Es gibt nicht nur „den“ öffentlich-rechtlichen Rundfunk ÖRR, der sich in Klima-Aktivismus gefällt, das unsichtbare Spurengas CO2 mit Bildern von Schonsteinen belegt, die Wasserdampf ausstoßen (auch noch angefärbten), jede Hitzewelle mit dem Weltuntergang assoziiert und Hitze jedes Mal als einzigartig seit „Beginn der Aufzeichnungen“ hervorhebt. Inzwischen ist dies nur noch lächerlich, durch den schlechten Bildungsstand der deutschen Bevölkerung aber leider immer noch wirksam.

In ausgesprochen positivem Gegensatz dazu gibt es aber auch den vom ARD und ZDF betriebenen Sender Phoenix mit Terra X, der am 17.07.2026 zur besten Sendezeit um 20.15 den Beitrag „Europa in der letzten Eiszeit“ brachte (s. Mediathek Phoenix). Wer die 45 Minuten dieser Sendung, die etwa die letzten 45.000 Jahre abdeckte, angeschaut hat, wird sie nicht mehr vergessen. Diese dreiviertel Stunde war umwerfend gut, spannend, anschaulich, verständlich und auch noch von bestem Unterhaltungswert. Sie lieferte vor allem jede Menge an neuen Erkenntnissen, die – einschlägige Fachleute ausgenommen – kaum einem Zuschauer bekannt sein dürften.

Die Sendung behandelt für Mitteleuropa den heutigen wissenschaftlichen Stand der Klimaentwicklung, der Pflanzengeographie, der Lebewesen und der archäologischen Knochen-Funde über die jüngsten 45.000 Jahre. Schwerpunktmäßig wurde die zugehörige deutsche universitäre Forschung gezeigt und mit interessanten Interviews unterlegt. Das gesamte Spektrum reichte von europäischen Temperaturen über Steppenvegetation, Großtiere, den Homo Sapiens, seine Kunstwerke, Jagdmethoden und Ernährung bis hin zum Neandertaler. Letzterer starb aus bis jetzt unbekannten Gründen in der geschilderten Periode aus. Infolge sexueller Kontakte mit dem Homo Sapiens sind Neandertaler-Gene aber noch zu einigen Prozent-Anteilen in unserer DNA aufzufinden.

Im Folgenden sollen nur einige Punkte näher erwähnt werden, die auch besser fachlich informierten EIKE-Lesern vermutlich unbekannt sein dürften und frühere Kenntnisse oft komplett umwerfen.

  • Obwohl die Gletscher der letzten Eiszeit weit nach Norddeutschland hineinragten, war Mitteleuropa in dieser Zeit aus überwiegenden Wäldern zu einer Steppe mit etwa heutigen sibirischen Temperaturen geworden. Diese Steppe erstreckte sich von westlich fast der Atlantikküste bis östlich nach Russland hinein und war vom Moschusochsen, Polarfuchs, Mammut, Steppenbison, Wollnashorn, Riesenhirsch, Pferd, Flusspferd und dem Höhlenlöwen bewohnt, um die wichtigsten zu nennen. In sie wanderte auch der Homo Sapiens aus Afrika ein, weil sich hier die Jagd von Großsäugern mit viel Fleisch besonders lohnte und er trotz der etwas unwirtlichen Temperaturen gut überleben konnte. Er traf auf den Neandertaler, der bereits seit etwa 400.000 Jahren existierte. Einige fließende Gewässer wie das Bayerische Altmühltal waren über die gesamte Jahreszeit sogar eisfrei.
  • Bei der Neuauswertung von früheren archäologischen Funden als Knochen oder ganzen Skeletten wurden die modernsten Analysemethoden angewandt, so dass man heute sehr gut über die zurückliegenden Zeiten der Funde und vor allem über die DNA der damaligen Lebewesen Bescheid weiß. Diese Methoden arbeiten an der Grenze des physikalisch und technisch Machbaren, denn noch vor wenigen Jahren erschien eine DNA-Analyse von Knochenresten, die über mehrere 10.000 Jahre alt waren, unmöglich Aber auch die C-14-Methode (Halbwertszeit von C-14 sind 5730 Jahre) kommt bei organischen Resten von 40.000 Altersjahren nicht mehr mit simpler Zerfallsmessung aus. Erst die neuen Methoden ermöglichten dann die Entdeckung völlig neuer Zusammenhänge.
  • Bohrkerne aus den Maaren der Vulkaneifel wurden ausgewertet (Uni Mainz), die insbesondere Pollen und Pflanzenreste als wichtige Proxies enthielten. Etwa vor 45.000 Jahren wandelte sich die mitteleuropäische Landschaft aus Wäldern zur Steppe um, und als Folge wanderten große Säugetiere ein. Die Symbiose von Großtieren mit Steppengräsern ließ ihre Zahl ansteigen. Die Gründe, warum sich die Landschaft änderte, wurden in der Sendung wohl aus Zeitgründen nicht näher dargelegt. Wenn man im Internet nach den Gründen sucht, läuft es auf eine für den Baumbewuchs extrem ungünstige Folge von kurzfristigen starken Klimaänderungen hinaus.
  • Interessant ist, dass ein junger Mann namens Klaus Reiss bereits Ende der 1940-er Jahre mit seiner Suche am Oberrhein nach urzeitlichen Tierknochen begann. Er fand im Laufe der Zeit an die 20.000 Tierknochen, aber man wusste damals noch nicht, wie man sie einordnen sollte. Es ist etwas unverständlich, dass kein Wikipedia-Beitrag über den Pionier Klaus Reiss zu finden ist. Heute gehören seine Funde zu dem großen Forschungsprojekt „Eiszeitfenster Oberrheingrabenhttps://klaus-tschira-stiftung.de/projekte/eiszeitfenster-oberrheingraben/ . Die frühere Annahme, dass Flusspferde nach Ende des letzten Zwischenglazials etwa vor 120.000 Jahren ausstarben, hat sich inzwischen erledigt. Flusspferde gab es am Rhein noch bis zum Ende der letzten Eiszeit.

Mehr über die Sendung soll hier aber nicht weiter verraten werden.

Man kann natürlich nicht in ARD und ZDF hineinschauen. Dass aber neben sachlichem Klima-Quatsch wissenschaftlich einwandfreie und hervorragende Sendungen im ÖRR möglich sind, belegt die Existenz einer Redaktionsminderheit, die seriös zu berichten wünscht. Wenn der ÖRR zukünftig überleben will, wäre er gut beraten grüne Klima-Propaganda in der historischen Mülltonne zu versenken und eine andere Verwendung für seine Klima-Aktivisten zu finden.

image_pdfBeitrag als PDF speichernimage_printBeitrag drucken