Klimawissenschaft gleicht dem in gewisser Weise – man stelle die Belohnungen und die Katastrophen weit genug in die Zukunft, und dann glaube man daran, dass die Prophezeiungen Wirklichkeit werden. Anders jedoch als der Himmel, den wir vielleicht irgendwann erreichen werden, müssen Klima-Prophezeiungen genügend weit in der Zukunft liegen, um sie nicht testen zu können. Andererseits dürfen sie aber auch nicht zu weit in der Zukunft liegen, um die Rechtfertigung für sofortige Maßnahmen nicht zu verlieren.
Als also Paul Ehrlich 1969 behauptete, dass man wegen der globalen Abkühlung fast sicher darauf wetten könnte, ob England bis zum Jahr 2000 überleben würde, konnte man ihn nicht sofort widerlegen. Schließlich gab es in dieser Zeit eine globale Abkühlung.
Unglücklicherweise für ihn ist England immer noch bewohnt, und man erinnert sich immer noch an seine Vorhersagen. Ehrlich gehört jetzt zu den Warmisten. Wie ein guter Börsen-Analyst stellt man eher von Verkauf auf Kauf um, wenn die Firma sich nicht so entwickelt, wie man gedacht hatte, als zuzugeben, dass man falsch gelegen hat.
Als Mutter Natur sich um das Jahr 1980 entschlossen hat, den Schalter von kälter auf wärmer umzulegen, wurde eine neue Religion der globalen Erwärmung geboren – vollständig mit einer eigenen Kirche (den UN), einem Papsttum (dem IPCC) und einer Priesterschaft der globalen Erwärmung, die sich als Klimawissenschaftler verkleidet. Selbstsüchtige Menschen in reichen, verschmutzenden Ländern wurden für die Erwärmung verantwortlich gemacht und mussten als Buße für begangene Sünden armen Ländern eine materiellen Kompensation zahlen. Die Verminderung von Treibhausgasemissionen wurde zum neuen Heiligen Gral. Mit dem warmen Rückenwind haben diese Fundamentalisten Hunderte Milliarden Dollar von naiven Regierungen gesammelt, die ihren Glauben im Namen von Milliarden Menschen übernommen haben. Kein Kreuzfahrer war je so erfolgreich.
Die Botschaft war glasklar. Falls die Ungläubigen nicht sofort konvertieren, würden unsere Kinder und Enkel der Hölle auf Erden gegenüber stehen. Die Priesterschaft exkommunizierte und erniedrigte Skeptiker und Leugner. Alternative Sichtweisen wurden nicht toleriert und – wo immer möglich – unterdrückt. Hat jemand das Dunkle Zeitalter erwähnt?
Weil die neuen Arrangements die Kapitalflüsse verzerren würden, haben die Jünger ökonomische Abhandlungen verfasst, die zeigen sollen, wie ineffiziente, die Produktivität abwürgende und teure grüne Industrien tatsächlich Wirtschaft und Beschäftigung beflügeln können.
Unglücklicherweise werden mit den Kosten für die Rettung des Planeten die Armen unverhältnismäßig belastet. Dieser Transfer von Wohlstand zu den Reichen war unvermeidlich, und im Falle, dass die Armen und Schwachen vor Kälte oder Wärme sterben, weil sie sich die Energiekosten nicht leisten können, wären sie einfach Märtyrer für die hohe Sache. In jedem Falle – wohin könnten sie sich wenden? Alle politischen Parteien haben sich der neuen Religion verschrieben!
Aber infolge der Selbsttäuschung durch eine Periode mit Erwärmung und ihrer bestätigenden Verzerrung wurde die Priesterschaft von Hybris überwältigt und verkündete immer Extravaganteres. Uns wurde eingehämmert, dass Armageddon sogar noch eher bevorstand.
Bedauerlicherweise für die Religion der globalen Erwärmung sind deren Vorhersagen dabei, auf immer sandigerem Grund zu stehen, und die Konvertiten, von denen viele ihren Arbeitsplatz verloren und Wohlstand eingebüßt haben, verlieren den Glauben. Noch schlimmer, ketzerische Wissenschaftler haben viele der Vorhersagen, die in der IPCC-Bibel beschrieben werden, inzwischen als falsch entlarvt. Sie können nicht zum Schweigen gebracht werden.
