Das Hochemissions-Szenario RCP 8.5, mit dem der Welt jahrelang die Hölle heiss gemacht wurde, gilt jetzt offiziell als «unplausibel». Doch statt einzugestehen, dass sie mit ihren Warnungen vor dem Weltuntergang falsch lag, verklärt die Klimalobby die Situation auf abenteuerliche Weise.
Von Peter Panther
Auch Carsten Schneider (SPD) hat sich nun zum Ende des drastischen Klimaszenarios RCP 8.5 verlauten lassen. Der Bundesumweltminister deutet die Entwicklung als Erfolg bisheriger Klimapolitik. Dass das Szenario nicht eintrete, zeige, dass die bisherigen Massnahmen Wirkung entfaltet hätten. Für Schneider ist im Wesentlichen der weltweite Ausbau von Solar- und Windenergie der Grund, dass nun doch keine Klimakatastrophe ins Haus steht.
Schneiders Deutung ist eine Verklärung der Situation. Er will davon ablenken, dass die Klimawarner mit ihren Horrorprognosen versagt haben. Und er ist mit diesem Ablenkungsmanöver nicht allein. Viele Wissenschaftler, Politiker und Journalisten behaupten in diesen Tagen, Erfolge im Klimaschutz seien der Grund, dass die Weltuntergangs-Prophezeiungen nicht Wirklichkeit werden.
Vergegenwärtigen wir uns kurz, welche Bedeutung das Klimaszenario RCP 8.5 hatte: Es war nicht einfach ein Hochemissionsszenario, das der Weltklimarat nutzte, um neben optimistischeren Varianten auch einen schlechten Verlauf der Erderwärmung durchzurechnen. RCP 8.5 war vielmehr das Szenario, das Apokalyptiker in Rosinenpicker-Manier heraussuchten, um darauf basierend der Welt buchstäblich die Hölle heiss zu machen.
900 Milliarden Klimaschäden in Deutschland?
So sagte etwa eine Studie von 2023, welche das Bundeswirtschaftsministerium unter Robert Habeck in Auftrag gegeben hatte, für Deutschland Schäden von 900 Milliarden Euro wegen der Erderwärmung voraus. Diese Horrorzahl nutzte die damalige Ampelkoalition dazu, ihre Klimapolitik zu verschärfen. Die Studie hatte das Szenario RCP 8.5 als Grundlage.
Bereits 2021 hatte das Bundesverfassungsgericht sein Klimaurteil massgeblich auf Quellen mit RCP 8.5-Studien abgestützt. Aufgrund dieses Urteils verschärfte Deutschland damals seinen Klimaschutz und proklamierte, das Netto-Null-Ziel bereits 2045 statt 2050 erreichen zu wollen.
Auch international stützten zahlreiche Regierungen und Gremien ihre Prognosen und politischen Rezepte auf RCP 8.5 ab. So stellte das Beratungsunternehmen McKinsey Hunderte Millionen Todesopfer aufgrund dieses Szenarios in Aussicht. Der Rückversicherer Swiss Re warnte aufgrund von RCP 8.5 vor einem Rückgang der Weltwirtschaftsleistung um 18 Prozent. Und die Bank Barclay sprach von einem möglichen Kollaps der Währungen wegen der Erderwärmung – ebenfalls begründet mit diesem Szenario.
RCP 8.5 geht von einem zusätzlichen Strahlungsantrieb von 8,5 Watt pro Quadratmeter der Erdoberfläche aus, was bis 2100 zu einer Temperaturerhöhung von vier bis sechs Grad führen würde. Damit es so weit kommt, müsste die CO₂-Konzentration in der Atmosphäre gegenüber heute um etwa das Dreifache steigen. Das wäre nur möglich, wenn sich der weltweite Konsum an Primärenergie ebenfalls verdreifachen und die Verwendung von Kohle sogar versechsfachen würde. Selbst wenn jeder sogenannte Klimaschutz ausbleibt, ist das nie und nimmer realistisch.
«Das erzeugt maximale Dramatik»
Warum dieses Klimaszenario in den vergangenen Jahren dennoch so oft herangezogen wurde, hat der deutsche Klimaforscher Hans von Storch – immer schon ein Querschläger in seiner Zunft – bei «Cicero» treffend formuliert: «In aktivistischen Kreisen wurde RCP 8.5 oft wie der normale Zukunftspfad behandelt. Das erzeugt maximale Dramatik.» Er glaube, dass sich hier über Jahre «eine Symbiose zwischen aktivistischen Wissenschaftlern und politischen Aktivisten entwickelt habe. «Dahinter stand die Überzeugung: Wenn man die Öffentlichkeit stärker erschreckt, entsteht am Ende eine effizientere Klimaschutzpolitik.»
