsläufig die nächste Frage aufwirft: Handelte es sich hierbei um einen unschuldigen Fehler von unwissenden Menschen oder um eine absichtliche Verzerrung, die darauf abzielte, eine politische Agenda voranzutreiben?

Nun haben die National Academies erst letzte Woche ihre jüngste Blamage veröffentlicht, indem sie diesen grundlegenden Trugschluss aufgegriffen, weiter ausgebaut und darauf aufgebaut haben. Anlass war die Veröffentlichung eines neuen Berichts mit dem Titel „Attribution of Extreme Weather Events and Their Impacts“ (etwa: Zuschreibung extremer Wetterereignisse und ihrer Auswirkungen). Hier ist die Pressemitteilung der NASEM vom 15. Juli, und hier ist ein weiterer Link zum Hauptteil des Berichts selbst. Der Bericht umfasst etwa 175 Seiten plus Anhänge.

Der Kern des Berichts besteht darin, dass wir nun – gestützt auf irgendwelche neuen Forschungsergebnisse – plötzlich über die Mittel verfügen, jedes beliebige Extremwetterereignis (Hurrikan, Tornado, Dürre, Überschwemmung, was auch immer) „menschlichen Aktivitäten“ „zuschreiben“ zu können. „Menschliche Aktivitäten“ bedeutet in diesem Zusammenhang die Freisetzung von „Treibhausgasen“ in die Atmosphäre. Damit wird deutlich, worauf sie letztendlich hinauswollen, auch wenn dieser letzte Punkt im Bericht nicht erwähnt wird: Die Grundidee ist, dass jedes extreme Wetterereignis die Schuld der Ölkonzerne ist.

Schon die allererste Zeile der „Zusammenfassung“ verrät, dass sie die Schlussfolgerung bereits kannten, bevor sie überhaupt angefangen haben:

„Veränderungen des Erdsystems, die durch steigende Treibhausgas-Konzentrationen infolge menschlicher Aktivitäten verursacht werden, beeinflussen die Merkmale extremer Wetter- und Klimaereignisse, wie beispielsweise deren Häufigkeit und Intensität.“

Das ist schön und gut. Aber woher wissen Sie das genau? Hier sind die beiden grundlegenden Fragen, die geklärt werden müssen: (1) Welche alternativen Hypothesen haben Sie in Betracht gezogen, und wie wurden diese als Ursachen für die jüngsten extremen Wetterereignisse ausgeschlossen? Und (2) wie sind Sie mit den Beweisen umgegangen – sofern es solche gibt –, die der Hypothese widersprechen oder sie untergraben könnten, dass „menschliche Aktivitäten“ und erhöhte Treibhausgaskonzentrationen die Ursache für diese extremen Wetterereignisse sind?

Machen Sie sich bereit: In einem 175-seitigen Bericht wird keine einzige dieser Fragen auch nur ansatzweise angesprochen!

Stattdessen dreht sich alles um jegliche Belege, die sie für einen Zusammenhang zwischen extremen Wetterereignissen und (leicht) steigenden globalen Temperaturen finden können. Sie behaupten, ein „grundlegendes Verständnis“ des Zusammenhangs zwischen steigenden Treibhausgaswerten und extremen Wetterereignissen zu haben. Wie sie dieses „grundlegende Verständnis“ erlangt haben, ohne jemals alternative Hypothesen in Betracht gezogen zu haben, wird nie erwähnt. Doch das „grundlegende Verständnis“ wurde angeblich durch die Anhäufung von Beweisen „gestärkt“, die damit übereinstimmen, (wobei alle widersprüchlichen Beweise bewusst ignoriert wurden). Hier ein ausführliches Zitat aus der Zusammenfassung darüber, wie das „grundlegende Verständnis“ gestärkt wurde:

Im Laufe des letzten Jahrzehnts haben Fortschritte in drei zentralen wissenschaftlichen Bereichen diese Grundlage weiter gestärkt. Erstens ist das physikalische Verständnis durch die Anhäufung von Beobachtungs- und Modelldaten gereift, die langjährige theoretische Erwartungen stützen, so dass die Zunahme extremer Hitze- und Starkregenereignisse in weiten Teilen der Welt mit größerer Sicherheit und Präzision auf steigende Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre zurückgeführt werden kann. Zweitens haben sich Umfang und Qualität der Beobachtungsdaten in einigen Regionen durch ein weiteres Jahrzehnt der Datenerhebung . . ., neue satellitengestützte Erdbeobachtungsmissionen sowie die Entwicklung und Verbesserung homogenisierter, hochauflösender Datensätze verbessert. Drittens werden Klimamodelle bei der Darstellung kritischer Prozesse immer besser. . . .

