Gestern rief mich ein Kollege an und machte mich auf eine „skurile“ Bewegung aufmerksam. „Die Ruhrbarone berichten über eine Facebook-Gruppe, die sich Fridays for Hubraum nennt“. Als bekennender Brumm-Brumm-Liebhaber war mir der Name gleich sympathisch. Die Ruhrbarone meldeten: „Mögen viele Medien sich in der Berichterstattung über Fridays for Future überschlagen, auf Facebook liegen die Petrolheads vorn. Spielend gelang es innerhalb weniger Tage der erst am 22. September gegründeten Facebookgruppe Fridays for Hubraum an ihrem ökologisch korrektem Gegenstück Fridays for Future mit 74.484 Mitgliedern zu 74.102 Followern vorbeizuziehen“, und sie fügten hinzu: „Der Spaß an Autos mit viel Hubraum steht im Vordergrund, wer Greta-Witze nicht erträgt, sollte die Gruppe meiden“.

Letzteres kann man als Warnhinweis oder auch als Empfehlung verstehen, die meisten verstanden es offenbar als Empfehlung. Heute morgen schrieb mir Achgut.com-Autor Gunter Weißgerber, als Landbewohner dringend auf etwas Hubraum vor der Blockhütte angewiesen:

„Ich bin Mitglied bei Fridays For Hubraum. FeineSahneDieselfilet sozusagen“. Und er meldete: „Seit zwei Tagen gibt es die Facebookgruppe Fridays For Hubraum kurz FFH. Aktuell steht diese Gruppe bei 228 700 Mitgliedern“.

Stand 9 Uhr heute morgen sind es bereits 263.000 Mitglieder, also das Mehrfache der Gretajünger. Und dies, obwohl die Seite inzwischen zu einer geschlossenen Facebook-Gruppe umgewandelt wurde, was das Wachstum verlangsamt, sonst wären es noch mehr. Das hat man gemacht, weil sich natürlich auch eine Menge Idioten auf so etwas setzen wollen und mit Verbohrtheit und Ressentiments nur erreichen, dass dieses gar nicht mehr zarte Pflänzchen sofort auf den Parkplatz rechts von Dschingis Khan eingewiesen wird (Das Betreiben eines Verbrennungsmotor ohne schlechtes Gewissen ist ohnehin schon ein Ausweis rechter Gesinnung).

LZ Online schreibt über den Facebook-Shooting-Star:

„Die Forderungen der Fridays-for-Future-Bewegung kommen nicht bei allen gut an. Nicht zuletzt Autofahrer fühlen sich in ihrer Freiheit bedroht – schließlich könnten durch die Proteste der Klimaaktivisten massive Einschränkungen auf sie zukommen. Auf Facebook versuchen die Gegner der Jugendbewegung nun gegenzusteuern und haben dafür eine eigene Facebook-Gruppe ins Leben gerufen. Ihr Name: Fridays for Hubraum. Ihr Ziel: in möglichst kurzer Zeit mehr Mitglieder zu haben als die offizielle Facebook-Seite von Fridays for Future Deutschland.“

Und das ist ihnen im Handstreich gelungen. Die Administratoren der Gruppe schreiben:

„Wir sind mehr! Erstes Ziel ist, mehr Mitglieder als  „Fridays for Future Deutschland zu bekommen. Diese Gruppe möchte dem überhand nehmenden Klima-Wahn mit Spaß entgegentreten. Klimawandel gibt es schon seit bestehen der Erdgeschichte. Wir können in Deutschland nicht auf Kosten von tausenden Arbeitsplätzen die Welt retten. Die Umwelt sollte aber jeder so gut er kann schützen. Seid bitte nett in dieser Gruppe!“ 