Natürlich können die IPCC-Texte unterschiedlich interpretiert werden, und ganz offensichtlich haben die Skeptiker die falsche Interpretation gewählt.
Wenn die atmosphärische Temperatur, auf die wir uns verlassen haben, nicht daran denkt, den Prophezeiungen zu folgen, instruierte man die Zauderer, auf die Wassertemperatur der Ozeane und auf steigende Meeresspiegel zu schauen.
So weit, so gut. Allerdings hat der britische Zweig des Klima-Establishments in aller Stille eine Enzyklika veröffentlicht, der zufolge es keinen erkennbaren Anstieg der globalen Temperatur seit 1997 bis zum August dieses Jahres gegeben hat.
Dieses Kommuniqué wurde durch eine ketzerische Zeitung, die Daily Mail, ans Tageslicht gebracht, die darauf hinwies, dass diese Periode etwa genauso lang war wie die Periode mit steigender Temperatur von 1980 bis 1996.
Natürlich waren die Hohepriester schnell bei der Hand, um die Bedeutung dieses Vorgangs herunter zu spielen. Phil Jones, bekannt durch Klimagate, behauptete, dass dies zu erwarten war, und er bestand darauf, dass 15 oder 16 Jahre keine signifikante Periode seien.
Und doch sagte er im Jahr 2009, dass ein “fehlender Aufwärtstrend insgesamt 15 Jahre dauern müsste, bevor wir uns Sorgen machen”. Aber das war damals, und heute ist heute, und er ist nicht dabei, seine Religion aufzugeben, einfach weil der Beweis seine Aussage nicht stützt.
Und natürlich gibt es immer mildernde Umstände. El Nino und La Nina sind zur Stelle, wenn man sie braucht, um vergessen zu werden, wenn die Temperaturen steigen oder an die man sich erinnert, wenn es um Abkühlung geht. Und es gab eine Rekordschmelze in der Arktis. Aber man erwähnt besser nicht den Sturm, von dem die NASA einräumt, dass er das Eis aufgebrochen und nach Süden getrieben hat, und auch nicht den Rekord-Eiszuwachs in der Antarktis.
Vielmehr müssen wir den Novizen der australischen Climate Change Commission lauschen, die gegen alle Beweise den Supersturm SANDY mit der globalen Erwärmung in Verbindung gebracht hat.
Wenigstens halten die Jünger in Gestalt der Medien den Glauben aufrecht, indem sie wo immer möglich betonen, was das Evangelium unterstützt, und alles verwerfen, bei dem das nicht der Fall ist. Neue bekräftigende Enthüllungen erfreuen sich weit verbreiteter Publicity. Falls die gleichen Ergebnisse später wegen des Fehlens wissenschaftlicher Genauigkeit widerrufen werden, werden sie einfach kommentarlos unter den Teppich gekehrt.
Und doch, trotz all dem, die Zahl der Gläubigen der globalen Erwärmung nimmt ab. Es wird einer außerordentlichen Kreuzfahrt bedürfen, sogar noch schlimmere Klima-Konsequenzen zu weissagen, um den Glauben an den Warmismus zu verteidigen, bevor die Abtrünnigen der Religion wieder beitreten. Sollte auch das scheitern, ist es an der Zeit, Skeptiker lebendig zu verbrennen. Das aber würde die CO2-Emissionen in die Höhe treiben. Mit Sicherheit ein Dilemma.
Maurice Newman, The Australian
Maurice L. Newman ist ein ehemaliger Vorsitzender von ABC.
The Australian, 5 November 2012
Link: http://www.thegwpf.org/maurice-newman-losing-religion-evidence-cools/
Übersetzt von Chris Frey EIKE
Anmerkung des Übersetzers: Autor Maurice Newman beschreibt hier die Verhältnisse in Australien. Zitat: „Alle politischen Parteien haben sich der neuen Religion verschrieben!“ Kennen wir das nicht von irgendwoher?
C. F.