Zum eigentlichen Thema, der Temperaturentwicklung. Hier muss zuallererst einmal genauer die Erfassung derselbigen, sowie die statistische Auswertung betrachtet werden. Der letzte IPCC-Bericht 2007 (AR4) geht von einem Temperaturanstieg um, je nach Szenario, 0,11°C – 0,64°C pro Dekade aus. In den USA werden Audits der dort verwendeten Temperaturstationen durchgeführt, inwieweit deren Ergebnisse richtige Werte wiedergeben. Das Ergebnis fasst die folgende Abbildung zusammen.

Die Abbildung 1 zeigt, dass 90% der Messstationen des US-Temperaturnetzwerkes einen Fehler von größer 1°C aufweisen und damit der Fehler bereits deutlich höher liegt, als die Temperaturbandbreite, die das IPCC in seinem Bericht AR4 als mögliche Dekadenerhöhung angibt. Bei der Auditstudie (http://www.surfacestations.org/) handelt es sich nicht um Stichprobenuntersuchung, sondern um eine Flächenerfassung der Messstationen, wie die folgende Abbildung zeigt, bei der 82% der Temperaturmessstationen auditiert wurden. Aus verständlichen Gründen fehlt in Deutschland eine ähnliche unabhängige Überprüfung.

Die Abbildung 2 zeigt die Klassifizierung der über den USA verteilten Temperaturmessstationen. Die rote Farbe überwiegt eindeutig. Es wurden 82% aller Temperaturmessstationen erfasst, wobei nur 10% der Stationen einen Fehlerwert von <1°C aufweisen.

Folgend nur zwei Beispiele von hunderten, warum die Messstationen solche Fehlertoleranzen aufweisen.

Die Abbildung 3 zeigt eine Temperaturmessstation in Perry, Oklahoma in unmittelbarer Nachbarschaft zur Feuerwehr. Dazu die Infrarotaufnahme, die zeigt, wie die Hauswand auf die Station rückkoppelt.

 

Die Abbildung 4 zeigt eine Temperaturmessstation in Glenns Ferry, Idaho in unmittelbarer Nähe einer Trafostation. Auch hier entlarvt die IR-Aufnahme, wie stark sich der Trafo erhitzt und auf die Station einwirkt.

Die Studie zeigt weiter, dass Datenreihen von Stationen außerhalb von künstlichen Energiequellen/Rückstrahlern, keine Auffälligkeiten bei den Temperaturwerten ausweisen, wie folgende Abbildung links zeigt.

Die Abbildung 5 links zeigt die Messstation Orland in Kalifornien. Deutlich ist zu sehen, dass die Temperaturen zu Beginn des 20. Jahrhunderts z.T. deutlich höher lagen als während des sog. Klimawandels. Die Abbildung rechts (beide Abbildungen, Quelle: http://www.surfacestations.org/) zeigt eine ungenügende Station, die sich in unmittelbarer Nähe von aktiven Heizstrahlern befindet und einen starken Temperaturanstieg ausweist.

Geradezu unverschämt für einen Temperaturvergleich zu bisherigen Temperaturdaten ist die Tatsache, dass zum 01.04.2001 weltweit eine neue Temperaturdatenerfassung mit neuer statistischer Auswertung eingeführt wurde, alt und neu aber in ein und denselben Graphen abgebildet werden und dies auch noch unkommentiert. In 2001 wurden die sog. Mannheimer Temperaturwerteerfassung abgelöst.

In Deutschland wurde bis zum 31.03.2001 um 7,30 Uhr, 14,30 Uhr und 21,30 Uhr (letzter Wert wurde doppelt gewertet, weil man sich den vierten Wert in der Nacht sparen wollte – geht auf den Meteorologen Johann Jakob Hemmer zurück, der erstmalig im 18. Jahrhundert einen weltweiten Standard einführte) gemessen und durch 4 geteilt. In der Schweiz um 7 Uhr, 13 Uhr und 19 Uhr (letzter Wert wird doppelt gewertet) und durch 4 geteilt. In Frankreich wurde nur das Tagesminimum und das Tagesmaximum gemessen und durch 2 geteilt. Und so hatte jedes Land eine andere Methode zur Ermittlung der Durchschnittstemperatur. Alle diese Daten werden jedoch zu einer Globaltemperatur einfach gemittelt, was wissenschaftlich betrachtet bereits ein Husarenstück darstellt. Ab dem 01.04.2001 wird nun stündlich gemessen (wobei auch 4-mal am Tag gemessen werden darf), und die Addition der Werte durch 24 dividiert (bzw. durch 4). Auf Grund des stark asymmetrischen Tagesganges der Temperatur, ergeben sich beim selben Tag andere Tagesmittelwerte, je nach Anwenden der Methode und zwar gehen nach der neuen Methode die Tagesmittelwerte der Temperatur, wegen der geänderten statistischen Auswertung, in die Höhe, wie in Abbildung 6 gezeigt wird.

