Irgendwie erinnert sein Vorgehen an dasjenige des berüchtigten Predigers Johann Tetzel, der im ausgehenden Mittelalter die Einnahmen der Kirche durch den Ablasshandel steigerte. Diese „Schlangenölverkäufer“ nutzten die von ihnen selbst erzeugte Angst der Bürger vor den Höllenqualen, denen ihre verstorbenen Verwandten angeblich im Fegefeuer ausgesetzt waren, geschickt aus, indem sie versprachen, diese gegen die Zahlung eines sogenannten Ablasses zu lindern. Auf den entsprechenden Kästen fanden sich ein Abbild des Teufels sowie der Spruch „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Feuer springt“. Für die Kirche war es eine wichtige und zugleich bequeme Geldquelle. Die Skrupellosigkeit dieses weitverbreiteten kirchlichen Unwesens war so eklatant, dass sie den Mönch Martin Luther dazu motivierte, seine 95 Thesen zu verfassen und damit die Reformation einzuläuten.
 
Bild 1 Nach Ansicht der Propheten der „Klimakatastrophe“ sind auch die heutigen Hochgebirgsgletscher dem Untergang geweiht

Griff in die Trickkiste des Mittelalters

Der entscheidende Trick der damaligen Abkassierer bestand darin, Horrorvisionen über die Leiden im „Fegefeuer“ in die Welt zu setzen, die nicht bewiesen und nicht beweisbar waren, um damit Geschäfte zu machen. Schaut man sich das Gebaren der heutigen Klimaapostel genauer an, so erinnert es stark an die damaligen Methoden: Ihre Voraussagen sollen Angst erzeugen und beziehen sich auf eine Zukunft – meist irgendwo zwischen 2050 und 2100 –, welche weder sie selbst noch ein erheblicher Teil der heute lebenden Menschheit erleben werden. Die Aussagen sind also zumindest zu Lebzeiten der Propheten nicht überprüfbar.
Die Menschen der entwickelten Länder werden zu Abkehr, Buße und Verzicht aufgefordert, diesmal nicht mit Blick auf verstorbene Verwandte, sondern auf künftige Verwandte, sprich den eigenen Nachwuchs. Schließlich hätten wir die Atmosphäre der Weltgemeinschaft quasi enteignet und sollten dafür jetzt bezahlen. Besonders deutliche Worte hierzu kommen von Prof Ottmar Edenhofer (ebenfalls PIK): Es gehe darum, „durch die Klimapolitik das Weltvermögen umzuverteilen….Man muss sich von der Illusion freimachen, dass internationale Klimapolitik Umweltpolitik ist. Das hat mit Umweltpolitik, mit Problemen wie Waldsterben oder Ozonloch fast nichts mehr zu tun“.
Mit anderen Worten: Die Klimapolitik von PIK, Kirchen, Greenpeace, Merkel & Co. zielt darauf ab, die Armen der ersten Welt für das Wohlergehen der Reichen der dritten Welt auszuplündern. Wobei die gütigen Organisatoren des Ganzen natürlich auch ihr Scherflein einstreichen wollen.

Geschichtswiederholung als Farce

Geschichte, so eine Aussage von Karl Marx und Friedrich Engels, wiederhole sich, beim ersten Mal als Tragödie, beim zweiten Mal jedoch als Farce. Bei näherem Hinsehen bewahrheitet sich diese Erkenntnis auch im Falle des Herrn Schellnhuber. Zwar glaubt er sich auf sicherem Terrain, weil seine Prophezeiungen ja die ferne Zukunft betreffen. Er begeht dabei jedoch den Fehler, in seine eigene Illusions-Fallgrube zu stürzen. Der Haupttrick des PIK besteht nämlich darin, nicht die gesamte Klimageschichte der Vergangenheit zu betrachten, sondern nur den ihnen genehmen Zeitraum ab etwa 1880, als das Klima sich gerade von den Kältewellen der „kleinen Eiszeit“ zu erholen begann. Natürlich ist es seitdem wärmer geworden – und schon hat man den „Beweis“ für den angeblich menschengemachten Klimawandel. Wer diesen Trick jedoch durchschaut, kann die dick aufgetragenen Horrorvisionen des Herrn Schellnhuber recht leicht als das entlarven, was sie wirklich sind: Dummenfängerei. Hat man dies erst einmal begriffen, dann entpuppt sich das ganze hochtrabende Gerede als nichts weiter als eine – noch dazu eher ungeschickte – Farce.

