Meldungen vom 1. Juni 2026:

Kanada: Skigebiet Sunshine Village wiedereröffnet

Das Banff Sunshine Village öffnet nach einem außergewöhnlich schneereichen Winter in den kanadischen Rocky Mountains wieder für den Sommerskibetrieb.

Laut SnowForecast war dies der zweit-schneereichste Winter in der fast 100-jährigen Geschichte des Sunshine Village, mit mehr als 10 Metern Neuschnee. SkiBig3 bezifferte die Gesamtmenge auf 1.025 cm – ein neuer Rekord an der Schneemessstation im oberen Bereich des Skigebiets.

Der Schnee hat lange genug gehalten, damit das Resort in Alberta vom 20. Juni bis zum 5. Juli wieder öffnen kann, wobei der Strawberry Express voraussichtlich in Betrieb sein wird.

Dies folgt auf einen kalten Winter und Frühling in weiten Teilen Kanadas und Alaskas, wo extrem niedrige Tiefsttemperaturen und starker Schneefall die Jahreszeiten prägten.

Das Skigebiet Sunshine ist normalerweise nur von November bis Mai geöffnet.

————————–

Europa zweigeteilt

In ganz Osteuropa überwiegen die Kälte anzeigenden Blau- und Violetttöne.

Länder wie Polen, Weißrussland, die Ukraine, die Balkanstaaten und Westrussland liegen unter dem Einfluss eines ausgedehnten Kaltluftkörpers.

GFS-Temperaturabweichungen in 2 m Höhe am 30. Mai [tropicaltidbits.com]

In den ukrainischen Karpaten gab es Ende Mai wieder Schnee. Im Chornohora-Gebirge fiel am Wochenende ebenfalls Schnee, und es wurden Minustemperaturen gemessen.

Während die Wärme im Westen als Beweis für eine Überhitzung des Kontinents angeführt wird, werden Kälte und Schnee im Osten ignoriert.

————————–

Antarktis: Winterkälte verschärft sich

In Concordia wurden nun vier Tage in Folge Temperaturen um die -76 °C gemessen.

An der französisch-italienischen Forschungsstation auf dem Dome C in der Ostantarktis lagen die Tiefsttemperaturen der letzten vier Tage bei:

28. Mai: -76,1 °C

29. Mai: -75,4 °C

30. Mai: -76,2 °C

31. Mai: -75,9 °C, vorläufig

Die höchste Temperatur im gleichen Zeitraum betrug lediglich -70,1 °C und wurde am 29. Mai gemessen.

Die typischen Mai-Werte in Concordia liegen bei Höchsttemperaturen um -61 °C und Tiefsttemperaturen um -65 °C.

Selbst für Dome-C-Verhältnisse ist eine Temperaturabfolge von -75 °C bis -76 °C Ende Mai ein starker Einbruch in den frühen Winter.

Und es wird noch kälter werden.

Link: https://electroverse.substack.com/p/sunshine-village-reopens-for-summer?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

————————–

Meldungen vom 2. Juni 2026:

USA: Schnee auf dem Mount Washington

Der Juni begann mit Schnee auf dem Mount Washington in New Hampshire.

[Das ist mit einer Höhe von 1917 m ü. NN der höchste Berg in New Hampshire. A. d. Übers.]

Am Wochenende traf eine Kaltfront Ende Mai auf Neuengland. In den höheren Lagen fielen mehr als 15 cm Schnee.

Begünstigt durch starken Wind wurden auf der Mount Washington Auto Road Schneeverwehungen von bis zu 1,20 m Höhe gemeldet, was zur Sperrung von Straßen führte.

Am 1. Juni lag rund um den Gipfel und auf den oberen Hängen, die von Wildcat aus zu sehen sind, noch immer Schnee.

————————–

China: Sommerschnee am Kältepol von China

Ein sibirischer Kaltluftkörper zog am Montag über Genhe in der Inneren Mongolei hinweg und bedeckte Dächer, Straßen und Felder mit einer dünnen Schneeschicht.

Laut den örtlichen Wetterbehörden fielen in den nördlichen Städten Jinhe, Mangui und Alongshan mehrere Zentimeter Schnee.

Genhe ist als „Kältepol Chinas“ bekannt. Die Tiefsttemperaturen im Winter können unter -50 °C fallen. Schnee ist hier nichts Ungewöhnliches. Doch Schnee im Juni liegt außerhalb des normalen Zeitraums. Die durchschnittliche Schneesaison in Genhe endet Anfang Mai, wobei die Durchschnittshöchsttemperaturen im Juni bei etwa 22 °C liegen.