Nun aber ist RCP 8.5 offiziell Geschichte. Das Weltklimaforschungsprogramm, das die Klimamodelle zuhanden des Weltklimarats IPCC ausarbeitet, hat das Szenario als «unplausibel» bezeichnet. Beim nächsten Sachstandsbericht des IPCC sollen neue Szenarien zur Anwendung kommen, die im Extremfall eine Temperaturerhöhung von nur noch 3,5 Grad in Aussicht stellen. Als «bedeutendste Entwicklung in der Klimaforschung seit Jahrzehnten», hat der amerikanische Umweltforscher Roger Pielke Jr. das Ende von RCP 8.5 bezeichnet.
Die Klimakatastrophe ist damit faktisch abgesagt. Die Welt wurde umsonst in Angst und Schrecken versetzt. Doch flugs tauchte die erwähnte Verklärung auf, es sei auf eine erfolgreiche Klimapolitik zurückzuführen, dass das schlimmste Szenario nicht eintrete.
«RCP 8.5 und andere extreme Szenarien waren nie plausibel»
Diese Deutung hat bereits der niederländische Wissenschaftler Detlef van Vuuren, der beim Weltklimaforschungsprogramm für die Emissionsszenarien zuständig ist, mitgeliefert: «RCP 8.5 ist aufgrund von Trends bei den Kosten erneuerbarer Energien, dem Aufkommen von Klimapolitik und jüngsten Emissionstrends unwahrscheinlich geworden», liess er verlauten. Das beteten die meisten Medienschaffenden brav nach. «Der exponentielle Zubau der Erneuerbaren sorgte dafür, dass die Emissions-Kurve abflachte», beahauptete der Klimajournalist Benjamin von Brackel in der «Süddeutschen Zeitung».
Die Rolle, die hier insbesondere dem weltweiten Ausbau der Wind- und Solarenergie zugeschrieben wird, ist nachweislich unzutreffend. Bereits 2014 war dem kanadischen Klimawissenschaftler Justin Ritchie aufgefallen, dass bei RCP 8.5 ein exorbitanter Kohleboom notwendig war, für den es keine Anzeichen gab. Das Szenario basiere auf ‘systematischen Fehlern’, schrieb er in einer Studie. Diese wurde jedoch weitgehend ignoriert. Roger Pielke Jr. bringt es nun so auf den Punkt: «RCP 8.5 und andere extreme Szenarien waren nie plausibel.»
Die Klimalobby versucht also zu Unrecht, den erneuerbaren Energien eine Bedeutung zuzuschreiben, die sie nicht haben. Denn Wind- und Solarstrom machen heute erst sechs bis acht Prozent des weltweiten Energiekonsums aus. Dagegen haben die fossilen Brennstoffe Kohle, Öl und Gas noch immer einen Anteil von über 80 Prozent.















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Wir mussten mit dem Wasser sparsam sein. https://www.youtube.com/watch?v=KzEOvyDcVas
Bayrisches Landesamt für Umwelt 2016_12_02
Spuren der Klimaänderungen findet man sogar in der Kunstgeschichte. So malte Hendrick Avercamp in einer der kältesten Perioden der kleinen Eiszeit vor allem Winterlandschaften Veränderungen der durchschnittlichen Temperatur gegenüber dem heutigen Mittelwert (Mittellinie) in den letzten 542 Millionen Jahren. https://www.lfu.bayern.de/buerger/doc/uw_82_klima_vergangenheit.pdf
Im Artikel steht:
Es gibt inzwischen ettliche Artikel, die zurückblicken den Weg zur Streichung des RCP8.5 Szenarios skiziieren, auch von daran beteiligten. Siehe z.B.
Die Studie wurde 2017 veröffentlicht und – folgt man den Artikeln – wurde zunehmend aufgegriffen und führte nun zur Streichung des Scenarios
Vorsicht vor Entwarnung! Der SSP5 (shared socioeconomic pathway) wurde als unplausibel erklärt. Der SSP4 ist irgendwie verschwuden.Eine Beschreibung der verschiedenen SSPs findet sich z. B. in
https://www.carbonbrief.org/explainer-how-shared-socioeconomic-pathways-explore-future-climate-change/
Nun wird der SSP3 bevorzugt. Anstatt wie bei SSP5 und wohl auch bei SSP4 die ganze Welt mit Kohlekraftwerken vollzustellen, wobei am Ende des Jahrhunderts die Kohle ausgeht, dreht man bei SSP3 die Erdbevökerung massiv nach oben. SSP5 und SSP4 sehen hier ein Maximum in der Gegend von 2060-2070. Beim SSP3 rammeln die Menschen als gäbe kein Morgen. Damit können ebenfalls die CO2-Emissionen nach oben getrieben werden ohne dass ein „Klimaleugner“ nachrechnen könnte, dass dies nicht möglich sei.