Berücksichtigung alternativer Hypothesen oder potenziell widersprüchlicher Beweise? Hey, so etwas machen wir nicht – wir sind schließlich Wissenschaftler!

Die Leser dieses Blogs und vieler skeptischer Websites wissen nur zu gut, dass die tatsächlichen Beweise zeigen, dass extreme Wetterereignisse keineswegs zunehmen. Wie Dutzende dieser angeblich führenden „Wissenschaftler“ der NAS diesen Bericht verfassen konnten, ohne diese Beweise auch nur zu erwähnen oder zu diskutieren, ist mir ein Rätsel. Das ist für sie absolut beschämend.

Ich werde in diesem Beitrag nicht versuchen, eine umfassende Liste von Links zu Datensätzen zusammenzustellen, die belegen, dass extreme Wetterereignisse nicht zunehmen. Als Beispiel sei hier jedoch eine Seite bei „Watts Up With That“ mit Daten zu Hurrikanen genannt. Von dieser Seite stammt die folgende Grafik, die von Ryan Maue zusammengestellt wurde und jährliche Daten zur kumulierten zyklonalen Energie seit den frühen 1970er Jahren enthält:

Können Sie den steigenden Trend erkennen? Ich auch nicht. Diese Clowns von der NAS behaupten, dass – obwohl der ACE insgesamt nicht gestiegen und in den letzten Jahren sogar gesunken ist – der nächste Hurrikan, der auf uns zukommt, ganz sicher die Schuld von Exxon sein wird. Das ist das Niveau dieser Arbeit!

Am 14. Juli, einen Tag vor der Veröffentlichung dieses Berichts, gab ein Mann namens Pat Parenteau der „E&E News“ von Politico ein Interview zu diesem Thema. Parenteau ist langjähriger Berater der Anwaltskanzlei Sher Edling, die dafür bekannt ist, Dutzende von Klägern in Rechtsstreitigkeiten gegen Produzenten fossiler Brennstoffe zu vertreten, die Schäden durch den Klimawandel geltend machen. Der Artikel von E&E News ist kostenpflichtig, aber „Energy in Depth“ hat hier das wichtigste Zitat von Parenteau veröffentlicht:

„Ein Bericht mit dem Gewicht, das die National Academies mitbringen können, wird den Klagen der Kläger enormen Auftrieb verleihen.“

Weiterhin von EID:

Zu den an der Erstellung des Berichts beteiligten Personen gehören Michael Burger, Wissenschaftler und Anwalt bei der auf Klimaklagen spezialisierten Kanzlei Sher Edling, sowie Delta Merner, die die „Climate Accountability Campaign“ der Union of Concerned Scientists leitet und bis Januar 2025 im NAS-Ausschuss tätig war, der die Erstellung des Berichts begleitete. Sowohl Burger als auch Merner haben öffentlich über den entscheidenden Zusammenhang zwischen der Attributionswissenschaft und Klimaklagen gesprochen.

Die Bundesregierung muss die NAS noch heute, wenn nicht sogar früher, vollständig von der Finanzierung ausschließen. Außerdem fordere ich jedes Mitglied der NAS auf, zurückzutreten. Wer bleibt, macht sich mitschuldig an diesem totalen Betrug.

Aktualisierung vom 24. Juli: John Christy schickt uns Links zu zwei seiner jüngsten Veröffentlichungen. Die erste vom April 2026 trägt den Titel [übersetzt] „Rückgang der täglichen Hitze- und Kälteextreme in den kontinentalen Vereinigten Staaten, 1899–2025“. Richtig, es geht um Rückgänge und nicht um Zunahmen. Die zweite Arbeit aus dem November 2019, die gemeinsam mit Ross McKitrick verfasst wurde, trägt den Titel [übersetzt] „Bewertung von Veränderungen der regionalen Niederschläge in den USA auf verschiedenen Zeitskalen“. Aus der Zusammenfassung der zweiten Arbeit: „Wir zeigen, dass 2000-jährige, auf Proxydaten basierende Rekonstruktionen des Palmer Modified Drought Index für den Südosten (SE) und die Pazifikküste (PC) der USA LTP aufweisen und dass die Veränderungen nach 1900 innerhalb des Bereichs längerfristiger natürlicher Schwankungen liegen.“ John sagt, dass eine aktualisierte Fassung der zweiten Arbeit derzeit zur Veröffentlichung begutachtet wird. Es versteht sich von selbst, dass der NAS-Bericht diese beiden Arbeiten (zusammen mit allen anderen gegenteiligen Belegen) nicht zitiert und vollständig ignoriert hat.

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/07/24/yet-another-embarrassment-from-the-national-academy-of-pseudoscience/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

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