Die Behörden forderten Landwirte und Viehzüchter auf, Ernte- und landwirtschaftliche Verluste zu melden, die durch Entschädigungsregelungen abgedeckt sind.

Link: https://electroverse.substack.com/p/mount-washington-white-summer-snow?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

————————–

Eine Meldung vom 3. Juni 2026:

Russland: Juni-Kälte von Krasnodar bis nach Sibirien

Russland hat den Juni insgesamt mit kaltem Wetter begonnen.

Im Süden stellte Primorsko-Akhtarsk am Asowschen Meer am 2. Juni einen neuen Tages-Tiefstwert auf. Die Temperatur fiel auf 10,3 °C und unterbot damit den bisherigen Rekordwert für den 2. Juni von 11,1 °C aus dem Jahr 1951.

Dies folgte auf einen starken Kälteeinbruch Ende Mai in der Region Krasnodar.

Am 31. Mai wurden in Sotschi, Tuapse, Primorsko-Akhtarsk und Krasnaja Poljana Rekord-Tiefstwerte gemeldet. In Sotschi sank die Temperatur auf 8,6 °C und unterbot damit einen Wert aus dem Jahr 1904. In Tuapse fiel die Temperatur auf 9,6 °C und brach damit dem Rekord von 1956. In Krasnaja Poljana sank die Temperatur auf 3 °C.

Russische Berichte führten dies auf anhaltenden Regen, starke Bewölkung und vor allem auf das Eindringen arktischer Luft zurück. In den Bergen fiel Schnee. An der Küste gab es heftigen Regen. Die Kälte hielt bis in den Juni hinein an und droht, weitere Rekorde entlang der südlichen Grenze Russlands zu brechen.

Weiter östlich ist auch Sibirien wieder in den Winter zurückgefallen.

Frostwarnungen galten von Omsk und Nowosibirsk bis nach Kemerowo, in die Region Altai und nach Orenburg. Für die Nacht wurden Tiefsttemperaturen bis -5 °C vorhergesagt – kalt genug, um Ernten, Gärten und die Frühjahrsvegetation zu zerstören.

Im Gebiet Kemerowo lagen die Tagestemperaturen bei knapp 4 °C. Aus Kusbass wurde Schnee gemeldet. Tuwa war mit nassem Schnee, Gewittern, Hagel und zerstörerischen Winden konfrontiert. In Burjatien gab es in den Bergen nassen Schnee und einen starken Temperaturabfall. Rund um Irkutsk und den Baikalsee lag in höheren Lagen weiterhin Schnee, wobei weiterer Frost erwartet wurde.

In weiten Teilen Sibiriens wurden die Heizungen wieder eingeschaltet.

Link: https://electroverse.substack.com/p/russia-starts-june-cold-from-krasnodar?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

————————–

Meldungen vom 4. Juni 2026:

Juni-Schnee in den europäischen Alpen

In den europäischen Alpen liegt wieder Schnee. Im Juni. Weniger als eine Woche, nachdem der Kontinent durch eine dreitägige Hitzewelle „zum Untergang verurteilt“ war.

In Italien werden diese Woche in fast 60 Skigebieten mindestens 15 cm Schnee vorhergesagt, darunter Breuil-Cervinia, La Thuile, Livigno, Passo Tonale und Sestriere.

Cervinia meldet an seinen höheren Hängen immer noch 100 cm.

Schneefreie Hänge gelten als Klimabeweis. Schnee im Juni wird nicht gemeldet. Hitze ist Klimawandel. Kälte ist Wetter.

————————–

Antarktis: Frost nähert sich der –100°F-Marke

Am 3. Juni wurden an der Amundsen-Scott-Südpolstation -73,2 °C (-99,8 °F) gemessen.

Die letzte Temperatur unter -100 °F am Südpol wurde am 4. September 2023 verzeichnet, als die Station -75,5 °C (-103,9 °F) erreichte.

Dieser jüngste Wert wurde früh im antarktischen Winter gemessen, etwa drei Wochen vor der Sommersonnenwende im Juni.

Ein Wert nahe -100 °F am 3. Juni ist ein starker Temperatursturz zu Beginn der Saison.