Die Lüge ist, das die Kehrtwende trotz weiter steigender Emissionen eingeleitet wurde. Dazu müssten die Emissionen erst mal sinken gemäß Szenarien des IPCCs. Und das langfristig. Und alle Klimaschützer glauben das.
Das die angebliche Kehrtwende eine Lüge ist, sieht man auch ganz einfach an den Daten des IPCC.
Ich möchte mich hiermit aus dem Forum verabschieden. Gleichzeitig möchte ich mich besonders bei Herrn Kowatsch und Herrn Baritz für ihre immer sehr sachlichen – und nie persönlichen – Antworten auf meine Kommentare, die meist oppositionell waren, ganz herzlich bedanken. Dies gilt auch für die meisten Forumsteilnehmer, die sehr sachlich und manchmal auch humorvoll geantwortet haben.
Ich interessiere mich seit über 70 Jahren für Wetter und Klima, bin allerdings kein Naturwissenschaftler. Aber es hat mir immer großen Spaß bereitet, die Texte und Kommentare zu lesen, Interessantes zu erfahren, selbst zu kommentieren (manchmal auch daneben), zu recherchieren, Studien zu lesen und zu verlinken.
Aber es gibt für mich auch eine rote Linie. Wenn man zum wiederholten Male in primitivster Weise übel angepöbelt wird – und auch noch per „Du“ „…………..du bist blöde, dumm, denkfaul……….“, dann frage ich mich natürlich: Muss ich mir das antun? Nein, muss ich nicht.
Ich wünsche dem Forum gute, sachliche Diskussionen. Und bleiben Sie immer kritisch – in alle Richtungen. Alles Gute.
Mit freundlichen Grüßen
Dr.Karl-Heinz Braun
Hallo Herr Braun, kann Ihren Standpunkt verstehen. Freue mich, wenn Sie hier weiter Kommentieren.
Und wieso unternehmen Sie nichts dagegen, Herr Poost? Das wäre Ihre Aufgabe, dies zu unterbinden. Hier sei auf Ihre eigenen Blog-Regeln (Nr. 2) verwiesen!
Oder wollen Sie sich den Vorwurf der „Meinungsdiktatur“ nicht gefallen lassen. Es ist eine Gratwanderung, nicht wahr 😉
Es ist immer eine Gratwanderung, als Bergsteiger weiss ich um die Gefahren.
Das ist heute so üblich. Weil wir im besten Deutschland aller Zeiten leben. Ich mache mir über Leute, die mich nicht mal kennen und solche Kommentare abgeben keine Gedanken mehr.
„Für Schneider ist im Wesentlichen der weltweite Ausbau von Solar- und Windenergie der Grund, dass nun doch keine Klimakatastrophe ins Haus steht.“
Die Regierung besteht aus einer Handvoll besonders dummer Leute, so ähnlich charakterisierte Alice Weidel die derzeitige Truppe. Besonders dumm, mag sein, vor allem sind die Leute hervorragende Lügner und Wahrheitsverdreher.
Fakt ist: Die CO2-Konzentrationen der Atmosphäre sind insbesondere in den letzten 25 Jahren gestiegen, seitdem die alternativen ausgebaut wurden. 2001: 371ppm, Mai 2026: 431 ppm, macht in 25 Jahren 60 ppm Zunahme.
Davor gab es moderate Zunahmen von etwa 1ppm pro Jahr.
Carsten Schneider ist absolut kein dummer Politiker, ganz im Gegenteil. Als Vollzeitintellektueller, wie etwa Dr. phil. Robert Habeck und den anderen, endlich, endlich in unserem bestens geführten Deutschland nachwachsenden und beneidenswerten Universalgenies, ist er z. B. mit kaum nachvollziehbaren Hyperkompetenzen, unfassbaren naturwissenschaftlichen Kenntnissen und Fertigkeiten ausgestattet. So einer kann gar nicht irren, weil er dazu noch next to god ist.
Als ich den Bootsmann schon mehrmals wegen seiner mangelhaften Arbeit kritisiert hatte, sagte er: „Okay, ich bin dumm – aber du musst auch arbeiten.“
Ich sehe die nicht denkenden Mitläufer, in Gehorsam aufgehend und mit sich zufrieden,
denn die Kohle stimmt.
Die können eigentlich nicht alle blöd sein.
Die wenigen, die den Weg bestimmen, würde ich eher als gekauft und boshaft bezeichnen.
„Die können eigentlich nicht alle blöd sein.“
Warum??
Schon Albert Einstein hielt die Dummheit für unendlich, beim Universum zweifelte er.