Wie sehr sich die Temperaturmesswerte ändern, wenn die Datenerfassungszeiten und Datenmengen in der vorgenommenen Art und Weise geändert werden, zeigt sehr anschaulich das folgende Beispiel. Dies war unter (http://home.arcor.de/meino/klimanews/index.html#) im Netz. Nach einer Diskussion des Autors dieses Berichtes mit Prof. Dr. Rahmstorf in 2008 auf KlimaLounge, war der Link einige Tage später vom Netz. Dem Autor liegt das Screenshot dieser jetzt gelöschten Seite (Name: “Bremen und Umland im Bild“) vor, welches in der Anlage (lättern Sie auf Seite 18 und 19 der Anlage arktische Temperaturen Mittelwerte) ersichtlich ist.

 

Die Abbildung 6 zeigt die Temperaturmessungen (auf der Abszisse sind die Anzahl der Messungen aufgetragen) der Wetterstation in Ny Ålesund auf Spitzbergen (Station “Koldewey“), die vom Alfred-Wegener-Institut betrieben wird. Vom Herbst 1990 bis Sommer 1997 wurde dreimal am Tag und zwar um 6-, 12-, und 18 Uhr gemessen. Ab Sommer (bis heute) wird acht mal täglich gemessen und zwar um 0-, 3-, 6-, 9-, 12-, 15-, 18-, und 21 Uhr. Sehr gut ist zu erkennen, dass mit der neuen Temperaturerfassung, die Temperaturkurve deutlich angehoben wird. Die Messwerte um 15 Uhr verursachen darüber hinaus noch starke Temperaturausreißer nach oben. Sowohl im Zeitraum 1990 bis Sommer 1997, als auch im Zeitraum vom Winter 1997 bis 2007 ist keine Tendenz der Temperatur zu erkennen. Wird aber über den gesamten Zeitraum von 1990 bis 2007 die Temperatur betrachtet, so steigt diese, aufgrund der vorgenommenen Änderung der Datenerfassung.

So ist denn auch der verbliebene, schwache Temperaturanstieg im 20. Jahrhundert, wie er auf Satellitendaten des UAH (http://climateresearchnews.com/wp-content/uploads/2008/12/uah_lt_since_1979.jpg) zu sehen ist, auf die gesteigerte Sonnenaktivität im 20. Jahrhundert zurückzuführen. Die Max-Planck Gesellschaft titelte am 27. Oktober 2004, “Sonne seit über 8.000 Jahren nicht mehr so aktiv wie heute“. Die folgende Abbildung zeigt denn auch, wie Sonnenaktivität und Temperatur auf der Erde bis in die heutige Zeit synchron laufen. Die Auswirkungen variabler Sonnenaktivität auf die Temperaturentwicklung bis in die Gegenwart, wurden auf EIKE bereits in zahlreichen Berichten dargelegt, z.B.: (http://www.eike-klima-energie.eu/news-anzeige/warnung-solar-cycle-may-cause-dangerous-global-cooling-in-an-few-years-time/).

Wichtig ist weiter zu wissen, dass es sich beim sog. TSI (Total Solar Irradiance), der üblicherweise zum Beleg der solaren Aktivität herangezogen wird, um eine irreführende Bezeichnung handelt, da nicht, wie die Bezeichnung angibt, die gesamte Strahlung der Sonne abgebildet wird, sondern nur der Teilbereich der Solarstrahlung von 200 nm – 2.000 nm, da die Satellitenmesssysteme nur diese Bandbreite erfassen.