Link: https://electroverse.substack.com/p/european-alps-get-june-snow-south?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

————————–

Meldungen vom 5. Juni 2026:

Frankreich: Harter Übergang von Sommer-Hitze zu Sommer-Kälte

In Frankreich ist die Stimmung von Hitzewellen-Panik zu Sommerkälte umgeschlagen.

Letzte Woche galten die roten Warnkarten Ende Mai noch als nationaler Notfall.

Nun meldet Météo-France, dass Regen, Gewitter und kühle Luft zurückgekehrt sind, wobei der 5. Juni landesweit der kühlste Tag der Woche werden soll. Die Höchsttemperaturen liegen im Allgemeinen 7 °C unter dem Normalwert.

Der Klimanotstand ist vorerst vom Tisch.

————————–

Mongolei: Juni-Schnee in den zentralen Teilen des Landes

Aus der Zentralmongolei wird diese Woche von weit verbreiteten Schneefällen berichtet.

In Yesunzuil Soum in der Provinz Uvurkhangai fällt Schnee, wobei sich laut der mongolischen Nationalagentur für Meteorologie und Umweltüberwachung bereits 15 cm angesammelt haben.

Die Mongolei hat ein raues Kontinentalklima mit langen Wintern und einer kurzen Vegetationsperiode. Schnee im Sommer ist auf dem mongolischen Plateau zwar nicht unbekannt, aber selten, insbesondere wenn er eine so hohe Schneedecke über der zentralen Steppe hinterlässt.

Eine Studie aus dem Jahr 2026 für den Zeitraum von 1981 bis 2020 stufte die Schneefälle im Sommer auf dem Plateau als klimatische Anomalien ein. Eine separate, vom UNDP unterstützte Dzud-Bewertung ergab, dass auch die Winter in der Mongolei strenger geworden sind. Das Land hat in den letzten 20 Jahren sechs schwere Dzuds erlebt, wobei die Häufigkeit seit dem Jahr 2000 zugenommen hat. Der Abstand zwischen den großen Ereignissen hat sich von 8–9 Jahren nach 2000 auf 7–8 Jahre nach 2010 und auf nur noch 3–4 Jahre nach 2018 verkürzt. Der Dzud von 2023–24 tötete 8,1 Millionen Tiere, 12,5 % des mongolischen Viehbestands.

Die jüngste Kältewelle zieht nun weiter nach Süden.

Der Juni-Ausblick für China warnt vor starken Regenfällen, bewölkten Tagen mit niedrigen Temperaturen, insbesondere in den nördlichen Gebieten, sowie vor Hochwassergefahr weiter südlich. In Süd- und Ostchina wird hinter der Front ein starker Temperaturrückgang erwartet.

————————–

Neufundland, Kanada: Seltener Sommerschnee in St. John’s

Der St. John’s International Airport meldete diese Woche Schneefall; auch in der Umgebung von Airport Heights und Windsor Lake fielen Schneeflocken.

In den höher gelegenen Gebieten Neufundlands war die Wahrscheinlichkeit für Schneeverwehungen am größten, dort fielen mehr als 5 cm Schnee.

Schnee im Juni ist in St. John’s sehr selten.

In den Aufzeichnungen, die bis ins Jahr 1874 zurückreichen, wurde in St. John zwischen dem 1. und 13. Juni nur 18 mal messbarer Schnee verzeichnet. Der letzte Fall ereignete sich 2021, als sich am 10. Juni 2,2 cm Schnee ansammelten. Der Juni-Rekord liegt bei 13,5 cm, ebenfalls am 10. Juni, aufgestellt im Jahr 1959.

Die Temperaturen in ganz Kanada und Alaska hatten es dieses Jahr schwer. Nun tauchen endlich vereinzelte Wärmegebiete auf, doch die Kälte lässt sich nur schwer vertreiben.

In Sydney in Nova Scotia fielen am 29. Mai 7,6 cm Schnee. Damit wurde der bisherige Rekordwert für die Spätsaison von 7,1 cm übertroffen, der am gleichen Tag im Jahr 1941 gemessen worden war. Die Höchsttemperatur in Sydney erreichte an diesem Tag nur 4,3 °C, was die drittkälteste Höchsttemperatur darstellt, die jemals so spät in der Saison gemessen worden ist.

Link: https://electroverse.substack.com/p/france-flips-june-snow-covers-central?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

Wird fortgesetzt mit Kältereport Nr. 24 / 2026

Redaktionsschluss für diesen Report: 5. Juni 2026

Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

image_pdfBeitrag als PDF speichernimage_printBeitrag drucken