Das riesige Echo auf diese Aktion lehrt gleich mehrere Dinge. Diejenigen, die in diesem Lande Steuern zahlen, täglich zur Arbeit fahren und das meist mit dem Auto, haben es satt, allenthalben als abgehängte Deppen und Klimasünder vorgeführt zu werden. Den Ton in diesem Lande geben mittlerweile winzige Gruppen von Leuten an, die Null zur Wertschöpfung und 100 Prozent zur Wortschöpfung beitragen. Und niemand setzt dieser Gesinnungs-Tyrannei etwas entgegen. Im Gegenteil. Die meisten Medien fühlen sich als Teil der Bewegung. Erst, wenn die letzte Autoanzeige ausbleibt, werden sie merken, dass man mit Gesinnungsethik kein Industrieland betreiben kann. Die Autoindustrie springt längst bereitwillig über jedes Elektroauto-Stöckchen, das man ihr hinhält. Und der ADAC läuft Gefahr, mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub verwechselt zu werden.

In Frankreich entstanden aus dieser Situation die Gelbwesten. Und auch in Deutschland sucht sich Protest und das Aufbegehren neue Wege. Was mich an „Fridays for Hubraum“ am meisten freut, sind der Humor und die Selbstironie, die schon im Namen stecken. Auf Fridays for Hubraum ist vor allem das zu lesen, was auf Facebook am besten funktioniert: Spott. Man muss den Irsinn einfach weglachen. Ein Nutzer postet das Video von gleich mehreren Traktoren, die enorme Rauchwolken ausstoßen – ein anderer macht sich über die Jugend lustig, die „nicht einmal einen Rasenmäher starten“ könne.

Humor war schon immer die schärfste Waffe des Zweifelnden und macht es dem politischen Gegner schwer die Moralkeule zu schwingen, weil er Gefahr läuft, dass er sich damit selbst vor den Kopf haut. Und vor allem: Humor ist für alle anschlussfähig. Bei den meisten Menschen, die sich von gegenwärtiger Politik und der veröffentlichten Meinung nicht mehr repräsentiert fühlen, handelt es sich mitnichten um abgehängte Dumpfbacken, sondern um offene Leute, die mitten im Leben stehen und ganz konkret und als erste die Auswirkungen von irrsinnigen Polit-Kampagnen zu spüren bekommen. „Fridays for Hubraum“ ist insofern ein Zeichen. Ich will das nicht überbewerten, aber es ist ein kleines Räuspern eines Elefanten, der schon länger im Raum steht.

Auch in Deutschland ist die Sehnsucht nach einer für vernünftige Menschen anschlussfähigen Opposition riesig. Diese Sehnsucht wird sich Wege suchen, welche, weiß ich nicht, so etwas hängt oft an Zufällen und unvorhergesehenen Ereignissen. Aber wenn es dann soweit ist, geht es sehr schnell. In der Klimawissenschaft wird ja gerne von sogenannten „Kippeffekten“ geredet. Damit ist gemeint, dass ein komplexes System, das sehr lange stabil scheint, plötzlich und ganz schnell ins Rutschen gerät. Und das gleiche gilt für das politische Klima.

Übernommen von ACHGUT hier.

  • Eine Ergänzung von uns: Der extreme Erfolg der FB-Hubraum-Seite ruft natürlich die politisch Korrekten auf den Plan, die ihrem Tag mit dem richtigen Feindbild Struktur geben. „Widerlich: So vulgär, extrem und rechts sind „Fridays For Hubraum““!“ ätzt die Seite Volksverpetzer.
    Als Klimaskeptiker muß man einräumen, daß es Nicht-Ökologische gibt, die mit extremem Haß auf die Medienikone Greta reagieren und sich natürlich auch auf der FB-Seite tummeln: „Kann ein Amokläufer nicht einfach dieses Kind abknallen?“ Nein, kann und soll er nicht, Greta ist autistisch und zudem biologisch noch lange nicht 16 Jahre alt, nur kalendarisch. Sie ist nicht verantwortlich für das, was sie veranstaltet, sondern die Medienmeute und ihre Eltern.
    Aber die Ikone steht natürlich stellvertretend für das Juste Milieu, das die Plebs verachtet und ausplündern will. Der Haß sucht sich einen Kulmunationspunkt, und das ist aktuell Greta, die Jungfrau von Orléans. Man würde gut daran tun, das Kind endlich aus der Schußlinie zu nehmen. (ARG)