Groteske Übertreibungen – bei Temperaturen…

Wichtiges Stilmittel sind bei Hr. Schellnhuber seine geradezu grotesken Übertreibungen. So spricht er in dem Interview von möglichen Temperaturerhöhungen von bis zu 8 °C, das ist deutlich über den 5 °C, die der „UNO-Klimarat“ IPCC in seiner Zusammenfassung für Entscheider [IPCC] als Obergrenze der grafischen Darstellung gewählt hat. In diesem Zusammenhang spricht er von „Todeszonen“, in denen Menschen im Freien nicht mehr überleben könnten, oder von „Mondstationen“, in denen man abseits der Pole dann hausen müsse. Die Menschheit arbeite „ersichtlich weiter am eigenen Scheiterhaufen“. Wie lächerlich dies angesichts der Wirklichkeit ist, zeigt ein Blick auf die letzten rund 500 Mio. Jahre der Erdgeschichte, Bild 2. Demnach befinden wir uns derzeit mitten in einer kalten Eiszeitperiode (genauer gesagt in einer der kurzen Zwischeneiszeitperioden mit etwas wärmeren Temperaturen). Die weitaus meiste Zeit lagen die mittleren Erdtemperaturen um 2-4 °C höher als heute. In der Zeit des Paleocene-Eocene Thermal Maximum (PETM) lag die mittlere Erdtemperatur sogar bei rund 23 °C, gut 8 °C über dem heutigen Wert [WIK]. Geologie und Paläontologie beweisen, dass die Erde in dieser langen Zeit fast ununterbrochen vor Leben geradezu gestrotzt hat.

Bild 2. Entgegen der Behauptungen von Hr. Schellnhuber befinden wir uns derzeit in einer ausgesprochenen Kälteperiode (WIKI)

bei der Gletscherentwicklung…

Ein weiterer Punkt, an dem man die ideologisch verzerrte Weltsicht von Hr. Schellnhuber deutlich erkennen kann, sind seine Aussagen bezüglich des Abschmelzens der Eismassen im Polarbereich. Dazu muss man zunächst wissen, dass im Verlauf der Erdgeschichte eisfreie Pole eher die Regel als die Ausnahme waren [WIK2] und Eiskappen als Folge von „Kälte-Klimakatastrophen“ zu werten sein dürften. Zu Panikattacken bestünde demnach selbst dann kein Anlass, wenn es tatsächlich zu einem beschleunigten Abschmelzen der Gletscher in den Polregionen kommen sollte. Die tatsächlichen Verhältnisse sind jedoch bei weitem nicht so dramatisch wie von Schellnhuber behauptet. So hat beispielsweise der grönländische Eispanzer eine Masse von etwa 2.670.000 Gigatonnen (Gt), wovon er aktuell jährlich insgesamt etwa 200 Gt mehr verliert, als an Schnee nachgeliefert wird. Das sind lediglich rund 75 ppm der Gesamtmasse. Selbst bei unveränderter Abschmelzrate würde es noch mehr als 13.000 Jahre dauern, bis der Eispanzer verschwunden wäre. Auf der anderen Seite fallen Jahr für Jahr jedoch 500 Gt. Schnee auf Grönland [EIKE]. Es braucht also nur eine sehr kleine Umkehr der Temperaturentwicklung, um statt eines Schrumpfens wieder ein Wachsen des Eises beobachten zu können. Und was das Eis der Antarktis angeht, so zeigen Untersuchungen der US-Behörde NASA, dass dieses 2014 einen neuen Rekordhöchststand erreichte [NASA].
Auch mit Blick auf die angeblich „sterbenden“ Alpengletscher lassen sich Prof. Schellnhubers Thesen widerlegen. So sagte Prof. Gernot Patzelt, von 1981 bis 2009 Leiter des  Gletschermessdienstes des Österreichischen Alpenvereins, bezüglich der Alpengletscher: „Was bislang geschah, ist erstaunlich undramatisch – die Katastrophe findet bisher ausschließlich im Computer statt“ [PATZ]. Und der Berner Geologieprofessor Christian Schlüchter stellte in einem Interview mit der Zeitung „Der Bund“ am 07.06.2014 lapidar fest: „Die Gleichgewichtslinie, also die Linie zwischen Nähr- und Zehrgebiet eines Gletschers, lag zu Zeiten Hannibals mindestens 300 bis 350 Höhenmeter höher als heute. Die Durchschnittstemperatur lag anderthalb Grad über jener von 2005. Erdgeschichtlich ist die jetzige Entwicklung nicht neu“ [SCHL].

und auch beim CO2

Die vermutlich größte Schummelei leistet sich Hr. Schellnhuber jedoch bei seinen Behauptungen bezüglich der Auswirkungen des CO2-Gehalts der Atmosphäre auf das Klima. Auch hier kann er durch einen Blick auf die erdgeschichtliche Vergangenheit ganz leicht als Märchenerzähler entlarvt werden, Bild 3.