 

Abbildung 7 zeigt die Änderung der magnetischen Stürme auf der Sonne von 1867 bis 2007 (blau, die grüne Linie zeigt den Trend von 1900 – 2005) und den 11-jährigen Schwabe-Zyklus. Es ist deutlich erkennbar, dass der Schwabe-Zyklus und der Gleißberg-Zyklus (Maximum während dem 19. Schwabe-Zyklus), der den Schwabe-Zyklus antreibt, zwar mit den relativen Maxima der magnetischen Stürme korreliert, nicht aber mit deren steigender Tendenz. Diese steht in Relation zum de Vries/Suess-Zyklus. Ergänzt nach Quelle: British Geological Survey (http://www.geomag.bgs.ac.uk/earthmag.html). In der kleinen Abbildung, in der die 3 letzten Schwabe-Zyklen dargestellt sind, ist gut zu sehen, wie mit dem Anstieg des de Vries/Suess-Zyklus die magn. Aktivität der Sonne stark zunimmt. Hierzu sind die hochenergetischen Protonen, die als Maß dienen, als rote Balken eingezeichnet (Quelle: NOAA Space Environment Center). Siehe auch unter (http://wetterjournal.wordpress.com/2009/07/14/der-einfluss-des-im-mittel-208-jahrigen-de-vriessuess-zyklus-auf-das-klima-der-erde/)

Quo vadis Temperatur?

Die NASA, das  Space and Science Research Center (SSRC) in Orlando und mittlerweile einer der bekanntesten deutschen Klimaforscher, Prof. Latif (http://www.eike-klima-energie.eu/news-anzeige/global-cooling-paradigmenwechsel-des-ipcc/) gehen für die nächsten Jahrzehnte von fallenden Temperaturen aus. Grund dafür sind keine Treibhausgase, wie auch nicht für den leichten Temperaturanstieg im 20. Jahrhundert, sondern, die fallende Sonnenaktivität, die ihr Maximum im de Vries/Suess-Zyklus um das Jahr 2003 hatte und bis zum Jahr 2005 hoch blieb. So schrieb der Sonnenforscher der NASA David Hathaway in 2005 (wir erinnern uns noch an die vermeintlichen Hitzetoten, die 2005 Einzug in die Presseberichte nahmen) “Das Solare Minimum explodiert – Das Solare Minimum sieht seltsamerweise aus wie ein solares Maximum“ (http://science.nasa.gov/headlines/y2005/15sep_solarminexplodes.htm). Von dieser Seite gab es unter (http://www.astrolabium.net/archiv_science_nasa/science_nasa_september2005/16-9-2005.html) eine deutsche Übersetzung, wie der Link-Name erkennen lässt – er bezieht sich eindeutig auf den NASA-Artikel.  Auch dieser Artikel wurde kurz nachdem der Autor in einer Diskussion auf KlimaLounge mit Prof. Rahmstorf den solaren Einfluss auf das Klima darlegte, wenige Tage später aus dem Netz genommen. Heute ist dort eine Wettseite zu finden, die in keiner Weise mehr zum Link-Namen passt. Nach diesem kleinen Exkurs zurück, wie sich die Temperaturen, entgegen aller Prognosen des IPCC entwickelten. Die folgende Abbildung gibt dies wieder.

 

Die Abbildung 8 zeigt die fallende Temperaturentwicklung von Januar 2002 bis Februar 2009. Deutlich zu sehen, dass die Temperaturentwicklung entgegengesetzt zu den IPCC-Prognosen verläuft, Quelle: (http://vademecum.brandenberger.eu/themen/klima/ipcc.php#cooling).

Siehe auch unter (http://www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=10783). 

Derzeit ist die Sonne so inaktiv, wie seit mindestens 200 Jahren, so dass die Temperaturen, wie NASA, SSRC, Latif u.v.m. angeben für die nächsten Jahrzehnte fallen werden. Das Wissenschaftsmagazin Spektrum der Wissenschaft titelte in seiner Ausgabe 02/09 zur globalen Temperaturentwicklung und den IPCC-Prognosen “Kalt erwischt“.

Da die CO2-Konzentration offensichtlich weiter steigt, zumindest geben dies die diversen Messungen auf dem Mauna Loa an, ist ersichtlich, dass eine atmosphärische CO2-Konzentration keine Temperaturen triggert und somit keinen erkennbaren Einfluss auf diese ausübt. Das gegenwärtige trommeln einer drastischen Temperaturerhöhung um 4°C ( siehe z.B. hier) bis 2050, die (zufälligerweise?) doppelt so hoch ausfällt, wie die Postulate der Staats- und Regierungschefs auf dem G8-Treffen im Juli in L’Aquila, Italien, hat denn auch den Anschein, Medien, Journalisten und Öffentlichkeit mit Desinformationen auf Linie zu bringen, um dadurch Druck aufzubauen, dass die Klimakonferenz in Kopenhagen den Weg für weitere Milliardensummen im Klimamarkt freimacht. Wer die Zeche letztendlich zu begleichen hat, führte uns die Finanz- und Wirtschaftskrise vor.

Raimund Leistenschneider (EIKE)

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