Bild 3. Verlauf des CO2-Gehalts im Verlauf der letzten 550 Millionen Jahre im Verhältnis zum vorindustriellen Niveau von rund 300 ppm (RCO2 = Vielfaches des vorindustriellen Wertes von 300 ppm) (Bild: [CALU])
Wie Bild 3 zeigt, lag der CO2-Gehalt der Atmosphäre für den größten Teil des Zeitraums um ein Mehrfaches über dem vorindustriellen Wert von knapp 300 ppm. In der Spitze erreichte der CO2-Gehalt sogar mehr als 6.000 ppm, das ist ein Faktor von mehr als 20.
Dass Schellnhuber bei seiner Propaganda auch sonst Dichtung und Wahrheit nicht auseinander halten kann – ob mangels Wissen oder mangels Wollen sei mal dahingestellt – zeigt auch sein Plädoyer für das Versenken von CO2 im Untergrund, wie es die verzweifelten Betreiber von Kohlekraftwerken als Überlebensstrategie allerorten propagieren. Der Terminus Technicus dafür heißt CCS (Carbon Capture and Storage). Gemeint ist damit die sehr energieintensive Abscheidung von CO2 aus dem Abgas der Kohlekraftwerke und dessen anschließende Versenkung unter sehr hohem Druck (ca. 200 bar) in unterirdische Gesteinsschichten bzw. -kavernen. Dabei leugnet er die damit verbundenen Gefahren, indem er behauptet, CO2 sei weder giftig noch explosiv, weil wir es ja „ausatmen“, und bezeichnet entsprechende Ängste vor der Verklappung von jährlich mehreren hundert Millionen Tonnen CO2 im Untergrund als „irrational“. Offensichtlich ignoriert er, dass CO2 in höheren Konzentrationen (ab ca. 5 %) zum schnellen Erstickungstod führt.
Heimtückisch ist dabei, dass CO2 schwerer ist als Luft und deshalb bei Windstille wie Wasser in tieferliegende Geländeteile fliesst, also dorthin, wo vorzugweise unsere Ortschaften errichtet wurden. Dabei sammelt es sich vor allem in Kellern und tiefliegenderen Gebäudeteilen, die dann zu Todesfallen werden. Wie schlimm sich so etwas auswirken kann, zeigte sich bei den tragischen Vorkommnissen um den NYOS See. Dieser See ist sehr tief, so dass das vulkanische CO2, das aus einer unterirdischen Blase hineinströmt, zunächst unter hohem Druck „gefangen“ bleibt. Als der Druck wegen des weiterhin strömenden Gases jedoch eine kritische Schwelle überschritt, schoss eine große CO2-Blase nach oben und floss in die umliegenden Dörfer. Dort erstickten binnen Minuten in einem Umkreis von 27 km dann ca. 1700 Menschen. Der Interviewer merkte es nicht mal, obwohl seinerzeit auch der SPIEGEL groß – zuletzt in 2011- darüber berichtete (hier).
Gleichzeitig mokiert sich Schellnhuber über die Akzeptanz von Erdgasspeichern in der Bevölkerung, obwohl das darin gelagerte Methan hochgiftig und in geeigneter Konzentration auch explosiv sei. Auch hier hat der Physiker Schellnhuber nicht verstanden, dass es gerade die Physik ist, die diese Speichertechnologie ungefährlich macht, ebenso wie es die Physik ist, welche eine CO2-Speicherung über CCS – von den hohen Kosten  mal abgesehen – gefährlich macht. Denn Methan ist leichter als Luft und steigt bei Leckagen bei jedem Wetter in hohe Atmosphärenschichten, wo es sich von selbst verdünnt oder verliert. Dem Spiegel-Interviewer Olaf Stampf fiel dieser wichtige Unterschied aber nicht auf, weshalb er seinem Interviewpartner diese Propaganda-Zweckbehauptungen – ebenso wie viele weitere Ungereimtheiten – ohne Nachfrage oder gar Korrektur durchgehen ließ.
Angesichts solcher Fakten fällt es schwer, die Warnungen von Schellnhuber und seinen Kollegen beim PIK auch nur ansatzweise ernst zu nehmen. Schlimm ist daran nur, dass solche Leute als Top-Berater der Bundeskanzlerin und des Papstes einen derart starken (und unheilvollen) Einfluss ausüben dürfen.
Fred F. Mueller
Quellen
[CALU] Berger, W. H.: Carbon Dioxide through Geologic Time, http://earthguide.ucsd.edu/virtualmuseum/climatechange2/07_1.shtml   abgerufen 21.4.2013
[EIKE] http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/eiszuwachs-in-groenland-alle-rekorde-gebrochen/
[IPCC] Climate Change 2014. Synthesis Report. Summary for Policymakers. IPCCAR5_SYR_FINAL_SPM.
[NASA] https://www.nasa.gov/content/goddard/antarctic-sea-ice-reaches-new-record-maximum
[PATZ] https://de.wikipedia.org/wiki/Gernot_Patzelt
[SCHL] http://www.derbund.ch/wissen/natur/Unsere-Gesellschaft-ist-grundsaetzlich-unehrlich/story/24948853
[WIK] https://en.wikipedia.org/wiki/Geologic_temperature_record
[WIK2] https://de.wikipedia.org/wiki/Klimageschichte
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